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Herzklappenprothesen

Synonyme: künstliche Herzklappen, Klappenprothesen

Wenn eine stark beschädigte Herzklappe nicht durch eine Operation wieder funktionstüchtig gemacht werden kann, muss sie durch eine künstliche Herzklappe ersetzt werden. Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Arten von Herzklappen, welche verwendet werden können.

Kunststoffprothesen:
Die Kunststoffprothesen bestehen heute entweder aus einer Kippscheibe (Björk-Shirley-Prothese, siehe Bild rechts), oder aus zwei Flügelscheiben (zum Beispiel Saint Jude-Prothese), welche sich je nach Blutstrom öffnen oder verschliessen. Der Nachteil dieser Prothesen besteht darin, dass sie blutgerinnende Eigenschaften besitzen, weshalb die Patienten vom Zeitpunkt der Implantation der Prothese an für den Rest ihres Lebens mit Medikamenten behandelt werden müssen, welche die Blutgerinnung unterdrücken (so genannte Antikoagulantien). Ein weiterer Nachteil dieser Prothesen ist, dass sie durch ihre mechanischen Bauteile die roten Blutkörperchen beschädigen können.

Bioprothesen:
Dies sind Herzklappenprothesen, welche aus biologischen Materialien hergestellt werden. Die meisten Bioprothesen bestehen aus Herzklappen von Schweinen, die an einen so genannten Stent aufgebrachten werden. An dieser Konstruktion ist ein Nahtring befestigt, der zum Annähen der Prothese am Herzen dient. Der grosse Vorteil dieser Prothese ist, dass sie keine blutgerinnenden Eigenschaften besitzen, und so die Patienten nicht mit "Blut verdünnenden" Medikamenten, so genannten Antikoagulantien behandelt werden müssen. Der Nachteil der Bioprothesen ist, dass sie narbige Umwandlungen ausbilden, welche nach etwa 10 Jahren einen Ersatz der Prothese erforderlich machen können. Gerade bei jungen Menschen treten diese Veränderungen noch früher auf und würden ein mehrmaliges Ersetzen der Prothese im Verlauf des Lebens erfordern.

Homograft:
Dabei handelt es sich um Prothesen die aus menschlichen Herzklappen von Spendern hergestellt werden. Der grosse Vorteil dieser Prothesen besteht darin, dass sie wie die Bioprothesen keine blutgerinnende Eigenschaft besitzen und somit die betroffenen Personen nicht mit Antikoagulantien behandelt werden müssen. Im Vergleich mit Bioprothesen werden sie weniger rasch durch Einlagerung von Narbengewebe umgebaut. Der gravierende Nachteil dieser Klappen ist die fehlende Verfügbarkeit, welche von der geringen Anzahl von Leuten mit Organspenderausweisen bestimmt wird. Die Homograft-Klappen werden vor allem bei jungen Patienten eingebaut, da sie durch ihre Langlebigkeit eventuell gar nie ausgewechselt werden müssen. Ebenso sind dann diese jungen Leute nicht ein Leben lang auf gerinnungshemmende Medikamente angewiesen, welche ihrerseits Nebenwirkungen haben und das Risiko von ungewollten Blutungen aufweisen.

Während der Operation muss das Herz "abgeschaltet" werden, weil am schlagenden Herz nicht genügend effizient und genau gearbeitet werden kann. Dabei wird eine kaliumreiche, 20°C kalte Flüssigkeit in die Herzgefässe gespült. Dadurch wird die Herzaktion sofort unterbrochen und das Herz auf 20°C abgekühlt. Mit dieser Methode, welche in der heutigen Zeit am häufigsten angewendet wird, kann mehrere Stunden am stillgelegten Herz gearbeitet werden, ohne dass das Herz beschädigt wird.

Autor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Herzklappenprothesen, Klappenprothesen, Herzklappenersatz, künstliche Herzklappen, Kunststoffprothesen, Bioprothesen, Homograft, Herzklappenerkrankungen, Herzfehler
Zuletzt geändert:04.11.2016Zum Seitenanfang
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