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Stress auf der Arbeit: Welche gesundheitlichen Folgen gibt es?

Stress scheint die neue Volkskrankheit in Deutschland zu sein. Sie macht der aktuellen Nummer eins, den Rückenschmerzen, kräftig Konkurrenz. Sechzig Prozent der Deutschen halten ihren Arbeitstag für stressig; jeder Fünfte wird von Dauerstress geplagt. Nur wenige kennen die gesundheitlichen Probleme, die Stress verursacht.

Entspann dich, Deutschland ist der Titel der Stressstudie, den die Techniker Krankenkasse im Jahr 2016 in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa zum dritten Mal veröffentlicht hat. Hinter der gut gemeinten Überschrift steckt kein Ratschlag, sondern eher ein Versuch, Aufmerksamkeit auf ein wichtiges Thema zu lenken.

Seit die Studie das letzte Mal im Jahr 2013 durchgeführt wurde, gab es keine Verbesserungen. Die Anzahl der häufig gestressten Personen stieg von 20 auf 23 Prozent und immer weniger Personen sind selten gestresst (2016: 26 Prozent; 2013: 29 Prozent).

Zum SeitenanfangStress: Das Phänomen der mittleren Lebensjahre

Stress vermeiden – das ist leichter gesagt als getan. In praktisch jedem Job gibt es regelmäßig stressige Situationen, zum Beispiel, wenn unerwartet viele Aufträge eingehen oder saisonale Hochphasen anstehen. Während diese besonderen Ereignisse zeitlich begrenzt sind, gibt es Firmen, in denen immer unter extremen Stresssituationen gearbeitet wird – und dort gelangt jeder früher oder später an die Grenzen seiner Belastbarkeit.

Laut der genannten Studie sind insbesondere Personen im mittleren Alter (30 bis 39 Jahre) betroffen. Kein Wunder: Sie sind Eltern und müssen zusätzlich zum Arbeitsstress ihren Familienalltag bewältigen.

Doch auch ältere Menschen leiden unter Stress, auch wenn er sich auf eine andere Art bemerkbar macht. Ab 50 plagt Menschen die Angst, nicht mehr mit der jungen Generation mithalten zu können. Es kommen Existenzfragen auf: Was geschieht, wenn mich der Chef entlässt und ich keine Arbeit mehr finde? Wie gehe ich in Rente? Wie zahle ich den Kredit für meine Immobilie?

Zum SeitenanfangStress frühzeitig erkennen

Stress im Arbeitsalltag ist aus dem Grund problematisch, weil er sich auf den verschiedenen Wegen äußert – häufig wird er erst spät bemerkt oder von Betroffenen lange Zeit ignoriert; dann sind bereits physische oder psychische Schäden vorhanden.

Nachfolgend einige Dinge, die zu Stress am Arbeitsplatz führen:

  • schlechte Arbeitszeiten; unbezahlte Überstunden
  • Informationsflut, die nicht abzuarbeiten ist
  • unberechtigte Kritik; keine Anerkennung
  • unangemessene Entlohnung
  • Angst vor Konkurrenz/Arbeitsplatzverlust
  • keine Chancen zum betrieblichen Aufstieg
  • wenige Pausen und hohes Arbeitstempo
  • Probleme mit Kollegen oder Chef

Wenn Sie diese Probleme bemerken, sollten Sie analysieren, ob sie Ihre Leistung oder die Prozesse im Betrieb negativ beeinflussen. Achten Sie auf folgende Hinweise:

  • Sie schaffen die Arbeit nicht mehr und der Berg auf Ihrem Schreibtisch wird von Tag zu Tag größer.
  • Sie stehen morgens schläfrig auf und würden am liebsten einen Tag Urlaub nehmen.
  • Sie sind ständig gereizt und lassen sich leicht provozieren.
  • Sie können sich nicht erinnern, wann Sie sich zuletzt über einen beruflichen Erfolg gefreut haben.
  • Sie sind überdurchschnittlich häufig krank.

Sobald Sie von diesen Anzeichen betroffen sind, stresst Sie Ihr Arbeitsplatz und Sie müssen handeln!

Zum SeitenanfangAuch im Beruf gibt es Grenzen

Bevor es zu einer psychischen oder physischen Schädigung durch eine übersteigerte Arbeitsbelastung kommt, müssen Sie sich für Ihr Recht einsetzen. Glücklicherweise steht Arbeitnehmern ein Helfer zur Seite, das Arbeitsrecht. Hier wird klar definiert, welche Dinge niemand über sich ergehen lassen muss, zum Beispiel Mobbing, unbezahlte Arbeitsstunden oder zweifelhafte Abmahnungen, mit denen der Chef droht.

Da das Arbeitsrecht durchaus kompliziert und jeder Fall verschieden ist, sollten Sie einen erfahrenen Anwalt für Arbeitsrecht kontaktieren und Ihren individuellen Fall schildern. Neben Informationen rund ums Arbeitsrecht hilft er Ihnen auch bei einem Gespräch mit der Gewerkschaft oder dem Betriebsrat und sorgt dafür, dass Sie Ihre Rechte durchsetzen können.

Zum SeitenanfangStress effektiv bewältigen

Auch wenn schlechte Prozesse in einem Unternehmen Sie belasten, sollten Sie nicht vergessen, mit simplen Maßnahmen jede ungemütliche Situation zu überwinden.

  • Seien Sie sportlich aktiv; fahren Sie bei Gelegenheit mit dem Fahrrad zur Arbeit oder steigen Sie eine Haltestelle früher aus dem Bus aus, um die restliche Strecke zum Büro zu gehen.
  • Suchen Sie sich ein Hobby, welches nichts mit Ihrem Beruf zu tun hat und sie entspannt; teilen Sie das Hobby mit Freunden, dem Partner oder Ihren Kindern.
  • Schlafen Sie ausreichend und gesund; eliminieren Sie Faktoren, die Ihren Schlaf behindern (Mails/Anrufe vom Chef nach der regulären Arbeitszeit).
  • Gönnen Sie sich des Öfteren eine Massage, besuchen Sie ein Spa und lassen Sie sich von Kopf bis Fuß verwöhnen.
  • Arbeiten Sie an Ihrer persönlichen Einstellung und nehmen Sie diese in Ihre Hand; wenn Sie mit Ihrem Job wirklich unzufrieden sind, ist es vielleicht Zeit für eine berufliche Neuorientierung.

Nicht vergessen: Arbeiten Sie auch an stressigen Situationen in Ihrem Betrieb. Vereinfachen Sie Betriebsprozesse, organisieren Sie Ihren Alltag besser und suchen Sie das Gespräch mit Kollegen und Chefs, damit alle von einem gesünderen Arbeitsklima profitieren.

Autor/in:Anna Heiniger
Keywords:Gesundheitliche Folgen von Stress, Stress auf der Arbeit, Überlastung, die Grenzen von beruflicher Belastung
Zuletzt geändert:02.02.2017Zum Seitenanfang
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