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Colitis ulcerosa

Synonyme: Kolitis ulzerosa

Zum SeitenanfangAllgemeines

Bei der Colitis ulcerosa handelt es sich um eine chronische Entzündung von Dickdarmabschnitten. Die Krankheit verläuft in den meisten Fällen in immer wiederkehrenden Schüben mit dazwischen liegenden symptomfreien Zeiten, welche nur wenige Wochen, aber unter Umständen auch mehrere Jahre andauern können.


Eher selten kommt es zu einem chronischen Verlauf, bei dem die akute Entzündung und die Beschwerden über einen Zeitraum von mehr als einem halben Jahr anhalten.

Colitis ulcerosa, chronisch entzündliche Darmerkrankung

Die Colitis ulcerosa betrifft nur den Dickdarm, befällt häufig Darmanteile nahe des Anus und breitet sich im Verlauf lückenlos nach oben in Richtung Dünndarm aus.

Die Schädigung der Darmwand durch die Entzündungsvorgänge äussert sich in Oberflächendefekten, so genannten Ulzera, die leicht bluten und sich entzünden können.

Auslösende Faktoren der Krankheit sind bisher nicht bekannt, man nimmt jedoch an, dass sie in der Familie weitervererbt werden kann und auf einer Störung des Abwehrsystems des Körpers beruht.

Defekte an der Darmwand bei Colitis ulcerosa

Dabei kommt es in der Darmwand beim Auftreten eines noch unbekannten Auslösers zu einer unnötig starken Abwehrreaktion und somit zu einer Entzündung, welche die Darmwand schliesslich schädigt und für die Symptome verantwortlich ist.

Diskutiert wird auch der Einfluss von durchgemachten Infekten im Magendarmtrakt. Zudem wurde ein gehäuftes Auftreten bei Personen beobachtet, die unter grossem körperlichem oder psychischem Stress leiden.

Entdeckt wird die Colitis ulcerosa am häufigsten bei jungen Leuten zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.
Nach langjährigem Verlauf ist das Risiko für die Entstehung von Dickdarmkrebs erhöht, wobei das Krebsrisiko nicht nur von der Krankheitsdauer, sondern auch stark vom Ausmass der Erkrankung abhängt.

Zum SeitenanfangSymptome

Leitsymptome der Colitis ulcerosa sind schleimig-blutige Durchfälle zusammen mit krampfartigen Bauchschmerzen. Die Schmerzen finden sich in der Mitte des Unterbauches oder in der Kreuzbeingegend und treten häufig unmittelbar nach dem Stuhlabgang auf. In schweren Fällen treten bis zu 30 Stuhlgänge pro Tag auf, wobei auch Blutabgänge ohne begleiteten Stuhlgang vorkommen können.

In Folge des hohen Nährstoffverlusts über den Darm findet man bei vielen Patienten einen auffälligen Gewichtsverlust. Bei Kindern äussert sich dieses oft in Form von Wachstumsstörungen.

Unter den auftretenden Komplikationen findet sich das Auftreten von starken Blutungen im Bereich des Dickdarms, was zur Ausbildung einer Blutarmut mit Blässe, allgemeiner Leistungsschwäche und Schwindelattacken als Symptome führen kann. Das Blut, das von den Darmbakterien zersetzt wird, färbt den Stuhl dabei typischerweise schwarz. Wenn die Blutung jedoch in der Nähe des Darmausganges erfolgt, werden hellrote Frischblutauflagerungen auf dem Stuhl gefunden.

Auf Grund der durch die Entzündung hervorgerufenen Wandschwäche und sich ansammelnden Gasen kann es zu einer massiven Überblähung der Darmwand kommen. Im schlimmsten Fall führt dies zu einem Durchbruch der Darmwand mit Übertritt von Darmbakterien in die Bauchhöhle und einer sich daraus entwickelnden lebensbedrohlichen Infektion der Bauchorgane.

Diese lebensgefährliche Komplikation, welche sich durch stärkste Bauchschmerzen, Blähungen und hohes Fieber mit Schüttelfrost bemerkbar macht, muss sofort chirurgisch behandelt werden.

Zum SeitenanfangDiagnose

Ziel der Untersuchungen ist es, den Verdacht einer Colitis ulcerosa zu bestätigen und alle befallenen Darmabschnitte sowie bereits bestehende Komplikationen zu erkennen. Hierzu dient als erstes die genaue Befragung über die Art, den Zeitpunkt des Auftretens und die Dauer der Beschwerden, gefolgt von einer gründlichen körperlichen Untersuchung.

Verschiedene bildgebende Verfahren helfen dabei, die betroffenen Dickdarmabschnitte zu finden und so das Ausmass der Krankheit zu bestimmen. Mit Hilfe eines Röntgenbildes und gleichzeitigem Kontrastmitteleinlauf kann der gesamte Dickdarm dargestellt und vorhandene Defekte der Darmwand festgestellt werden.

Die zusätzliche Darmspiegelung ermöglicht durch eine durch den After eingeführte kleine Kamera mit Lichtquelle die direkte Sicht auf die Darmschleimhaut. Gleichzeitig können aus der Darmwand kleine Gewebeproben entnommen werden, welche nach einer entsprechenden Aufbereitung unter einem Mikroskop untersucht werden können. Schliesslich kann zur Sicherung der Befunde auch ein Ultraschall des Bauchraums durchgeführt werden.

Weiterhelfen können zudem allgemeine Blutuntersuchungen und die Analyse von Stuhlproben zur Suche von Bakterien oder allfälligen anderen Erregern, die als Auslöser von Durchfällen in Frage kommen.

Zum SeitenanfangTherapie

Ganz allgemein sollte in den beschwerdefreien Zeiten darauf geachtet werden, dass eine eiweiss- und kalorienreiche, jedoch leicht verdauliche, zuckerfreie Kost eingenommen wird. Dem Verzicht auf Nikotin wird ebenfalls eine günstige Auswirkung zugeschrieben.

Beim Auftreten von Mangelerscheinungen muss ein Ersatz von Vitaminen, Eisen und Spurenelementen eingeleitet werden, im akuten schweren Schub kann vorübergehend auch auf eine künstliche Ernährung übergegangen werden.

Im aktiven Stadium der Krankheit erfolgt die Verabreichung von entzündungshemmenden Medikamenten in Form von Zäpfchen, rektalen Einläufen oder in Tablettenform. Zusätzlich ist der Einsatz von Medikamenten gegen Durchfall möglich.

Bei schwereren Verlaufsformen werden zudem so genannte Steroide, das heisst entzündungshemmende Medikamente, welche das Immunsystem etwas bremsen, eingesetzt.

Beim Auftreten von schwerwiegenden Komplikationen sollte eine Operation mit der Entfernung des gesamten Dickdarmes in Erwägung gezogen werden. Da sich die Krankheit auf den Dickdarm beschränkt, kann so grundsätzlich eine Heilung erzielt werden. Weil bei dieser Operation häufig auch grosse Teile des Mastdarmes mit entfernt werden müssen, besteht die Gefahr einer späteren Stuhlinkontinenz, weshalb der Eingriff nur bei schweren Fällen durchgeführt werden sollte.

Dringen Bakterien in die krankhaft veränderte Darmwand ein, kann es in den betroffenen Abschnitten zu einer Darmlähmung, einem so genannten toxischen Megakolon, kommen. In diesem Fall muss das befallene Darmstück operativ entfernt und vorübergehend ein künstlicher Darmausgang (Anus praeter) angelegt werden.

Autor/in:Dr. med. Sibylle Krämer, Ärztin
Editor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Colitis ulcerosa, Kolitis ulzerosa, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Darmerkrankungen, Dickdarmkrebs
ICD-10:K51
Zuletzt geändert:04.11.2016Zum Seitenanfang
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