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Nesselsucht: Die Haut im Ausnahmezustand

Die Symptome von Nesselsucht erinnern an die Berührung mit einer Brennnessel: Die Haut rötet sich und bildet weiße Quaddeln, die stark jucken oder brennen. Der Name der Krankheit stammt von eben jener Pflanze und wird, abgeleitet von der lateinischen Bezeichnung „Urtica“ für Brennnessel, auch Urtikaria genannt. Etwa jeder vierte Erwachsene erkrankt im Laufe seines Lebens mindestens einmal an Nesselsucht – manchmal, ohne es überhaupt zu merken. Denn mitunter verschwindet die Urtikaria wieder so schnell, wie sie gekommen ist.

Zum SeitenanfangWelche Formen der Nesselsucht gibt es?

Grundsätzlich unterscheiden Mediziner die akute und die chronische Urtikaria. Während die akute Form der Urtikaria schon nach wenigen Stunden, spätestens aber nach sechs Wochen von selbst wieder abheilt, verläuft etwa ein Viertel aller Erkrankungen chronisch. Dabei dauern die Symptome mehrere Wochen an. Die Patienten, die in der Regel zum ersten Mal zwischen ihrem 20. und 40. Lebensjahr von Nesselsucht betroffen sind, haben ihr ganzes Leben mit immer neuen Schüben zu kämpfen. In Deutschland betrifft die chronische Urtikaria einen von 100 Menschen, Frauen häufiger als Männer. Ist der Auslöser bekannt, sprechen Experten von einer chronischen induzierbaren Urtikaria. Bleibt die Ursache unklar, ist die Rede von einer chronisch spontanen Urtikaria. Nur bei jedem fünften Patient steht exakt fest, wodurch die Beschwerden ausgelöst werden.

Zum SeitenanfangWie wird Nesselsucht behandelt?

Die oftmals unbekannte Ursache für die Urtikaria erschwert die Behandlung. Denn die oberste Regel bei der Therapie von Nesselsucht lautet: den Auslöser finden und meiden. Die chronische Urtikaria ist nicht heilbar. Arzt und Patient müssen gemeinsam versuchen, die Ursache herauszufinden, um eine möglichst ausnahmslose Beschwerdefreiheit zu erreichen.

Wissen die Patienten, durch welche Reize die juckenden Quaddeln hervorgerufen werden, lassen sich durch aufmerksames Verhalten im besten Fall neue Schübe verhindern. Am häufigsten sind physikalische Reize wie Kälte, Wärme, Druck, Licht und Reibung Grund für den Hautausschlag. Zusätzlich gibt es

·         die cholinergische Urtikaria (Folge eines Anstiegs der Körpertemperatur),

·         die Kontakturtikaria (bei Hautkontakt mit verschiedensten Stoffen),

·         die aquagene Urtikaria (bei Kontakt mit Wasser).

In Fällen der chronisch spontanen Urtikaria spielen zudem häufig körpereigene Stoffe, Infektionen, Entzündungen und Bestandteile von Nahrungsmitteln eine entscheidende Rolle.

Unabhängig von der Ursache werden die Symptome der Nesselsucht in allen Fällen durch eine erhöhte Histamin-Ausschüttung im Körper ausgelöst. Das Immunsystem reagiert fehlerhaft auf einen eigentlich ungefährlichen Auslöser. Werden große Mengen Histamin freigesetzt, steigt die Durchlässigkeit der Blutgefäße in der Haut. Dadurch entstehen die Wassereinlagerungen, die sogenannten Quaddeln, und der Juckreiz.

Um die übermäßige Ausschüttung des körpereigenen Botenstoffs einzudämmen, werden oft Antihistaminika zur Behandlung von Nesselsucht eingesetzt. In der Regel klingen die Symptome dann nach kurzer Zeit ab. Cremes und Salben mit lindernden Eigenschaften sind ebenfalls erhältlich.

Zum SeitenanfangWelche weiteren Symptome kennzeichnen Nesselsucht?

Anders verhält es sich, wenn die Schwellungen in tieferliegenden Hautschichten und im Rachen auftreten. Die sogenannten Angioödeme können zur Lebensgefahr werden, weil die Betroffenen zu ersticken drohen. Hier ist schnelles Handeln gefragt: Ein Notfallset mit antiallergischen Mitteln, einem flüssigen Kortison-Präparat und einer Adrenalinspritze kann zum Lebensretter werden.

Selbst wenn kein lebensbedrohliches Risiko besteht: Nesselsucht beeinträchtigt den Alltag der Betroffenen stark. Der mitunter anhaltende Juckreiz schränkt tagsüber die Konzentrationsfähigkeit ein, nachts raubt er den Schlaf. Berufs- wie auch Privatleben werden durch die Krankheit in Mitleidenschaft gezogen. Nicht selten leiden Patienten dadurch zusätzlich unter Angstzuständen und Depressionen.

Autor/in:Sonja Weber
Keywords:Nesselsucht, Urtikaria, cholinergische Urtikaria, Kontakturtikaria, aquagene Urtikaria
Zuletzt geändert:19.09.2016Zum Seitenanfang
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