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Body Positivity - ein Vergleich zwischen Yoga, Pilates und Tanz als Hilfsmittel für eine besseres Körpergefühl

In der Welt der Schönheitsideale und dem Magerwahn mancher Menschen gibt es immer mehr Personen, die sich bewusst diesem Trend widersetzen. Es geht also nicht um die objektive Schönheit des Menschen, sondern vielmehr um dessen eigenes Körpergefühl. Viele Sportarten zielen darauf ab, den Körper zu straffen, abzunehmen oder sich stetig zu verbessern. Dennoch gibt es auch in der Welt des Sports Ausnahmen. Zumba, Pilates oder Yoga sind Trends, die sich genau auf das Gegenteil spezialisieren, also auf ein positives, ganzheitliches Körpergefühl. Dieses Empfinden, die Akzeptanz des eigenen Körpers so, wie er ist und nicht, wie andere Personen ihn gerne sehen würden, nennt sich Body Positivity und hält seit geraumer Zeit in der Gesellschaft Einzug. "Plus Size Models" sind gefragter denn je und deren magere Arbeitskolleginnen, die sich dem "Size Zero" Wahn verschrieben haben, werden zunehmend diskreditiert.

Zum Seitenanfanga. Begriffserklärung Body Positivity: eine Definition

Body Positivity bezeichnet eine gesunde Wahrnehmung des eigenen Körpers. Es geht nicht darum, sich einzuschränken, Diät zu halten oder regelmäßig Sport zu treiben. Vielmehr sollen sich die Menschen in ihrer Haut wohlfühlen. Gesund heißt demnach in erster Linie Wohlbefinden, sowohl geistig als auch körperlich. Body Positivity bedeutet aber nicht, dass einfach alles grenzenlos konsumiert werden darf, sondern, dass die Warnsignale des Körpers respektiert werden müssen. Äußerer Druck, besonders Schönheitsideale, haben bei der Body Positivity jedoch keinen Platz. Der Mensch soll sich in seinem Körper gesund fühlen, diesen pflegen, akzeptieren und vor allem eine positive Lebenseinstellung genießen.

Zum Seitenanfangb. Kurzer Überblick - wie charakterisieren sich die einzelnen Sportarten?

Sportscheck.ch zeigt drei unterschiedliche Varianten auf, deren Motivation nicht auf dem sportlichen Erfolg, sondern vielmehr auf einem positiven Körpergefühl beruhen und somit für die Body Positivity sehr hilfreich sein können. Es geht um Spaß, Entspannung und den Einklang zwischen Körper, Geist und Seele.

Tanz

Unabhängig davon, ob es sich um den neumodischen Tanz Zumba oder etablierte Varianten wie Jazz oder Hip Hop handelt, Tanzen ist abwechslungsreich, fördert das Körper- sowie das Wir-Gefühl. Zwar ist es kein Mannschaftssport, aber dennoch eine Gruppenaktivität, in welcher sich die Tänzer gegenseitig unterstützen und helfen. Darüber hinaus fördert es das Körpergefühl und ist gesund für den Körper. In diesem Text wird Zumba als eine Variante des Tanzens genauer erklärt und in den Vergleich mit den anderen Sportarten miteinbezogen.

Yoga

Entspannung steht beim Yoga an oberster Stelle.
Pixabay © railaspindolabirds (CC0 Public Domain 1.0)
Entspannung, Yoga, Wellness, Wohlbefinden

Der Trend aus Indien ist eine zuverlässige Form, um den eigenen Körper lieben zu lernen und das Wohlbefinden zu verbessern. Es fördert die Entspannung und sorgt so für eine völlig neue Lebensqualität. Was einleitend in der Begriffserklärung erläutert wurde, trifft auf Yoga zu, schliesslich geht es um ein gutes Körpergefühl durch den Einklang zwischen Körper und Geist.

Pilates

Von Joseph Hubert Pilates erfunden, stärkt Pilates die Kraft sowie die Körperkontrolle eines Menschen. Im Zentrum dieser Sportart steht die Körpermitte, denn diese sorgt für die nötige Stabilität. Aber auch die Beckenboden- sowie Rückenmuskulatur wird durch Pilates gestärkt. Nichtsdestotrotz fordert es ebenso den Geist, denn die Übungen sind darauf ausgelegt, dass der Mensch die Muskeln mit Hilfe seines Geistes steuert und sich voll auf die korrekte Ausführung konzentriert.

Zum Seitenanfang1. Wege zu einem besseren Köpergefühl

a. Der BMI - ein zweifelhafter Indikator

BMI-Skala, BMI Skala nach Altersgruppen

Ein Problem, das immer wieder genannt wird, ist der BMI-Wert, der den Menschen in unterschiedliche Schubladen steckt. Personen, die gesund, sportlich und muskulös sind, werden laut Body Mass Index als dick eingestuft. Entsprechend geben auch viele Statistiken fälschlicherweise an, dass ein großer Teil der Bevölkerung zu dick sei. Das kann durchaus der Wahrheit entsprechen, allerdings heißt dick nicht gleich ungesund. Dennoch berechnen viele Krankenkassen oder andere Versicherungen einen höheren Aufpreis aufgrund eines hohen BMI-Wertes, obwohl keineswegs eine erhöhte Erkrankungsgefahr besteht. Der BMI berücksichtigt weder den Anteil der Muskelmasse noch die Verteilung vom Körperfett. Menschen, die dickere Beine haben, leiden mitnichten an einem erhöhten Risiko, früher zu sterben, schließlich haben Studien ergeben, dass besonders das Fett gefährlich ist, welches sich zwischen den Organen ansammelt. "Hüftspeck" ist also vollkommen in Ordnung, auch wenn der BMI-Wert rät, abzunehmen.

b. Einflussfaktoren auf das Körpergefühl

Einflussfaktoren auf das Körpergefühl

Die richtige Wahrnehmung des Körpers hat einen entscheidenden Einfluss auf das Körpergefühl. Die Steigerung des Körperbewusstseins hängt eng mit einer Verbesserung des Selbstbewusstseins zusammen.

Studien ergeben, dass die Zahl der Personen, die mit ihrem Körpergefühl unzufrieden sind, permanent steigt. Dies ist jedoch nicht nur bei Menschen zu beobachten, die unter psychischen Problemen wie beispielsweise einer Essstörung leiden, sondern zeigt sich bei einem grundsätzlichen Querschnitt durch die Gesellschaft. Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper hängt mit mehreren Faktoren zusammen, wie dem Gewicht, der öffentlichen Wahrnehmung oder mangelnder Bewegung. Grundsätzlich ist Sport die einfachste Art, sein Körpergefühl zu steigern, denn dadurch werden Endorphine ausgeschüttet. Dabei ist jedoch nicht von dem Leistungssport oder dem zwanghaften Druck, abnehmen zu müssen die Rede, sondern vielmehr Sportarten, die auch den Geist des Menschen beruhigen.

Statt Diät steht eine ausgewogene Ernährung auf dem Speiseplan.
Pixabay © Baohm (CC0 Public Domain 1.0)
Ausgewogene Ernährung auf dem Speiseplan

In dieser Publikation (PDF) werden die Aspekte näher beschrieben, die für ein positives Körperbild von Bedeutung sind. Dabei spielt in erster Linie eine positive Auffassung in Verbindung mit dem eigenen Körper eine große Rolle. Darüber hinaus geht es darum, den Körper zu akzeptieren, ganz egal, mit welchem Gewicht. Auch die körperlichen Bedürfnisse müssen respektiert werden. Dies geschieht durch ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung sowie Körperpflege. Beinahe am wichtigsten ist jedoch der Schutz des eigenen Körpers. Nicht etwa vor Verletzungen, sondern vielmehr vor Körperidealen und Vorstellungen, die unrealistisch sind. Diese negativen Vorbilder beeinflussen, gemeinsam mit weiteren äußeren Einflüssen wie kulturelle Sozialisation oder dem Feedback durch andere Menschen, das Körpergefühl erheblich.

c. Aufbau des Selbstwertgefühls

Ganz massiv wird das Selbstwertgefühl davon beeinflusst, wie sich Betroffene selbst sehen. Sogenannter "Body Talk" ist eine Form, die durchaus zu einer Minderung des Selbstwertgefühls führen kann. Die richtigen Worte haben folglich eine große Macht auf das Selbstwertgefühl. Statt den eigenen Körper also permanent zu kritisieren, geht es darum, den eigenen Körper zu loben und sich selbst zu sagen, dass dieser gut ist wie er ist. Entsprechend sollte der "Fat Talk" vermieden werden. Stattdessen hilft der "Fun Talk" erheblich mehr. Je weniger negativ über den Körper gesprochen wird, desto besser geht es der betroffenen Person. Je nachdem, welche Worte gewählt werden, beeinflusst dies also das Selbstwertgefühl. Stattdessen ist es hilfreich, sich auf positive Gesprächsthemen zu konzentrieren. Themen wie Gewicht, Sport oder Diät verleiten schnell zum Body Talk und sollten daher vermieden werden.

Zum Seitenanfang2. Die Sportarten im Vergleich - Der Wettkampf steht im Hintergrund

Ein Vergleich dieser drei Sportarten zeigt den Unterschied zwischen leistungsorientiertem Sport mit hohem Konkurrenzdruck und Wettbewerb sowie andererseits Sportarten, die sich vollkommen auf die ganzheitliche Verbesserung des Körpergefühls spezialisiert haben. Die drei Methoden versinnbildlichen folglich die Body Positivity, denn es geht lediglich um eins: Das persönliche Wohlbefinden.

a. Yoga

Persönlichkeit und Lebenseinstellung, Physische Gesundheit, Psychische Gesundheit

Yoga setzte sich in den späten 60er Jahren auch in der westlichen Welt endgültig durch. In Europa wurde es jedoch bereits 1930 erstmals bekannt, benötigte jedoch einige Jahrzehnte bis es auch anerkannt war. Als Methode der Selbstfindung, der Selbstverwirklichung sowie der körperlichen Betätigung diente es vorwiegend therapeutischen Ansprüchen. Der Sport steht also im Hintergrund, auch wenn Yoga durchaus anstrengend sein kann. Vielmehr ist das Ziel, sich gut zu fühlen in seinem Körper, sich zu entspannen und auf den eigenen Körper zu hören. Dies steht also ganz im Sinne der Body Positivity. Ähnliches gilt für den Wettkampf. Während viele andere Sportarten durch einen Leistungsvergleich charakterisiert sind, zeichnet sich das Yoga dadurch aus, dass durch ganzheitliche Übungen sowohl Körper, Geist und Seele in Einklang kommen sollen, jedoch kein Vergleich zwischen den Teilnehmern stattfindet. Das ist auch der tiefere Sinn dieser Bewegungen, die sportliche Betätigung wird zwar berücksichtigt, steht jedoch keinesfalls im Vordergrund. Auf den Körper wirken die Bewegungen, so berichtet yoga-kraftquelle.de (PDF), eher unspezifisch. Dennoch soll es eine Ausgewogenheit zwischen Geist, Körper und Psyche hervorrufen und auch die Konzentration fördern. Gerade für Personen, die unter Stress leiden, ist Yoga hilfreich, da ihm auch eine tiefenentspannende Wirkung nachgesagt wird. Des Weiteren sollen die Übungen als grundsätzliche Lebenseinstellung dienen. Dies ist auch der größte Unterschied zwischen den drei Beispielen, die in diesem Artikel aufgezeigt werden.

Die Ganzheitlichkeit ist ebenfalls in diesem Zusammenhang zu erwähnen, denn neben dem Sport und der Lebenseinstellung gehört auch die richtige Ernährung zum Yoga. Gesunde Lebensmittel stehen also auf dem Speiseplan. Besonders Milchprodukte, Kräuter, Gemüse und Gewürze können verwendet werden. Statt Alkohol und zuckerhaltigen Getränken steht stilles Wasser, Kräutertee und Saft im Vordergrund.

b. Zumba

Zumba bringt unterschiedlichste Altersklassen und Geschlechter auf die Tanzfläche.
Commons.wikimedia © Kelly (CC0 Public Domain 1.0)
Zumba, Entspannung für unterschiedliche Altersklassen

Der moderne Tanz Zumba wird in nahezu jedem Fitnessstudio angeboten und ist seit einigen Jahren extrem populär. Die Bewegung macht fit und verbindet den Sport mit dem Spaß. Es geht also auch hier um die sportliche Betätigung, nicht jedoch um den Wettkampf. Vielmehr sollen sich die Menschen beim Tanzen gut fühlen und das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Dabei wird der gesamte Körper belastet. Die Verbrennung von Fett und der Muskelaufbau werden gleichermaßen angeregt. Für den Kreislauf ist es ebenfalls von Nutzen. Dieser Artikel bestätigt die Effekte, die die Experten versprechen. Denn einerseits werden Kalorien verbrannt, andererseits dient der Sport dazu, um abzuschalten und sich auszulassen. Dies bekräftigt auch Beatrice Illg, die Geschäftsführerin von Aerobic Zone in Kreuzlingen: "Der Kopf wird frei und die Stimmung hebt sich, viele sind danach total ausgelassen." Der Effekt des Zumbas liegt also auf der Hand. Sport auf der einen Seite mit den typischem Ziel der Fettverbrennung und des Muskelaufbaus sowie Spaß und Ausgelassenheit auf der anderen Seite, denn der Tanz zeichnet sich durch die Unbeschwertheit der Teilnehmer aus.

Zumba geht auf den Kolumbianer Alberto Perez zurück, der den Sport in den 1990er Jahren erfunden hat. Perez berichtet auf seiner Homepage, dass er bei einer Sporteinheit seine Musik vergessen habe und daher als Ersatz eine Salsa und Merengue Kassette einlegte. Daraufhin war die heutige Trendsportart geboren. Anders als das Yoga, das also aus einer jahrelangen Tradition erwachsen ist, wird Zumba erst seit zwei Jahrzehnten getanzt.

c. Pilates

Die verschiedenen Prinzipien des Pilates
Die verschiedenen Prinzipien des Pilates

Der Sport kräftigt vor allem die Beckenboden-, Rücken und Bauchmuskulatur, verfügt aber dennoch über ganzheitliche Übungen. Die Sportart, die aus Deutschland stammt, wird bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts ausgeführt. Erfinder war Joseph Pilates, der Zeit seines Lebens mit körperlichen Schwächen konfrontiert war, welche er schliesslich durch das Trainingsprinzip lindern konnte. Im Vordergrund stehen auch hier keinesfalls der sportliche Wettkampf, sondern die korrekte Ausführung der Übungen, die richtige Atmung sowie die Konzentration auf den eigenen Körper. Sinn und Zweck ist also die körperliche Betätigung sowie das Abschalten vom Alltag. Denn durch die volle Konzentration auf die Übungsausführung werden Sorgen und Probleme des Alltags schlicht ausgeblendet. Daraus resultiert der Abbau von Stress.

Sinn des Trainings ist in erster Linie die Stärkung des sogenannten Powerhouse. Die Bezeichnung bezieht sich auf die Körpermitte, weswegen auch vermehrt dieser Bereich trainiert wird. Vergleichbar ist dies mit der Kraft aus der Mitte, einem Prinzip, das gerade in den asiatischen Ländern angewendet wird. Besonders die S-Form der Wirbelsäule wird bei dem Training berücksichtigt.

Zum Seitenanfang3. Gefährliche Körperbilder - Size Zero als Gegenteil zur Body Positivity

Size Zero, Magerwahn, Bulimie, Ess-Brech-Sucht, Magersucht

In diesem Bericht wird die Problematik des Size Zeros dargelegt. Besonders die öffentliche Wahrnehmung, die Zurschaustellung der Models, die in der kleinsten Kleidergrösse über den Laufsteg gehen und der Magerwahn vieler Jugendlicher werden als zunehmendes Problem gesehen. Folglich nimmt die Zahl der Anorexie-Patienten stetig zu. Daher gibt es viele, die bereits im Kindesalter Kalorien zählen und sich regelmäßig auf die Waage stellen. Solange sich bei den Vorbildern jedoch nichts ändert, wird dieser Magerwahn weiterhin bestehen bleiben, obgleich in der öffentlichen Wahrnehmung mittlerweile auch kritische Stimmen immer lauter werden. Das ist jedoch zwecklos, solange Models wie Heidi Klum diesen Trend weiterhin propagieren. Auch Modeikone Karl Lagerfeld ist weit von einem Umdenken entfernt. Im Gegenteil, diese Idole sehen die Welt der Models und die der normalgewichtigen Menschen weiterhin als Zwei-Klassen-Gesellschaft an, bei welcher Size Zero bevorzugt zu behandeln ist. Aus diesem Grund streben so viele Menschen, besonders jene, die grundsätzlich mit ihrem Körper unzufrieden sind, diese Masse an und sind einem erheblichen Risiko der Magersucht oder der Bulimie ausgesetzt. Magersucht bezeichnet grundsätzlich ein gestörtes Essverhalten, welches der Furcht, zu dick zu sein entspringt. Die Folge ist zunächst eine falsche Wahrnehmung der eigenen Figur, welche dazu führt, dass der Körper nicht mehr alle Funktionen korrekt ausführen kann. Des Weiteren besteht die Gefahr einer erheblichen Schwächung, sodass auch Organe und Gewebe davon betroffen sein können. Eindeutige Ursachen für das Auftreten gibt es indes nicht. Meist entsteht diese Krankheit aufgrund genetischer, psychologischer, familiärer sowie gesellschaftlicher Faktoren. Im Hinblick auf Size Zero und den angesprochenen Magerwahn spielt Letzterer jedoch eine übergeordnete Rolle und wird im Folgenden näher betrachtet.

a. Öffentliche Wahrnehmung

In der Bevölkerung wurde diese Gefahr jedoch inzwischen erkannt, zum Teil sogar in der Modebranche selbst. So kritisierte Claudia Schiffer den Trend kürzlich heftig. Erstaunlich, stand das Ex-Model doch selbst erst vor einiger Zeit aufgrund ihres dürren Körpers in der Kritik. Szenezeitschriften wie beispielsweise die Vogue um Kultchefin Anna Wintour verzichten inzwischen auf diese Models. Entsprechend wollen die Verantwortlichen lediglich mit Models arbeiten, die über ein gesundes Äußeres verfügen. Auch die Zeitschrift Brigitte lichtet mittlerweile keine Personen mehr ab, die die Kleidergrösse null haben.

b. Magersucht auf dem Laufsteg

Mangelernährung, Anorexie und Magersucht sind auf den Modeveranstaltungen weltweit keine Seltenheit. Models wie Isabell Caro sind Beispiele, die die Gefahr der Magersucht eindrucksvoll verdeutlichen. Viel zu spät wurden jedoch geeignete Maßnahmen ergriffen, um dem Magerwahn auf dem Laufsteg Herr zu werden. Folgender Blogeintrag verdeutlicht zusätzlich, dass dies keinesfalls ein rein weibliches Problem ist. Die Öffentlichkeit ist sich sehr wohl bewusst, dass auch die Jungen ihren Models nacheifern. Bisher wurde jedoch weitestgehend angenommen, dass das Vorbild der männlichen Models schlank und muskulös sei, inzwischen wurde jedoch deutlich, dass auch bei männlichen Mannequins der Magerwahn immer populärer wird. In der breiten Öffentlichkeit ist dieses Risiko jedoch noch nicht im gleichen Masse angekommen, wie bei den weiblichen Pendants. Und das, obwohl das Model Jeremy Gillitzer bereits mit 38 Jahren an Magersucht starb.

Zum Seitenanfangc. Kritik - Frankreichs Gesetz gegen Magermodels

Übte öffentlich Kritik an Magermodels und verbot diese in Frankreich: Die Französische Nationalversammlung.
Commons.wikimedia © Tmorlier (CC-BY-SA-3.0)
Französische Nationalversammlung, Kritik an Magersucht

Deutliche Konsequenzen bezüglich des Magerwahns zog die Französische Nationalversammlung, welche den Magermodels künftig das Laufen auf den Laufstegen innerhalb des Landes verbot. Während die breite Bevölkerung diese Entscheidung größtenteils unterstützt, gerade aufgrund der gefährlichen Vorbilder, die die Magermodels abgeben, gab es von den Modelagenturen vehemente Kritik, ist Paris doch eine der Mode-Hauptstädte weltweit. Frankreich sei jedoch keinesfalls das einzige Land, so der Abgeordnete Olivier Véran, das diese Konsequenzen zieht. Er behauptet, dass auch in Italien, Israel und Spanien vergleichbare Strukturen geschaffen worden seien.

Zum Seitenanfang4. Fazit

Yoga, Pilates und Zumba
Yoga, Pilates und Zumba
Der Wettkampf steht im Hintergrund bei den vorgestellten Sportarten.
Pixabay © skeeze (CC0 Public Domain 1.0)
Der Wettkampf steht im Hintergrund bei den vorgestellten Sportarten

Dieser Text diente als Vergleich in zweifacher Hinsicht. Zunächst ist es wichtig, die Body Positivity im Gegensatz zu den vorherrschenden Körperidealen aufzuzeigen. Des Weiteren wurden drei charakteristische Sportarten dieses Körperkults vorgestellt. Im Fokus stand hier der geschichtliche Hintergrund, der ganzheitliche Ansatz und der Sinn und Zweck der Sportarten. Während beispielsweise beim Zumba der Spaß und die sportliche Betätigung im Vordergrund stehen, bezieht sich Yoga vorwiegend auf die Entspannung und eine bessere Bewältigung des Alltags. Pilates hingegen hat den Schwerpunkt auf einer Stärkung des Powerhouses, also der Körpermitte.

Alle drei Varianten haben unterschiedliche Zwecke, allerdings eine Gemeinsamkeit. Es gibt keinen Wettbewerb, folglich werden die Sportarten ausgeführt, um sich selbst besser zu fühlen und nicht, um sportliche Ziele zu erreichen. Dies entspricht im Umkehrschluss auch der Philosophie der Body Positivity. Ganz anders verhält es sich mit Modeerscheinungen, wie dem Bodybuilding oder, wie im Text näher erläutert, dem Magerwahn. Hier stehen klar ein Körperbild und auch ein Wettbewerb im Vordergrund, denn die betroffenen Personen versuchen ihre Erscheinung stetig zu verbessern und vergleichen sich regelmäßig mit Anderen, die die gleiche Lebenseinstellung verfolgen. Dass sich in dieser Hinsicht in der Bevölkerung eine divergente Meinung verbreitet hat, ist positiv zu deuten. Denn in der Modeszene, in welcher viele Stimmen weiterhin Size Zero propagieren, haben sich diverse Akteure bereits dagegen ausgesprochen.

In Frankreich ist das Laufen von Models, die offensichtlich zu dünn sind, mittlerweile verboten. Auch ehemalige Topmodels haben sich bereits gegen den Wahn ausgesprochen, der keinesfalls ein rein weibliches Phänomen darstellt. Sowohl weibliche als auch männliche Models sind bereits aufgrund der vorherrschenden Schönheitsideale und dem damit verbundenen Risiko, in eine Magersucht abzurutschen, gestorben. Body Positivity und vor allem die vorgestellten Sportarten verfolgen hingegen eine ganz andere Philosophie, sich selbst wohl zu fühlen, mit dem Körper, wie er ist. Solange jedoch die Richtlinien von Modedesignern und Models propagiert werden, kann sich die Body Positive Einstellung auf Dauer nur schwer durchsetzen.

Autor/in:Anna Heiniger
Keywords:Body Positivity, gesundes Körpergefühl, Wahrnehmung des eigenen Körpers, Wohlbefinden, positive Lebenseinstellung, positives Körpergefühl, Yoga, Tanz, Pilates, Entspannung, unrealistische Körperideale,
Zuletzt geändert:25.03.2016Zum Seitenanfang
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