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Zwerchfellbruch

Synonyme: Hiatushernie

Zum SeitenanfangAllgemeines

Bei einer Hernie (lateinisch für "Bruch") handelt es sich ganz allgemein um eine Verschiebung von Eingeweiden aus der Bauchhöhle (Bruchinhalt) durch eine Lücke in der Bauchwand (Bruchpforte), in eine Vorbuchtung des Bauchfells (Bruchsack)

Normale Hiatushernie

Das Zwerchfell ist der grösste Atemmuskel des Körpers und ist über Sehnen am Brustbein, Rippenbogen und drei Lendenwirbelkörpern befestigt. Es trennt Brust- und Bauchraum vollständig voneinander ab, mit Ausnahme von drei Öffnungen für den Durchtritt von Speiseröhre, Hauptschlagader und grosse Hohlvene.
Diese drei Öffnungen stellen gleichzeitig natürliche Schwachstellen des Zwerchfells dar.

Bei der so genannten Hiatushernie bildet sich die Bruchlücke an der Durchtrittsstelle für die Speiseröhre im Zwerchfell, an einer der natürlichen Schwachstellen also. Der Bruchsack wird wie bei anderen Hernien vom Brustfell gebildet.

Gemäss der Verschiebung des Magens durch die Bruchpforte wird die Hiatushernie grundsätzlich in zwei Typen eingeteilt, die sich auch in Art der Beschwerden und Komplikationen unterscheiden.

Axiale Hiaturhernie

Bei der häufigeren Form, der axialen  Hiatushernie (Gleithernie), gleitet der Magen dem Verlauf der Speiseröhre folgend durch die Lücke vom Bauch- in den Brustraum. Die Speiseröhre verkürzt sich durch den nun geringeren Längszug etwas. Der Muskelring der Speiseröhre am Übergang zum Magen, der das Öffnen und Schliessen der Speiseröhre beim Schlucken koordiniert, weitet sich in Folge dessen auf. Dies wiederum begünstigt einen Rückfluss von Speisebrei inklusive Magensäure vom Magen in die Speiseröhre. In der Fachsprache wird dieses Phänomen als Reflux bezeichnet.

paraösophageale Zwerchfellhernie

Im Gegensatz dazu kommt der Magen bei der paraösophagealen Hernie neben der Speiseröhre zu liegen. Die Spannungs- und Lageverhältnisse zwischen Magen und Speiseröhre ändern sich hierbei nicht, allerdings ist in diesem Fall die Gefahr der Einklemmung von Magenanteilen in der Lücke im Zwerchfell sehr hoch. Eine gefährliche Extremvariante der paraösophagealen Hernie ist der Thoraxmagen. Hier liegt der gesamte Magen im Brustraum und hat sich einmal um die eigene Achse gedreht.

Bei Neugeborenen ist die Hiatushernie ein sehr seltenes aber lebensbedrohliches Krankheitsbild. Die in den Brustraum verlagerten Bauchorgane verhindern bereits vor der Geburt eine Ausreifung der kindlichen Lungen. Das Kind muss in den meisten Fällen nach der Geburt sofort beatmet und bald darauf operiert werden.

Zum SeitenanfangSymptome

Die Symptome unterscheiden sich entsprechend der Art der Hernie. 60% der Patienten haben allerdings gar keine Beschwerden.

Bei der axialen Gleithernie stehen die Symptome der Refluxkrankheit im Vordergrund. Die Beschwerden werden durch den Rückfluss von saurem Magensaft in die auf Säure empfindliche Speiseröhre hervorgerufen. Dazu gehören Mundgeruch, Sodbrennen, saures Aufstossen bis hin zum Erbrechen. Schluckstörungen und Schmerzen beim Schlucken sowie Magenschmerzen können ebenfalls in Zusammenhang mit einer Zwerchfellhernie auftreten. In seltenen Fällen treten Heiserkeit, chronischer Hustenreiz bis hin zu Asthmaanfällen auf.

Bei der paraösophagealen Hernie beruhen die Beschwerden auf der Verdrängung von Organen im Brustraum durch den nach oben verschobenen Magen. Sie äussern sich am häufigsten nach den Mahlzeiten da der Magen dann am stärksten gefüllt ist. Vorkommen können Schmerzen im Bereich des Oberbauchs und hinter dem Brustbein sowie Völlegefühl, Aufstossen und Übelkeit. In manchen Fällen treten nach den Mahlzeiten sogar Herzrasen und Beklemmungsgefühl auf der Brust auf. Kommt es zu Oberflächendefekten der Magenschleimhaut im Bereich der Bruchpforte können sogar unbemerkte Blutungen und eine daraus hervorgehende Blutarmut (Anämie) resultieren.

Zum SeitenanfangDiagnose

Ziel ist, die Lage des Magens im Verhältnis zur Speiseröhre darzustellen, sowie eventuelle Einengungen der Speiseröhre und Schleimhautdefekte zu erkennen.

Im Röntgenbild des Brustraumes können sich verschobene Magenanteile durch eine Luftsichel zeigen. Die gleichzeitige Einnahme von Kontrastmittel erleichtert es, den Verlauf und eventuelle Engstellen der Speiseröhre sichtbar zu machen.

Um die innere Wand von Speiseröhre und Magen beurteilen zu können sowie Blutungen zu erkennen, kann eine winzige Kamera mit einer Lichtquelle durch den Mund eingeführt und bis in den Magen vorgeschoben werden.

Zum SeitenanfangTherapie

Die Beschwerden der Refluxkrankheit können medikamentös angegangen werden. Die Tabletten verhindern eine zu starke Magensäurebildung und helfen so, die auf Säure empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre zu schützen. Die Medikamente sollten bis zur vollständigen Ausheilung der Schleimhautdefekte oder vorbeugend sogar über mehrere Jahre eingenommen werden.

Eine paraösophageale Hernie sowie das Vorliegen von eingeklemmten Magenanteilen im Zwerchfell, akuten Blutungen oder ein ungenügender Verschluss der Speiseröhre am Übergang zum Magen sind Gründe für eine Operation. Dabei wird der Magen in den Bauchraum zurückgebracht und die Lücke im Zwerchfell vernäht.

Fundoplicatio bei Zwerchfellbruch

Um einer erneuten Hernie vorzubeugen, können Teile des Magens mit dem Zwerchfell vernäht werden. Die wohl häufigste Technik ist die so genannte Fundoplicatio (Bild), bei der Magenanteile um die Speiseröhre geschlungen werden. Alternativ zur herkömmlichen Operation kann auch laparoskopisch operiert werden. Dabei wird durch einen 5-10 mm grossen Schnitt unter dem Bauchnabel eine Videokamera mit Lichtquelle in die Bauchhöhle eingeführt. Das aufgenommene Bild wird auf einem Monitor im Operationssaal sichtbar. Durch zwei zusätzliche kleine Schnitte in der Leistenregion werden mikrochirurgische Instrumente eingeführt, mit denen dann operiert werden kann. Dieses Verfahren erfordert allerdings grosse operationstechnische Erfahrung vom Chirurgen.

Autor/in:Sibylle Krämer, Ärztin
Editor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Zwerchfellbruch, Zwerchfellhernie, Hiatushernie, axiale Gleithernie, paraösophageale Hernie, Thoraxmagen, Gastroösophagealer Reflux, axiale Hiatushernie, paraösophagealen Hernie, Eingriff an der Speiseröhre, ungenügender Verschluss der Speiseröhre, Reflux, Husten, Erbrechen, akute Blutungen, Operativer Eingriff mit mikrochirurgischen Instrumenten
ICD-10:K44
Zuletzt geändert:18.11.2016Zum Seitenanfang
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