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Lymphknoten-Metastasen

Allgemeines

Bei Krebserkrankungen, die sich auf den ganzen Organismus auswirken können, ist es möglich, dass die Lymphknoten im gesamten Körper anschwellen. Dies wird als generalisierte Lymphknotenschwellungen bezeichnet. Die Krebszellen der Krebsgeschwulst gelangen in die Gewebsflüssigkeit und werden von den Lymphknoten herausgefiltert. Sie bleiben im Lymphknoten hängen, siedeln sich dort an, vermehren sich und führen so zu seiner Vergrösserung. Es entstehen so genannte Lymphknotenmetastasen. Dabei befallen nicht alle Krebsarten dieselben Lymphknotenregionen, was oft bereits Rückschlüsse auf die zugrunde liegende Krebserkrankung erlaubt.
Sind nur vereinzelte Lymphknoten einer bestimmten Region vergrössert, handelt es sich um eine lokalisierte Lymphknotenschwellung. Vergrösserungen der Lymphknoten im Rahmen einer Krebserkrankung sind bösartig.

Es gibt auch Krebsarten, die in den Lymphknoten selber entstehen und dort ihren eigentlichen Ausgangspunkt haben. Lymphknotenkrebs nennt man in der Fachsprache malignes Lymphom. Als Beispiele sind da das Hodgkin-Lymphom und das Non-Hodgkin-Lymphom zu nennen. Auch hierbei sind die Lymphknoten vergrössert.

Wissenswertes über die Lymphknoten

Bild: Detailansicht Lymphknoten
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Lymphknoten sind linsen- bis bohnengrosse platte, rundliche Knötchen, die Abwehrzellen enthalten. Sie gehören also zum Abwehrsystem des Körpers und befinden sich überall im Körper. Bei Entzündungen in ihrer Nähe bilden sie vermehrt Abwehrzellen, um die Entzündung zu bekämpfen, und schwellen deswegen an. Eine Vergrösserung der Lymphknoten nennt man Lymphknotenhyperplasie. Sind sie grösser als 2 cm und nehmen eine kugelförmige Gestalt an, dann befinden sie sich in einem aktivierten Zustand, das heisst sie sind mit der Abwehr von Krankheiten beschäftigt.

Die Lymphknoten sind ausserdem eine Filterstation für die Gewebeflüssigkeit, welche in der Fachsprache als Lymphe bezeichnet wird. Es handelt sich hierbei um Flüssigkeit, die sich ausserhalb der Blutgefässe frei im Gewebe zwischen den Zellen befindet.

Bild: Lymphgefässe
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Die Lymphe wird in vielen kleinen Lymphgefässen aus dem Gewebe gesammelt, die in immer dicker werdenden Lymphgefässe zusammenlaufen und am Ende in einem grossen Gefäss münden, das vor dem Herz die Lymphe in ein Blutgefäss ableitet. Auf dem Weg zum Herzen wird die Lymphe durch zahlreiche Lymphknotenstationen transportiert, wo sie gefiltert beziehungsweise gereinigt wird. Das heisst, in den Lymphknoten befinden sich eine Menge Abwehrzellen, welche die Lymphe von Krankheitserregern, Fremdkörpern und Zelltrümmern befreien.

Jeder Lymphknoten ist für die Aufnahme und Filterung der Lymphe einer bestimmten Körperregion zuständig. Man bezeichnet diesen Lymphknoten dann als regionären Lymphknoten. Die wichtigsten Regionen, in denen sich Lymphknoten befinden, sind der Nacken, unter dem Unterkiefer, der Hals, die Achselhöhle, die Leistengegend, der Bauch und der Brustraum.

Symptome

Die bösartigen Lymphknotenschwellungen selbst machen in der Regel keine Beschwerden und sind auch nicht schmerzhaft. Sie können durch die unkontrollierte Vermehrung der Krebszellen aber mehrere Zentimeter Durchmesser erreichen und mit dem blossen Auge gut sichtbar sein. Es kann also sein, dass die betroffene Person den vergrösserten Lymphknoten selbst sieht oder ertastet und deswegen den Arzt aufsucht.

Sind bei einer Krebserkrankung einzelne oder mehrere Lymphknoten von Krebszellen befallen - sind also Lymphknotenmetastasen vorhanden - ist das ein Hinweis auf ein bereits fortgeschrittenes Krankheitsstadium. Die betroffenen Personen leiden zu diesem Zeitpunkt häufig schon unter den Folgen ihrer Krebserkrankung und fühlen sich oft abgeschlagen und nicht leistungsfähig. Manchmal klagen sie über Fieber, nächtlich auftretende Schweissausbrüche und einen unbeabsichtigten, grossen Gewichtsverlust.

In manchen Fällen führt erst ein bösartig geschwollener Lymphknoten zur Diagnose einer Krebserkrankung, ohne dass die Betroffenen bis zu seiner Entdeckung unter irgendeiner gesundheitlichen Einschränkung gelitten haben.
Ein Arztbesuch ist auf jeden Fall angezeigt, wenn Lymphknotenschwellungen ohne erkennbare Ursache auftreten, nicht schmerzhaft sind und sich nach einigen Wochen nicht wieder zurückgebildet haben.

Diagnostik

Vergrösserte Lymphknoten, welche sich relativ oberflächlich unter der Haut befinden, können der Arzt und auch die Patienten selbst gut ertasten.
Lymphknoten, die aufgrund einer Entzündung in der Umgebung vergrössert sind (Lymphadenitis), lassen sich in der Regel im Gewebe hin und her bewegen. Ausserdem kann es schmerzhaft sein, wenn man auf sie drückt.

Im Gegensatz dazu stehen die bösartig vergrösserten Lymphknoten, die aufgrund einer Krebserkrankung angeschwollen sind, also die Lymphknotenmetastasen. Sie fühlen sich derb bis hart an und sind meist nicht schmerzhaft. Sie können mit dem umgebenden Gewebe verwachsen sein und lassen sich deshalb nur schlecht oder gar nicht verschieben. Wegen der unkontrollierten Vermehrung der Krebszellen im Lymphknoten wachsen diese weiter und werden ohne Therapie kaum kleiner.

Da sich Lymphknotenmetastasen jedoch häufig im Innern des Körpers befinden, sind sie ausschliesslich mit bildgebenden Verfahren wie mit einer Ultraschalluntersuchung oder mit einer Computertomographie darzustellen.
Das Ziel aller Untersuchungen ist es, die Ursache der Lymphknotenschwellung zu ermitteln, da die therapeutischen Massnahmen je nach Ursache erheblich variieren.
Bei Unklarheiten über die Ursache der Lymphknotenvergrösserung und bei Krebsverdacht wird im Rahmen einer Operation der betroffene Lymphknoten als Ganzes entfernt und unter dem Mikroskop untersucht. Dies geschieht zum Beispiel während einer Brustkrebsoperation.

Therapie

Da Lymphknotenmetastasen im Rahmen einer Krebserkrankung auftreten, besteht die Behandlung in einer auf die entsprechende Krebsart abgestimmten Therapie. Diese kann aus Operation, Chemotherapie oder Strahlentherapie bestehen oder auch aus einer Kombination davon. Die Therapie wird für die betroffene Person ganz individuell zusammengestellt und optimiert. Im Laufe der Therapie kann es zur Vernichtung der Krebszellen im Lymphknoten kommen, so dass die Lymphknotenschwellung abnimmt.

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Zuletzt geändert: 26.09.2006 Druckversion Zum Seitenanfang
 
Autor/in: Jutta Manke, Ärztin
Editor/in: Urspeter Knecht, Dr. med., Arzt
ICD-10: C77.0
Keywords: Lymphknotenmetastasen, Lymphknotenschwellung, bösartige Lymphknotenschwellungen, Lymphknotenvergrösserung, Lymphknotenhyperplasie, Krebserkrankungen, Krebsableger, Krebs

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