Pneumocystis carinii Pneumonie
Allgemeines
Pneumocystis carinii ist ein Krankheitserreger, welcher nicht zu den bekannten Gruppen der Bakterien, Viren oder Pilzen gehört. Man kann ihn in den Lungen der meisten Menschen von Kindheit an finden, er richtet jedoch bei gesunden Menschen keinen Schaden an, weshalb seine Anwesenheit meist unbemerkt bleibt. Im Falle einer Immunschwäche, das heisst wenn die Abwehrkräfte des Körpers geschwächt sind, kann der Erreger Pneumocystis carinii jedoch eine Entzündung in den Lungenbläschen und im Lungengewebe hervorrufen. Zu einer Schwächung des Immunsystems kommt es häufig im Zusammenhang mit Krebserkrankungen oder bei AIDS.
85% aller AIDS-Patienten bekommen eine Pneumocystis carinii Pneumonie und bei rund der Hälfte ist diese Form der Pneumonie das erste Zeichen für die AIDS-Erkrankung.
Symptome
Die Entwicklung einer Pneumocystis carinii Pneumonie erfolgt langsam und erstreckt sich über Wochen oder gar Monate. Zu Beginn der Erkrankung bestehen erst geringe Beschwerden, die einer Grippe ähneln können. Diese nehmen langsam zu bis die Betroffenen schwer krank sind. Im Vordergrund steht die Atemnot, die anfänglich nur bei schweren Anstrengungen auftritt. Im Verlauf der Erkrankung nimmt sie jedoch zu und ist schliesslich bereits bei leichten Anstrengungen vorhanden. Auf Grund der Luftnot atmen die Betroffenen oft sehr schnell und angestrengt. Häufig gesellen sich zu der Atemnot ein trockener Husten und Fieber. Ist die Entwicklung der Krankheit fortgeschritten, fühlen sich die an einer Pneumocystis carinii-Pneumonie erkrankten abgeschlagen und müde, verlieren an Gewicht und fühlen sich weniger leistungsfähig als vorher.
Durch die starke Atemnot entsteht ein Sauerstoffmangel im Körper, der die Schleimhäute und die Haut bläulich wirken lässt. Am deutlichsten ist diese Farbänderung an den Lippen und an den Fingerkuppen zu beobachten.
Diagnose
Wie bei jedem Arztbesuch sollte nach einem Eingangsgespräch eine eingehende körperliche Untersuchung erfolgen. Die Lungen werden mit dem Stethoskop abgehört, wobei oft keine Auffälligkeit zu hören ist.
Es wird ein Röntgenbild der Lunge angefertigt, welches bei dieser Pneumonieform völlig normal aussehen oder aber die typischen Veränderungen einer Lungenentzündung aufweisen kann.
Der Sauerstoffgehalt im Blut, welcher mit Hilfe einer Blutabnahme bestimmt wird, ist oft stark erniedrigt und sinkt bei einer körperlichen Anstrengung je nach Schweregrad der Erkrankung noch stärker ab.
Die eindeutige Diagnose wird jedoch gestellt, indem der Erreger aus dem Lungensekret mikroskopisch nachgewiesen wird.
