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Übelkeit und Erbrechen

Zum SeitenanfangAllgemeines

Unter Übelkeit versteht man das subjektive Gefühl, erbrechen zu müssen. Beim Erbrechen wird der Mageninhalt durch ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen Organen mit grossem Druck durch die Speiseröhre und den Mund wieder nach aussen befördert.

Die dazu benötigte Kraft wird durch das Zusammenziehen des Magens sowie durch die Bauchmuskulatur und das Zwerchfell erzeugt. Ist genügend Druck aufgebaut worden, öffnet sich der untere Schliessmuskel der Speiseröhre, der normalerweise den Rückfluss des sauren Mageninhaltes in die Speiseröhre verhindert, damit der Mageninhalt über die Speiseröhre den Körper verlassen kann.

Der Vorgang des Erbrechens ist also ein relativ komplizierter Prozess, bei dem die Aktionen aller beteiligten Organe genau koordiniert werden müssen, damit er funktioniert.

Übelkeit und Erbrechen treten als Begleiterscheinungen der unterschiedlichsten Erkrankungen auf. Es ist allerdings nicht so, dass der Betroffene vor dem Erbrechen in jedem Fall an Übelkeit leidet

Zum SeitenanfangUrsachen

Ganz generell muss beachtet werden, dass auch eine psychische Stresssituation zu Übelkeit und sogar Erbrechen führen kann, ohne dass zusätzliche körperliche Ursachen des Verdauungssystems vorliegen. Zudem führen psychische Störungen wie Depressionen oder extreme Angstzustände sowie Magersucht und vor allem Essbrechsucht zu denselben Symptomen.

Aus diesem Grund führt der Arzt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten, bevor zusätzliche Untersuchungen in Angriff genommen werden.

Ursachen innerhalb des Bauchraumes:

Die häufigsten Ursachen von Übelkeit und Erbrechen sind Infektionen des Magens oder des gesamten Magendarmtraktes mit Bakterien oder Viren sowie auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten und die Einnahme von bestimmten Medikamenten. Die bekanntesten Medikamentengruppen und Gifte, welche Übelkeit und Erbrechen verursachen können, sind Beruhigungsmittel, Antibiotika, Medikamente, die im Rahmen einer Chemotherapie verabreicht werden, und Alkohol.

Dem Auftreten der Symptome geht in diesem Fall also meist die Einnahme eines Stoffes oder von Nahrungsmitteln voraus, die der Magen nicht verdauen kann oder die dem gesamten Körper Schaden zufügen könnten. Als Reaktion darauf versucht der Körper im Rahmen einer Schutzreaktion diesen Stoff möglichst schnell wieder loszuwerden.

Eine weitere Ursache kann die Reizung des Magens durch ein Magengeschwür sein. Auch wenn eine Verengung des Magenausgangs, zum Beispiel durch einen Magentumor, entstanden ist, kann es auf Grund der sich anstauenden Nahrung zu Erbrechen kommen.

Es verursachen jedoch nicht nur Erkrankungen des Magens die Symptome Übelkeit und Erbrechen, sondern auch Störungen im Bereich des Darms, der Leber, der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse. Dazu gehören unter anderem ein Darmverschluss, eine Blinddarmentzündung, eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung sowie ein Verschluss eines Blutgefässes des Darmes (Mesenterialinfarkt).

Zudem führt zum Beispiel ein Leber- oder Nierenversagen zu diesen Symptomen, weil sich zunehmend Abbauprodukte des Körperstoffwechsels im Körper ansammeln, welche durch die Erkrankung nicht mehr ausgeschieden werden können.

Ursachen ausserhalb des Bauchraumes:

Die Ursache von Übelkeit und Erbrechen muss allerdings nicht unbedingt im Magen-Darm-Trakt zu finden sein. Vor allem Erkrankungen des zentralen Nervensystems und des Hormon- und Stoffwechselsystems sind bekannte Auslöser ausserhalb des Bauchraums.

Eine Steigerung des Hirndruckes durch Verletzungen im Kopfbereich, Hirntumoren oder Hirnblutungen führen über eine Beeinflussung des Brechzentrums des Hirns zu schwallartigem Erbrechen, typischerweise ohne vorausgehende Übelkeit. Aber auch eine Hirnhautentzündung oder eine Migräne zählen zu den möglichen Ursachen.

Die so genannte Reisekrankheit führt ebenso wie der Morbus Menière über die Reizung des Gleichgewichtsorgans zu akutem Auftreten von Übelkeit und Erbrechen, wobei vor allem beim Morbus Menière meist in Kombination dazu starker Schwindel auftritt.

Bei den hormonellen Ursachen ist vor allem die Schwangerschaft zu erwähnen, bei der typischerweise morgendliches Nüchternerbrechen auftritt. Aber auch Erkrankungen des Hormonsystems wie beispielsweise eine Überfunktion der Nebenschilddrüse (Hyperparathyreoidismus) sowie die Unterfunktion der Nebennierenrinde (Morbus Addison) führen zu denselben Symptomen.

Es gibt zusätzlich noch eine ausserordentliche Vielzahl von Erkrankungen, wie beispielsweise eine schwere Herzschwäche oder ein Herzinfarkt, welche zu starker Übelkeit und Erbrechen führen können. Es werden hier nur die wichtigsten Ursachen aufgeführt.

Zum SeitenanfangSymptome

Der Zeitpunkt und die Häufigkeit des Erbrechens sowie das Aussehen des Erbrochenen können je nach Grunderkrankung starke Unterschiede aufweisen. Die meistens auftretenden Begleitsymptome wie Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall oder Schwindel sind ebenfalls je nach der zugrunde liegenden Ursache sehr unterschiedlich.

Bei länger anhaltenden, voluminösen Durchfällen kann aufgrund des massiven Flüssigkeitsverlusts ein erheblicher Abfall des Körpergewichts auftreten. Aus demselben Grund leiden die Betroffenen auch an Schwindel und Schwarzwerden vor Augen beim Aufstehen, an allgemeiner Schwäche sowie an trockenen Lippen und Schleimhäuten.

Ebenfalls mit chronischem Erbrechen in Verbindung gebracht wird das gehäufte Auftreten von Karies, da immer wieder der sehr stark saure Mageninhalt auf die Zähne einwirken kann.

Wie bereits weiter oben erwähnt ist das Auftreten von morgendlichem Nüchternerbrechen typisch für eine bestehende Frühschwangerschaft. Es ist jedoch ein Symptom, das ebenfalls häufig bei einem übermässigen Alkoholkonsum auftritt.

Sofortiges Erbrechen nach der Nahrungsaufnahme lässt hingegen eher eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, eine Reizung des Magens durch eine Infektion oder Geschwüre vermuten. Auch wenn der Darminhalt nicht ungehindert den Darm passieren kann, tritt typischerweise nach der Nahrungsaufnahme Erbrechen auf. Dies kann unter anderem bei Verwachsungen des Darmes oder bei einem Darmverschluss im Bereich des Dünn- oder Dickdarmes vorkommen.

Zum SeitenanfangDiagnose

Die ärztliche Untersuchung hat vorerst eine genaue Abklärung der Umstände des Erbrechens zum Ziel. Aus diesem Grund ist es in erster Linier wichtig genaue Informationen über eine bestehende Grunderkrankungen zu erhalten und die genauen Umstände im Bezug auf die Art, die Häufigkeit und den Zeitpunkt des Erbrechens sowie entsprechende Begleitsymptome in Erfahrung zu bringen.
Erst dann erfolgt eine körperliche Untersuchung, die eine Untersuchung der wichtigsten Organe umfasst, welche diese Symptome auslösen können.

Zusätzlich werden Laboruntersuchungen des Blutes und des Stuhls vorgenommen.
Bei Störungen im Magendarmtrakt können eine Ultraschall-Untersuchung und Röntgenbild des Bauchraumes sowie eine endoskopische Untersuchung des Magens und des Dünndarms weiterhelfen.

Oesophagogastroskopie

Hierbei wird eine kleine Kamera mit Lichtquelle über die Speiseröhre in den Magen oder Dünndarm vorgeschoben, mit deren Hilfe die Magen- und Darmschleimhaut genau untersucht werden kann. Während derselben Untersuchung können auch kleine Gewebeproben aus der Magen- oder Darmwand entnommen werden, welche nach entsprechender Aufbereitung von einem Fachmann unter dem Mikroskop untersucht werden.

Wird die Beteiligung weiterer Organe oder Erkrankungen an der Entstehung der Symptome vermutet, erfolgen entsprechende Zusatzuntersuchungen.

Zum SeitenanfangTherapie

Die Therapie entspricht der jeweiligen Grunderkrankung. In jedem Fall ist die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme in Form von gezuckertem Tee oder Fruchtsäften sehr wichtig. Die Einnahme von Medikamenten gegen Übelkeit und Erbrechen sollte vorher mit dem Arzt besprochen werden, bei Infektionen kann die Krankheitsdauer durch die zusätzliche Verabreichung von Antibiotika behandelt werden.

Autor/in:Sibylle Krämer, Ärztin
Editor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Übelkeit, Erbrechen, Nausea
ICD-10:R11
Zuletzt geändert:04.11.2016Zum Seitenanfang
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