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Stimmbandpolypen

Wissenswertes über die Stimmbänder

Bild: Kopf und Hals mit Kehlkopf
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Bild: Stimmbänder
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Die Stimmbänder sind Bestandteile der so genannten Stimmlippen, die auch als Stimmfalten bezeichnet werden. Die Stimmlippen enthalten neben den Stimmbändern noch die dazugehörigen Stimmuskeln, die für die Beweglichkeit der Stimmbänder verantwortlich sind.

Die Stimmlippen sitzen am oberen Ende der Luftröhre im Kehlkopf und dienen der Stimmbildung, in der Fachsprache auch Phonation genannt. Beim Ausatmen bringt die Luft die Stimmbänder zum Schwingen. Die Luft, die sich im Brustkorb, im Mund, in der Nase und im Kehlkopf befindet, wird dadurch ebenfalls zum Schwingen gebracht und bildet die so genannten Schallwellen. Diese Schallwellen können wir dann als Töne hören.

Abhängig von der Stellung und Spannung der Stimmbänder werden unterschiedliche Töne, also hohe oder tiefe Töne, erzeugt. Sind die Stimmbänder locker und entspannt, entsteht ein tiefer Ton. Wenn sie aber fest und angespannt sind, entsteht ein hoher Ton. Direkt neben den Stimmbändern befinden sich die Stimm-Muskeln.

Die Stimme eines Erwachsenen klingt tiefer als eine Kinderstimme. Das liegt daran, dass die Stimmbänder eines Erwachsenen länger und insgesamt grösser sind als die der Kinder. Stimmbänder alleine können nur Töne erzeugen. Für die Bildung der Sprache, das heisst für die Bildung von Wörtern und Sätzen, sind zusätzlich die Zunge und die Lippen unbedingt notwendig.

Bild: Stimmbänder, Stimmband mit Polyp
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Als Folge einer Entzündung der Stimmbänder können sich Gewebeneubildungen entwickeln, zum Beispiel die so genannten Stimmbandpolypen. Polypen sind gutartige geschwulstartige Wucherungen der Schleimhaut der Stimmbänder. Diese Polypen bilden sich besonders dann vermehrt aus, wenn die Stimme während solch einer Entzündung nicht ausreichend geschont wird.

Symptome

Die Stimmbandpolypen verursachen in erster Linie eine Veränderung der Stimme, wobei diese typischerweise rau und tief klingt. Auch klagen die Betroffenen über eine mal mehr und mal weniger heiser klingende Stimme, die gelegentlich auch komplett ausfallen kann. Zu diesen Stimmveränderungen tritt nicht selten ein Reizhusten auf.
Sind die Stimmlippen zusätzlich aufgrund der Entzündung geschwollen, kann sogar eine Atemnot entstehen.

Diagnose

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Um die Stimmbandpolypen nachzuweisen, wird eine Spiegelung des Kehlkopfes, eine so genannte Laryngoskopie durchgeführt. Dabei sitzt der Arzt mit einem Stirnreflektor vor der betroffenen Person. Durch diesen Stirnreflektor wird das Licht der Untersuchungslampe verstärkt und auf einen löffelförmigen Spiegel gelenkt. Diesen führt der untersuchende Arzt durch den Mund in den Rachen ein und kann so den Kehlkopf mit den Stimmbändern einsehen.

 

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Eine weitere sehr hilfreiche Untersuchungsmethode ist die Nasenendoskopie. Das Nasenendoskop ist ein dünner und gut biegsamer Schlauch, der über die Nasenöffnung hinunter bis in den Rachen eingeführt werden kann. An seiner Spitze befinden sich eine Minikamera und eine Lichtquelle. Der Arzt ist in der Lage über kleine Hebel diese Spitze zu bewegen und sonst schwer erreichbare Areale einzusehen.

Über das Endoskop können ebenso kleine Zangen eingeführt werden, zum Beispiel um eine Gewebeprobe zu entnehmen.

Mit Hilfe dieser Untersuchungen finden sich die Polypen typischerweise als grau-glasige oder blaurote, knötchenförmige Gebilde entweder am freien Rand oder an der Oberfläche der Stimmbänder. Die meist nur einseitig vorkommenden, sehr unterschiedlich grossen Polypen sind an einem Stiel auf der Schleimhaut befestigt oder sitzen der Schleimhaut breitbasig auf.

Therapie

Die Polypen werden meist im Rahmen einer kleinen Operation entfernt. Diese Operation erfolgt mit Hilfe eines Endoskops, das - ähnlich wie bei der oben beschriebenen Nasenendoskopie - durch den Mund zum Kehlkopf vorgeschoben wird. An der Spitze des Endoskops befinden sich die notwendigen Operationsinstrumente.
Der Polyp wird dabei entweder mit einer kleinen Zange von der Schleimhaut abgetrennt oder es kommt dafür ein Laser zum Einsatz.
Zur Sicherheit sollte das bei der Operation entfernte Material immer von einem Spezialisten unter dem Mikroskop untersucht werden, um einen bösartigen Tumor auszuschliessen.

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Zuletzt geändert: 26.09.2006 Druckversion Zum Seitenanfang
 
Autor/in: Jutta Manke, Ärztin
Editor/in: Urspeter Knecht, Dr. med., Arzt
ICD-10: J38.1
Keywords: Stimmbandpolypen, Stimmbandentzündungen, Polypen der Stimmbänder, Entzündung der Stimmbänder, Heiserkeit

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