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Tumoren des Magens

Synonyme: Magentumoren, Magenkrebs, Magenkarzinom

Zum SeitenanfangAllgemeines

Übersicht: Magen-Darm-Trakt

Grundsätzlich erfolgt die Unterscheidung in gutartige und bösartige Magentumoren. Gutartige Tumoren sind selten, verursachen kaum Beschwerden und werden oft nur zufällig entdeckt. Einige Formen, wie der so genannte adenomatöse Polyp, können jedoch Vorläufer eines bösartigen Magentumors sein und bedürfen deshalb bei deren Entdeckung einer sorgfältigen Abklärung.

Bösartige Magentumoren, wie beispielsweise das Magenkarzinom, gehören zu den häufigen Tumoren des Magendarmtraktes, wobei Männer deutlich häufiger davon betroffen sind als Frauen.

Am häufigsten tritt der Magenkrebs jenseits des 50. Lebensjahres auf. Verschiedene begünstigende Faktoren werden für das Auftreten von bösartigen Magentumoren diskutiert. An erster Stelle steht eine durch das Bakterium Helicobacter pylori verursachte Magenentzündung, auch B-Gastritis genannt.

Weiter gelten bestimmte Ernährungsgewohnheiten als Risikofaktoren in der Krebsentstehung. Man nimmt an, dass die Aufnahme von geräucherter und gesalzener Nahrung mit hohem Nitratgehalt die Entstehung von krebserregenden Nitrosamiden im Magen fördert. Die aufgenommenen Nitrate werden dabei von Bakterien im Magen zu Nitrosamiden umgewandelt.

Bei einem Verlust der Magensäure, zum Beispiel nach Operationen am Magen oder bei einer Autoimmungastritis, kommt es durch das vermehrte Vorkommen von Bakterien im Magen zu einer vermehrten Nitrosaminbildung. Vitamin C wirkt dieser Umwandlung entgegen, weshalb dem Konsum von viel Obst und Gemüse eine vorbeugende Wirkung zugeschrieben wird.

Magenkarzinom, Magentumor, Magenkrebs

Schliesslich werden auch genetische Faktoren für die Krebsentstehung verantwortlich gemacht. Personen, bei denen ein Familienmitglied an einem Magenkarzinom erkrankt ist, haben ein höheres Risiko, selbst zu erkranken.

Die Prognose eines bösartigen Magentumors hängt stark vom Zeitpunkt seiner Entdeckung ab. Je nachdem wie ausgedehnt und gross der Tumor ist und ob schon Tumorableger (Metastasen) entstanden sind, werden die Tumoren in verschiedene Typen eingeteilt. Zusätzlich zur Grösse und dem Vorhandensein der Metastasen entscheidet auch das Wachstumsmuster des Tumors über die Art und die Methode des therapeutischen Vorgehens.

Zum SeitenanfangSymptome

Die Beschwerden sind bei gutartigen wie bei bösartigen Tumoren meist nur sehr diskret, wobei die gutartigen Tumoren oft ganz ohne Symptome bleiben.

Erste Zeichen eines bösartigen Magentumors können ungewollte Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit und Brechreiz sein. Oft entwickelt sich eine Abneigung gegen bestimmte Speisen, wobei vor allem eine Abneigung gegen Fleisch sehr häufig gesehen wird. Betroffene Menschen klagen zudem oft über ein nicht genau lokalisierbares Druckgefühl im Oberbauch.

Ein Magentumor kann auch Blutungen verursachen, welche sich anhand von kaffeesatzartigem Erbrechen oder durch das Blut schwarz gefärbtem Stuhl äussern.

Besteht eine so genannte Sickerblutung, das heisst kommt es zu einem langsamen, aber anhaltenden Blutverlust, kann es auf Grund der entstehenden Blutarmut zu Müdigkeit, allgemeiner Leistungsschwäche und Schwindelgefühl kommen.

Wenn allerdings über kurze Zeit ein massiver Blutverlust entsteht, kann dies zu einem Blutdruckabfall und im Extremfall zu einem Kreislaufversagen führen.

Zeichen von bereits vorhandenen Metastasen sind je nach befallenem Organ unterschiedlich. Vergrösserte Lymphknoten in der Schlüsselbeingegend sowie eine Lebervergrösserung mit einhergehender Wassereinlagerung in der Bauchhöhle können ebenso auftreten wie Knochenschmerzen bei einem Befall des Skeletts.

Zum SeitenanfangDiagnose

Die ärztliche Untersuchung beginnt mit einer genauen Befragung über Beschwerden, Ernährungsgewohnheiten sowie eventuelles familiär gehäuftes Auftreten der Erkrankung. Zur genauen Diagnose wird dann mit einer durch den Mund eingeführten kleinen Kamera mit Lichtquelle in den Magen geschaut und aus verdächtigen Arealen der Magenschleimhaut kleine Gewebeproben entnommen. Diese Gewebeproben werden nach entsprechender Aufbereitung vom Fachmann unter dem Mikroskop betrachtet.

Zur Beurteilung der betroffenen Magenwandschichten kann mit einer in den Magen eingeführten Ultraschallsonde die Ausdehnung und das Wachstumsmuster des Tumors besser beurteilt werden.

Zum Ausschluss von Metastasen werden zusätzlich noch eine Computertomographie sowie eine Ultraschalluntersuchung des Bauches durchgeführt. Eine zusätzliche Röntgenuntersuchung des Brustraumes stellt eventuell vorhandene Lungenmetastasen dar.

Besteht der Verdacht auf eine leichte Magenblutung, führt man zur Suche einer Blutarmut und von Blutbeimengungen im Stuhl zusätzliche Laboruntersuchungen durch.

Zum SeitenanfangTherapie

Gutartige Tumoren sollten in einem kleinen chirurgischen Eingriff entfernt werden. Dabei werden die dazu benötigten Instrumente durch den Mund und die Speiseröhre in den Magen eingeführt.
Bösartige Tumoren bedürfen je nach Grösse, Art des Wachstums und davon, ob Metastasen vorhanden sind oder nicht, ganz unterschiedlicher Therapien.

Wenn möglich, wird der Tumor vollständig entfernt. Um sicher zu gehen, dass alle Tumorzellen entfernt werden, geschieht dies in den meisten Fällen durch die komplette Entfernung des Magens. Der Magen wird dann durch ein Dünndarmstück, das mit der Speiseröhre vernäht wird, ersetzt. Das neu platzierte Dünndarmstück dient so als Ersatzmagen. Zusätzlich werden alle in der Umgebung liegenden Lymphknoten sowie die Milz entfernt.

Wird ein Magentumor zu einem sehr frühen Zeitpunkt entdeckt und kann er in einer Operation vollständig entfernt werden, ist die Prognose sehr gut. Die Aussichten verschlechtern sich mit zunehmender Grösse und schon vorhandenen Metastasen. Wichtig nach der Operation sind regelmässige Nachkontrollen zur Entdeckung eines allfälligen Zweittumors.

Tumoren, die nicht mehr operiert werden können und den Durchmesser des Magens soweit einengen, dass es zu Beschwerden bei der Nahrungsaufnahme kommt, können mit einem Laser verkleinert und der Durchgang mit Röhrchen aus Kunststoff offen gehalten werden. Ziel dieser Therapie ist es, möglichst lange eine normale Nahrungsaufnahme zu gewährleisten.

Vorbeugende Massnahmen sind eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie die Antibiotikatherapie einer durch Bakterien hervorgerufenen Magenentzündung.

Patienten, bei denen ein Magenkarzinom in der Familie bekannt ist, sollten sich in regelmässigen Abständen ärztlich kontrollieren lassen.

Keywords:Tumoren des Magens, Magenkrebs, Magenkarzinom
ICD-10:C16
Zuletzt geändert:04.11.2016Zum Seitenanfang
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