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Hirnanhangsdrüse

Synonyme: Hypophyse, Glandula pituitaria, Hypophysis, Pituitary

Zusammenfassung

Die Hirnhangsdrüse ist ein kleines, lebenswichtiges, hormonproduzierendes Organ etwa in der Mitte des Schädels unterhalb des Gehirns, das in der Fachsprache Hypophyse genannt wird. Sie besteht aus dem Hypophysenvorderlappen und dem Hypophysenhinterlappen. Im Hypophysenhinterlappen werden sechs unterschiedliche Hormone hergestellt, mit denen die Hirnanhangsdrüse verschiedene Vorgänge im Körper steuert. Im Hypophysenvorderlappen speichert die Hirnanhangsdrüse zwei Hormone, die vom Hypothalamus, einem bestimmten Teil des Gehirns, hergestellt werden. Verschiedene gutartige und bösartige Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse können auftreten.

Allgemeines

Abbildung 1: Hirnanhangsdrüse
Abbildung 1: Hirnanhangsdrüse
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Die Hirnanhangsdrüse ist ein kleines lebenswichtiges, hormonproduzierendes Organ, das in der Fachsprache Hypophyse oder Glandula pituitaria genannt wird. Die Hirnanhangsdrüse sitzt im sogenannten Türkensattel etwa im Zentrum des Schädels unterhalb des Gehirns und damit etwa auf Höhe der Nasenwurzel (siehe Abbildung 1). Der Türkensattel wird auch Sella turcica genannt und ist eine knöcherne Vertiefung in der Schädelbasis. Über einen Stiel ist die Hirnanhangsdrüse mit dem Gehirn verbunden. Da sie durch diesen sogenannten Hypophysenstiel an das Gehirn angehängt ist, erhielt sie den Namen Hirnanhangsdrüse.

Die Hirnanhangsdrüse ist sehr klein. Sie wird deshalb auch mit den Begriffen bohnenförmig oder erbsengross beschrieben.

Abbildung 2: Aufbau der Hirnanhangsdrüse
Abbildung 2: Aufbau der Hirnanhangsdrüse
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Die Hirnanhangsdrüse besteht aus zwei Anteilen, dem Hypophysenvorderlappen und dem Hypophysenhinterlappen (siehe Abbildung 2). Der Hypophysenvorderlappen entsteht während der Schwangerschaft aus einer Ausstülpung des Mundhöhlendaches. Er wird in der Fachsprache auch Adenohypophyse genannt. Der Hypophysenhinterlappen entsteht während der Schwangerschaft aus einer Ausstülpung des Zwischenhirns, weshalb der Hypophysenhinterlappen auch Neurohypophyse genannt wird und zum Gehirn gezählt werden kann. Der Hypophysenvorderlappen und der Hypophysenhinterlappen sind in ihrer Funktion voneinander unabhängig.

In der Hirnanhangsdrüse werden verschiedene lebenswichtige Hormone hergestellt. Hormone sind Botenstoffe, die die Anweisungen des Körpers seinen einzelnen Organen mitteilen und Meldungen von den Organen an den Körper zurückgeben. Im Hypophysenvorderlappen und im Hypophysenhinterlappen werden unterschiedliche Hormone produziert.
Der Hypophysenvorderlappen stellt sechs verschiedene Hormone her, mit denen er auf verschiedene Vorgänge im Körper einwirkt. Mit dem Wachstumshormon beeinflusst der Hypophysenvorderlappen eine Reihe von Stoffwechselprozessen und regt den Körper mit seinen Organen zum Wachstum an. Mit den zwei unterschiedlichen Gonadotropinen nimmt der Hypophysenvorderlappen Einfluss auf das Wachstum und die Sexualhormonproduktion der Hoden beim Mann und der Eierstöcke bei der Frau. Mit dem adrenocorticotropen Hormon, dem sogenannten ACTH, reguliert der Hypophysenvorderlappen die Produktion von Hormonen in der Nebennierenrinde. Mit dem thyreoideastimulierenden Hormon regt der Hypophysenvorderlappen die Schilddrüse zum Wachstum, zur Jodaufnahme und zur Schilddrüsenhormonproduktion an. Und mit dem Prolaktin ermöglicht der Hypophysenvorderlappen in der Brust die Produktion von Muttermilch.
Der Hypophysenhinterlappen selbst kann keine Hormone herstellen. Der Hypophysenhinterlappen ist lediglich ein Speicher für die im Hypothalamus, einem bestimmten Hirnareal, gebildeten Hormone Vasopressin und Oxytocin. Über die Nervenbahnen im Hypophysenstiel gelangen Vasopressin und Oxytocin vom Hypothalamus in den Hypophysenhinterlappen, wo sie gespeichert und bei Bedarf ins Blut abgegeben werden. Mit dem Blut verteilen sich Vasopressin und Oxytocin dann im ganzen Körper und kommen ihren Aufgaben nach. Vasopressin, auch ADH genannt, reguliert den Wasserhaushalt im Körper und befiehlt dabei den Nieren, nicht zu viel Flüssigkeit mit dem Urin aus dem Körper auszuscheiden. Das Vasopressin wird deshalb auch als antidiuretisches Hormon oder Adiuretin bezeichnet, wobei Diurese nichts anderes als Ausscheidung von Harn heisst. Oxytocin erlaubt es der Brust, die gebildete Muttermilch nach aussen abzugeben.

Verschiedene gutartige und bösartige Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse sind möglich. Die Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse werden aber nicht nur in gutartige und bösartige Erkrankungen eingeteilt, sondern auch in Erkrankungen des Hypophysenhinterlappens und in solche des Hypophysenvorderlappens. Die Erkrankungen des Hypophysenhinterlappens und des Hypophysenvorderlappens können mit einer Veränderung der Hormonproduktion einhergehen. Geht eine Erkrankung mit einer Veränderung der Hormonproduktion einher, wird sie nach dem veränderten Hormon benannt. Wenn zu viel von dem Hormon produziert wird, wird von einer Überproduktion oder einem Überschuss dieses Hormons gesprochen, wenn zu wenig von dem Hormon produziert wird, von einer Unterproduktion oder einem Mangel. Die Eigenschaften des Hormons, von dem aufgrund der Erkrankung der Hirnanhangsdrüse eine zu grosse oder zu geringe Menge hergestellt wird, entscheiden schliesslich über die Beschwerden der Betroffenen.

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Zuletzt geändert: 17.07.2008 Druckversion Zum Seitenanfang
 
Autor/in: prakt. med. Sidonie Achermann , Ärztin
Editor/in: Dr. Julia Feucht, Ärztin
Keywords: Hirnanhangsdrüse, Hypophyse, Glandula pituitaria, Hypophysis, Pituitary, Hypophysenhinterlappen, Hypophysenvorderlappen, Adenohypophyse, Neurohypophyse, Türkensattel, Sella turcica, Hypophysenstiel, Infundibulum, Wachstumshormon, Gonadotropine, adrenocorticotropes Hormon, ACTH, thyreoideastimulierendes Hormon, Prolaktin, Vasopressin, Oxytocin, TSH, FSH, LH, antidiuretisches Hormon, ADH, Adiuretin

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