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Vom medizinischen Allrounder Manuka-Pflanze

pixabay © Taken (CC0 1.0)
Manuka-Pflanze, Manukahonig, Teebaumöl, Mittel gegen Gastritis, Mittel gegen Magengeschwür

Teebaumöle gelten als medizinische Alleskönner und sind seit einigen Jahren in aller Munde. Zu Recht, wie das breite Wirkungsspektrum der destillierten Essenzen aus den Blättern der verschiedenen australischen und neuseeländischen Myrtengewächse eindrucksvoll belegt.

Die unter dem Sammelbegriff „Teebaumöl“ gefassten Manuka-, Kanuka-, Niaouli-, Cajeput- und australischen Teebaumöle erhielten ihren wissenschaftlichen Namen „Leptospermum scoparium“ von den beiden deutschen Forschungsreisenden Johann Reinhold Forster und Georg Forster, die den englischen Kapitän James Cook von 1772 bis 1775 auf seiner zweiten Reise in die Südsee als Naturforscher und Zeichner begleiteten. Der bei Reisebeginn erst 17-jährige Georg Forster war denn auch der erste, der den Manuka-Baum in Zeichnungen dokumentierte.

Die auch als Südsee-Myrte oder Neuseelandmyrte bezeichnete Pflanze ist standortbedingt ein niedriger Strauch bis zu einem zehn Meter hohen Baum, mit sitzenden, zugespitzten Blättern und zahlreichen mittelgroßen, weißen oder rosafarbenen Blüten. Sie wächst fast überall auf den beiden  neuseeländischen Hauptinseln vor allem in den bergigen Regionen sowie im südöstlichen Australien in New South Wales. Hauptwirkstoff der Pflanze ist Methylglyoxal, das als Bakterienkiller und natürliches Breitband-Antibiotikum gilt und in vielen anderen Lebensmitteln wie etwa Curcumin enthalten ist – jedoch in weitaus geringeren Mengen. Der gelbe Farbstoff aus den Wurzelstöcken der Kurkumapflanze wirkt gleichsam antioxidativ und wird von der Pflanze zum eigenen Schutz und als Wirksubstanz und Abwehrstoff vor Krankheitserregern Bakterien und Fressfeinden produziert. Bei Manuka entsteht das Methyglyoxal (MGO) indirekt durch den Abbau von Zucker, der Blütennektar selbst enthält jedoch die Vorstufe namens Dihydroxyaceton.

Verarbeitet wird der Rohstoff vor allem zu Honig, der zur Behandlung chronischer Wunden und Hautinfektionen verwendet wird, sowie zu einer ätherischen Öl-Tinktur, die einen hohen antibakteriellen und entzündungshemmenden Anteil aufweist.

In einer Studie über Auswirkungen des Manuka-Honigs an der Klinik für Präventivzahnmedizin, Parodontologie und Kariologie am Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich konnte nachgewiesen werden, dass Manuka-Honig das Wachstum von Bakterienarten wie S. mutans, P. gingivalis und A. actinomycetemcomitans hemmen und sogar stoppen kann. Die drei Bakterienarten sind krankheitserregende Keime im Mundraum und bekannte Verursacher von Zahnfleischentzündungen und Karies.

Eine weitere Studie konnte in einem Vergleich verschiedener Honig-Arten die überdurchschnittlich hohe Fähigkeit von Manuka-Honig belegen, das Wachstum von Influenza-Viren als Grippeauslöser einzudämmen. Federführend für die Forschungsergebnisse war die Arbeitsgruppe um K. Watanabe vom Laboratory of Molecular Biology of Infectious Agents der Graduate School of Biomedical Sciences an der Nagasaki University in Japan.

Anfang des 19. Jahrhunderts trat der von den Maori-Ureinwohnern Neuseelands seit Jahrhunderten als Sud und Tinkturen verwendeten Substanzen seinen weltweiten Siegeszug an: Missionare brachten erstmalig Honigbienen nach Neuseeland, seitdem wird auch Manuka-Honig produziert. Von Ligustica-Bienen produziert, wird der Honig heute in speziellen Imkereien im schonenden Kaltschleuder-Verfahren gewonnen, um die hitzeempfindlichen Inhaltsstoffe und damit auch die Heilwirkung zu erhalten.

Manuka-Honig wird außerdem erfolgreich bei der Bekämpfung von Magen- und Darm-Problemen auslösenden Bakterien (Escherichia coli und Helicobacter pylori) eingesetzt, das Helicobacter-Bakterium konnte als Verursacher von Magengeschwüren und Magenschleimhautentzündungen  nachgewiesen werden.

Manuka-Honig kann das Wachstum antibiotikaresistenter Stämme des Eiterbakteriums Staphylococcus aureus sogar noch in 54-facher Verdünnung stoppen. Das Bakterium verursacht vor allem bei geschwächtem Immunsystem Schäden wie Haut- und Wundinfektionen. Auch nach Unfällen oder Operationen tritt das Bakterium gehäuft auf. Daneben ist es auch für Bronchitis, Lungenentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen und Mittelohrentzündungen mitverantwortlich.

Der Alleskönner besitzt sogar eine mykotische, pilzabtötende Wirkung. Als Teebaumöl kann Manuka bei äußerlichem Auftragen durch die obere Hautschicht dringen und das Problem an seinem Ausgangspunkt behandeln. Als ätherisches Öl ist das Teebaumöl dazu in der Lage, Keime und Pilze abzutöten und weiteren Befällen wirkungsvoll vorzubeugen.

Aktuelle Labortests haben bestätigt, dass der im Teebaumöl vorhandene Wirkstoff Terpinen-4-ol dafür verantwortlich ist, dass der Pilz abgetötet und im Keim erstickt wird. Dabei wird das Öl zur optimalen Wirkungsentfaltung nicht nur auf den betroffenen Nagel aufgetragen, sondern auch in die Stelle zwischen Haut und Nagel gegeben.

Autor/in:Inge Meier
Keywords:Manukapflanze, Manukahonig, Teebaumöl, Gastritis, Magengeschwür, Lungeentzündung
Zuletzt geändert:09.09.2016Zum Seitenanfang
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