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Sommerliche Plagegeister

Sommerliche Plagegeister, Insekten, Insektenstiche

Zum SeitenanfangDie lästigsten sommerlichen Plagegeister und was gegen sie unternommen werden kann

Der Sommer ist da, die Sonne lacht - leider bedeutet dies auch, dass die Saison der sommerlichen Plagegeister wieder begonnen hat. Zecken, Wespen, Mücken und Co machen den Deutschen das Leben schwer. Oft sind die Tiere nicht nur lästige Verursacher von schmerzhaften und juckenden Stichen und Bissen, sondern sie können dem Menschen auch richtig gefährlich werden. Welcher Plagegeist überträgt aber welche Krankheiten und was kann jeder Einzelne tun, damit er erst gar nicht gestochen, beziehungsweise gebissen wird?

Zum SeitenanfangDie Wespe - ein Stich ist schmerzhaft und unter Umständen sogar lebensbedrohlich

Wespen gehören zu den besonders angriffslustigen Insekten, die schnell stechen, wenn sie sich bedroht fühlen. Für die meisten Menschen ist der Stich einer Wespe lediglich schmerzhaft, aber nicht weiter gefährlich. Kritisch wird es nur dann, wenn viele Wespen stechen oder, wenn eine Allergie vorliegt. Zwischen ein und fünf Prozent der Deutschen sind heute allergisch gegen die Stiche von Wespen und Bienen. Werden sie gestochen, können Atemnot, Kreislaufprobleme oder sogar ein Herzstillstand die Folge sein. Schätzungen zufolge sterben jährlich 20 bis 25 Deutsche an den Folgen eines oder mehrerer Insektenstiche. Ob jemand allergisch ist, wird meist erst nach einem Stich festgestellt. Hautveränderungen, Quaddeln und starke Schwellungen können auftreten. Ein besonderes Warnzeichen sind allerdings diejenigen körperlichen Reaktionen, welche nicht unmittelbar an der Einstichstelle auftreten, wie etwa das Anschwellen des Gesichts, Kreislaufbeschwerden oder Atemnot. Diese Symptome treten für gewöhnlich in den ersten 30 Minuten nach dem Stich auf. Betroffene sollten als Vorsichtsmaßnahme immer ein Notfall Set, bestehend aus einem Antihistaminikum sowie einem Glukokortikoid- und Adrenalinpräparat mit sich führen.

Die wichtigste Regel, um Wespenstichen vorzubeugen, lautet, sich von den Tieren fernzuhalten. Niemand sollte sich Wespennestern näheren. Doch leider fliegen die Insekten im Sommer zu uns, vor allem, wenn wir zuckerhaltige Speisen und Getränke bei uns haben. In diesem Fall darf nicht nach den Wespen geschlagen werden. Auch Wegpusten ist keine gute Idee. Das in der Atemluft enthaltene Kohlenmonoxid macht die Tiere besonders aggressiv. Besser ist es, ruhig zu bleiben, denn fühlt sich die Wespe nicht provoziert, sticht sie in der Regel auch nicht. Ebenfalls abzuraten, ist von Wespenfallen. Verfängt sich eine Wespe darin, sondert sie Geruchsstoffe ab, welche nur noch mehr Wespen anlocken. Besser ist es, die Tiere abzulenken. Wer beispielsweise mit Familie und Freunden im Garten grillt, kann einfach zehn Meter entfernt vom Geschehen eine Schale mit überreifen Weintrauben aufstellen. Diese locken die Wespen an und halten sie von der Grillgesellschaft fern. Zusätzliche Tipps zum Umgang mit den aggressiven Insekten finden sich unter wissen.de.

Zum SeitenanfangDie Bremse - ein unterschätzter Krankheitsüberträger

Die Bremse ist nicht in allen Regionen Deutschlands gleichermaßen verbreitet. Zudem trägt sie ganz unterschiedliche Namen und wird auch Bräme oder Dasselfliege bezeichnet. Die kleinen Blutsauger halten sich am liebsten in der Nähe von Gewässern und Viehweiden auf und sind vor allem an schwül-warmen Tagen eine echte Plage. Der Biss einer Bremse tut weh, das weiß jeder, der dieses Erlebnis schon einmal machen durfte. Die Insekten sehen Fliegen sehr ähnlich und sind dem Menschen gegenüber aufdringlich. Er muss sie nicht reizen, sie stechen ihn trotzdem. Größere Quaddeln und Schwellungen sowie Rötungen um die Bissstelle herum, sind die Folge. Die Stiche sind zudem wesentlich länger spürbar, als jene anderer Insekten. Bis zu zwei Wochen kann es dauern, bis eine Bissstelle völlig abgeheilt ist und nicht mehr juckt.

Was die meisten Menschen jedoch nicht wissen, ist, dass ein Bremsenstich auch gefährlich werden kann. Das liegt daran, dass Bremsen in seltenen Fällen gefährliche Krankheiten, wie die Lyme-Borreliose, die Weischer Krankheit, Milzbrand oder auch Tularämie auf den Menschen übertragen können. Weitere Informationen diesbezüglich sind bremsenstich.com zu entnehmen.

Auch hier ist die beste Vorbeugung wieder die Vermeidung des Kontakts mit den Tieren. So ist es zum Beispiel nicht ratsam, an schwülen und warmen Tagen stehende Gewässer aufzusuchen. Da Bremsen sich vom Geruch des menschlichen Schweißes angezogen fühlen, ist man frisch geduscht und mit frisch gewaschener Kleidung immer noch am besten geschützt. Zusätzlichen Schutz bieten spezielle Insektensprays und dicke Kleidung. Dünne Textilien durchsticht die Bremse einfach, weshalb sie keinen Schutz darstellen. Wer im Freien übernachten will, sollte sich auf jeden Fall mittels eines Insektennetzes schützen.

Zum SeitenanfangDie Mücke - übertragen die kleinen Blutsauger bald auch in unseren Breitengraden tropische Krankheiten?

Wohl kaum ein Deutscher übersteht den Sommer ohne mindestens einmal von einer Mücke gestochen zu werden. Die kleinen Plagegeister surren tagsüber und auch nachts um uns herum und saugen unser Blut bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Interessant ist, dass es nur die weiblichen Tiere sind, die stechen, da sie das Blut für die Reproduktion benötigen. Den Stich an sich merkt der Betroffene meist nicht. Doch bereits kurz danach schwillt die Stelle an und es kommt teilweise zu Rötungen. Das Schlimmste jedoch ist der Juckreiz, welcher sich durch Kratzen nur noch verschlimmert. Dass Mücken im Ausland, beispielsweise in Afrika, teils schwere und lebensbedrohliche Krankheiten, wie Gelbfieber oder Malaria übertragen können, ist den meisten bewusst. Die Tatsache, dass sich die Mückenarten, welche solche Krankheiten übertragen können, immer weiter in die nördlichen Breitengerade ausbreiten, ist vielen jedoch neu. So zum Beispiel die Asiatische Tigermücke, welche die Dengue-Krankheit überträgt. In Deutschland gibt es bisher keine Fälle von einer Infektion, welche durch eine hier lebende Mücke ausgelöst wurde, doch in südlicheren Ländern, wie Spanien oder Frankreich, ist die Asiatische Tigermücke mittlerweile heimisch. Neben dem Dengue-Fieber kann die Asiatische Tigermücke, welche an ihrer außergewöhnlichen Zeichnung zu erkennen ist, noch der Träger folgender Krankheiten sein:

  • West-Nil-Virus
  • Gelbfiebervirus
  • Chikungunya-Fieber
  • Erreger der St.-Louis-Enzephalitis

Mittel, um Mückenstichen vorzubeugen, gibt es viele. So hält ein Mückennetz über dem Bett die Insekten davon ab, den Menschen in der Nacht zu stechen. Tagsüber helfen diverse Mückensprays oder auch bestimmte Düfte, wie der von Lavendel, Zitrusfrüchten oder Teebaumöl.

Zum SeitenanfangDie Zecke - nicht nur für Menschen gefährlich

Zecken gehören zu den unbeliebtesten Plagegeistern des Sommers. Die blutsaugenden Spinnentiere lauern in Sträuchern, im Gras oder auf Büschen, heften sich an vorbeikommende Spaziergänger oder deren Tiere und suchen sich dann eine geeignete Stelle zum Blutsaugen. Vor allem Hundebesitzer kennen das Problem, denn die Vierbeiner sind besonders häufig von Zecken betroffen. Wie die Blutsauger aufgespürt und korrekt entfernt werden, ist im Beitrag "Zecken: 10 Fakten im Überblick" nachzulesen. Genau wie der Mensch, kann sich auch der Hund durch einen Zeckenbiss mit verschiedenen Krankheiten, allen voran die Borreliose und die Frühsommer-Meningoezephalitis (FSME), infizieren. Besonders in sogenannten Risikogebieten, also Gebieten in denen besonders viele Zecken leben, die diese Krankheit übertragen können, müssen Spaziergänger vorsichtig sein. Nach dem Spaziergang ist auf jeden Fall eine gründliche Zeckenkontrolle bei Mensch und Tier angebracht, denn die Spinnentiere saugen sich meist erst nach ein paar Stunden fest, wenn sie eine geeignete Stelle gefunden haben. Am liebsten beißen sie sich an warmen und dünnen Hautstellen fest, also zum Beispiel in den Kniekehlen, den Achselhöhlen oder auch im Intimbereich.

Die regelmäßige Kontrolle ist jedoch nur eine von mehreren Vorsichtsmaßnahmen. Auch Zeckensprays, die auf die Haut aufgesprüht werden, bevor es in den Wald oder ins hohe Gras geht, helfen, die kleinen Tiere abzuhalten. Wer im Süden Deutschlands lebt und viel im Grünen unterwegs ist, sollte zudem darüber nachdenken, sich gegen FSME impfen zu lassen. Ebenfalls ratsam ist das Tragen von festem Schuhwerk und langen Hosen sowie langärmeligen Oberteilen. Auf heller Kleidung werden die Tiere zudem schneller bemerkt.

Zum SeitenanfangDer Eichenprozessionsspinner - Nur wenige Wochen im Jahr eine Bedrohung

Kommen wir nun noch zu zwei weniger bekannten Plagegeistern, die jedoch ebenfalls Schaden anrichten können. Zum einen zu nennen, ist der Eichenprozessionsspinner. Seine Raupen können dem Menschen nur einige Wochen im Jahr, meist in den Monaten Juni und Juli, gefährlich werden. Die kleinen Härchen der Raupen sind dabei die Gefahrenquelle. Das Einatmen der Härchen oder Hautkontakt können zu Atemproblemen und heftigen Ausschlägen führen, wobei der Hautausschlag mehrere Tage andauern und sich entzünden kann. Aus diesem Grund werden die Giftraupen jedes Jahr in öffentlichen Parks oder auch Freibädern bekämpft. Einen zuverlässigen Schutz vor den giftigen Tierchen gibt es nicht, wer sie sieht, sollte ihnen einfach aus dem Weg gehen und auch Kinder müssen darauf hingewiesen werden, dass sie die lustig aussehenden Raupen auf keinen Fall anfassen dürfen.

Zum SeitenanfangDie Grasmilbe - rötliche Larven lauern im Gras

Sie wird auch Erntemilbe oder Herbstmilbe genannt. Ihre Larven sind winzig klein und knallrot. Sie befinden sich auf den Spitzen von Grashalmen und gelangen von dort auf den Körper des Menschen. Genau wie Zecken bevorzugen sie weiche und warme Hautpartien und beißen sich meist in den Kniegelenken oder unter den Achseln fest. Ihre Bisse schwellen oft stark an und können bis zu zwei Wochen anhaltenden Juckreiz verursachen. Glücklicherweise sind die Bisse und ihre Folgen lediglich unangenehm, denn die Grasmilben sind keine Überträger von Krankheiten. Wer im eigenen Garten Grasmilben hat, kann diese zum Beispiel mit Niem-Öl, hochprozentigem Alkohol oder Kalk-Stickstoff-Düngung bekämpfen. Zudem ist das regelmäßige Mähen und Wässern des Rasens eine gute Methode der Vorbeugung, genau wie eine gründliche Dusche nach der Gartenarbeit.

Einen 100prozentigen Schutz vor der Vielzahl an sommerlichen Plagegeistern wird es wohl nie geben. Bei einigen Exemplaren, wie Wespen, hilft es schon, gebührenden Abstand zu halten. Doch vor allem Blutsauger, wie Zecken, Mücken oder Bremsen machen den Menschen das Leben schwer. Neben Sprays, der richtigen Kleidung sowie der Meidung von Risikogebieten, können zum Teil auch Impfungen sinnvoll sein. Die gute Laune an sommerlichen Tagen sollten die lästigen Insekten jedoch niemandem verderben, dafür ist die warme Jahreszeit einfach zu schön.

 

 

Abbildungsverzeichnis:

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Autor/in:Anna Heiniger
Keywords:Plagegeister, Insekten, Mücken, Bremsen, Wespen, Grasmilben, Proszessionsspinner, schmerzhafter Stich, Atemnot, Kreislaufprobleme, Herzstillstand, Antihistaminikum, Glukokortikoidpräparat, Adrenalinpräparat
Zuletzt geändert:25.03.2016Zum Seitenanfang
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