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Hypothalamus

Zum SeitenanfangZusammenfassung

Der Hypothalamus ist ein kleiner, lebenswichtiger Teil des Zwischenhirns, der unten am Gehirn, etwa in der Mitte des Schädels und auf Höhe der Augenbrauen sitzt. Der Hypothalamus ist das wichtigste Steuerzentrum eines Teils des Nervensystems und die oberste Steuerzentrale des Systems der Hormone. Er hält das Gleichgewicht im Körper aufrecht und beeinflusst unter anderem die Körpertemperatur, den Blutdruck, die Atmung, die Nahrungs- und die Flüssigkeitsaufnahme, das Bewusstsein, den Wach-Schlaf-Rhythmus, den Schlaf, das Sexual- und das Fortpflanzungsverhalten. Der Hypothalamus stellt acht lebenswichtige Hormone her, mit denen er auf verschiedene Vorgänge im Körper einwirkt. Verschiedene gutartige und bösartige Erkrankungen des Hypothalamus können auftreten.

Zum SeitenanfangAllgemeines

Abbildung 1: Hypothalamus
Hirnanhangdrüse, Grosshirn, Kleinhirn, Sella turcica, Hypothalamus, Schädelknochen

Der Hypothalamus ist ein lebenswichtiger Teil des Zwischenhirns, der unten am Gehirn, etwa in der Mitte des Schädels und auf Höhe der Augenbrauen sitzt (siehe Abbildung 1). Er ist mit seinen 15 Gramm klein.

Der Hypothalamus ist lebenswichtig. Er sorgt für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts im Körper, indem er unter anderem die Körpertemperatur, den Blutdruck, die Atmung, die Nahrungs- und die Flüssigkeitsaufnahme, das Bewusstsein, den Wach-Schlaf-Rhythmus, den Schlaf, das Sexual- und das Fortpflanzungsverhalten beeinflusst. Um alle diese Aufgaben erledigen zu können, muss der Hypothalamus den ganzen Körper überwachen, mit den Geweben des Körpers Informationen austauschen und den Geweben des Körpers Anordnungen geben.

Der Hypothalamus ist deshalb gleichzeitig das wichtigste Steuerzentrum des vegetativen Nervensystems und die oberste Steuerzentrale des Hormonsystems und kann somit für die Überwachung und den Informationsaustausch das Nachrichtensystem der Nerven und der Hormone verwenden. Das vegetative Nervensystem ist der Teil des Nervensystems, der für die lebenswichtigen Funktionen, wie beispielsweise Atmung, Verdauung, Stoffwechsel und Wasserhaushalt, zuständig ist und der durch den Willen oder das Bewusstsein nicht beeinflusst werden kann. Das endokrine System ist das System der Hormone. Hormone sind Botenstoffe, die die Anweisungen des Körpers seinen einzelnen Organen mitteilen und Meldungen von den Organen an den Körper zurückgeben.

Der Hypothalamus besteht aus mehreren Kernen. Diese Kerne werden in eine vordere, eine mittlere und eine hintere Kerngruppe eingeteilt. Die Kerngruppen sind für unterschiedliche Aufgaben des Hypothalamus zuständig. Sie sprechen über Nervenverbindungen ihre Tätigkeiten untereinander ab.
In der vorderen und mittleren Kerngruppe stellt der Hypothalamus als oberste Steuerzentrale des endokrinen Systems verschiedene, lebenswichtige Hormone her. Mit diesen Hormonen beeinflusst der Hypothalamus die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Der Hypothalamus ist über einen Stiel, den sogenannten Hypophysenstiel, mit der Hirnanhangsdrüse verbunden (siehe Abbildung 1) und bildet mit der Hirnanhangsdrüse eine funktionelle Einheit. Die Hirnanhangsdrüse leitet dann die Befehle des Hypothalamus an die verschiedenen Gewebe des Körpers weiter.

In der vorderen Kerngruppe steuert der Hypothalamus zudem den Schlaf-Wach-Rhythmus, den Blutdruck, den Puls, die Körpertemperatur, die Nahrungsaufnahme und das Sexualverhalten. Die Nahrungsaufnahme wird auch von der mittleren Kerngruppe des Hypothalamus beeinflusst.
Die hintere Kerngruppe des Hypothalamus nimmt Einfluss auf das Gedächtnis, die Lernfähigkeit und das Verhalten, beispielsweise das Sexualverhalten.

Die vom Hypothalamus gebildeten Hormone werden je nach ihrer Aufgabe in drei Gruppen eingeteilt, die Gruppe der Releasing Hormone, die Gruppe der Inhibiting Hormone und die Gruppe der Effektorhormone.

Die sogenannten Releasing Hormone bewirken eine Steigerung der Hormonproduktion in der Hirnanhangsdrüse und dadurch eine Aktivierung des Hormonsystems des Körpers. Die Releasing Hormone werden oft auch Liberine genannt. Zu den Releasing Hormonen gehören das Thyreotropin Releasing Hormon TRH, das Corticotropin Releasing Hormon CRH, das Gonadotropin Releasing Hormon GnRH und das Growth Hormon Releasing Hormon GHRH.

Die sogenannten Inhibiting Hormone sind die Gegenspieler der Releasing Hormone. Denn sie hemmen die Hormonproduktion in der Hirnanhangsdrüse und damit das Hormonsystem des Körpers. Die Inhibiting Hormone werden oft auch Statine genannt. Die Inhibiting Hormone, die vom Hypothalamus hergestellt werden, sind das Somatostatin und das Dopamin.

Mit den Effektorhormonen kann der Hypothalamus direkt den Geweben des Körpers Anordnungen überbringen. Die Effektorhormone werden wie die Releasing- und die Inhibiting Hormone im Hypothalamus hergestellt und danach über Nervenbahnen im Stiel der Hirnanhangsdrüse zum Hinterlappen der Hirnanhangsdrüse weitergeleitet. Im Hinterlappen der Hirnanhangsdrüse werden die Effektorhormone gespeichert und bei Bedarf ins Blut abgegeben. Mit dem Blut gelangen die Effektorhormone dann zu den Geweben, denen sie Anordnungen geben sollen. Die Effektorhormone, die vom Hypothalamus gebildet werden, sind das Vasopressin und das Oxytocin.

Zum SeitenanfangReleasing Hormone

Die Releasing Hormone, die vom Hypothalamus hergestellt werden, sind das Thyreotropin Releasing Hormon TRH, das Corticotropin Releasing Hormon CRH, das Gonadotropin Releasing Hormon GnRH und das Growth Hormon Releasing Hormon GHRH.

Thyreotropin Releasing Hormon (TRH)

Mit dem Thyreotropin Releasing Hormon, das auch Thyroliberin, Protirelin oder TRH genannt wird, regt der Hypothalamus im Hypophysenvorderlappen die Produktion und Ausschüttung des thyreoideastimulierenden Hormons TSH ins Blut an. Mit dem Blut gelangt das thyreoideastimulierende Hormon in die Schilddrüse und regt die Schilddrüse zum Wachstum, zur Aufnahme von Jod und zur Produktion sowie Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen an.

Zudem regt der Hypothalamus mit dem Thyreotropin Releasing Hormon im Hypophysenvorderlappen eine vermehrte Produktion von Prolaktin an. Prolaktin fördert während der Schwangerschaft gemeinsam mit Östrogen und Progesteron das Wachstum der Brust zur Produktion der Muttermilch. Nach der Schwangerschaft ermöglicht Prolaktin die Produktion von Muttermilch in der Brust und verhindert während der Stillzeit meist einen regelmässigen Menstruationszyklus mit einem regelmässigen Eisprung.

Bei der nicht-schwangeren sowie nicht-stillenden Frau und beim Mann hat das Prolaktin aber einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit, da das Prolaktin, wenn es in grösserer Menge im Körper vorhanden ist, die Produktion von Gonadotropinen im Hypophysenvorderlappen und damit die Funktion der Hoden beim Mann und der Eierstöcke bei der Frau stört. Deshalb ist bei Frauen, die nicht schwanger sind und die nicht stillen, und bei Männern das Prolaktin normalerweise nur in geringer Menge im Blut vorhanden.

Die Produktion und die Ausschüttung des Thyreotropin Releasing Hormons (TRH) wird durch den Hypothalamus selbst überwacht (vgl. gelber Kasten). Der Hypothalamus misst ununterbrochen die Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut und stellt anhand dieser Messungen mithilfe des Thyreotropin Releasing Hormons und des Gegenspielers, des Inhibiting Hormons Somatostatin, die Produktionsmenge an thyreoideastimulierendem Hormon im Hypophysenvorderlappen und damit die Funktion der Schilddrüse ein.

Ist die Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut zu gering, produziert der Hypothalamus mehr Thyreotropin Releasing Hormon, das die Produktion und Ausschüttung von thyreoideastimulierendem Hormon im Hypophysenvorderlappen und damit die Funktion der Schilddrüse fördert. Ist die Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut zu gross, stellt der Hypothalamus Somatostatin her, das die Produktion und die Ausschüttung von thyreoideastimulierendem Hormon im Hypophysenvorderlappen und damit die Funktion der Schilddrüse hemmt.

Regelkreislauf des TRH

Abbildung 2: Regelkreislauf des TRH
Regelkreislauf Hypothalamus-Schilddrüse, Regelkreislauf TRH

Die Menge an Thyreotropin Releasing Hormon (TRH), die der Hypothalamus herstellt und ins Blut ausschüttet, wird durch einen Regelkreis zwischen den Schilddrüsenhormonen im Blut, dem Hypothalamus, der Hirnanhangsdrüse und der Schilddrüse fein eingestellt:

1. Der Hypothalamus misst ständig die Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut.

2. Mithilfe des Botenstoffs Thyreotropin Releasing Hormon (TRH) und Somatostatin leitet der Hypothalamus der Hirnanhangsdrüse weiter, ob die Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut normal, zu gross oder zu klein ist.

3. Mithilfe des Botenstoffs TSH leitet die Hirnanhangsdrüse der Schilddrüse je nach Menge an Thyreotropin Releasing Hormon (TRH) und Somatostatin vom Hypothalamus weiter, dass sie weiterhin in gleich grosser, in geringerer oder in grösserer Menge Schilddrüsenhormone herstellen und ins Blut ausschütten soll.

4. Je nach Meldung der Hirnanhangsdrüse passt die Schilddrüse ihre Produktion und Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen ins Blut an, sodass die Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut normal bleibt oder wird und weder zu gross noch zu klein ist.

Corticotropin Releasing Hormon (CRH)

Mit dem Corticotropin Releasing Hormon, das auch Corticotropin Releasing Factor, Corticoliberin, CRF oder CRH genannt wird, regt der Hypothalamus im Hypophysenvorderlappen die Produktion und Ausschüttung des adrenokortikotropen Hormons ACTH ins Blut an. Mit dem Blut gelangt das adrenokortikotrope Hormon zur Nebennierenrinde und regt in der Nebennierenrinde die Produktion von Glukokortikoiden, Mineralokortikoiden und Sexualhormonen an. Glukokortikoide, Mineralokortikoide und Sexualhormone sind drei Botenstoffe mit zahlreichen, teils lebenswichtigen Aufgaben im Körper. Da das Corticotropin Releasing Hormon in Stresssituationen vom Hypothalamus vermehrt produziert und ausgeschüttet wird, wird es auch als Stresshormon bezeichnet. Als Stresshormon sorgt das Corticotropin Releasing Hormon in Stresssituationen dafür, dass eine ausreichende Menge an adrenokortikotropem Hormon ACTH und damit an Glukokortikoiden vorhanden ist. Die Glukokortikoide stellen den Körper so ein, dass der Betroffene die Stresssituation optimal bewältigen kann.

Die Produktion und die Ausschüttung des Corticotropin Releasing Hormons (CRH) wird durch den Hypothalamus selbst überwacht (vgl. Gelber Kasten unten). Die normale Menge an Corticotropin Releasing Hormon, adrenokortikotropem Hormon und Glukokortikoiden im Blut hängt von der Tageszeit und dem Zustand ab, in dem sich der Mensch gerade befindet.

Normalerweise hat es am frühen Morgen die grösste und am späten Abend die kleinste Menge an Corticotropin Releasing Hormon im Blut. Der Hypothalamus misst ununterbrochen die Menge an adrenokortikotropem Hormon ACTH sowie Glukokortikoiden im Blut und stellt die Produktionsmenge an Corticotropin Releasing Hormon anhand dieser Messungen und des Zustands des Menschen ein. Tritt eine Stresssituation auf, nimmt dies der Hypothalamus wahr, produziert mehr Corticotropin Releasing Hormon und teilt damit dem Hypophysenvorderlappen mit, dass er mehr adrenokortikotropes Hormon ACTH produzieren soll. In der Folge stellt die Nebennierenrinde mehr Glukokortikoide her und der Körper wird optimal auf die Stresssituation eingestellt. Ist die Stresssituation überstanden, bemerkt dies wiederum der Hypothalamus.

In der Folge bildet er wieder weniger Corticotropin Releasing Hormon und beauftragt damit den Hypophysenvorderlappen, wieder weniger adrenokortikotropes Hormon ACTH herzustellen. Mögliche Stresssituationen sind Prüfungen, Arbeit, Verletzungen, Operationen, Freude, psychische und körperliche Belastungen.

Regelkreislauf des CRH

Abbildung 3: Regelkreislauf des CRH
Regelkreislauf des CRH, Regelkreislauf bei der Wahrnehmung von Stresssituationen, Hypothalamus

Die Produktion und Ausschüttung des Corticotropin Releasing Hormons (CRH) im Hypothalamus wird durch einen Regelkreis zwischen der Wahrnehmung von Stresssituationen, der Menge an adrenokortikotropem Hormon (ACTH) und Glukokortikoiden im Blut, dem Hypothalamus, der Hirnanhangsdrüse und den Nebennieren fein eingestellt. In dieser Abbildung wird der Regelkreis zur Vereinfachung nur an der rechten Nebenniere gezeigt.

1. Der Hypothalamus misst ständig die Menge an adrenokortikotropem Hormon (ACTH) und an Glukokortikoiden im Blut und nimmt wahr, wenn eine Stresssituation besteht, zu deren Bewältigung mehr adrenokortikotropes Hormon (ACTH) und Glukokortikoide benötigt werden.

2. Mithilfe des Botenstoffs Corticotropin Releasing Hormon (CRH) leitet der Hypothalamus der Hirnanhangsdrüse weiter, ob die Menge an adrenokortikotropem Hormon (ACTH) und Glukokortikoiden im Blut normal, zu gross oder zu klein ist.

3. Mithilfe des Botenstoffs adrenokortikotropes Hormon (ACTH) leitet die Hirnanhangsdrüse den Nebennieren je nach Menge an Corticotropin Releasing Hormon (CRH) vom Hypothalamus weiter, dass sie weiterhin in gleich grosser, in geringerer oder in grösserer Menge Glukokortikoide herstellen und ins Blut ausschütten sollen.

4. Je nach Meldung der Hirnanhangsdrüse passen die Nebennieren ihre Produktion und Ausschüttung von Glukokortikoiden ins Blut an, sodass die Menge an Glukokortikoiden im Blut für die jeweilige Situation, in der sich der Mensch gerade befindet, ausreichend ist und weder zu gross noch zu klein ist.

Gonadotropin Releasing Hormon (GnRH)

Das Gonadotropin Releasing Hormon wird auch Gonadoliberin, Gonadorelin, luteinisierendes Hormon Releasing Hormon, follikelstimulierendes Hormon Releasing Hormon, Gonadotropin Releasing Factor, LHRH, FSHRH, GnRF, GRH oder GnRH genannt. Mit dem Gonadotropin Releasing Hormon regt der Hypothalamus im Hypophysenvorderlappen die Produktion und Ausschüttung zweier Gonadotropine ins Blut an.

Die zwei Gonadotropine, die im Hypophysenvorderlappen produziert werden, sind das luteinisierende Hormon LH und das follikelstimulierende Hormon FSH. Mit dem Blut gelangen die Gonadotropine LH und FSH beim Mann zu den Hoden und bei der Frau zu den Eierstöcken. LH und FSH regen beim Mann in den Hoden und bei der Frau in den Eierstöcken das Wachstum, die Funktion und die Sexualhormonproduktion an. Beim Mann regt das luteinisierende Hormon in den Hoden die Produktion von Testosteron, dem wichtigsten männlichen Sexualhormon, an. Das Testosteron ermöglicht dann gemeinsam mit dem follikelstimulierenden Hormon die Ausreifung der Spermien. Bei der Frau regt das luteinisierende Hormon in den Eierstöcken die Produktion von Östrogen, dem wichtigsten weiblichen Sexualhormon, und Progesteron an. Östrogen und Progesteron regulieren zusammen den Menstruationszyklus.

Das luteinisierende Hormon ermöglicht zudem eine Schwangerschaft, indem es bei der Frau zum Eisprung führt und nach dem Eisprung die Umwandlung des Follikels in den Gelbkörper bewirkt. Das follikelstimulierende Hormon ermöglicht bei der Frau die Ausreifung der Eizellen und regt gemeinsam mit dem luteinisierenden Hormon in den Eierstöcken die Produktion von Östrogen an.

Die Produktion und die Ausschüttung des Gonadotropin Releasing Hormons (GnRH) wird durch den Hypothalamus selbst überwacht (vgl. gelbe Kasten unten). Der Hypothalamus misst ununterbrochen die Menge an Sexualhormonen im Blut. Hat es zu wenige Sexualhormone im Blut, nimmt dies der Hypothalamus wahr, produziert mehr Gonadotropin Releasing Hormon und teilt damit dem Hypophysenvorderlappen mit, dass er mehr Gonadotropine produzieren und ausschütten soll.

Hat es zu viele Sexualhormone im Blut, bemerkt auch dies der Hypothalamus. In der Folge bildet er weniger Gonadotropin Releasing Hormon und beauftragt dadurch den Hypophysenvorderlappen, weniger Gonadotropine herzustellen.

Regelkreislauf zwischen den Sexualhormonen im Blut

Abbildung 4: Regelkreislauf des GnRH
Regelkreislauf des GnRH, Regelkreislauf zwischen den Sexualhormonen im Blut, GnRH, Hypothalamus

Die Menge an Gonadotropin Releasing Hormon (GnRH), die der Hypothalamus herstellt und ausschüttet, wird durch einen Regelkreis zwischen den Sexualhormonen im Blut, dem Hypothalamus, der Hirnanhangsdrüse und den Hoden beim Mann respektive den Eierstöcken bei der Frau fein eingestellt:

1. Der Hypothalamus misst ständig die Menge an Sexualhormonen im Blut.

2. Mithilfe des Botenstoffs Gonadotropin Releasing Hormon (GnRH) leitet der Hypothalamus der Hirnanhangsdrüse weiter, ob die Menge an Sexualhormonen im Blut normal, zu gross oder zu klein ist.

3. Mithilfe der Gonadotropine leitet die Hirnanhangsdrüse den Hoden beim Mann respektive den Eierstöcken bei der Frau je nach Menge an Gonadotropin Releasing Hormon (GnRH) vom Hypothalamus weiter, dass sie weiterhin in gleich grosser, in geringerer oder in grösserer Menge Sexualhormone herstellen und ins Blut ausschütten sollen.

4. Je nach Meldung der Hirnanhangsdrüse passen die Hoden beim Mann respektive die Eierstöcke bei der Frau ihre Produktion und Ausschüttung von Sexualhormonen ins Blut an, sodass die Menge an Sexualhormonen im Blut normal bleibt oder wird und weder zu gross noch zu klein ist.

Growth Hormon Releasing Hormon (GHRH)

Mit dem Growth Hormon Releasing Hormon, das auch Growth Hormon Releasing Factor, Somatotropin Releasing Hormon, SRH, Somatoliberin, GRF oder GRH genannt wird, regt der Hypothalamus im Hypophysenvorderlappen die Produktion und Ausschüttung von Wachstumshormon ins Blut an.

Wachstumshormon wird im englischen Sprachraum Growth Hormone GH genannt. Das Wachstumshormon hat verschiedene Aufgaben im menschlichen Körper. Im Kindes- und Jugendalter spielt das Wachstumshormon eine wichtige Rolle für das Längenwachstum. Es fördert zudem das Wachstum der inneren Organe, ist beteiligt an der Verknöcherung des Skeletts und hat Einfluss auf den Stoffwechsel. Im Erwachsenenalter beeinflusst das Wachstumshormon die körperliche Leistungsfähigkeit und den Zuckerstoffwechsel, den Fettabbau und den Muskelaufbau, die Knochenfestigkeit und den Knorpelhaushalt, die Wundheilung und die Erneuerung von Gewebe, die Gehirnfunktion und das seelische Wohlbefinden. Das Wachstumshormon wird vor allem bei Kindern und Jugendlichen gebildet, nach Abschluss der Wachstumsphase wird deutlich weniger Wachstumshormon im Körper produziert.

Die Produktion und die Ausschüttung von Growth Hormon Releasing Hormon (GHRH) wird durch den Hypothalamus selbst reguliert (siehe gelber Kasten unten). Die normale Menge an Wachstumshormon im Körper hängt vom Zustand ab, in dem sich der Körper gerade befindet. Deshalb muss der Hypothalamus den Zustand des Körpers sowie den Bedarf des Körpers an Wachstumshormon ständig überwachen und mittels dem Growth Hormon Releasing Hormon und dem Gegenspieler, dem Inhibiting Hormon Somatostatin, die Produktionsmenge von Wachstumshormon im Hypophysenvorderlappen einstellen. Je nach Zustand des Körpers ist mehr Wachstumshormon notwendig und der Hypothalamus produziert mehr Growth Hormon Releasing Hormon oder der Körper benötigt weniger Wachstumshormon und der Hypothalamus produziert deshalb mehr Somatostatin.

Schlaf, körperlicher und geistiger Stress, Unterzuckerung, Eiweissmangel und gewisse Medikamente verlangen eine grössere Menge an Wachstumshormon. Der Hypothalamus nimmt diese Zustände wahr und bildet als Reaktion darauf mehr Growth Hormon Releasing Hormon, das die Produktion und Ausschüttung von Wachstumshormon im Hypophysenvorderlappen fördert. Eine zu grosse Menge an Wachstumshormon, Zucker oder Fett im Blut und gewisse Medikamente verlangen eine geringere Menge an Wachstumshormon. Der Hypothalamus nimmt auch dies wahr und produziert als Reaktion mehr Somatostatin, das die Produktion und die Ausschüttung von Wachstumshormon im Hypophysenvorderlappen hemmt.

Reglekreislauf des Wachstumshormons GHRH

Abbildung 5: Regelkreislauf des GHRH
Regelkreislauf des GHRH, Regelkreislauf des Wachstumshormons, Regelung des Wachstums

Die Produktion und Ausschüttung des Growth Hormon Releasing Hormons (GHRH) im Hypothalamus wird durch einen Regelkreis zwischen der Wahrnehmung des Zustandes, der Menge an Wachstumshormon im Blut, dem Hypothalamus und der Hirnanhangsdrüse fein eingestellt:

1. Der Hypothalamus misst ständig die Menge an Wachstumshormon im Blut und nimmt den Zustand, in dem sich der Körper befindet, wahr.

2. Mithilfe der Botenstoffe Growth Hormon Releasing Hormon (GHRH) und Somatostatin leitet der Hypothalamus der Hirnanhangsdrüse weiter, ob die Menge an Wachstumshormon im Blut normal, zu gross oder zu klein ist.

3. Je nach Meldung des Hypothalamus passt die Hirnanhangsdrüse ihre Produktion und Ausschüttung von Wachstumshormon ins Blut an, sodass die Menge an Wachstumshormon im Blut für den jeweiligen Zustand, in dem sich der Mensch gerade befindet, ausreichend ist und weder zu gross noch zu klein ist.

Zum SeitenanfangInhibiting Hormone

Die Inhibiting Hormone, die vom Hypothalamus hergestellt werden, sind das Somatostatin und das Dopamin. Somatostatin und Dopamin werden aber nicht nur vom Hypothalamus hergestellt, sondern noch von anderen Geweben des Körpers. Sie sind zudem nicht nur Inhibiting Hormone des Hypothalamus, sondern haben noch weitere Aufgaben im Körper. In diesem Text werden Somatostatin und Dopamin nur in ihrer Rolle als Inhibiting Hormone des Hypothalamus besprochen.

Zum SeitenanfangDopamin

Mit dem Dopamin verhindert der Hypothalamus, dass der Hypophysenvorderlappen zuviel Prolaktin herstellt. Dopamin wird deshalb auch Prolaktin inhibiting Hormon (PIH), Prolaktin inhibiting Factor (PIF) oder Prolaktostatin genannt. Dopamin ist ein Botenstoff, mit dessen Hilfe sich die Anteile des Nervensystems untereinander unterhalten und mit dem der Hypothalamus dem Hypophysenvorderlappen Befehle gibt.

Prolaktin fördert während der Schwangerschaft gemeinsam mit Östrogen und Progesteron das Wachstum der Brust zur Produktion der Muttermilch. Nach der Schwangerschaft ermöglicht Prolaktin die Produktion von Muttermilch in der Brust und verhindert während der Stillzeit meist einen regelmässigen Menstruationszyklus mit einem regelmässigen Eisprung. Bei der nicht-schwangeren sowie nicht-stillenden Frau und beim Mann hat das Prolaktin aber einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit, da das Prolaktin, wenn es in grösserer Menge im Körper vorhanden ist, die Produktion von Gonadotropinen im Hypophysenvorderlappen und damit die Funktion der Hoden beim Mann und der Eierstöcke bei der Frau stört. Deshalb ist bei Frauen, die nicht schwanger sind und die nicht stillen, und bei Männern das Prolaktin normalerweise nur in geringer Menge im Blut vorhanden.

Die Produktion und die Ausschüttung des Dopamins wird durch den Hypothalamus selbst überwacht (Vgl. gelber Kasten unten). Der Hypothalamus misst ständig die Menge an Prolaktin im Blut und sorgt bei Frauen, die nicht schwanger sind und die nicht stillen, und bei Männern mit der Produktion von Dopamin dafür, dass im Hypophysenvorderlappen nicht zu viel Prolaktin hergestellt wird, was eine Unfruchtbarkeit zur Folge hätte.

Wenn eine Frau schwanger ist oder stillt, nimmt der Hypothalamus das wahr, senkt die Produktion an Dopamin und stellt mehr Thyreotropin Releasing Hormon her. Mit dem Thyreotropin Releasing Hormon fördert der Hypothalamus wie oben beschrieben die Produktion und die Ausschüttung von Prolaktin im Hypophysenvorderlappen. Während der Stillzeit ist das Saugen an den Brustwarzen durch das Kind das Zeichen für den Hypothalamus, dass er weiterhin die Produktion und Ausschüttung von Prolaktin im Hypophysenvorderlappen fördern und deshalb die Hemmung durch Dopamin aufheben muss. Aber auch Stress, Unterzuckerung, vermehrter Schlaf oder bestimmte Medikamente, die die Wirkung des Dopamins aufheben, können die Produktion und Ausschüttung von Prolaktin im Hypophysenvorderlappen fördern. Stress kann deshalb bei Mann und Frau zu einer vorübergehenden Unfruchtbarkeit führen oder eine solche noch verstärken.

Regelkreislauf des Dopamins und des Prolaktins

Abbildung 6: Regelkreislauf des Dopamins & des Prolaktins
Regelkreislauf des Dopamins & des Prolaktins, Steuerung der Schwangerschaft durch Dopamin und Prolaktin, Steuerung der Milchproduktion

Der Hypothalamus steuert durch die Produktion von Dopamin und Thyreotropin Releasing Hormon (TRH) die Menge an Prolaktin, die der Hypophysenvorderlappen herstellt und ins Blut ausschüttet. Bei Männern und bei nicht-schwangeren und nicht-stillenden Frauen hemmt der Hypothalamus die Produktion und Ausschüttung von Prolaktin im Hypophysenvorderlappen durch eine vermehrte Produktion von Dopamin.

1. Wenn eine Frau schwanger ist oder stillt, bemerkt dies der Hypothalamus.

2. Der Hypothalamus hebt die Hemmung durch Dopamin auf, indem er weniger Dopamin herstellt, und gleichzeitig der Hirnanhangsdrüse mithilfe des Botenstoffs Thyreotropin Releasing Hormon (TRH) befiehlt, Prolaktin herzustellen und ins Blut auszuschütten.

3. Das Prolaktin gelangt mit dem Blut zur weiblichen Brust und fördert während der Schwangerschaft das Wachstum der Brust zur späteren Produktion der Muttermilch. Während der Stillzeit ermöglicht das Prolaktin die Produktion der Muttermilch.

Somatostatin

Somatostatin wird auch Somatotropin Release Inhibiting Hormon, Growth Hormon Release Inhibiting Hormon, Somatotropin Release Inhibiting Factor, Folliliberin, SIH, SRIF oder GHRIH genannt. Mit dem Somatostatin verhindert der Hypothalamus, dass der Hypophysenvorderlappen zuviel Wachstumshormon und zuviel thyreoideastimulierendes Hormon herstellt. Das Wachstumshormon hat verschiedene Aufgaben im menschlichen Körper. Im Kindes- und Jugendalter spielt das Wachstumshormon eine wichtige Rolle für das Längenwachstum. Es fördert zudem das Wachstum der inneren Organe, ist beteiligt an der Verknöcherung des Skeletts und hat Einfluß auf den Stoffwechsel.

Im Erwachsenenalter beeinflusst das Wachstumshormon die körperliche Leistungsfähigkeit und den Zuckerstoffwechsel, den Fettabbau und den Muskelaufbau, die Knochenfestigkeit und den Knorpelhaushalt, die Wundheilung und die Erneuerung von Gewebe, die Gehirnfunktion und das seelische Wohlbefinden. Das Wachstumshormon wird vor allem bei Kindern und Jugendlichen gebildet, nach Abschluss der Wachstumsphase wird deutlich weniger Wachstumshormon im Körper produziert. Mit dem thyreoideastimulierenden Hormon wird die Schilddrüse zum Wachstum, zur Jodaufnahme und zur Produktion sowie Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen angeregt.

Die Produktion und die Ausschüttung des Stomatostatins wird durch den Hypothalamus selbst überwacht. Der Hypothalamus misst ständig die Menge an Wachstumshormon und an Schilddrüsenhormonen im Blut und stellt diese genau ein, wie oben unter Growth Hormon Releasing Hormon und Thyreotropin Releasing Hormon beschrieben.

Zum SeitenanfangEffektorhormone

Die Effektorhormone, die vom Hypothalamus hergestellt werden, sind das Vasopressin und das Oxytozin.

Vasopressin (ADH)

Abbildung 7: Aufgaben des Vasopressins (ADH)
Aufgaben des Vasopressins, Regelung des Flüssigkeitshaushalts im Körper, Flüssigkeitsmenge im Körper, Schweiss, Blut, Urin

Vasopressin, das auch Adiuretin oder antidiuretisches Hormon (ADH) genannt wird, ist ein lebenswichtiges Hormon. Vasopressin ist an der Regulierung des Wasserhaushalts im Körper beteiligt, indem es der Niere befiehlt, nicht zu viel Flüssigkeit mit dem Urin aus dem Körper auszuscheiden (siehe Abbildung 7). Trinkt eine Person zudem zu wenig oder verliert eine Person zu viel Flüssigkeit in Form von Schweiss oder Blut, nimmt die Flüssigkeitsmenge im Körper ab. Diese Abnahme der Flüssigkeitsmenge im Körper zeigt sich dadurch, dass das Blut eindickt, die Menge an Blut abnimmt und dadurch der Blutdruck im Körper sinkt. Die Aufgabe von Vasopressin ist es, einer solchen Flüssigkeitsabnahme im Körper entgegenzuwirken.

Die Produktion und die Ausschüttung von Vasopressin wird vom Hypothalamus selbst und von bestimmten Nervenzellen in der Halsschlagader überwacht (vgl. gelber Kasten unten). Der Hypothalamus und die Nervenzellen messen ununterbrochen den Eindickungsgrad des Blutes, das Blutvolumen und den Blutdruck im Körper. Wird durch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme oder einen zu grossen Flüssigkeitsverlust das Blut eingedickt, nimmt das Blutvolumen ab oder sinkt der Blutdruck, wird dies vom Hypothalamus und den bestimmten Nervenzellen bemerkt.

Als Reaktion auf diese Veränderungen bildet der Hypothalamus mehr Vasopressin und teilt dem Hypophysenhinterlappen mit, er solle mehr Vasopressin ins Blut freigeben. Das Vasopressin verteilt sich mit dem Blut über den ganzen Körper und befiehlt der Niere, weniger Flüssigkeit mit dem Urin aus dem Körper auszuscheiden. Dadurch nimmt die Flüssigkeitsmenge im Körper etwas zu, sodass das Blut wieder verdünnt wird, die Blutmenge zunimmt und der Blutdruck ansteigt. Zudem befiehlt das Vasopressin den kleinen Blutgefässen sich zusammenzuziehen, wodurch der Blutdruck noch zusätzlich ansteigt. Durch die vermehrte Flüssigkeitsmenge im Körper und die Gefässverengung normalisieren sich die Flüssigkeitsmenge im Körper und dadurch auch der Eindickungsgrad des Blutes, das Blutvolumen und der Blutdruck.

Regelkreislauf des Vasopressins (ADH)

Abbildung 8: Regelkreislauf des Vasopressins (ADH)
Regelkreislauf des Vasopressins, Regelung des Wasserhaushalts im Körper, Steuerung der Nieren

Die Produktion und Ausschüttung von Vasopressin (ADH) wird vom Hypothalamus und bestimmten Nervenzellen in einem Regelkreislauf überwacht. In dieser Abbildung wird der Regelkreislauf zur Vereinfachung nur an der rechten Niere gezeigt.

1. Der Hypothalamus und bestimmte Nervenzellen messen ununterbrochen den Eindickungsgrad des Blutes, das Blutvolumen und den Blutdruck im Körper.

2. Je nach aktuellem Zustand produziert der Hypothalamus gleich viel, mehr oder weniger Vasopressin und leitet dieses an den Hypophysenhinterlappen weiter, welcher das Vasopressin ins Blut ausschüttet.

3. Das Vasopressin verbreitet sich mit dem Blut über den ganzen Körper und befiehlt den Nieren je nach Menge an Vasopressin im Blut, gleich viel, mehr oder weniger Flüssigkeit mit dem Urin auszuscheiden.

4. Je nach Menge an Vasopressin im Blut passen die Nieren die Flüssigkeitsausscheidung mit dem Urin an, sodass der Eindickungsgrad des Blutes, das Blutvolumen und der Blutdruck im Körper normal bleiben oder werden und weder zu gross noch zu klein sind.

Oxytozin

Abbildung 9: Aufgaben des Oxytozins
Aufgaben des Oxytozins, Auslösung der Geburtswehen, Steuerung des Milcheinschusses bei Schwangerschaft, Freigabe von Muttermilch beim Stillen

Oxytozin ist das zweite Hormon, das im Hypothalamus hergestellt und in der Hirnanhangsdrüse ins Blut freigegeben wird. Oxytozin hat mehrere Aufgaben im menschlichen Körper (siehe Abbildung 9). Es löst Geburtswehen aus, lässt nach der Geburt die Muttermilch in die Brust einschiessen, erlaubt die Freigabe der Muttermilch beim Stillen und ist für das Sexualleben wichtig, indem es bei Mann und Frau bei Zärtlichkeiten und beim Geschlechtsverkehr eine euphorisierende Wirkung im Gehirn hat.

Die Produktion und Ausschüttung des Oxytozins wird durch verschiedene Mechanismen ausgelöst (vgl. gelber Kasten unten). Ein erster Reiz für die Produktion und Ausschüttung von Oxytozin ist die Geburt. Während der Geburt wird die Muskulatur in der Wand der Gebärmutter gedehnt. Der Hypothalamus nimmt diese Dehnung wahr und bildet mehr Oxytozin. Das Oxytozin erreicht über den Hypophysenstiel den Hypophysenhinterlappen und wird ins Blut freigegeben. Mit dem Blut wird Oxytozin zur Gebärmutter transportiert, wo es der Muskulatur der Gebärmutter befiehlt sich zusammenzuziehen, sodass Wehen auftreten und der Geburtsvorgang möglich ist. Gleichzeitig gelangt das Oxytozin mit dem Blut zur Brust und löst den Einschuss der Muttermilch in die Brust aus.

Ein zweiter Reiz für die Produktion und Ausschüttung von Oxytozin ist das Saugen an der Brustwarze während der Stillzeit. Der Hypothalamus nimmt den Reiz durch das Saugen an der Brustwarze wahr und bildet mehr Oxytozin, welches über den Hypophysenhinterlappen und das Blut zur Brust gelangt und dort die Muttermilch nach aussen freigibt.

Ein dritter Reiz für die Produktion und Ausschüttung von Oxytozin bei Mann und Frau sind Zärtlichkeiten und der Geschlechtsverkehr. Der Hypothalamus nimmt diese Berührungen ebenfalls war und produziert mehr Oxytozin. Das Oxytozin bewirkt im Gehirn eine Hochstimmung.

Regelkreislauf des Oxytozins

Abbildung 10: Regelkreislauf des Oxytozins
Regelkreislauf des Oxytozins,

Die Produktion und Ausschüttung von Oxytozin durch den Hypothalamus wird durch verschiedene Mechanismen ausgelöst.

1. Der Hypothalamus überwacht ständig den Körper und nimmt so wahr, wenn am Ende der Schwangerschaft während der Geburt die Mukeln der Gebärmutter gedehnt werden beziehungsweise das Kind während der Stillzeit an den Brustwarzen der Mutter saugt.

2. Als Reaktion auf diese Reize stellt der Hypothalamus Oxytozin her und leitet dieses an den Hypophysenhinterlappen weiter, welcher das Oxytozin ins Blut ausschüttet.

3. Das Oxytozin verbreitet sich mit dem Blut über den ganzen Körper und ermöglicht die Geburt beziehungsweise das Stillen.

Zum SeitenanfangErkrankungen

Verschiedene gutartige und bösartige Erkrankungen des Hypothalamus sind möglich. In den folgenden Texten werden vor allem diejenigen Erkrankungen des Hypothalamus besprochen, die einen Einfluss auf das Hormonsystem, das sogenannte endokrine System, haben und mit einer Veränderung der Hormonproduktion einhergehen. Geht eine Erkrankung des Hypothalamus mit einer Veränderung der Hormonproduktion einher, wird sie nach diesem Hormon benannt.

Wenn zu viel von dem Hormon produziert wird, wird von einer Überproduktion oder einem Überschuss von diesem Hormon gesprochen, wenn zu wenig von dem Hormon produziert wird, von einer Unterproduktion oder einem Mangel. Die Eigenschaften des Hormons, von dem aufgrund der Erkrankung des Hypothalamus eine zu grosse oder zu geringe Menge hergestellt wird, entscheiden schliesslich über die Beschwerden der Betroffenen.

Autor/in:Dr. med. Sidonie Achermann, Ärztin, Dr. Julia Feucht, Ärztin
Editor/in:Dr. med. Doris de Marco Stalder, Fachärztin für Endokrinologie-Diabetologie
Keywords:Hypothalamus, Zwischenhirn, Zwischengehirn, vegetatives Nervensystem, vegetatives Nervensystem, Releasinghormon, Releasing Hormon, Inhibitinghormon, Inhibiting Hormon, Release Inhibitinghormon, Release Inhibiting Hormon, Liberin, Statin, Thyreotropin Releasinghormon, Thyreotropin Releasing Hormon, TRH, Corticotropin Releasinghormon, Corticotropin Releasing Hormon, CRH, Corticotropin Releasing Factor, GRF, Gonadotropin Releasinghormon, GnRH, Gonadotropin Releasing Hormone, Growth Hormon Releasinghormon, GHRH, Growth Hormon Releasing Hormon, Growth Hormon Releasing Factor, GRF, Somatostatin, Dopamin, Prolaktin inhibiting Hormon, PIH, Thyroliberin, Protirelin, Gonadoliberin, Gonadorelin, luteinisierendes Hormon Releasinghormon, follikelstimulierendes Hormon Releasinghormon, Gonadotropin Releasing Factor, GRH, Somatoliberin, Somatotropin Releasinghormon, Somatotropin Releasing Hormon, luteinisierendes Releasing Hrormon, follikelstimulierendes Releasing Hormon, SRH, Somatotropin Release Inhibiting Hormon, Growth Hormon Release Inhibiting Hormon, Somatotropin Release Inhibiting Factor, Folliliberin, SIH, SRIF, GHRIH, Corticoliberin, LHRH, FSHRH, GnRF, Prolaktostatin, Prolactostatin, Prolaktin Inhibiting Factor, PIF
Zuletzt geändert:17.04.2017Zum Seitenanfang
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