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Lungenmetastasen

Allgemeines

Bei einer Metastase handelt es sich um die Tochtergeschwulst eines bösartigen Tumors. Die Zellen eines bösartigen Tumors, also Krebszellen, sind in der Lage, sich aus dem Gefüge des Tumors zu lösen und in benachbarte Gewebe und Organe einzudringen. Zellen, die sich auf diese Weise aus dem Zellverband gelöst haben, können über den Blutweg oder über die Lymphgefässe in andere Organe oder Lymphknoten transportiert werden und sich dort ansiedeln. Die Zellen bilden in der Folge an diesen Stellen durch eine Zellvermehrung einen neuen Tochtertumor, also eine Metastase. Unser körpereigenes Immunsystem ist zwar in der Lage, Tumorzellen abzubauen, aber dies ist keine Garantie, dass alle Tumorzellen erkannt und vernichtet werden können.
Den Vorgang der Tumoraussaat nennt man Metastasierung. Der ursprüngliche Tumor, von dem sich die Krebszellen losgelöst haben, ist der Primärtumor.

Da das gesamte Blut jedes Mal, wenn es sauerstoffarm aus dem Köper zum Herz zurückfliesst, durch das feine Gefässnetz der Lunge gepumpt werden muss, um mit Sauerstoff angereichert zu werden, siedeln sich die Krebszellen hier sehr häufig an und bilden Metastasen. Die dazugehörigen Primärtumoren sind vor allem bösartige Tumoren der Niere, der Prostata, der Brust und der Gebärmutter. Aber auch die Tumorzellen beim Magen- und Dickdarmkrebs metastasieren vorzugsweise in die Lunge.

Symptome

Häufig bleiben Lungenmetastasen lange Zeit unbemerkt, da sie meist über längere Zeit keine Beschwerden verursachen. Sie werden meistens im Rahmen von Nachsorgeuntersuchungen bezüglich des primären Tumorleidens auf einem Röntgenbild entdeckt. Sind Lungenmetastasen vorhanden, weist dies auf ein fortgeschrittenes Tumorleiden hin, das sich trotz Therapie weiter entwickelt hat. Sind Symptome entstanden, entsprechen diese weitgehend denen eines Lungenkrebses.
So leiden die Betroffenen häufig unter Husten mit blutigem Auswurf. Aber auch anhaltende Heiserkeit, Brustschmerzen und Probleme beim Atmen sind Beschwerden, die bei den Betroffenen häufig auftreten.
Unspezifische Symptome wie Gewichtsverlust, allgemeine Schwäche und Nachtschweiss sind Zeichen für ein weit fortgeschrittenes Tumorstadium.
Manchmal werden die lungenspezifischen Symptome auch überlagert von den Krankheitszeichen des Primärtumors, so dass die Betroffenen die Metastasen gar nicht bemerken. In anderen Fällen verhält es sich genau umgekehrt und die Betroffenen leiden unter den Lungenmetastasen mehr als unter ihrem Primärtumor, der die Metastasen gestreut hat.

Diagnose

Wie oben schon erwähnt werden die Metastasen meistens im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen auf dem Röntgenbild entdeckt. Sie treten dort in Form von rundlichen, weissen Herden in Erscheinung, welche einzeln oder in einer Vielzahl auftreten können.
Besteht also der Verdacht auf das Vorhandensein von Lungenmetastasen, erfolgt eine gründliche Befragung und körperliche Untersuchung der betroffenen Person, um einen Gesamteindruck über den Allgemeinzustand und das Krankheitsstadium zu bekommen.
Mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung der Lungen lassen sich Aussagen über die Menge und die ungefähre Position der Lungenmetastasen machen. Eine Computertomographie ermöglicht im Vergleich zu einer normalen Röntgenuntersuchung einerseits eine genauere Lokalisierung der Tumore und anderseits das Erkennen von erst ganz kleinen Ablegern. Das Bild einer Computertomographie zeigt drei Metastasen (M) auf der rechten Seite und eine auf der linken Seite. Ebenso zeigt es einen vergrösserten Lymphknoten im so genannten Mediastinum, also im Raum zwischen den Lungen, in dem die übrigen Organe des Brustraums liegen. Der Primärtumor lag in diesem Fall im Hoden. 

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Um festzustellen, ob Metastasen in den Bronchien wachsen, bietet sich eine Bronchoskopie an, also eine Spiegelung der Atemwege. Dabei führt der Arzt einen speziellen biegsamen Schlauch, ein so genanntes Bronchoskop, durch den Mund oder die Nase über die Luftröhre bis in die Bronchien. Eine am Schlauch befindliche Kamera mit Lichtquelle erlaubt eine genaue Betrachtung der Atemwege.

Es können am Bronchoskop auch verschiedene Instrumente angeschlossen werden, welche im Rahmen dieser Untersuchung unter anderem die Entnahme von Gewebe- und Schleimproben ermöglichen. In diesen Proben können dann nach entsprechender Aufbereitung im Labor unter einem Mikroskop Krebszellen gesucht werden.

Diese Untersuchungen werden durchgeführt, weil man herausfinden will, ob eine Entfernung der Metastasen möglich und sinnvoll ist oder nicht.

Therapie

Die komplette Entfernung der Metastasen in einer Operation ist die beste Voraussetzung, um das Tumorleiden zurückzudrängen. Hierbei wird die Metastase mit einem Stück des umliegenden, gesunden Lungengewebes entfernt, um ganz sicher zu gehen, dass keine Tumorreste zurückbleiben. Zusätzlich werden die Lymphknoten in der näheren Umgebung mit entfernt.
Zur Entfernung der Metastasen stehen mehrere Operationstechniken zur Verfügung. Ausgewählt wird jeweils das Verfahren, welches den grössten Erfolg verspricht und gleichzeitig für den Gesundheitszustand der betroffenen Person am günstigsten ist. Entsprechend der Art des Tumors können zu diesen Operationsmethoden eine Chemotherapie oder Strahlentherapie kombiniert werden. Damit kann das Langzeitresultat der Therapie in der Regel deutlich verbessert werden.


Zuletzt geändert: 26.09.2006 Druckversion Zum Seitenanfang
 
Autor/in: Jutta Manke, Ärztin
Editor/in: Urspeter Knecht, Dr. med., Arzt
ICD-10: C80
Keywords: Lungenmetastasen, Lungen-Metastasen, Metastasen in der Lunge, Krebs, Krebsableger, Ableger in der Lunge, Tochtergeschwulst, Tochtertumor, Nierenzellkarzinom, Nierenkrebs, Prostatakarzinom, Prostatakrebs, Magenkrebs, Dickdarmkrebs, Darmkrebs, Gebärmutterkrebs, Brustkrebs, Mammakarzinom

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