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Unfall im Urlaubsland - keine einheitliche Regelung in der Europäischen Union

Pixabay © PublicDomainPictures (CC0 Public Domain 1.0)
Unfall im Urlaubsland

Die Sommerferien haben begonnen und die meisten Familien zieht es in den Urlaub. Allein 2014 fuhren 18.48 Millionen Menschen mit dem Auto ins Ausland. Da bleiben Unfälle nicht aus. Doch innerhalb der Europäischen Union gibt es die unterschiedlichsten Regelungen. Obgleich einige Dinge grenzübergreifend organisiert sind, ist die Vernetzung im Verkehrsrecht noch nicht so weit fortschritten, dass in jedem Land auch die gleichen Vorschriften gelten. Während etwa in Italien ab dem 15. Mai Winterreifen verboten sind, herrscht in anderen Ländern während des Tages eine Lichtpflicht. Auch bei Unfällen sind einige Dinge über die deutschen Grenzen hinaus zu beachten, welche im Folgenden Erwähnung finden. So birgt eine Fahrt mit dem Auto in den Urlaub einige Risiken und bedarf einer guten Organisation vor Reiseantritt, aber es ist im Umkehrschluss erheblich günstiger als eine Flugreise und die Passagiere sind flexibler. Wichtig ist jedoch, einige Dinge vor der Abreise und im Urlaubsland, besonders bei einem Schadensfall, zu berücksichtigen.

Zum Seitenanfang1. Vor Urlaubsantritt - Die Auslandskrankenversicherung

Bereits bevor es in den Urlaub geht, ist mit der Krankenkasse die Versicherung im Ausland abzusprechen. Während manche Policen einen Auslandsschutz beinhalten, muss bei anderen dies zunächst beantragt werden. Hierfür bietet es sich an, bei der Versicherung nachzufragen. Besonders seit der Anhebung der Zusatzbeiträge haben manche Kassen diese Leistung mit inbegriffen. Dies bekräftigt auch die Ärztezeitung, die sich auf die Aussage von Roland Engehausen von der IKK Südwest beruft. Schließlich argumentiert dieser mit jenen Extraleistungen, die der Zusatzbeitrag beinhaltet und bezieht sich damit unter anderem auf einen kostenfreien Versicherungsschutz im Ausland. Krankenkassen.net geht näher auf diese Erhöhung ein und zeigt auf, wie hoch der Zusatzbeitrag seit dem ersten Januar bei den entsprechenden Kassen ausfällt, denn diese ergänzenden Gebühren liegen im Ermessen der Kasse. Für Familienversicherte, etwa Ehepartner oder Kinder, fällt der Beitrag hingegen nicht an. Wichtig ist außerdem, dass die Gebühr direkt vom Bruttogehalt abgezogen wird. Bei den meisten Kassen liegt der Zusatz im Durchschnitt bei 0,77 Prozent. Allerdings beinhaltet das in vielen Fällen das besagte größere Leistungsspektrum. Vor dem Urlaub ist also anzufragen, ob mit der Erhöhung auch ein Auslandsschutz automatisch besteht oder nicht.

Zum Seitenanfang2. Der Europäische Unfallbericht und die grüne Versicherungskarte

Insgesamt waren allein 2013 rund 27.000 Deutsche in einen Unfall verwickelt, der im Ausland stattfand. Dieses Dokument (PDF) hilft dabei, den Schaden sowie dessen Hergang festzuhalten, um dies schließlich bei der Versicherung im Heimatland eindeutig nachweisen zu können. In der Regel ist der Bericht in mehreren europäischen Sprachen verfügbar, sodass es sich empfiehlt, diesen ebenfalls in der Sprache des Urlaubslandes mit sich zu führen. Auch die Internationale Versicherungskarte für Kraftverkehr, im Sprachgebraucht "grüne Karte" genannt, hilft bei einem Unfall. Zwar ist diese Karte inzwischen nicht mehr verpflichten, dennoch ist es nützlich, diese mit sich zu führen, denn sie gilt weiterhin als Bescheinigung der Versicherung und beinhaltet zusätzlich alle notwendigen Kontaktdaten zu den Behörden und Regulierungsbüros, die sich im Ausland befinden und diese Schäden bearbeiten. Wie beim Auslandskrankenschein bietet es sich jedoch auch hier an, zunächst bei der Versicherung nachzufragen, inwieweit der Schutz besteht und welche zusätzlichen Dokumente auszufüllen oder mitzuführen sind.

Zum Seitenanfang3. Regulierung des Schadens

Was früher im Urlaubsland selbst abgewickelt werden musste, die Schadenregulierung, ist mittlerweile auch von Deutschland aus möglich. Hierfür muss nach dem Aufenthalt lediglich die in Deutschland ansässige Versicherungsvertretung des anderen Unfallbeteiligten kontaktiert werden. Auf diese Weise ist es möglich, Schadensersatzansprüche auch nach Beendigung der Reise geltend zu machen, sodass der eigentliche Urlaub davon nicht mehr tangiert wird. Diese Zweigstellen sind telefonisch sowohl aus dem In- als auch dem Ausland erreichbar. Wichtig sind für die Abwicklung das Kennzeichen des Unfallgegners sowie eine Information für die eigene Versicherung. Das ist obligatorisch, auch wenn derjenige gar nicht der Verursacher des Unfalls ist.

Zum Seitenanfang4. Unfall-Checkliste: Auch im Urlaub kontrolliert reagieren

Hier gilt es zunächst, den Unfallort weiträumig abzusichern. Liegen Verletzungen vor, so sind diese in Form von erster Hilfe zu behandeln, bevor der Notruf schließlich abzusetzen ist. Auch die Polizei ist zu informieren, allerdings gilt es hier die jeweiligen Regeln bezüglich eines Bagatellunfalls zu berücksichtigen. Sind jene grundlegenden Dinge geregelt, ist es sinnvoll, die Unfallstelle in Form von Fotos sowie durch den europäischen Unfallbericht zu dokumentieren. Dies sollte gemeinsam mit dem Gegner geschehen, um Unstimmigkeiten unmittelbar klären zu können. Liegen Verletzungen vor, die allerdings keinen Rettungsdienst benötigen, so ist dennoch ein Arzt aufzusuchen, um gegebenenfalls Schmerzensgeld einfordern zu können. Auch die Fahrzeug- und Krankenversicherungen sind im Falle eines Unfalls zu informieren.

Zum Seitenanfang5. Achtung: Andere Länder andere Regeln

Sobald Autofahrer die Grenzen der Bundesrepublik verlassen, setzen sie sich anderen Verkehrsregeln aus. Diese sind nicht übergreifend unterschiedlich, allerdings gibt es durchaus Auslegungen, die in dieser Form in Deutschland nicht existieren. So drohen etwa Geldbußen, wenn Unfallbeteiligte in Österreich die Polizei rufen, obwohl keine Verletzten zu beklagen sind und der Unfall auch ohne deren Anwesenheit geregelt werden könnte. In der Schweiz kann eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit durchaus mit einem Gang in ein Gefängnis enden und in Kroatien sind schlicht alle Unfälle der örtlichen Polizei zu melden, sobald ein sichtbarer Schaden dadurch entstanden ist. Ferner gibt es weitere Regeln, die im Ausland zu beachten sind. Diese beziehen sich etwa auf den Genuss von alkoholischen Getränken. Rauchverbot ist ebenfalls zu nennen, denn dies gilt in Griechenland und eine Zuwiderhandlung steht unter Strafe. Darüber hinaus wird den Verkehrsteilnehmern nahegelegt, etwaige Strafen unmittelbar zu begleichen, denn im schlimmsten Fall kann eine Beschlagnahmung des Fahrzeugs, der Ausweispapiere oder sogar die Verhaftung des Fahrers erfolgen. Vor Antritt einer Urlaubsreise ist es also ratsam, sich über die abweichenden Regeln zu informieren, um sich während des Aufenthalts keine Fehltritte zu erlauben.

Autor/in:Anna Heiniger
Keywords:Unfall, Unfall im Urlaub, Unfall im Urlaubsland, europäischer Unfallbericht, Versicherungskarte, Regullierung des Schadens, Unfall-Checkliste,
Zuletzt geändert:25.03.2016Zum Seitenanfang
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