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Schilddrüsentumor

Synonyme: Schilddrüsenkrebs, Schilddrüsengeschwulst, medulläres, papilläres, follikuläres oder anaplastisches Schilddrüsenkarzinom, C-Zellkarzinom, Schilddrüsenadenom

Zusammenfassung

Schilddrüsentumoren sind Neubildungen im Schilddrüsengewebe, die vom Körper gar nicht bewilligt wurden. Es kann zwischen gutartigen, benignen, und bösartigen, malignen, Schilddrüsentumoren unterschieden werden. Der häufigste gutartige Schilddrüsentumor ist das Schilddrüsenadenom. Die häufigsten bösartigen Schilddrüsentumoren sind das papilläre, das follikuläre, das anaplastische und das medulläre Schilddrüsenkarzinom. Die Beschwerden, die Diagnose und die Therapie der verschiedenen Schilddrüsentumoren hängen davon ab, ob es sich um einen gutartigen oder einen bösartigen Schilddrüsentumor handelt und, falls es ein bösartiger Schilddrüsentumor ist, um welchen, der vier aufgezählten, es sich handelt.

Allgemeines

Der Begriff Tumor beschreibt eine begrenzte Gewebevermehrung. Eine Gewebevermehrung kann durch eine Schwellung infolge Flüssigkeitseinlagerung oder durch eine Neubildung von Gewebe verursacht werden. Ist eine Schilddrüse vergrössert, spricht man auch von einem Kropf. Die Ursache oder die Struktur eines Kropfes sollte in jedem Fall weiter abgeklärt werden. In diesem Text werden die Neubildungen des Schilddrüsengewebes besprochen , also die Tumoren der Schilddrüse. Es gibt gutartige, das heisst benigne, und bösartige, das heisst maligne, Tumoren der Schilddrüse in Form von Gewebeneubildungen. Andere Erkrankungen, die zu einer Gewebevermehrung der Schilddrüse führen werden in den entsprechenden Texten zur Schilddrüse besprochen.

Tumoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie ohne Erlaubnis oder Aufforderung des Körpers wachsen. Der Unterschied zwischen den gutartigen und bösartigen Tumoren ist, dass die bösartigen Tumoren sich in das umliegende Gewebe einfressen und sich mit dem Blut und der Lymphe im ganzen Körper ausbreiten können. Sie können dadurch an anderen Orten im Körper Tochtergeschwülste bilden, sogenannte Ableger oder Metastasen. Die gutartigen Tumoren können dies nicht. Sie wachsen nur am Ort ihrer Entstehung und verdrängen lediglich das umliegende Gewebe. Bösartige Tumoren der Schilddrüse werden Schilddrüsenneoplasien, Struma maligna oder Schilddrüsenkrebs genannt.

Die Schilddrüse

Abbildung: Schilddrüse von der Seite
Abbildung: Schilddrüse von der Seite
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Die Schilddrüse, auch Thyroidea oder Glandula thyroidea genannt, ist ein kleines, lebenswichtiges Organ unterhalb des Kehlkopfs. Von vorne umfasst sie halbkreisförmig die Luftröhre (siehe Abbildung). Unter der Haut des Halses kann sie getastet werden.
Die Schilddrüse produziert die Schilddrüsenhormone. Kontrolliert wird die Schilddrüse dabei durch die Hirnanhangsdrüse, welche wiederum durch ein bestimmtes Areal des Gehirns, den Hypothalamus, gesteuert wird. Durch diesen Regelkreis wird die Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut fein eingestellt. Zur Produktion der Schilddrüsenhormone braucht die Schilddrüse Jod aus der Nahrung.
Die Schilddrüsenhormone regen in fast allen Zellen im Körper den Stoffwechsel an. So nehmen sie Einfluss auf den Zucker-, Fett- und Eiweisshaushalt, den Wärmehaushalt und die Körpertemperatur, das Herz und den Kreislauf, die Gemütsverfassung und die Leistungsfähigkeit, den Magen und den Darm, die Muskeln und das Nervensystem. Beim Kind steuern die Schilddrüsenhormone zudem die Gehirn- und Nervenentwicklung sowie das Knochenwachstum.
Neben den Schilddrüsenhormonen produziert die Schilddrüse mit speziellen Zellen, den C-Zellen, das Calcitonin. Das Calcitonin ist ein Hormon, welches den Kalziumspiegel im Blut senkt. Der Gegenspieler des Calcitonins ist dabei das Parathormon, das den Kalziumspiegel im Blut erhöht. Das Parathormon ist ein Hormon, welches von den Nebenschilddrüsen hergestellt wird.

Gutartige Schilddrüsentumoren

Abbildung 1: einzelner Knoten in der Schilddrüse
Abbildung 1: einzelner Knoten in der Schilddrüse
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99% der Schilddrüsentumoren sind gutartig. Diese gutartigen Tumoren produzieren teilweise  Schilddrüsenhormone. Selten wird aus einem gutartigen Tumor der Schilddrüse ein bösartiger.
Der häufigste gutartige Tumor der Schilddrüse ist das autonome Adenom. Dabei handelt es sich um eine Zellvermehrung in Form eines Knotens (siehe Abbildung 1). Die Zellen in diesem Knoten haben einen Fehler eingebaut, sodass die Schilddrüsenhormonproduktion in diesen Zellen nicht mehr durch das Gehirn und die Hirnanhangsdrüse gesteuert wird. Das bedeutet, die fehlerhaften Schilddrüsenzellen produzieren so viele Schilddrüsenhormone wie sie wollen, nicht so viele wie der Körper benötigt. Sie sind autonom. Oft entsteht solches fehlerhaftes Schilddrüsengewebe auch in einer seit Jahren bestehenden und wachsenden Jodmangelstruma. Verschiedene andere gutartige Gewebevermehrungen in der Schilddrüse sind möglich.
Die Symptome, Diagnose und Therapie der gutartigen Schilddrüsentumoren werden in den Abschnitten Symptome, Diagnose und Therapie in diesem Text beschrieben.

Bösartige Schilddrüsentumoren

Nur einer von hundert Schilddrüsentumoren ist bösartig. Bei Frauen sind bösartige Schilddrüsentumoren etwa doppelt so häufig wie bei Männern.
Die bösartigen Schilddrüsentumoren sind in 95% Schilddrüsenkarzinome, das heisst sie entstehen aus den Schilddrüsenzellen selbst. Im Volksmund werden sie Schilddrüsenkrebs genannt. Selten gibt es bösartige Schilddrüsentumoren, die nicht aus den Schilddrüsenzellen, sondern beispielsweise aus den Gefässen in der Schilddrüse entstehen oder Ableger von bösartigen Tumoren anderer Gewebe im Körper sind.
Der Schilddrüsenkrebs wird nach Zelltyp und Aufbau des Schilddrüsengewebes in vier Gruppen eingeteilt. Der Schilddrüsenkrebs entsteht entweder aus den Zellen der Schilddrüse, die normalerweise die Schilddrüsenhormone produzieren, oder aus den C-Zellen der Schilddrüse, die das Calcitonin in der Schilddrüse bilden. Aus den Zellen der Schilddrüse, die normalerweise die Schilddrüsenhormone produzieren, entstehen drei Arten von Schilddrüsenkrebs, nämlich das papilläre, das follikuläre und das anaplastische Schilddrüsenkarzinom. Das papilläre und das follikuläre Schilddrüsenkarzinom ähneln noch weitgehend dem normalen Schilddrüsengewebe und sind deshalb weniger bösartig. Sie werden differenzierte Schilddrüsenkarzinome genannt. Das anaplastische Schilddrüsenkarzinom wird auch undifferenziertes Schilddrüsenkarzinom genannt. Sein Auflbau ähnelt nicht mehr dem normalen Schilddrüsengewebe. Es ist sehr bösartig. Aus den C-Zellen, welche das Calcitonin in der Schilddrüse bilden, kann die vierte Art von Schilddrüsenkrebs entstehen, das medulläre Schilddrüsenkarzinom.
Neben den bösartigen Tumoren, die aus dem Gewebe der Schilddrüse selbst entstehen, können bösartige Tumoren eines anderen Organs des Körpers Ableger in der Schilddrüse bilden, die auch Tochtergeschwulste oder Metastasen genannt werden. Dazu gehören Krebse der Niere, der Brust und der Lunge sowie der bösartige Hautkrebs, welcher in der Fachsprache Melanom genannt wird.
Im folgenden werden das papilläre, das follikuläre, das anaplastische und das medulläre Schilddrüsenkarzinom einzeln aufgeführt und kurz beschrieben.

Das papilläre Schilddrüsenkarzinom

Das papilläre Schilddrüsenkarzinom ist mit 40 % die häufigste Form des Schilddrüsenkrebses. Da das Gewebe des papillären Schilddrüsenkarzinoms dem normalen Schilddrüsengewebe noch ziemlich ähnlich sieht, sind seine Zellen meistens in der Lage Jod aufzunehmen und Schilddrüsenhormone zu produzieren. Es wird deshalb auch als differenzierter Schilddrüsenkrebs bezeichnet.
Dieses Karzinom wächst langsam. Die Bildung von Ablegern erfolgt in der Regel über die Lymphbahnen. Vor allem die Halslymphknoten sind davon betroffen.
In Gebieten mit erhöhter radioaktiver Strahlung in der Umwelt, wie in Tschernobyl nach dem Reaktorunfall, oder bei Kindern und Jugendlichen, die in der Vorgeschichte in der Hals- und oberen Brustgegend bestrahlt worden sind, kommt das papilläre Karzinom noch häufiger vor als bei Personen ohne diese Strahlenbelastungen.

Das follikuläre Schilddrüsenkarzinom

Mit 30% ist das follikuläre Schilddrüsenkazinom der zweithäufigste Schilddrüsenkrebs. Da dieser Tumor dem normalen Schilddrüsengewebe noch ziemlich ähnlich sieht, sind seine Zellen meistens in der Lage Jod aufzunehmen und Schilddrüsenhormone zu produzieren. Es wird ebenfalls differenzierter Schilddrüsenkrebs genannt.
Seine Ableger streut das follikuläre Karzinom mit dem Blut über den ganzen Körper. Hauptsächlich werden Ableger im Knochen und in der Lunge gebildet. In jodärmeren Gebieten nimmt die Häufigkeit des follikulären Schilddrüsenkarzinoms zu.

Das anaplastische Schilddrüsenkarzinom

15 bis 25 % der bösartigen Schilddrüsentumore sind anaplastische Schilddrüsenkarzinome. Ihr Gewebe ist undifferenziert und lässt kaum noch die Struktur des normalen Schilddrüsengewebes erahnen. Eine Schilddrüsenhomonproduktion ist nicht mehr möglich. Das anaplastische Schilddrüsenkarzinom wächst sehr schnell in das umliegende Gewebe ein und bildet frühzeitig Ableger. Es kommt eher bei älteren Menschen vor.

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom

Mit 5 bis 10 % ist das medulläre Schilddrüsenkarzinom, auch C-Zell-Karzinom genannt, selten. Es kommt im Gegensatz zu den anderen Schilddrüsenkrebsen bei Mann und Frau etwa gleich häufig vor. Da im medullären Schilddrüsenkarzinom die Zellen der Schilddrüse fehlen, die die Schilddrüsenhormone produzieren, sieht das medulläre Schilddrüsenkarzinom dem Schilddrüsengewebe kaum mehr ähnlich. Seine Ableger streut das medulläre Schilddrüsenkarzinom sowohl mit dem Blut als auch mit der Lymphe über den Körper.
Etwa 20 % der medullären Schilddrüsenkarzinome treten aufgrund eines Fehlers im Erbgut in einzelnen Familien gehäuft auf. Bei einem dieser Fehler im Erbgut kann das medulläre Schilddrüsenkarzinom im Rahmen der multiplen endokrinen Neoplasie MEN zusammen mit Tumoren anderer Hormon-bildender Organe vorkommen. Diese sogenannten familiären medullären Schilddrüsenkarzinome können bereits im Kindesalter auftreten.

Die Symptome, Diagnose und Therapie des papillären, des follikulären, des anaplastischen und des medullären Schilddrüsenkarzinoms werden in den Abschnitten Symptome, Diagnose und Therapie in diesem Text beschrieben.

Symptome

Gutartige Schilddrüsentumoren

Abbildung 2: gleichmässig vergrösserte Schilddrüse
Abbildung 2: gleichmässig vergrösserte Schilddrüse
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Die gutartigen Schilddrüsentumoren fallen durch eine Gewebevermehrung auf. Oft bilden sie Knoten im normalen Schilddrüsengewebe, wie beispielsweise das autonome Adenom (siehe Abbildung 1). Teilweise nimmt die Schilddrüse aber auch als ganzes an Grösse zu (siehe Abbildung 2). Wenn die gutartigen Schilddrüsentumoren sehr gross werden, üben sie einen Druck auf die Luftröhre und die Speiseröhre aus mit Atembeschwerden, Pfeiffgeräuschen beim Ein- und Ausatmen sowie Schluckbeschwerden. Durch Druck auf den Stimmbandnerv, der in der Nähe der Schilddrüse verläuft, kann der Betroffene zudem bleibend heiser werden. Diese Heiserkeit kommt bei gutartigen Schilddrüsenvergrösserungen jedoch nur sehr selten vor. Ansonsten verursacht ein gutartiger Tumor meist keine Beschwerden, solange die Menge der Schilddrüsenhormone im Blut normal bleibt.

Abbildung 3: Beschwerden bei einem Überschuss an Schilddrüsenhormonen
Abbildung 3: Beschwerden bei einem Überschuss an Schilddrüsenhormonen
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Wenn die gutartigen Schilddrüsentumoren Schilddrüsenhormone produzieren, können die Beschwerden eines Schilddrüsenhormonüberschusses auftreten. Da das Schilddrüsenhormon in fast allen Zellen des Körpers eine Ankurbelung des Kreislaufs bewirkt, ist eine breite Palette an Beschwerden möglich (siehe Abbildung 3). Häufig auftretende Beschwerden sind ein anhaltender Unruhezustand mit Nervosität, Gereiztheit, Schlaflosigkeit, Depression oder mangelndem Antrieb. Die Betroffenen berichten teils über einen unerklärlichen Gewichtsverlust trotz Heisshunger, Durchfall, Haarausfall, Muskelschwäche sowie ein feines Zittern der ausgestreckten Finger. Die Körpertemperatur steigt an, der Betroffene wird überempfindlich gegenüber Wärme und schwitzt vermehrt trotz normaler Aussentemperatur. Durch die Anregung des Kreislaufs steigen der Blutdruck und die Herzfrequenz. Bei älteren Patienten kann es dadurch zur Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen kommen. Bei Betroffenen mit Diabetes mellitus ist eine Verschlechterung des Blutzuckers mit Zunahme der Zuckermenge im Blut möglich.

 

Bösartige Schilddrüsentumoren

Beschwerden aller bösartigen Schilddrüsentumoren

Bei den bösartigen Schilddrüsentumoren zeigt sich als Erstes meist ebenfalls eine Schilddrüsenvergrösserung. Vor allem ein einzelner Knoten (siehe Abbildung 1), der sehr rasch wächst, ist verdächtig auf das Vorliegen einer bösartigen Gewebeveränderung in der Schilddrüse.

Durch zunehmendes Wachstum kann der Schilddrüsenkrebs wie die gutartigen Schilddrüsentumoren einen Druck auf die Luftröhre und die Speiseröhre ausüben mit Atembeschwerden, Pfeiffgeräuschen beim Ein- und Ausatmen sowie Schluckbeschwerden. Im Gegensatz zu den gutartigen Schilddrüsentumoren verdrängen die Schilddrüsenkrebse durch ihre Grössenzunahme aber nicht nur das umliegende Gewebe. Die Schilddrüsenkrebse wachsen auch in das umliegende Gewebe wie die Luftröhre und die Speiseröhre ein. Sie können dabei den Stimmbandnerven beschädigen, der Betroffene leidet in der Folge an neu aufgetretener Heiserkeit. Insbesondere beim anaplastischen Schilddrüsenkarzinom tritt innert kürzester Zeit eine meist nicht seitengleiche Schwellung des Halses mit Heiserkeit und Schluckbeschwerden auf, die rasch an Grösse zunimmt.
Durch das Beschädigen einer anderen Nervenstruktur treten Augenveränderungen mit enger Pupille, gesenktem und nicht hebbarem Oberlid sowie in die Augenhöhle eingesunkenem Auge auf. In der Medizin wird bei diesen Augenveränderungen von einem Horner Syndrom gesprochen.

Zudem können die Betroffenen an Beschwerden durch die über den ganzen Körper gestreuten Ableger, sogenannten Metastasen oder Tochtergeschwulste, leiden. Ableger entstehen durch die Streuung der Krebszellen mit dem Blut oder der Lymphe über den ganzen Körper. Ableger in den Lymphknoten am Hals verursachen Schwellungen des Halses und werden teilweise sogar vor einer Veränderung der Schilddrüse bemerkt. Ableger im Bereich der Lunge werden in der Regel zufällig oder bei der Abklärung eines Schilddrüsenkrebses entdeckt. Befinden sich Ableger im Knochen kann die Stabilität des Knochens so weit gestört werden, dass er ohne grosse Krafteinwirkung bricht. Dies bereitet den Betroffenen starke Schmerzen.

Zusätzliche Beschwerden des papillären und des follikulären Schilddrüsenkarzinoms

Die differenzierten Schilddrüsenkarzinome, also das papilläre und das follikuläre Schilddrüsenkarzinom, können Schilddrüsenhormone produzieren. Die Produktionsmenge kann nicht vom Gehirn und der Hirnanhangsdrüse an den Bedarf des Körpers angepasst werden, da die Krebszellen keine Befehle entgegennehmen. Sehr selten kann deshalb ein Schilddrüsenhormonüberschuss bei einem Schilddrüsenkrebs auftreten. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann beim Betroffenen zu einer breiten Palette an Beschwerden führen, da die Schilddrüsenhormone in beinahe jeder Zelle des Körpers eine Stimulation und Beschleunigung des Kreislaufes bewirken (siehe Abbildung 3). Die möglichen Beschwerden des Schilddrüsenhormonüberschusses werden bei den Symptomen der gutartigen Schilddrüsentumoren beschrieben.

Zusätzliche Beschwerden des medullären Schilddrüsenkarzinoms

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom zeigt sich in der Regel zuerst auch als Vergrösserung der Schilddrüse, meist in Form eines Knotens (siehe Abbildung 1), teilweise bereits mit Vergrösserung der Halslymphknoten. Beim medullären Schilddrüsenkarzinom wird durch die bösartig gewordenen C-Zellen vermehrt Calcitonin produziert und ins Blut abgegeben. Calcitonin ist wichtig für die Feinregulierung der Menge an Kalzium im Blut, denn es senkt die Menge an Kalzium im Blut. Das Calcitonin ist damit Gegenspieler des Parathormons der Nebenschilddrüsen, welches die Menge an Kalzium im Blut erhöht. Am Anfang verspürt der Betroffene trotz des vermehrten Calcitonins im Blut keine Beschwerden. Später leidet ein Drittel der Betroffenen an starken Durchfällen, die oft durch keine Behandlung gelindert werden können.
Tritt das medulläre Schilddrüsenkarzinom im Rahmen einer multiplen endokrinen Neoplasie, kurz MEN, auf, leidet der Betroffene gleichzeitig an den Beschwerden, welche durch die Tumoren anderer Hormon-produzierender Organe verursacht werden.

Diagnose

Bei einem einzelnen, rasch wachsenden Knoten (siehe Abbildung 1) der Schilddrüse muss an ein Schilddrüsenkarzinom gedacht werden und zur Abklärung unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Ebenso sollte bei neu aufgetretener Heiserkeit, Schluckbeschwerden oder Atembeschwerden, die anhalten und nicht beispielsweise mit einer Erkältung erklärt werden können, ein Arzt zur Abklärung der Beschwerden aufgesucht werden.

Abbildung 4: Abtasten der Schilddrüse
Abbildung 4: Abtasten der Schilddrüse
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Der Arzt wird in einem kurzen Gespräch nach dem Zeitpunkt des Auftretens des Knotens und der Wachstumsgeschwindigkeit des Schilddrüsenknotens fragen. Zudem wird er sich nach weiteren Beschwerden, durchgemachten Erkrankungen sowie durchgeführten Therapien, insbesondere Medikamenten und Bestrahlungen, erkundigen. Anschliessend wird der Arzt die Person von Kopf bis Fuss untersuchen. Zur Schilddrüsenuntersuchung wird er sich hinter die sitzende Person stellen und die Schilddrüse von hinten mit beiden Händen am Hals abtasten (siehe Abbildung 4). Der Arzt wird den Betroffenen zum Schlucken auffordern. So kann er feststellen, ob die Schilddrüse mit ihrer Umgebung verwachsen ist. Solche Verwachsungen gibt es vor allem bei bösartigen Erkrankungen der Schilddrüse. Anschliessend wird er die Lymphknoten am Hals abtasten, um festzustellen, ob vergrösserte Lymphknoten vorhanden sind, die auf eine Streuung des Schilddrüsenkrebses hinweisen. Im Gegensatz zu den durch Entzündungen vergrösserten Lymphknoten sind die vergrösserten Lymphknoten beim Schilddrüsenkrebs nicht schmerzhaft, wenn man draufdrückt.

Abbildung 5: Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse
Abbildung 5: Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse
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Mit einem Ultraschallgerät kann die genaue Grösse der Schilddrüse gemessen und ihre Gewebestruktur beurteilt werden (siehe Abbildung 5). Im Ultraschall zeigt sich, ob das Schilddrüsengewebe wie beim Schilddrüsenkrebs in die umgebenden Strukturen hineingewachsen und ob die benachbarten Lymphknoten durch Streuung der Krebszellen vergrössert sind oder ob es sich eher um einen gutartigen Schilddrüsentumor handelt, der weder in die umgebenden Strukturen hineinwächst, noch die Lymphknoten befällt. Eine Blutentnahme wird zur Messung der Schilddrüsenhormone im Blut durchgeführt. Die Menge an Schilddrüsenhormonen kann je nach Schilddrüsentumor normal oder zu gross sein. Insbesondere beim medullären Schilddrüsenkarzinom kann eine zu grosse Menge an Calcitonin im Blut gemessen werden.

Eine Schilddrüsenszintigraphie kann bei der Diagnose eines bösarigen Schilddrüsentumors hilfreich sein. Eine Szintigraphie ist eine Untersuchung, bei der radioaktiv markierte Stoffe in den Körper eingebracht werden. Diese Stoffe reichern sich im zu untersuchenden Gewebe an und können anschliessend mit einer speziellen Kamera sichtbar gemacht werden. Spritzt man dem Betroffenen leicht radioaktives Jod oder das dem Jod sehr ähnliche, leicht radioaktive Technetium in eine Vene, dann kann man in einem speziellen Röntgenverfahren auf einem Bild alle die Bereiche darstellen, die das Jod oder das Technetium aufgenommen haben. Bereiche, die mehr Jod aufnehmen als ihre Umgebung, werden in der Schilddrüsenszintigraphie heisse Knoten genannt. Gutartige Schilddrüsentumoren nehmen oft mehr Jod auf als ihre Umgebung und sind dann als solche heisse Knoten zu erkennen. Die Areale, welche gar kein oder weniger Jod als ihre Umgebung aufnehmen, werden kalte Knoten genannt. Bei den Schilddrüsenkarzinomen handelt es sich meist um solche kalte Knoten. Umgekehrt handelt es sich aber nur bei drei bis fünf von hundert kalten Knoten um Schilddrüsenkrebs. Ein kalter Knoten kann nämlich auch eine Zyste, das heisst eine flüssigkeitsgefüllte Höhle, sein. Die Radioaktivität, die bei der Schilddrüsenszintigraphie verwendet wird, hat keine negativen Folgen für den Betroffenen.

Immer wenn der Arzt oder Spezialarzt aufgrund der Angaben des Betroffenen, der körperlichen Untersuchung und dem Ultraschall nicht sicher ist, ob es sich bei einem neu aufgetretenen Knoten nicht auch um eine bösartige Gewebeveränderung, das heisst um Schilddrüsenkrebs handeln könnte, sollte eine Gewebeuntersuchung des Knotens durchgeführt werden. Dabei wird mit einer feinen Nadel durch die Haut direkt in den Knoten gestochen und Gewebe entnommen. Mit Hilfe eines Ultraschallgeräts wird währenddessen sichergestellt, dass die Nadel am richtigen Ort liegt. Das Gewebe wird danach durch den Spezialisten unter dem Mikroskop weiter untersucht. Kann in der Gewebeuntersuchung ein bösartiger Prozess wie ein Schilddrüsenkrebs nicht ausgeschlossen werden, sollte die Schilddrüse zur Sicherheit operativ entfernt und das Schilddrüsengewebe danach unter dem Mikroskop genauer untersucht und beurteilt werden.

Zusätzliche Untersuchungen bei nachgewiesen bösartigen Schilddrüsentumoren

Besteht nach den vorher genannten Untersuchungen der Verdacht auf einen bösartigen Tumor der Schilddrüse, dann können einige zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein. Bei Verdacht auf ein Schilddrüsenkarzinom sollte die Menge an Thyreoglobulin im Blut gemessen werden. Das Thyreoglobulin dient der Herzstellung beziehungsweise Speicherung der Schilddrüsenhormone. Ist die Menge an Thyreoglobulin im Blut stark erhöht, kann das auf ein papilläres, follikuläres oder anaplastisches Schilddrüsenkarzinom hinweisen. Ein Wiederanstieg des Thyreoglobulins im Blut nach einer abgeschlossenen Behandlung eines papillären, follikulären oder anaplastischen Schilddrüsenkarzinoms deutet auf einen Rückfall hin, ein sogenanntes Rezidiv, das heisst bei der betroffenen Person ist das Schilddrüsenkarzinom wieder aufgetreten. Das Thyreoglobulin ist somit ein sogenannter Tumormarker für ein papilläres, follikuläres oder anaplastisches Schilddrüsenkarzinom. Beim medullären Schilddrüsenkarzinom dient das Calcitonin als Tumormarker.

Suche nach Ablegern des Schilddrüsenkrebses

Zur Suche von Ablegern eines Schilddrüsenkrebses können neben der Schilddrüsenszintigraphie, der Ganzkörperszintigraphie und dem Röntgenbild der Lunge auch Computertomographien (CT) und Magnetresonanztomographien (MRI) angefertigt werden. Bei der Ganzkörperszintigraphie wird eine Schilddrüsenszintigraphie durchgeführt, bei der dann aber ein Bild des ganzen Körpers und nicht nur eines der Schilddrüse allein gemacht wird. Denn die Ableger von follikulären und papillären Schilddrüsenkarzinomen können teilweise Jod aufnehmen und werden deshalb bei einer Szintigraphie mit leicht radioaktivem Jod auch markiert. Bei der Computertomographie und der Magnetresonanztomographie dürfen keine Kontrastmittel mit Jod verwendet werden, da dadurch eine Radiojodtherapie, welche oft nach der Operation von Schilddrüsenkrebs durchgeführt wird, für längere Zeit nicht mehr möglich wäre. Denn durch das Jod-haltige Kontrastmittel würde dem Schilddrüsengewebe soviel Jod geliefert, dass es das radioaktive Jod bei einer Radiojodtherapie nicht mehr aufnehmen würde.

Therapie

Gutartige Schilddrüsentumoren

Bei gutartigen Schilddrüsentumoren, die mit einem Schilddrüsenhormonüberschuss einhergehen, wird meist zunächst mittels Medikamenten, den sogenannten Thyreostatika, die Produktion an Schilddrüsenhormonen in der Schilddrüse gezielt gehemmt bis das Schilddrüsenhormon im Blut wieder im normalen Bereich liegt und die Beschwerden des Betroffenen verschwinden.

Anschliessend sollte eine definitive Therapie des gutartigen Schilddrüsentumors durchgeführt werden. Dies kann eine Operation sein mit Entfernung des gutartigen Tumors. Oder das Schilddrüsengewebe des gutartigen Tumors wird mittels Radioaktivität zerstört. Dies wird Radiojodtherapie genannt. Hierzu bekommt der Betroffene in der Schweiz zuerst Schilddrüsenhormone in Form einer Tablette. Die Schilddrüsenhormone sorgen dafür, dass das Gehirn und die Hirnanhangsdrüse der Meinung sind, dass es genügend Schilddrüsenhormone im Körper hat, und die Produktion von Schilddrüsenhormonen durch das normale Schilddrüsengewebe abstellen. Danach bekommt der Betroffene radioaktives Jod in Form einer Tablette. Nur die fehlerhaften Gewebeanteile, die nicht mehr durch das Gehirn und die Hirnanhangsdrüse kontrolliert werden können, nehmen radioaktiv markiertes Jod auf. So wird nur das fehlerhafte Schilddrüsengewebe zerstört. Das gesunde Schilddrüsengewebe kann erhalten werden. Bei dieser Behandlung muss der Betroffene nach Einnahme des Jods noch für etwa fünf Tage im Spital bleiben, da er im Urin und Stuhl Radioaktivität ausscheidet.

Nach der gezielten Therapie des gutartigen Schilddrüsengewebes mit einer Operation oder einer Radiojodtherapie sollte in der Regel noch ausreichend normales Schilddrüsengewebe vorhanden sein, um den Bedarf des Körpers an Schilddrüsenhormonen zu decken. Ist das nicht der Fall, muss der Betroffene lebenslang Schilddrüsenhormone in Form von Tabletten einnehmen.

 

Bösartige Schilddrüsentumoren

Je nach Art des Schilddrüsenkrebses werden unterschiedliche Therapien empfohlen. Die Diagnose anhand der vorher durchgeführten Gewebeuntersuchung ist folglich wichtig, um die richtige Therapie für den Betroffenen zusammenstellen zu können.

Papilläres und follikuläres Schilddrüsenkarzinom

Beim differenzierten Schilddrüsenkrebs wird in der Regel die operative Entfernung der ganzen Schilddrüse empfohlen. Nur wenn ein papilläres Schilddrüsenkarzinom noch sehr klein sowie gut gegenüber dem umliegenden Schilddrüsengewebe abgrenzbar ist und es keinen Hinweis auf Ableger in den Lymphknoten gibt, kann ein Rest gesundes Schilddrüsengewebe belassen werden. In der gleichen oder einer zweiten Operation sollten die Lymphknoten am Hals entfernt werden, in die der Schilddrüsenkrebs oft sehr früh einzelne Tumorzellen streut. Es wird in der Medizin von einer regionären Lymphadenektomie beziehungsweise einer Neck Dissection gesprochen.
Nach der Schilddrüsenoperation wird beim papillären und follikulären Schilddrüsenkarzinom eine Schilddrüsenszintigraphie durchgeführt, um im Körper verbliebenes Schilddrüsengewebe, insbesondere Ableger, darzustellen. Anschliessend wird etwa zwei bis drei Wochen nach der Operation eine Radiojod-Elimination, auch Radiojodtherapie oder Radiojodbehandlung genannt, durchgeführt, um im Körper verbliebenes Schilddrüsengewebe und allfällige Ableger zu zerstören. Bei dieser Radiojod-Elimination muss der Betroffene eine Tablette mit radioaktivem Jod zu sich nehmen. Das Jod wird nur in Schilddrüsengewebe aufgenommen, nirgendwo sonst im Körper. So kann das restliche Schilddrüsengewebe gezielt zerstört werden, ohne dass dem Körper an anderer Stelle Schaden zugefügt wird. Sobald kein restliches Schilddrüsengewebe oder Ableger mehr nachgewiesen werden können, ist die Behandlung des papillären und des follikulären Schilddrüsenkarzinoms abgeschlossen. Gelegentlich sind aber im Verlauf auch noch weitere Radiojod-Behandlungen notwendig.
Nach der Schilddrüsenoperation und der Radiojod-Elimination des Restschilddrüsengewebes muss der Betroffene lebenslang Schilddrüsenhormone in Tablettenform einnehmen. Damit für das Gehirn und die Hirnanhangsdrüse möglichst kein Anreiz besteht, einzelne trotz Therapie verbliebene Schilddrüsenzellen zu einem Wachstum und zur Produktion von Schilddrüsenhormonen anzuregen, sollte die Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut, zumindest in den ersten Jahren etwas zu hoch dosiert werden und nicht zu tief sein.
Trotz erfolgreicher Therapie muss der Betroffene einem langjährigen Kontrollprogramm mit körperlicher Untersuchung, Ultraschall, Messung der Schilddrüsenhormone, der Schilddrüsen-Autoantikörper und des Thyreoglobulins im Blut sowie allenfalls einer Kontroll-Szintigraphie unterzogen werden, um einen Rückfall mit erneutem Auftreten des Schilddrüsenkrebses möglichst früh erkennen und therapieren zu können. Später auftretende Ableger können bei rechtzeitigem Entdecken zumeist erneut durch eine Radiojodtherapie zerstört werden. Bei einigen Betroffenen können mit der Zeit aber auch Ableger auftreten, die nicht mehr so stark dem ursprünglichen Schilddrüsengewebe gleichen und kein Jod mehr aufnehmen. Bei ihnen hilft eine Radiojodtherapie nicht weiter. In diesen Fällen wird kaum noch eine Heilung erreicht.

Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom

Die empfohlene Behandlung beim anaplastischen, undifferenzierten Schilddrüsenkarzinom ist die Bestrahlung der Schilddrüse von aussen. Ziel ist es, das Krebsgewebe zu verkleinern, um die Beschwerden des Betroffenen zu lindern. In Ausnahmefällen wird hiermit eine Heilung erreicht. Zur Verbesserung der Lebensqualität des Betroffenen kann der Krebs auch mit einer Operation verkleinert werden. Eine Chemotherapie ist bei einem anaplastischen Schilddrüsenkarzinom meist wenig wirksam. Eine Radiojodtherapie ist nicht möglich, da die Zellen des anaplastischen Schilddrüsenkarzinoms kein Jod aufnehmen.

Medulläres Schilddrüsenkarzinom

Als erstes wird eine Entfernung der ganzen Schilddrüse möglichst mit den angrenzenden Halslymphknoten in einer oder zwei Operationen durchgeführt.
Nach der Operation wird erneut die Calcitonin-Menge im Blut gemessen. Eine weiterbestehende Erhöhung deutet darauf hin, dass irgendwo im Körper Ableger des Schilddrüsenkrebses vorhanden sind. Sehr oft finden sich bei der Entdeckung eines medullären Schilddrüsenkarzinoms bereits Ableger im Körper. Die Ableger werden mittels Ultraschall, Computertomographie und Skelettszintigraphie gesucht. Eine Schilddrüsenszintigraphie zur Ablegersuche ist bei medullären Schilddrüsenkarzinom genauso wie eine Radiojodtherapie nicht begründet, da die Zellen des medullären Schilddrüsenkarzinoms und seiner Ableger kein Jod aufnehmen. Nachdem der Ort der Ableger bestimmt ist, können sie je nach Lage und Anzahl operativ entfernt werden.
Teilweise kann bei einem medullären Schilddrüsenkarzinom auch eine Chemotherapie versucht werden, um das Schilddrüsenkarzinom zurückzudrängen. Eine Strahlenbehandlung kann beim medullären Schilddrüsenkarzinom zur Linderung von Schmerzen bei Ablegern beispielsweise im Knochen angewendet werden mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensqualität des Betroffenen.
Nach der Operation hat der Betroffene kein gesundes Schilddrüsengewebe mehr, welches Schilddrüsenhormone produziert. Der Betroffene muss somit lebenslang Schilddrüsenhormone in Tablettenform einnehmen, damit keine Beschwerden wegen eines Schilddrüsenhormonmangels auftreten.
Bei jedem an einem medullären Schilddrüsenkarzinom Betroffenen sollte die ganze Familie untersucht und abgeklärt werden. So können Familien erkannt werden, bei denen die Erkrankung vererbt werden kann. Familienmitglieder, die betroffen sind, können dann frühzeitig erkannt werden. Ihnen wird eine vollständige Schilddrüsenentfernung noch vor Ausbruch des Krebsleidens empfohlen mit anschliessendem lebenslangen Schilddrüsenhormonersatz in Form von Tabletten.

Prognose bei bösartigen Schilddrüsentumoren

Von den vier Schilddrüsenkrebsen hat das papilläre Schilddrüsenkarzinom die beste Prognose. Über 90 % der Betroffenen leben nach 10 Jahren noch. Bei Patienten unter dem 40. Lebensjahr ist die Prognose besser als bei älteren Patienten. So können junge Patienten trotz papillärem Schilddrüsenkarzinom mit einer normalen Lebenserwartung rechnen.
Die Prognose des follikulären Schilddrüsenkarzinoms ist leicht schlechter. Über 80% der Betroffenen leben nach 10 Jahren noch.
Noch einmal leicht weniger günstig ist die Prognose beim medullären Schilddrüsenkarzinom. Hier leben noch 70 % der Betroffenen nach 10 Jahren.
Das anaplastische Schilddrüsenkarzinom kann therapeutisch nur schlecht beeinflusst werden, da es schnell Ableger bildet und es auch nach Entfernung des bösartigen Tumors häufig Rückfälle gibt.

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Zuletzt geändert: 03.09.2008 Druckversion Zum Seitenanfang
 
Autor/in: med. prakt. Sidonie Achermann , Ärztin
Editor/in: Dr. Julia Feucht, Ärztin
Fachperson: Dr. med. Doris de Marco Stalder, Endokrinologie-Diabetologie FMH
ICD-10: E01, E04, D34, C73
Keywords: Schilddrüsentumor, Schilddrüsenkrebs, Schilddrüsengeschwulst, Schilddrüsenneoplasie, Schilddrüsenkarzinom, medulläres Schilddrüsenkarzinom, papilläres Schilddrüsenkarzinom, C-Zellkarzinom, C-Zell-Karzinom, follikuläres Schilddrüsenkarzinom, differenziertes Schilddrüsenkarzinom, undifferenziertes Schilddrüsenkarzinom, anaplastisches Schilddrüsenkarzinom, Schilddrüsenmalignom, Horner Syndrom, gutartiger Schilddrüsentumor, bösartiger Schilddrüsentumor,benigner Schilddrüsentumor, maligner Schilddrüsentumor, benigne, gutartig, maligne, bösartig, Metastase, Ableger, Tochtergeschwulst, Thyreoglobulin, Calcitonin, Struma maligna, Tumormarker, Palliativtherapie, Chemotherapie, Radiotherapie, Radiojodtherapie, autonomes Adenom, Schilddrüsenkarzinom, Struma, Kropf, heisser Knoten, kalter Knoten, Schilddrüsenadenom

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