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Substanzungebundene Abhängigkeit

Zum SeitenanfangEine Darstellung der bekanntesten Formen

Für die meisten Abhängigkeiten, so die Ansicht vieler Unwissender, bedarf es einer Droge. Eine Substanz, deren Konsum dem Menschen schadet, gefährlich ist und darüber hinaus eine körperliche und psychische Sucht nach sich zieht. Diese bekannte Form wird auch als substanzgebundene Abhängigkeit bezeichnet und trifft auf den Drogenmissbrauch oder den erhöhten Konsum alkoholischer Getränke zu. Doch es gibt auch eine Vielzahl an Suchtformen, die als substanzungebunden zu definieren sind. Aus diesem Grund dient dieses Dossier der Aufklärung über die vielen unterschiedlichen offiziellen wie inoffiziellen substanzungebundenen Abhängigkeiten.

a. Definition: "Substanzungebundene Abhängigkeit"

Die Bezeichnung der "substanzungebundenen Abhängigkeit ist weit gefasst, entsprechend ist eine enge Definition schwer zu formulieren. Grundsätzlich gehen mit allen Suchtformen ein gewisser Schaden für den Körper oder die Psyche einher. Diese Schädlichkeit gipfelt schließlich in einer Therapiebedürftigkeit. Mit der Sucht entwickelt sich im schlimmsten Fall der gesellschaftliche, soziale und finanzielle Ruin. Kurz gesagt, handelt es sich also um alle Formen der psychischen Abhängigkeit, die keinen Konsum von Substanzen benötigen. Bis in die 1990er Jahre wurden diese Formen nicht als offizielle Sucht anerkannt und fanden aus diesem Grund auch nur selten Erwähnung in der gängigen Forschungsliteratur dieser Zeitperiode.

b. Abgrenzung zu der "substanzgebundenen Abhängigkeit"

Die Abgrenzung liegt auf der Hand. Während sich die substanzungebundene Sucht im exzessiven Ausüben bestimmter Tätigkeiten wiederspiegelt, muss für die substanzgebundene Sucht der Konsum eines Suchtmittels nachgewiesen werden. Erstere wird auch als Verhaltenssucht bezeichnet und kann im gleichen Maße wie andere Abhängigkeiten auch gesundheitsgefährdend sein. Auch die Symptome sind teilweise deckungsgleich, schließlich treten vergleichbare Entzugserscheinungen auf.

Zum Seitenanfang1. Der ICD-10 Index der Weltgesundheitsorganisation

Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information beschreibt den Index als "internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme". Das Verzeichnis besteht aus einem systematischen Teil, in welchem die verschiedenen Codes der Systematik nach sortiert werden. Darüber hinaus gibt es ein alphabetisches Verzeichnis, das unter anderem verschlüsselte Diagnosen aus dem Sprachgebrauch sowie aus der stationären, als auch aus der ambulanten Versorgung darlegt. Außer der Glücksspielsucht, welche bisher am besten erforscht ist, sind keine weiteren Suchtformen in den ICD-10 Klassifikationen von 2014 eingetragen. Dies soll sich jedoch in Zukunft ändern, sodass in Kürze auch Suchtformen wie Kaufsucht, Computersucht, Arbeitssucht, das Messie-Syndrom, Sexsucht oder Adrenalinsucht in diese Einteilung aufgenommen werden. Aus diesem Grund sind diese bekanntesten Formen im Folgenden näher zu erläutern.

2. Beispiele der bekanntesten substanzungebundenen Abhängigkeiten - Ein Dossier

a. Glücksspielsucht

Diese Form der Verhaltensabhängigkeit lässt sich auch als "pathologisches" oder "zwanghaftes" Spielen bezeichnen. Sind Personen nicht mehr in der Lage, einer Wette oder einem Glücksspiel zu widerstehen und treten familiäre oder berufliche Folgeschäden durch das Spielen auf, so liegt der Verdacht einer Spielsucht nahe. Laut ICD-10 fällt diese Form der Abhängigkeit unter die Störung der Impulskontrolle. Der Spieler setzt immer höhere Beträge, um dem Alltag zu entfliehen. Ängste oder Depressionen, familiäre Probleme oder andere negative Stimmungslagen sollen durch das Spiel verdrängt werden. Es entsteht ein Teufelskreis, zumal die Aussicht auf einen Gewinn diese Verhaltensweise zusätzlich fördert.

Es wird häufig gefragt, ob es sich bei dem "pathologischen" Spielen überhaupt um eine richtige Sucht handelt. Wie jedoch in der Einleitung bereits geschildert wurde, muss sich eine Abhängigkeit nicht zwangsläufig durch den Konsum von bestimmten Substanzen bemerkbar machen.

Die unterschiedlichen Phasen der Spielsucht.
Quelle: http://www.casinoverdiener.com/glucksspielsucht.php
Gewinnphase, Verlustphase, Problemphase, finanzieller Totalverlust

Von besagter Verhaltenssucht ist besonders die Altersklasse zwischen 14 und 30 Jahren betroffen. Gerade bei der jungen Generation macht sich diese Handlungsweise anhand von Online-Spielen, Poker, Rubbellosen oder auch der Nutzung von Glücksspielautomaten bemerkbar. Es kann unterschieden werden zwischen mehreren Spielertypen. Die meisten davon spielen entweder an einem Automaten oder stillen ihr Verlangen in einem Casino. Darüber hinaus gibt es Spielertypen, die aufgrund des sozialen Faktors spielen sowie jene, die dies kontrolliert und auf einem professionellen Level machen. Außerdem gibt es eine dritte Gruppe, die der problematischen Spieler. Dies sind folglich Betroffene, die sich an einem kritischen Punkt, kurz vor der Spielsucht befinden. Schließlich gibt es die pathologischen Spieler, die ohne therapeutische Hilfe nicht mehr auf das exzessive Spielen verzichten können.

Hilfe können Betroffene an mehreren Stellen in Deutschland beziehen. So existieren bereits seit 1981 Selbsthilfegruppen, die sich, vergleichbar dem Prinzip der anonymen Alkoholiker, auf die Betreuung und den Austausch der Abhängigen beziehen.

b. Kaufsucht im Internet - Hypothesenprüfung und Modellexploration zur Klärung von Ursachen und Auslösern pathologischen Kaufverhaltens

Quelle: Statista GmbH
Verzicht auf Online-Shoping

Spätestens seit der Etablierung des Online-Shoppings wird die Kaufsucht immer verbreiteter in der Bevölkerung. Mit diesem Thema haben sich die Forscher der Hochschule Fresenius in Köln Dominic Gansen und Wera Aretz auseinandergesetzt. Viele Menschen nutzen das Einkaufen, um stressigen Gefühlen, Alltagssituationen sowie Spannungen aus dem Weg zu gehen. Der Kauf sorgt sogar dafür, diese Gefühle kurzzeitig zu kompensieren und entwickelt auf diese Weise eine erhebliche Abhängigkeitsgefahr. Darüber hinaus erleben Personen beim Einkauf häufig Zustimmung, Komplimente und Aufmerksamkeit. Statistiken belegen, dass ein Großteil der Käufer nicht mehr auf den Einkauf im Internet verzichten kann. Die Ursachen einer Kaufsucht sind vielseitig. Einerseits hilft der Kauf bei der Stärkung der eigenen Identität, er verschafft Anerkennung, die den betroffenen Personen im Alltag verwehrt bleiben und er sorgt zusätzlich für eine emotionale Unterstützung. Experten gehen davon aus, dass es bei Personen, die unter einer notorischen Kaufsucht leiden, bereits im Kindesalter zu seelischen Verletzungen gekommen sein muss. Hier können emotionale Vernachlässigung, Ablehnung oder auch eine Gleichgültigkeit durch das Elternhaus der ausschlaggebende Punkt sein.

Eine Kaufsucht liegt vor, wenn es zu einer vermehrten gedanklichen Beschäftigung mit dem Kaufen kommt, die schließlich in fehlangepassten Kaufimpulsen oder Verhaltensweisen gipfelt. Hier ist etwa vom Auftreten finanzieller Probleme oder auch vom Kauf von Gegenständen die Rede, die nicht gebraucht werden. Des Weiteren liegt ein Leidensdruck vor sowie eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Dies stellten die Wissenschaftler McElroy, Keck, Pope, Smith bereits im Jahre 1994 als Diagnosekriterien fest. Besonders das Online-Shopping sorgt inzwischen jedoch für ein erhöhtes Aufkommen dieser Sucht. Die Ergebnisse der Studie von Gansen und Aretz kommen zu dem Schluss, dass besonders das weibliche Geschlecht davon betroffen ist.

Im Fall der Kaufsucht dienen ebenfalls negative Erlebnisse als Grund. Zentrale Aspekte in dieser Hinsicht sind nicht nur fehlende Selbstregulation- und Bewältigungsstrategien, sondern auch negative sowie traumatische Erfahrungen in der Kindheit. Durch den Kauf von Gegenständen werden jene Emotionen unterdrückt oder kompensiert. In dieser Hinsicht ähneln sich die vielen substanzungebundenen Abhängigkeiten erheblich.

Quelle: http://journal-bmp.de/wp-content/uploads/2010/11/JBMP-1-2010-CompulsiveBuying-Gansen.pdf

c. Computerspiel- und Internetabhängigkeit als Thema der Sucht-Selbsthilfe - Ein Diskussionspapier

Die Nutzung des Internets spielt bei fast allen Menschen eine große Rolle im Alltag. Ob es sich um die Pflege sozialer Beziehungen, das Spielen oder die Gewinnung von Informationen handelt, das Internet bestimmt den Tagesablauf vieler Personen. Inzwischen ist dies nicht mehr einzig auf Computer beschränkt. Durch die Smartphones und Tablet-PCs sind die Menschen zu jeder Tages- und Nachtzeit online. Mit dieser Entwicklung geht auch das Auftreten der Computerspielsucht oder auch der Medienabhängigkeit einher. Es ist allerdings schwer zu sagen, ob Menschen tatsächlich dieser Sucht verfallen sind. Es muss folglich genau differenziert werden, da nicht jede Person abhängig ist, die sich viel im Internet aufhält.

Im Kontext mit der Mediensucht müssen drei der folgenden Symptome bei der betroffenen Person erkennbar sein:

  1. Entzugserscheinung: Wird der Konsum reduziert, so tritt Unruhe, Nervosität oder Zittern auf.
  2. Toleranzentwicklung: Die Befriedigung tritt bei gleichbleibender Nutzung nicht mehr ein.
  3. Einengung des Verhaltensmusters: Das Internet dominiert Alltag und Denken der Suchtkranken. Andere Aufgaben des Alltags treten in den Hintergrund.
  4. Regulation negativer Gefühle: Negative Erlebnisse und Gefühle werden verdrängt, stattdessen verschafft der Konsum eine Befriedigung oder eine positive Erregung.
  5. Rückfall: Auch nach langer Zeit ohne Internet erfolgt ein Rückfall in alte Verhaltensmuster.
  6. Schädliche Konsequenzen für Privatleben und Beruf: Es treten gehäuft Konflikte auf zwischenmenschlicher Ebene auf, darüber hinaus sind psychische Probleme erkennbar.

Auch in der Selbsthilfe wird diese Abhängigkeit sehr ernst genommen. So haben sich bereits diverse Suchtreferenten mit dem Thema auseinandergesetzt, obgleich die Problematik bisher noch nicht eingehend erforscht wurde. Dennoch steht fest, dass es sich um eine psychosoziale Störung handelt, die ähnliche Konsequenzen nach sich ziehen kann wie andere Abhängigkeiten auch. Aus diesem Grund müssen die Strukturen, die besonders die verbandliche Selbsthilfe bereithält, genutzt werden. Da allerdings bereits viele Minderjährige die Symptome aufweisen können, muss das Prinzip der Selbsthilfe auf deren Bedürfnisse umgestellt werden. Ein Vorschlag basiert auf einer temporären Selbsthilfe, die sich deutlich von den gewohnten Formen dieser Therapie unterscheiden.

Quelle: http://mediensucht-konferenz.de/downloads/Diskussionspapier_MS11_WS1-1.pdf

d. "Arbeitssucht" - Überblicksartikel

Auch diese Form der Abhängigkeit wurde von offizieller Seite noch nicht als eine solche anerkannt. Das sorgt weiterhin dafür, dass dieses Problem in der Gesellschaft weitestgehend keine Beachtung findet. Dennoch ist es eine Krankheit und lässt sich wie folgt definieren:

"Arbeitssucht ist eine fortschreitende pathologische Fixierung auf Arbeit bzw. das Arbeiten, zu der wesentlich Kontrollverlust und Entzugserscheinungen gehören." (Heide, Holger und Schulze, Rudolf)

Es gibt unterschiedliche Typen der Arbeitssucht. Grundlage sind die verschiedenen Arbeitsstile, bei denen ein Kontrollverlust erkennbar oder denkbar ist. Hier gibt es einen Dissens in der Forschung, so beschreibt Fassel die zwanghafte, heimliche oder auch anorektische Arbeitssucht, während sich Poppelreuter auf die entscheidungsunsichere, überfordert-unflexible, verbissene oder auch überfordert zwanghafte Arbeitssucht spezialisiert. Ein weiterer Forscher, Robinson, hat wieder andere Typen spezifiziert, wie etwa die rastlosen, anfallkranken, genießerischen Workaholics oder jene mit einem Aufmerksamkeitsdefizit.

Trotz aller Differenzen bezüglich der Typen gibt es bei den unterschiedlichen Stadien allgemeine Zustimmung. Diese unterscheiden sich in zwei Stadien:

  1. Anfangsstadium: Hier dominiert das Gefühl der Kontrolle und der Leistungsfähigkeit. Solange dem Betroffenen eine soziale Bestätigung wiederfährt, verbindet er diesen Tatendrang als Hochgefühl. Nichtsdestotrotz treten auch zu Beginn Konzentrationsstörungen oder Kreislaufschwächen auf.
  2. Hauptstadium: In dieser Phase tritt das Hochgefühl immer seltener ein. Der Betroffene erkennt hingegen, dass ihn das zwanghafte Arbeiten nunmehr seelisch und sozial schädigt. Er kann damit jedoch nicht einfach aufhören und es erfolgt eine Diskrepanz zwischen der Arbeit, die in den Augen des Süchtigen zu erledigen ist und dessen seelischer wie physischer Verfassung.

Schafft es der Betroffene nicht, sich in diesem Stadium professionelle Hilfe zu suchen, so verliert er endgültig die Kontrolle. Er wird zunehmend Aufputsch- und Beruhigungsmittel nehmen. Auch sein soziales Umfeld ist davon betroffen. Es folgen schließlich körperliche Krankheiten und moralischer Verfall, was im schlimmsten Fall im Suizid enden kann.

Quelle: http://www.wiwi.uni-bremen.de/seari/arbeitssucht.pdf

e. Messie-Syndrom - Informationen für Betroffene

Dieser Ausdruck betrifft umgangssprachlich jene Personen, die Gegenstände "zwanghaft horten". Während diese Objekte für die meisten Menschen eigentlich wertlos sind, können sich Messies nicht von ihnen trennen. Die häufigsten Dinge sind etwa Zeitungen, Werbepost, Geschirr oder auch defekte elektronische Geräte. Aufgrund des Schamgefühls tritt oft eine soziale Isolation ein, da die Betroffenen keine anderen Personen mehr in ihre Wohnungen lassen möchten.

Zudem wird immer wieder angenommen, dass die Leitragenden Müll oder Essensreste sammeln. Diesen Zwang hat jedoch lediglich ein kleiner Teil der Personen. Bisher ist es nicht abschließend geklärt, ob es sich um ein eigenständiges Krankheitsbild handelt oder, ob dies den Zwangsstörungen unterzuordnen ist.

Experten gehen davon aus, dass in Deutschland rund 300.000 Menschen von dem Syndrom betroffenen sind. Allerdings gibt es kaum valide Daten. Fest steht jedoch, dass der Drang bereits in der Jugend erkennbar ist. Kommt es in den Anfangsstadien jedoch zu keiner umfassenden Therapie, so verschlimmert sich der Zustand zusehends.

Das genaue Entstehen ist noch nicht erforscht, allerdings steht fest, dass neurobiologische Faktoren eine Rolle spielen. Denn der Drang, brauchbare Dinge aufzuheben, ist ein Instinkt, welcher vom präfrontalen Kortex unterdrückt wird. Bei Messies ist das nicht der Fall. Des Weiteren sind häufig kognitive Defizite erkennbar. Die Unterscheidung zwischen Wichtigem und Unwichtigem fällt den Betroffenen zusehends schwerer.

Die Folgen sind soziale Ausgrenzung, Rückzug aus der Gesellschaft und ein großes Schamgefühl. Außerdem impliziert das "zwanghafte Horten" weitere Störungen wie Depression, Ängste oder Essstörungen.

Quelle: http://www.spektrum.de/fm/976/Messie-Syndrom_NEU.pdf

f. Sexsucht - Ist Ihr Patient abhängig?

Dieser Begriff bezieht sich auf ein "nicht kontrollierbares exzessives Sexualverhalten, das sich schwerpunktmäßig auf normale, nicht-paraphile sexuelle Reize bezieht". So definiert Prof. Dr. Uwe Hartmann von der Medizinischen Hochschule Hannover diese Abhängigkeit. Allerdings ist die Sucht nicht einfach als eine solche zu erkennen, denn die Frage, wieviel Sex sich als potentiell schädlich herausstellt, ist schwierig zu beantworten. Allerdings gibt es einige Verhaltensweisen, die offenlegen, ob eine Person sexsüchtig ist oder nicht.

  1. Hohe Frequenz und hohe Bedeutung von Masturbation
  2. Exzessiver Pornographiekonsum
  3. Promiskuität

Bezüglich der Anzahl der betroffenen Menschen kann im Moment noch keine genaue Angabe gemacht werden. In Deutschland geht die Forschung von drei bis sechs Prozent der Bevölkerung aus. In anderen Ländern, etwa in Neuseeland, haben jedoch 14 Prozent der Männer angegeben, über sexuelle Phantasien zu verfügen, die sich der eigenen Kontrolle zu entziehen drohen. Ähnliches gaben bei der gleichen Stichprobe sieben Prozent der Frauen an.

Für Betroffene gibt es einige Eigenschaften, die auf eine Sexsucht hinweisen:

  • Schwierigkeiten, das Sexverhalten zu kontrollieren.
  • Negative Konsequenzen aufgrund des sexuellen Verhaltens.
  • Wird versucht, das Verhalten zu verheimlichen?
  • Besteht der Eindruck, zu viel Zeit in sexuelle Aktivitäten zu investieren?

Die Sexsucht ist streng von der Paraphilie abzugrenzen. Denn während die Paraphilie teilweise "wahllos" immer neue Sexualverhalten und Stimuli sucht, bezieht sich die Sexsucht ausschließlich auf normophile, nicht-deviante Verhaltensweisen.

Viele der Betroffenen diagnostizieren bei sich selbst die Krankheit. Dies geschieht meist, sobald das Verhalten auffällt, also Angehörige von übermäßigem Pornographie-Konsum, Bordellbesuchen oder Affären mitbekommen haben. Allerdings muss der Arzt zunächst eigenständig die Diagnose feststellen, bevor therapeutische Maßnahmen ergriffen werden. Das geschieht mit Hilfe von Fragebögen, Screeningfragen und einer Sexualanamnese.

Die Therapie erfolgt schließlich in Form eines multimodalen Ansatzes. Hier finden sowohl pharmakotherapeutische Optionen, kognitive Verhaltenstherapien sowie psychodynamisch orientierte Verfahren Anwendung. Ansätze sind jedoch lediglich dann sinnvoll, wenn der Patient selbst die Notwendigkeit erkennt, dass er sein Verhalten ändern muss.

Quelle: http://www.allgemeinarzt-online.de/a/1601233

g. Adrenalinsucht - Sensation Seeking und Sportrezeption nach Marvin Zuckerman

Zuckerman definiert dieses Verlangen als "Verhaltensdisposition, die gekennzeichnet ist durch das Bedürfnis nach abwechslungsreichen, neuen, komplexen Eindrücken und Erfahrungen und der dazugehörigen Bereitschaft, physische und soziale Risiken in Kauf zu nehmen."

Im Vergleich zu normalen Personen können die Sensation-Seeker die starken Wahrnehmungen besser verarbeiten. Sie dienen als Belohnung für die Sinne und verschaffen der betroffenen Person eine Erregung. Allerdings müssen die Reize stetig übertroffen werden, um den Zustand erneut zu erreichen. Mittlerweile gibt es eine Skala, anhand welcher das Verhalten der Betroffenen festgestellt und analysiert werden kann. Diese Einteilung besteht aus vier Teilen.

g. Adrenalinsucht - Sensation Seeking und Sportrezeption nach Marvin Zuckerman

Zuckerman definiert dieses Verlangen als "Verhaltensdisposition, die gekennzeichnet ist durch das Bedürfnis nach abwechslungsreichen, neuen, komplexen Eindrücken und Erfahrungen und der dazugehörigen Bereitschaft, physische und soziale Risiken in Kauf zu nehmen."

Im Vergleich zu normalen Personen können die Sensation-Seeker die starken Wahrnehmungen besser verarbeiten. Sie dienen als Belohnung für die Sinne und verschaffen der betroffenen Person eine Erregung. Allerdings müssen die Reize stetig übertroffen werden, um den Zustand erneut zu erreichen. Mittlerweile gibt es eine Skala, anhand welcher das Verhalten der Betroffenen festgestellt und analysiert werden kann. Diese Einteilung besteht aus vier Teilen.

Viele Wissenschaftler gehen darüber hinaus von einem engen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Horrorfilmen und der Adrenalinsucht aus. Diese Annahmen konnten bereits 1986 von Zuckerman und Litle belegt werden. Gleiches gilt für das Verlangen nach pornographischem Filmmaterial. Hier belegten Schirmann und Rowland 1985 eine Korrelation. Grundsätzlich konnten diverse Zusammenhänge zwischen dem persönlichen Fernsehverhalten, dem Sensation-Seeking sowie dem Freizeitverhalten festgestellt werden. Des Weiteren verbringen die Betroffenen mehr Zeit mit Freizeitaktivitäten. Im Vordergrund steht bei allen Aktionen die individuelle Reizsuche durch bestimmte Sportarten, Filme oder andere Freizeitaktivitäten.

Quelle: http://www.uni-leipzig.de/~mediensp/seminar/15_Kirchhoff.doc

Zum Seitenanfang3. Fazit

Dieses Dossier befasst sich mit dem ICD-10 Index der Weltgesundheitsorganisation und der damit verbundenen Einteilung der substanzungebundenen Suchtformen. Aus dem Grund wird im ersten Kapitel zunächst diese Art der Abhängigkeit näher erläutert. Kapitel zwei befasst sich mit dem eigentlichen Index. Seit einiger Zeit empfehlen Experten, dass dieser um mehrere Suchtformen erweitert werden solle. Das Dossier stellt einige dieser Arten vor, die in Zukunft dieser Liste möglicherweise hinzuzufügen sind. Publikation, Studien oder Fachbeiträge erläutern die unterschiedlichen Suchtformen näher.

Dabei gibt es zwischen allen Ausprägungen viele Parallelen. Besonders auffällig sind die Abgrenzung von der Umwelt und die Tatsache, dass soziale Bindungen, berufliche Karriere und die Gesundheit der Betroffenen enorm unter den Suchtformen leiden. Deshalb ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die unterschiedlichen Ausprägungen der substanzungebundenen Abhängigkeit in den ICD-10 Index vollständig aufgenommen und schließlich als offizielle Suchtform anerkannt werden.

Autor/in:Markus Müller
Keywords:Substanzgebundene Abhängigkeit, Sucht, Kaufsucht, Computersucht, Arbeitssucht, Messie-Syndrom, Sexsucht, Adrenalinsucht, Spielsucht, Arbeitssucht, Junkie
Zuletzt geändert:25.03.2016Zum Seitenanfang
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