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Echinokokkuszyste

Synonyme: Echinococcuscyste

Zum SeitenanfangAllgemeines

Als Zyste wird ein mit Flüssigkeit gefüllter Raum bezeichnet, der von innen durch eine Gewebeschicht, Epithel genannt, ausgekleidet wird. Man unterscheidet echte Zysten von so genannten Pseudozysten. Peudozysten unterscheiden sich von echten Zysten durch ihre fehlende Epithelauskleidung im Innern.
Echinokokkuszysten sind Pseudozysten und entstehen auf dem Boden einer Infektion der Leber mit dem Hunde- oder Fuchsbandwurm. Der Hundebandwurm wird in der Fachsprache auch Echinokokkus granulosus genannt, der Fuchsbandwurm Echinokokkus multilocularis.

Hauptwirt des Hundebandwurmes sind, wie der Name schon sagt, Hunde. Der Parasit findet sich in unseren Breitengraden eher selten, wird aber häufig in den Mittelmeerländern, Afrika und Südamerika gefunden

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Die vom Hundebandwurm gebildeten Leberzysten treten einzeln oder selten auch in einer Vielzahl auf und können bis zu 30 cm gross werden.

Hauptwirt des Fuchsbandwurmes sind Rotfüchse, Mäuse, Katzen und Hunde. Dieser Erreger ist bei uns häufiger als der Hundebandwurm und findet sich vor allem im Schweizer Jura, Süddeutschland, der Schwäbischen Alp und im Tirol. Die gebildeten Zysten sind meist klein, treten jedoch in einer Vielzahl auf und breiten sich wie ein Tumor in der ganzen Leber aus.

Zum SeitenanfangSymptome

Kleine Zysten bleiben meist unerkannt und bereiten keine Beschwerden. Bei Grössenzunahme kommt es zu diffusen Schmerzen sowie einem Druckgefühl im Oberbauch. Manchmal kann im Bereich der Leber mit der Hand eine Schwellung ertastet werden.

Zum SeitenanfangKomplikationen

ine gefürchtete Komplikation einer Echinokokkuszyste ist deren Durchbruch in die Bauchhöhle oder anliegende Nachbarorgane. Dadurch erfolgt eine Aussaat des Erreger-haltigen Zysteninhaltes in die Bauchhöhle, den Magen oder das Brustfell. Symptome beim Platzen der Zyste sind plötzliche, starke Bauchschmerzen, Anspannung der Bauchdecke sowie Übelkeit und Erbrechen. Zudem kann es durch die Erregerfreisetzung in den Körper zu einer allergischen Reaktion kommen. Diese reicht von der Ausbildung von juckenden Hautrötungen bis hin zum allergischen Schock.

Der Zysteninhalt kann sich zusätzlich mit anderen Erregern infizieren und zu einer eitrigen Infektion mit Abszessbildung führen. Symptome hierfür sind hohes Fieber und Schüttelfrost. Drückt die Zyste auf die in der Leber gelegenen Gallengänge, kommt es zu einem Gallestau und deshalb zum Auftreten einer Gelbsucht. Diese wird durch eine Gelbverfärbung der Körperhaut und der Augen sichtbar und kann mit einem unangenehmen Juckreiz der Köperhaut einhergehen.

Zum SeitenanfangDiagnose

Meist können die Zysten mit einer Ultraschalluntersuchung des Bauches nachgewiesen werden. Da Echinokokkuszysten wenn immer möglich operativ entfernt werden sollten, erfolgt daraufhin eine genaue Untersuchung ihrer Zahl, Grösse und genauen Platzierung innerhalb der Leber mit einer Computertomographie (CT). Zur Sicherung der Diagnose können anhand einer Blutuntersuchung spezifische Antigene gegen den Erreger nachgewiesen werden.

Zum SeitenanfangTherapie

Wegen möglicher schwerwiegender Komplikationen sollten Echinokokkuszysten immer mit Hilfe einer Operation aus der Leber entfernt werden. In Kombination dazu beginnt man schon vor der Operation mit der Verabreichung eines antiparasitären Medikaments, welches nach vollständiger Entfernung der Zysten für weitere zwei Jahre eingenommen werden sollte. Gelingt die Entfernung der Zysten nicht vollständig, so empfiehlt sich eine lebenslängliche Medikamenteneinnahme.

Wenn mit der Operation die vollständige Entfernung der Zysten gelingt, ohne dass die Krankheitserreger in die Bauchhöhle verstreut werden, ist die Prognose der Erkrankung sehr gut. Wenn die Zysten nicht vollständig entfernt werden können, ist die Prognose allerdings nur dann relativ gut, wenn die antiparasitären Medikamente konsequent eingenommen werden.

Vor allem beim Fuchsbandwurm kann es allerdings zum Auftreten von extrem vielen kleinen Zysten kommen, welche die Leberfunktion massiv beeinträchtigen und zu einer Leberschwäche führen können. Wenn die Möglichkeit besteht und der Eingriff für den Betroffenen zumutbar ist, sollte in diesem Fall eine Lebertransplantation angestrebt werden.

Autor/in:Dr. med. Sibylle Krämer
Editor/in:Dr. med. Urspeter Knecht
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ICD-10:B67.9
Zuletzt geändert:04.11.2016Zum Seitenanfang
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