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Endoskopie

Die Endoskopie ist im Volksmunde auch als Spiegelung bekannt. Dieser Name kommt daher, weil früher ein starres Rohr mit einem Spiegel an der Spitze eingesetzt wurde. Mithilfe des Spiegels konnten so die verschiedenen Organstrukturen betrachtet werden. Die heutzutage verwendeten Endoskope sind viel komplexer aufgebaut und können auch vielseitiger eingesetzt werden. Die Endoskopie hat sowohl in der Diagnostik wie auch der Therapie von Erkrankungen auf verschiedenen Gebieten der Medizin eine grosse Bedeutung erhalten.

Aufbau

Ein Endoskop besteht entweder aus einem starren Rohr oder einem biegbaren Schlauch. Darin befinden sich eine Lichtquelle, ein optisches System mit einer Kamera und ein weiterer Kanal zum Einführen zusätzlicher Hilfsinstrumente wie beispielsweise einer Zange. Als Lichtquelle wird Kaltlicht verwendet, damit sich an der beleuchteten Stelle im Gewebe keine Hitzeschäden entwickeln können. Durch das optische System werden die im Körperinnern gemachten Bilder nach aussen auf einen Bildschirm weitergeleitet.
Die Optik besteht bei einem starren Endoskop aus einer Reihe von nicht biegbaren Prismen und Linsen und beim flexibeln Endoskop aus biegbaren Glasfaserbündeln oder einem elektronischen System. Dadurch wird dem Arzt die Möglichkeit einer sehr präzisen Untersuchung der betreffenden Organabschnitte gegeben.

Untersuchungshergang

Vor jeder endoskopischen Untersuchung bekommt der Patient je nach der zu untersuchenden oder zu operierenden Körperregion ein einschläferndes Medikament oder sogar eine Vollnarkose verabreicht. Dadurch verspürt er während der Untersuchung keine Schmerzen und kann sich im Nachhinein auch nicht an die unangenehme Untersuchung erinnern. Sobald das Medikament oder die Narkose wirkt, schiebt der Untersucher den Schlauch des Endoskopes in die zu untersuchende Körperregion ein. Die Kamera kann von aussen 360° um ihre eigene Achse gedreht und im Falle einer flexiblen Optik bis zu 45° abgekippt werden. Dies ermöglicht dem untersuchenden Arzt die komplette Begutachtung des Organs. Durch die Lichtquelle wird zudem der gerade untersuchte Anteil gut ausgeleuchtet und sichtbar.

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Im Rahmen einer diagnostischen Endoskopie muss häufig auch eine Gewebeprobe zur mikroskopischen Untersuchung entnommen werden. Dazu wird ein zangenähnliches Instrument über das Rohr oder den Schlauch eingeführt und damit ein Stück Gewebe aus dem betreffenden Organbereich entfernt.

Weiterführend kann die endoskopische Untersuchung auch zu einem endoskopischen, therapeutischen Eingriff erweitert werden.

Diese Methode ersetzt immer häufiger die grossen chirurgischen Eingriffe, da sie schonender ist und vor allem deutlich weniger grosse Narben hinterlässt. Deshalb spricht man hier auch von einer minimal invasiven Chirurgie.

Anwendungsgebiete

Die Endoskopie wird in vielen verschiedenen Bereichen der gesamten Medizin eingesetzt, da es sich hierbei um eine komplikationsarme, relativ einfach zu handhabende und sehr aussagekräftige Untersuchung handelt.
In der Folge werden die wichtigsten Anwendungsbereiche näher beschrieben.

Endoskopie des Verdauungssystemes inklusive der Gallenwege und der Bauchhöhle:

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Eine Magen-Darm-Spiegelung, bei der die Speiseröhre, der Magen und der Zwölffingerdarm untersucht werden, ist wohl eine der am häufigsten durchgeführten Endoskopien. Hierbei wird das Endoskop durch den Mund in die Speiseröhre eingeführt und von dort in den Magen sowie den Dünndarm vorgeschoben.

Bei einer Endoskopie des unteren Darmtraktes, also des End- und Dickdarmes sowie des Übergangs vom Dünndarm in den Dickdarm, wird das Endoskop durch den After in den Dickdarm eingeführt.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass endoskopisch ein grosser Teil des Dünndarmes, nämlich das Jejunum und der grösste Teil des Ileums, nicht erfasst werden kann, da der eingeführte Schlauch hierfür zu kurz ist.

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Wie bereits oben erwähnt, wird diese Methode nicht nur zur Diagnosestellung, sondern auch zur Therapie angewendet. Magengeschwürblutungen können zum Beispiel in vielen Fällen endoskopisch behandelt werden.
Aber auch Darmpolypen im Dickdarm oder Gallensteine lassen sich mit derselben Technik schonend entfernen.
 

Bauchspiegelung (Laparoskopie)
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Die endoskopische Untersuchung der Bauchhöhle wird Laparoskopie genannt. Hier wird die Bauchhaut durchstossen und das Endoskop durch diese neu entstandene, nur ein bis zwei Zentimeter grosse Körperöffnung eingeführt.
Daneben müssen aber auch noch mindestens zwei weitere kleine künstliche Eingänge geschaffen werden für das Einführen von Hilfsinstrumenten, wie zum Beispiel eines Greifwerkzeuges, und zur Entlüftung des Bauchraumes. Mittels dieser Technik können die Bauchorgane von aussen untersucht und behandelt werden. Die operative Gallenblasenentfernung wird zum Beispiel meistens laparoskopisch durchgeführt. Auch die Entfernung eines entzündeten Blinddarmes kann meist auf diese Weise ausgeführt werden.

 

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Endoskopie der Nase, Nasennebenhöhlen, der Atemwege und des Brustraumes:

Die Nase, Nasennebenhöhlen und die Luftwege bis hinab in die sich aufzweigenden Bronchien können ebenfalls endoskopisch untersucht werden.
Durch die endoskopische Untersuchung der Nase und der Nasennebenhöhlen können deren Aufbau sowie auch eventuell vorhandene Krankheitsprozesse wie beispielsweise ein Nasenpolyp sehr sicher beurteilt werden.

 

Die endoskopische Untersuchung der Atemwege nennt sich Bronchoskopie und wird bei atemwegstypischen Erkrankungen als ergänzendes diagnostisches Verfahren und zur Therapie eingesetzt. Bei dieser Untersuchung wird der Endoskopieschlauch durch die Nase in die Atemwege eingeführt.
Sie wird häufig zur Diagnosestellung mit gleichzeitiger Gewebeprobeentnahme bei einem Lungenkrebs, dem Bronchuskarzinom, angewendet. Dabei wird meist auch eine Spülung, eine so genannte bronchoalveoläre Lavage, zur Gewinnung von Tumorzellen durchgeführt.
Die Bronchoskopie bietet sich jedoch zum Beispiel auch zur Entfernung eingeatmeter und in den Atemwegen feststeckender Gegenstände an.
Kann eine Erkrankung der Lunge oder des Brustfelles durch herkömmliche Untersuchungsmethoden nicht genügend gut beurteilt werden, gibt es die Möglichkeit einer Thorakoskopie. Der Zugang dieser endoskopischen Untersuchung erfolgt ähnlich wie bei einer Laparoskopie von aussen durch den Brustkorb hindurch. Das Endoskop wird in dem Fall bis in die Pleurahöhle, den Hohlraum zwischen den zwei Schichten des Brustfelles, vorgeschoben. In den meisten Fällen muss künstlich ein so genannter Pneumothorax verursacht werden, damit die Pleurahöhle breiter wird und so besser untersucht werden kann. Sind die Instrumente in die Pleurahöhle eingebracht, ist ein grosser Teil der Lungenoberfläche wie auch des Brustfelles gut einsehbar und es können tumorartige oder unklare entzündliche Prozesse genau untersucht werden. Auch hier können in derselben Sitzung zusätzlich kleinere operative Eingriffe durchgeführt und bei Bedarf Gewebeproben entnommen werden. Zum Abschluss des Eingriffs wird ein Kunststoffschlauch, eine so genannte Saug-Drainage, in die Pleurahöhle eingelegt, womit die in den Brustraum eingedrungene Luft abgesaugt wird und die Lunge sich wieder frei entfalten kann.

Endoskopie der ableitenden Harnwege
In der urologischen Abteilung werden bei Bedarf sowohl die Blase (Zystoskopie) wie auch die Harnröhre (Urethroskopie) endoskopisch auf krankhafte Veränderungen hin untersucht.
Bei diesen Spiegelungen wird das Endoskop von der Scheide aus in die Harnröhre eingeführt und in die Blase vorgeschoben. Bei Männern ist diese Untersuchung etwas schwieriger als bei Frauen durchzuführen, da deren Harnröhre länger und zudem gebogen ist.
Mittels dieser Methode können auch hier therapeutische Eingriffe erfolgen, wie zum Beispiel die Entfernung festsitzender Harnsteine.

Endoskopie der Gebärmutter
Der endoskopische Eingriff in die Gebärmutter wird als Hysteroskopie bezeichnet. Der Schlauch des Endoskopes wird von der Scheide aus in die Gebärmutter vorgeschoben.
Diese Technik wird zum Beispiel zur Abklärung von Gebärmuttertumoren und anderer im Ultraschall auffälliger Strukturen oder zur Abtragung von Polypen eingesetzt.

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Endoskopische Untersuchung des Gelenkes (Arthroskopie)

Die Untersuchung und die meisten operativen Eingriffen der grösseren Gelenke wie Knie-, Schulter-, Hand- oder Sprunggelenke werden häufig endoskopisch durchgeführt. Die Bezeichnung der Arthroskopie leitet sich von "Arthros" ab, dem griechischen Wort für "Gelenk".
Eingesetzt wird dieses Verfahren zur Untersuchung nach unfallbedingten Verletzungen oder unklaren entzündlichen und abnützungsbedingten Vorgängen. Ein gerissenes Kreuzband im Kniegelenk kann beispielsweise arthroskopisch diagnostiziert und operiert werden.

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Zuletzt geändert: 26.09.2006 Druckversion Zum Seitenanfang
 
Autor/in: Franziska Grunder
Editor/in: Urspeter Knecht, Dr. med., Arzt
Keywords: diagnostische Endoskopie, Spiegelung, Endoskop, Operation, Untersuchung, minimal-invasive Chirurgie, Arthroskopie, Gelenkspiegelung, Laparoskopie, Bauchspiegelung

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