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Zahnerkrankungen im Fokus und Tipps für gesunde Zähne

Sind Zahnschmelz, Zahnhartsubstanz, Zahnbein oder der Halteapparat der Zähne verletzt, ist die Rede von Zahnerkrankungen. Neben teilweise starken Schmerzen können unbehandelte Probleme weitere Beschwerden im gesamten Körper auslösen und bis zur Herzklappenentzündung reichen. Deshalb ist es elementar Zahnerkrankungen ernst zu nehmen und möglichst früh etwas dagegen zu unternehmen. Dieser Ratgeber macht auf einige der typischen Krankheiten aufmerksam und weist auf wirkungsvolle Prophylaxe-Maßnahmen hin.

Zum SeitenanfangKaries: Angriff auf die Zahnhartsubstanz

Besonders weit verbreitet, sind Verletzungen der Zahnhartsubstanz, welche von Karies verursacht werden. Ein übermäßiger Zuckerkonsum und mangelnde Zahnpflege sind oft die Ursache. Bereits nach 24 Stunden, währenddessen die Zähne nicht gereinigt werden, entsteht ein Zahnbelag. Dieser komplexe Biofilm dient Bakterien als idealer Lebensraum. Sie vermehren sich rasend schnell und der über die Nahrung aufgenommene Zucker wird von ihnen in Säuren umgewandelt. Diesen Säuren kann der Zahnschmelz zwar einige Zeit standhalten, doch das Material ist säurelöslich und somit nicht unbegrenzt robust. Das Ergebnis ist Karies. Die Zahnhartsubstanz wird von Bakterien immer weiter zerstört. Dies kann den Zahnverlust zur Folge haben. Wird Karies rechtzeitig erkannt, lässt sich der erkrankte Bereich am Zahn behandeln und die entstandenen Löcher in der Zahnsubstanz ausgleichen. Mit sorgfältiger Mundhygiene sowie einer zuckerarmen Ernährung wird Karies vorgebeugt.

Die Gesundheitsrisiken durch entzündliche Zahnerkrankungen werden von vielen völlig unterschätzt. Dabei kann eine Zahnentzündung bis zur Entzündung der Herzklappen führen und dem Organismus massiv schaden. Nachfolgend drei typische entzündliche Erkrankungen:

  • Parodontitis: Hierbei handelt es sich um Entzündungen des Zahnbettes. Auch bei der umgangssprachlich als Parodontose bezeichneten entzündlichen Erkrankung sind Bakterien verantwortlich. Durch Plaque, also Zahnbelag, vermehren sich Bakterien ungehindert. Sie greifen den Zahnhalteapparat an und lösen einen Zahnfleischschwund aus. Der ist für die Zahngesundheit extrem ungünstig, schließlich ist das Zahnfleisch unverzichtbar für Schutz und Stabilität der Zähne. Hält die Parodontitis über einen längeren Zeitraum an, greift die Entzündung auf die Kieferknochen, das Zement und die Wurzelhaut über. Fehlt der wesentliche Schutz durch Zahnfleisch, haben Mikroorganismen leichtes Spiel, sie können ungehindert in tieferliegende Zonen durchdringen und die Entzündung verschlimmern. Neben mangelhafter Mundhygiene tragen Rauchen, Karies, Zähneknirschen, schlechte Ernährung und einige weitere Faktoren zur Parodontitis bei.
  • Zahnfleischentzündung: Das erste Anzeichen für eine Zahnfleischentzündung ist meist Zahnfleischbluten. Auch berührungsempfindliches oder gerötetes Zahnfleisch sowie Schmerzen an Zähnen deuten auf eine Entzündung hin. Die Folgen einer derartigen Entzündung können Mundgeruch, leichtes Fieber und geschwollene Lymphknoten sein. Wird die Entzündung nicht behandelt, kann sie zu Parodontitis führen.
  • Gingivitis: Auch hier handelt es sich um eine Zahnfleischentzündung, mit dem Unterschied, dass diese oberflächlich auftritt und den Zahnfleischsaum betrifft. Das Zahnfleisch wird rot, schwillt an und kann bluten. Auf Druck reagiert die betroffene Stelle empfindlich. Schmerzen sind in diesem Anfangsstadium der Entzündung eher selten. Tieferliegende Strukturen sind nicht betroffen. Gingivitis kann aber akut oder chronisch auftreten. Bei der akuten Form ist das Zahnfleisch akut entzündet. Auslöser ist wieder Plaque, wobei die Entzündung stattdessen auch hormonell, mechanisch oder toxisch bedingt sein kann. Die chronische Form führt nicht selten zur Parodontitis oder verschlimmert diese bei gleichzeitigem Bestehen der Beschwerden.

Eine weitere Zahnerkrankung stellen Kieferzysten dar. Wie diese entstehen und welche Symptome zu erwarten sind, wurde hier in unserem separaten Ratgeber erklärt. 

Konsequent vorbeugen und absichern

Kranke Zähne können Auslöser für zahlreiche gesundheitliche Probleme sein, denn der Mundraum steht in direkter Verbindung mit dem Organismus und hat großen Einfluss auf Organe und sonstige Körperzonen. Das Spektrum der Folgen reicht von Herzerkrankungen über Frühgeburten bis hin zu Rheuma, Migräne oder Multiple Sklerose. Gleiches gilt für Diabetes und Kreislaufbeschwerden. Um dem vorzubeugen, sollte zum einen das zweimalige Zähneputzen pro Tag selbstverständlich sein. Hochwertige Zahnpasten und die zusätzliche Verwendung von Zahnseide und Interdentalbürsten zum Reinigen der Zahnzwischenräume helfen effektiv gegen Plaque. Allerdings nur, wenn sie täglich zum Einsatz kommen. Im Ratgeber zur Zahnpflege, der in Kooperation mit der Bundeszahnärztekammer erstellt wurde, werden die verschiedenen Einflussgrößen zum dauerhaften Erhalt der Zahngesundheit erläutert. 

Zum anderen ist die Prophylaxe entscheidend im Kampf gegen Erkrankungen von Zähnen und Zahnhalteapparat. Nicht nur die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung für die rechtzeitige Erkennung von ersten Symptomen durch den Zahnarzt ist wichtig. Auch die professionelle Zahnreinigung, durchgeführt von Zahnärzten oder Prophylaxe- sowie Dentalhygiene-Experten, schützt effizient.

Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnprophylaxe

Diese vorbeugende Maßnahme kann über eine Stunde dauern und mehr als 100 Euro kosten. Gesetzlich Versicherte müssen diese Ausgaben aus eigener Tasche zahlen. Besitzer einer Zahnzusatzversicherung sollten ihren Tarif genauestens prüfen. Viele Versicherer übernehmen die Kosten für die professionelle Zahnreinigung. Eine derartige Zusatzabsicherung ist generell empfehlenswert, weil sich die finanzielle Belastung durch Zahnbehandlungen merkbar eindämmen lässt.

Besonders für alle, die bereits heute unter Zahnproblemen leiden und die Notwendigkeit von Zahnersatz absehbar ist, wäre der Abschluss lohnenswert. Die Zuzahlungen der gesetzlichen Kassen halten sich beim Zahnersatz stark in Grenzen. Schnell kommen vierstellige Beträge zusammen, die privat zu zahlen sind. Beim Onlineportal zu privaten Krankenzusatzsicherungen können Patienten eine kostenlose Vergleichsanfrage zu aktuellen Zahnzusatzversicherungen stellen, um die beste Police zu finden. Tipp: Eintrittsalter und Vorerkrankungen beeinflussen die Versicherungsbeiträge. Daher ist es ratsam nicht bis zum Äußersten mit dem Abschluss zu warten. Je früher der Versicherungsschutz vorliegt, desto preiswerter gestaltet sich dieser. Beim Vergleich von Tarifen sollte aber nicht nur der Preis ausschlaggebend sei. Viel wichtiger ist der Leistungskatalog. Die Unterschiede sind teilweise markant, weshalb nur ein kritischer Blick auf das Leistungsspektrum Klarheit bringt. Im Idealfall sind Zahnersatz-Leistungen in ausreichender Höhe gegeben sowie umfangreiche Prophylaxe-Maßnahmen abgesichert. Bei der professionellen Zahnreinigung sollte die Übernahme vom Entfernen von Plaque über die Pulverstrahlreinigung bis hin zum Polieren und Fluoridieren reichen.

                                                                                                  

 Fotos: ales_kartal (Zahnbehandlung), renatalferro (Macromodelo), stevepb (Zahnbürste) –> pixabay.com

Autor/in:Anna Heiniger
Keywords:Parodontitis, Zahnfleischentzündung, Gingivitis, kranke Zähne, Kieferzysten
Zuletzt geändert:17.04.2017Zum Seitenanfang
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