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Rückenschmerzen: Nur Alltagsfehler oder ernsthafte Erkrankung?

Rückenschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Oftmals resultieren die Beschwerden aus Stress, körperlichen Anstrengungen und wenig Bewegung. Diese Auslöser lassen sich relativ einfach beheben. Wenn allerdings keine derartigen Ursachen auffindbar sind, sollten Betroffene einen Facharzt konsultieren. Durch eine ausführliche körperliche Untersuchung können ernsthafte Rückenerkrankungen wie Morbus Bechterew rechtzeitig entdeckt und behandelt werden.

Zum SeitenanfangStiftung Bertelsmann: Studie zum Thema Rückenschmerzen

Der „Faktencheck Rücken“, eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung, zeigt: Bei Rückenschmerzen wünschen sich viele Deutsche so schnell wie möglich ein bildgebendes Verfahren, um eine eindeutige Diagnose zu bekommen. Doch die Studienautoren warnen: Nicht immer geben Röntgen-, CT- und MRT-Aufnahmen Aufschluss über die Ursache der Schmerzen.

Für die Studie hat das Institut für angewandte Gesundheitsforschung (InGef) der Bertelsmann Stiftung die anonymisierten Daten von sieben Millionen gesetzlich Krankenversicherten analysiert. Zusätzlich wurden die Daten einer TNS-Emnid-Umfrage unter 1.000 Bürgern zum Thema Rückenschmerzen herangezogen. Die Ergebnisse machen deutlich:

  • Viele Deutsche zögern bei Rückenschmerzen nicht lang und gehen schnell zum Arzt.
  • Oft kommen ausführliche Arzt-Patienten-Gespräche und die körperliche Untersuchung zu kurz, die Behandlung der Rückenschmerzen verläuft deshalb erfolglos.
  • Mehr als die Hälfte der Patienten erwartet Röntgenaufnahmen, Computer- oder Magnetresonanztomografie.
  • Vor allem Orthopäden veranlassen derlei bildgebende Verfahren schon kurz nach der ersten Untersuchung.

Allerdings lässt sich bei gerade einmal 15 Prozent aller Patienten mit Rückenschmerzen – ob mit oder ohne bildgebender Untersuchung – eine genaue Diagnose stellen. Zudem geben die Nationalen Versorgungsleitlinien vor, konservativen Methoden wie der Physiotherapie Vorrang einzuräumen. Doch wie die Studienautoren aufzeigen, raten viele Ärzte sogar von Bewegung ab und mahnen zur Schonung. Ein fataler Fehler, der Rückenschmerzen häufig noch verschlimmert.

Experten zufolge gilt ein Großteil der Rückenbeschwerden als medizinisch unkompliziert. Sie treten zum Beispiel durch typische Ursachen wie zu langes Sitzen, zu wenig Bewegung, Übergewicht, Stress sowie muskuläre Überbeanspruchung auf und verschwinden häufig wieder von selbst.

Zum SeitenanfangMorbus Bechterew: Wenn Rückenschmerzen chronisch werden

Eine Ausnahme bildet die rheumatische Rückenerkrankung Morbus Bechterew. Die chronisch-entzündliche Krankheit wird durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems ausgelöst. Sie tritt in Schüben auf und betrifft insbesondere die Gelenke der Wirbelsäule und des Darmbein-Kreuzbein-Gelenks. Durch die Entzündungsprozesse kommt es zu Schmerzen im unteren Rücken und im Gesäß. Typisch ist die sogenannte Morgensteifigkeit. Die starken Schmerzen nach dem nächtlichen Ruhezustand bessern sich erst durch Bewegung.

Zum ersten Mal treten die Symptome in der Regel bei Erwachsenen zwischen 20 und 30 Jahren auf. Insgesamt leiden in Deutschland etwa 350.000 Menschen an Morbus Bechterew. Je weiter die Krankheit voranschreitet, desto häufiger kommt es zu Bewegungseinschränkungen und Versteifungen der Wirbelsäule. Krankengymnastik und gezieltes Bewegungstraining zählen deshalb maßgeblich zur Therapie von Morbus Bechterew. Wie bei anderen Rückenschmerzen auch, würde Schonung die Beschwerden steigern.

Daneben spielt die medikamentöse Behandlung eine entscheidende Rolle, um das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten. Wenn die Basistherapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) nicht ausreichend anschlägt, kann der Arzt Biologika verordnen. Diese Eiweißstoffe mit dem Wirkstoff Secukinumab werden als Injektion verabreicht, greifen in die Immunregulation ein und unterdrücken so die schmerzhaften Entzündungen. 

Autor/in:Anna Heiniger
Keywords:Rückenschmerzen, Morbus Bechterew, Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule
Zuletzt geändert:22.12.2016Zum Seitenanfang
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