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Nabelbruch (Umbilikalhernie)

Synonyme: Nabelhernie

Allgemeines

Bild: Häufige Lokalisationen von Hernien
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Bild Hernie (Detail)
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Bei einer Hernie (lateinisch für "Bruch") handelt es sich ganz allgemein um eine Verschiebung von Baucheingeweiden (Bruchinhalt) in eine Vorbuchtung des Bauchfells (Bruchsack) durch eine Lücke in der Bauchwand (Bruchpforte).
Hernien entstehen bevorzugt an Stellen, die eine natürliche Schwachstelle der Bauchwand darstellen, wie zum Beispiel der Bauchnabel oder der Leistenkanal.

Beim Nabelbruch wölben sich Baucheingeweide durch die natürliche Schwachstelle der Bauchwand am Nabel. Normalerweise verschliesst sich die durch den Verlauf der Nabelschnurgefässe offen gehaltene Lücke am Nabel nach der Geburt innerhalb von zwei Jahren. Ist dies nicht der Fall, spricht man von einer angeborenen Nabelhernie. Im Erwachsenenalter entwickelt sich eine Nabelhernie häufig während der Schwangerschaft, bei starkem Übergewicht oder bei Krankheiten, bei welchen Flüssigkeit im Bauchraum eingelagert werden. Aber auch bei starker körperlicher Belastung, nach einer massiven Gewichtsabnahme oder beim Vorliegen einer Bindegewebsschwäche werden gehäuft Nabelhernien beobachtet.

Symptome

Die auffälligste Erscheinung ist eine in der Grösse sehr unterschiedliche Geschwulst im Bereich des Bauchnabels. Bei Kindern wird sie meist besonders auffällig beim Schreien, bei Erwachsenen beim Pressen, weil dann der Druck im Bauchraum besonders gross wird.

Eine schmerzhafte, gerötete oder verhärtete Vorwölbung im Bereich des Nabels sollte schnellstmöglich von einem Arzt untersucht werden. Dabei handelt es sich höchstwahrscheinlich um eingeklemmte Darmanteile in der Bruchlücke, einem so genannten mechanischen Ileus. Die Blutgefässe der Darmwand werden abgedrückt und die Sauerstoffversorgung des betroffenen Darmabschnittes sowie der Abfluss des venösen Blutes werden unterbrochen. Das betreffende Areal droht abzusterben, was eine Verteilung von Bakterien in den Bauchraum und ins Gefässsystem mit akuter Lebensgefahr zur Folge hat. Symptome sind plötzlich auftretende kolikartige Bauchschmerzen mit Fieber, Übelkeit und Erbrechen.

Diagnose

Die Hernie ist mit der Hand ohne Probleme zu tasten, was zur Diagnosestellung meist schon ausreicht. Ein Röntgenbild zum Ausschluss von eingeklemmten Darmanteilen ist nur in seltenen Fällen nötig.

Therapie

Da sich bei Neugeborenen der Nabelbruch oft von alleine zurückbildet, darf bis zum 2. Lebensjahr abgewartet werden- ausser bei sehr grosser Geschwulst oder starker Grössenzunahme.
Bei Erwachsenen ist ein Nabelbruch immer ein Grund zur Operation, da die Gefahr der Einklemmung von Darmanteilen in der Bruchlücke mit Entwicklung eines lebensbedrohlichen mechanischen Ileus besteht.
Bei der Operation schiebt man durch einen Schnitt unterhalb des Nabels die Eingeweide in den Bauchraum zurück und vernäht die entsprechenden Schichten der Bauchwand wieder miteinander. Ist die Hernie sehr gross, wird die Hinterwand der Bruchpforte zusätzlich durch Doppelung von Bauchwandanteilen verstärkt oder ein Kunststoffnetz eingelegt. Bei stark übergewichtigen Patienten wird manchmal sogar die Entfernung des Bauchnabels nötig um ein Widerauftreten zu verhindern.

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Zuletzt geändert: 26.09.2006 Druckversion Zum Seitenanfang
 
Autor/in: Sibylle Krämer, Ärztin
Editor/in: Urspeter Knecht, Dr. med., Arzt
ICD-10: K42
Keywords: Nabelbruch, Nabelhernie, Umbilikalhernie, Bauchnabel, Ileus, Darmverschluss

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