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Blasentumor, Blasenkrebs

Synonyme: Blasenkarzinom, Karzinom der Blase

Zum SeitenanfangAllgemeines

Lage der Harnblase

Es gibt gutartige und bösartige Blasentumoren. Beide entstehen vor allem im höheren Lebensalter, vor allem nach dem 60. Lebensjahr, und betreffen überwiegend Männer. Die gutartigen Blasentumoren verursachen ähnliche Symptome wie die bösartigen. Wird ein gutartiger Blasentumor innerhalb einer Operation aber komplett entfernt, sind die betroffenen Personen vollständig geheilt. Sie müssen sich keiner weiteren Behandlung unterziehen.

Ein bösartiger Blasentumor, das so genannte Blasenkarzinom, wächst zerstörerisch in seine Umgebung hinein und kann Tochtertumoren, so genannte Metastasen, in anderen Organen bilden. In diesem Fall ist die Behandlung mit der Entfernung des Tumors noch nicht abgeschlossen.

Wissenswertes über die Harnblase

Nieren, Harnleiter, Harnblase

Die Harnblase ist ein mit Muskulatur ausgekleidetes Organ, welches innen hohl ist und je nach Füllung seine Form verändern kann. Sie speichert den Harn bis zur Harnentleerung. Das normale Fassungsvermögen, das zunehmenden Harndrang auslöst, beträgt 200-500 ml. Bei der Harnblasenentleerung wird die Muskulatur der Harnblase angespannt. Dadurch werden die Öffnungen zu den beiden Harnleitern verschlossen, damit der Urin nicht zurück in die Nieren fliessen kann. Ausserdem wird auf den Blaseninhalt Druck ausgeübt und der Übergang zur Harnröhre geöffnet. Durch die Harnröhre fliesst der Urin nach aussen.

Die Tätigkeit der Blasenmuskulatur wird durch das Nervensystem gesteuert. Nur ein korrektes Zusammenspiel aller beteiligten Nerven und Muskeln ermöglicht eine gute Speicher- und Entleerungsfunktion der Harnblase. Nervenschäden oder Nervenverletzungen stören dieses Zusammenspiel. Ursachen für eine solche Schädigung können z.B. eine Querschnittslähmung durch Unfall sein, eine fortgeschrittene Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) oder auch Operationen, bei denen Nerven verletzt wurden.

Blasenkarzinom

Beim Blasenkarzinom handelt es sich um einen bösartigen Tumor, der in der Harnblase entsteht. Meist entsteht er im so genannten Blasenfundus. Das ist der Bereich nahe an der Mündung der Harnröhre. 90% der Harnblasentumoren werden von bestimmten Zellen gebildet, den so genannten Übergangsepithel-Zellen oder auch Urothel genannt. Diese Zellen kleiden die Harnblase von innen aus, und bilden so gewissermassen die Innenhaut der Blase. Männer sind mit 75% aller Erkrankten häufiger betroffen als die Frauen. Beim Blasenkarzinom gilt es als erwiesen, dass Arbeiter in der Textil-, Leder-, Farb- und Gummi-Industrie besonders gefährdet sind. Männer oder Frauen, die in diesem Bereich arbeiten, scheiden mit ihrem Urin erhöhte Konzentrationen an bestimmten Substanzen aus, welche man als aromatische Amine bezeichnet. Wenn diese Stoffe nun über viele Jahre hinweg über die Blase ausgeschieden werden, führt das zu einem ständigen Reiz der Blasenwand. Hier kann dann ein bösartiger Tumor entstehen. Auch das Rauchen wird als ein Faktor angesehen, welcher die Entstehung eines bösartigen Blasentumors begünstigt.

Zum SeitenanfangSymptome

Die Erkrankung beginnt schleichend ohne Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens.

Blasenkarzinom, Blasenkrebs, Blasentumor, bösartiger Blasenkrebs

Als Hauptsymptom gilt das Vorhandensein von Blut im Urin. In manchen Fällen bemerkt der Patient beim Wasserlassen einen sichtbar rötlich verfärbten Urin. Dies ist dann der Fall, wenn der Tumor ein Gefäss beschädigt hat, worauf eine Blutung in der Harnblase entsteht. Blut im Urin kommt jedoch sehr viel häufiger bei einfachen Blasenentzündungen oder Nierenentzündungen vor, meist dann aber in Begleitung von anderen Entzündungszeichen wie Fieber und/oder Schüttelfrost. Dies heisst, dass beim Auftreten von Blut im Urin auf gar keinen Fall direkt davon ausgegangen werden darf, dass ein Blasenkrebs vorliegt. Auf jeden Fall empfiehlt es sich jedoch, sich von einem Arzt abklären zu lassen, wenn man Blut im Urin bemerkt, da es sich in der Regel um eine Krankheit handelt, welche behandelt werden muss.

Manchmal kann der Betroffene nur kleine Mengen Urin ausscheiden, weil der Tumor einen grossen Teil des Blaseninhalts einnimmt und die Blase nicht mehr so viel Urin speichern kann. Auch Schmerzen im Lendenbereich treten möglicherweise begleitend auf.

Zum SeitenanfangDiagnose

Wenn Verdacht auf ein Blasentumor besteht, wird als erstes der Unterbauch und der Urin des Betroffenen untersucht. Die mikroskopische Untersuchung des Urins zeigt mitunter Blutzellen und manchmal auch Tumorzellen. Anschliessend erfolgt eine Blasenspiegelung, bei der ein dünner Metallstab mit einer kleinen Kamera an der Spitze in die Blase vorgeschoben wird. Der Tumor zeigt sich im Kamerabild als rundliches Gebilde, welches in die Blase hineinwächst. Auf diesem Wege können ebenfalls Gewebeproben entnommen werden, welche später unter dem Mikroskop untersucht werden. Unterstützend werden eine Ultraschalluntersuchung und eine Computertomographie (CT) in diesem Bereich durchgeführt, womit der Tumor ebenfalls gesehen werden kann. Die Computertomographie lässt zusätzlich erkennen, ob der Krebs sich schon auf Nachbarorgane ausgebreitet hat.

Zum SeitenanfangTherapie

Die Wahl der geeigneten Therapie erfolgt gemäss dem Stadium des Tumors. Ist der Tumor klein und noch in einem frühen Stadium, wird er durch eine kleine Operation entfernt. Meist erfolgt dieser Eingriff über die Harnröhre mit einem so genannten Endoskop. Hierbei wird ein dünnes, starres Metallrohr, welches bereits weiter oben im Abschnitt der Diagnose beschrieben wurde, in die Harnröhre eingeführt und bis in die Harnblase vorgeschoben. Durch dieses Rohr lassen sich zusätzliche Operationsinstrumente einführen, mit denen ein kleiner Tumor entfernt werden kann.

Ist der Tumor grösser, oder ist er schon in weite Teile der Harnblase eingewachsen, muss die gesamte Harnblase entfernt werden. Da eine Harnblase jedoch für die Funktion der ableitenden Harnwege ein wichtiges Organ ist, muss nach dieser Operation ein Harnblasenersatz hergestellt werden. Meist wird die Ersatzblase aus einem Stück Dünndarm gebildet, wobei die Harnableitung über eine Öffnung an der Bauchdecke erfolgt, wo der Urin in einem Beutel aufgefangen wird. Die Harnleiter, welche den in den Nieren gebildeten Harn in die Harnblase ableiten, werden mit diesem Dünndarmabschnitt verbunden.
Als Zusatztherapie wird eine begleitende Chemotherapie und/oder Strahlentherapie eingesetzt.

Letztendlich erfolgt die Wahl der Therapie ganz individuell von Fall zu Fall. Massgeblich ist hierbei die Art des Tumors, das heisst von welchen Zellen er gebildet wird, seine Lage und die Tatsache, wie weit er schon fortgeschritten ist.

Autor/in:Jutta Manke, Ärztin
Editor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Blasentumoren, Blasentumor, Blasenkrebs, Blasenkarzinom, Harnblasentumoren, Harnblasenkrebs, Harnblase, Blase, Krebs
ICD-10:C67
Zuletzt geändert:23.11.2016Zum Seitenanfang
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