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Wenn der Gang zum Arzt peinlich wird

Es gibt Krankheiten, die treiben selbst entspannten Zeitgenossen die Schamesröte ins Gesicht. Afterjucken, Inkontinenz, Hämorrhoiden, Furunkel, Fußpilz oder Schamläuse sind Beschwerden, mit denen niemand gerne zum Arzt geht. Was können Betroffene tun, wenn sie sich schämen und unter keinen Umständen den persönlichen Kontakt zu einem Arzt aufnehmen wollen? Der Beitrag zeigt Alternativen und bewertet diese in Hinblick auf ihren Nutzwert für Betroffene.

Abbildung 1: Bevor bei peinlichen Beschwerden ein unangenehmer Arzttermin unausweichlich wird, stehen verschiedene Alternativen offen.
Porträt: Gesicht bei peinlichen Krankheiten

Zum SeitenanfangGoogle fragen und sich eine eigene Meinung bilden

Ist es wirklich eine seriöse Option, Google mit Stichworten zu füttern und die Ergebnisse zu lesen? Die Antwort lautet ja und nein. Je nachdem, um was es geht, können die Ergebnisse Lösungen aufzeigen oder aber unverhältnismäßig große Angst schüren. Denn nicht jeder ist in der Lage, die Google-Ergebnisse zielführend zu nutzen. Grundsätzlich sollten die verwendeten Quellen seriös sein.

Hilfreich sind Seiten von Krankenkassen, Behörden und Ministerien sowie ärztlichen Vereinigungen, medizinische Fachblätter und Beiträge von Universitäten. Über die Suchfunktion der Deutschen Apotheker Zeitung DAZ lassen sich beispielsweise per Stichwort hilfreiche Informationen zu diversen Krankheitsbildern aufrufen. Gleiches gilt für die Internetseite der Techniker Kasse sowie anderer Krankenkassen wie der AOK, DAK oder Barmer. Per Stichwortsuche werden zuverlässige Informationen zu Krankheitsbildern geliefert.

Abbildung 2: Ohne persönlichen Arztbesuch an verschreibungspflichtige Medikamente zu kommen, ist per Ferndiagnose möglich.
Ferndiagnose

Zum SeitenanfangFerndiagnose stellen lassen

Eine sehr gute Möglichkeit, ohne persönlichen Kontakt von Angesicht zu Angesicht seriöse ärztliche Hilfe bei peinlichen Beschwerden zu bekommen, ist die Ferndiagnose. Per Ferndiagnose nehmen Verbraucher eine Konsultation im Internet wahr. Diese Konsultation ist aber kein persönliches Gespräch, sondern es handelt sich um ein spezielles Online-Patientenformular. Das Formular fragt ganz konkret die Beschwerden ab. Patienten geben ein, was ihr Problem ist. Ein echter Arzt liest die Angaben und beurteilt, welches Medikament infrage kommt. Patienten bleiben zwar nicht anonym, denn der Arzt muss das Rezept auch ihren Namen ausstellen. Doch sie müssen nicht in eine echte Praxis zu einem leibhaftigen Arzt und peinliche Untersuchungen über sich ergehen lassen. Der Arzt, der den ausgefüllten Fragebogen bekommt, erstellt ein Rezept per Ferndiagnose. Dieses Rezept wird online eingereicht und die Versandapotheke schickt das Medikament zu.

Zum SeitenanfangHausmittel ausprobieren

Wer sich ein bisschen mit Hausmitteln auskennt, der hat sicherlich schon so manche erstaunliche Entdeckung gemacht. Die Natur hält für vielerlei Beschwerden Wirkstoffe bereit, die ihre positive Kraft bei passender Dosierung und Anwendung entfalten. Das Gute an den allermeisten Hausmitteln ist, dass sie harmlos sind. Das heißt, dass Betroffene sich nicht selbst damit schaden können. Doch das gilt nicht für alle Hausmittel. Insofern ist es ratsam, sich entweder auf seine eigene Erfahrung zu verlassen, sich mit erfahrenen Freunden oder Familienmitgliedern auszutauschen oder aber – wenn peinliche Beschwerden der Grund für die Suche nach dem passenden Hausmittel sind, Informationen aus dem Netz oder dem Buchladen zu beziehen. Hier kommt eine Auswahl von Hausmitteln, die zur Linderung von drei der eingangs aufgelisteten unangenehmen Beschwerden in Frage kommen:

Afterjucken - Je nachdem, welche Ursache das Afterjucken hat, haben sich verschiedene Hausmittel bewährt. Bleiben Schweiß und Stuhlreste in der Pofalte hängen, hilft nur eins: Hygiene. Generell sollte der Afterbereich schonend behandelt werden und nur unparfümiertes und nicht gebleichtes Toilettenpapier zum Einsatz kommen. Zum Auftragen gegen den Juckreiz hilft Aloe Vera. Ist der After stark gereizt, hilft ein Trockenföhnen mit lauwarmer Luft. Sammelt sich Schweiß in der Pofalte und reizt den After, können fusselfreie Wattepads die Feuchtigkeit aufnehmen. Wenn gar nichts mehr hilft, sind Sitzbäder mit speziellen Heilkräutern empfehlenswert: Eichenrinde, Ringelblume, Schafgarbe, Kamille und Ackerschachtelhalm haben sich bewährt.

Inkontinenz – Gegen Inkontinenz sollen Kürbiskerne helfen. Diese müssen allerdings vom Arzneikürbis stammen. Die im Supermarkt erhältlichen Kürbiskerne sind dafür nicht geeignet. Betroffene sollten gezielt den Toilettengang trainieren. Dadurch erlernen sie, mit dem Druck umzugehen. Wirksame Hausmittel sind:

·         Heublumen aufkochen und in ein Leinentuch wickeln. Diesen Sud auf den Unterbauch legen.

·         Stärkend und reinigend für die Harnwege ist eine Trinkkur bestehend aus zwei Teilen Meerrettich, einem Teil Fichtensprossen und 500 ml dunklem Bier. Die Mischung bleibt zwei Tage stehen und wird dann durchgeseiht. Jeden Tag ein Glas trinken.

Hämorrhoiden - Ein Hausmittel gegen Hämorrhoiden ist Ringelblumensalbe, weil sie die Heilung fördert und Entzündungen hemmt. Weitere Hausmittel:

·         Zerdrückte Bananen 20 Minuten im Po-Bereich auflegen und dann mit lauwarmen Wasser säubern.

·         Süßigkeiten weglassen, Vollkornprodukte, Obst und Gemüse bevorzugen.

·         Eine Kompresse mit verdünntem Obstessig nimmt den Juckreiz.

·         Eine Knoblauchzehe durchschneiden und auf die Hämorrhoiden legen. Das stillt den Juckreiz und wirkt gegen Bakterien und Pilze.

·         Gehen die Hämorrhoiden mit Durchfall einher, hilft regelmäßig ein Esslöffel Olivenöl nach dem Essen. Dieser verdünnt den Stuhlgang. Bewegung und die Aufnahme von viel Flüssigkeit erreicht denselben Effekt

Sollten sich die Beschwerden weder mit Hausmitteln noch mit den Medikamenten des Online Rezepts erledigen, bleibt nur noch der Gang zum Arzt.

 

Quellen:

pixabay.com © xusenru (CCO Public Domain)

pixabay.com © Myriams-Fotos (CCO Public Domain)

Autor/in:Anja Heiniger
Keywords:Afterjucken, Inkontinenz, Hämorrhoiden, Furunkel, Fusspilz
Zuletzt geändert:08.04.2017Zum Seitenanfang
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