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Spirale

Synonyme: Intrauterinpessar

Zum SeitenanfangAllgemeines

Die Spirale wurde schon anfangs letztes Jahrhundert zu Verhütungszwecken eingesetzt, wurde dann aber verboten, weil es einige infektionsbedingte Todesfälle gegeben hatte. Heutzutage wird sie anders gebaut, wodurch die Infektionsgefahr deutlich zurückgegangen ist. Entsteht in seltenen Fällen eine Infektion, kann sie mit den heute zur Verfügung stehenden Medikamenten besser therapiert werden.

Zum SeitenanfangWirkmechanismus

Der Wirkmechanismus ist bis heute noch nicht ganz klar und unterscheidet sich zudem noch je nach Baustoff. Drei Wirkungen werden diskutiert:

- Durch die mechanische Irritation der Gebärmutter entsteht eine Entzündung, welche die Entstehung einer Schwangerschaft verhindert.

- Enthält die Spirale Kupfer, so kann die permanente Abgabe von kleinsten Kupferteilen die Schwangerschaft verhindern. Dies kann in Experimenten im Labor nachgewiesen werden.

- Es sind auch Hormonhaltige Spiralen erhältlich. Die kontinuierliche Hormonabgabe hat dabei denselben Effekt wie die Minipille.

Zum SeitenanfangAnwendung

Heute werden eigentlich nur noch Kupferspiralen oder hormonhaltige Spiralen eingelegt, welche die mechanische Irritation mit der Wirkung vom Kupfer oder des Hormons kombinieren. Am zuverlässigsten sind die hormonhaltigen Spiralen, welche jedoch mit einer Ausnahme alle eineinhalb Jahre ausgewechselt werden müssen, da die Hormonwirkung mit der Zeit nachlässt. Die Kupferspiralen hingegen haben diesen Nachteil nicht und können fünf Jahre in der Gebärmutter belassen werden, weshalb sie sehr beliebt sind. Eingesetzt werden die Spiralen am Ende der Menstruation, da zu dem Zeitpunkt der Muttermund am weitesten geöffnet ist und das Risiko einer bestehenden Schwangerschaft nahezu nicht vorhanden ist.

Die Sicherheit dieser Art der Verhütung ist im Vergleich zum Kondom deutlich höher.

Eine Spirale kann auch anstelle der "Pille danach" bis zu sechs Tage nach dem Geschlechtsverkehr sehr erfolgreich eingesetzt werden.

Nebenwirkungen und Anwendungseinschränkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Blutungsstörungen, meist in Form einer verstärkten Menstruation, und verstärkte Menstruationsbeschwerden. Sie sind auch der häufigste Grund, weshalb Frauen die frühzeitige Entfernung der Spirale wünschen. Mit zunehmender Tragedauer gehen die Symptome jedoch in aller Regel zurück.

Die Spirale wird vor allem bei Frauen angewendet, die bereits ein Kind geboren haben und eher weniger bei jungen Frauen vor der ersten Geburt. Vorsicht ist ebenfalls bei Gebärmuttermissbildungen und vorbestehenden Blutungsstörungen angebracht.

Vor allem in den ersten zwei bis drei Monaten nach dem Einsetzen kann die Spirale während der Menstruationsblutung ausgestossen werden. Dies wird meist von der Frau selbst bemerkt. Ist sie über deren Verbleib unsicher, kann sie jederzeit nach dem an der Spirale festgemachten Plastikfaden suchen, der bei korrektem Sitz der Spirale in der Vagina zu finden ist.

In seltenen Fällen wird als Komplikation beim Einsetzen der Spirale die Gebärmutter durchstossen. Dies verursacht meist keine Beschwerden und wird daran erkannt, dass kein Faden in der Scheide zu finden ist und bei der Ultraschalluntersuchung die Spirale ausserhalb der Gebärmutter im Bauchraum gefunden wird. Die Spirale muss mit Hilfe eines chirurgischen Eingriffes aus der Bauchhöhle entfernt werden, damit sie nicht die umliegenden Organe verletzten kann.

Zudem wird beobachtet, dass bei Frauen, die mit einer Spirale verhüten, etwas häufiger Eileiterentzündungen (Adnexitis) auftreten, als bei anderen Frauen. Eine solche Eileiterentzündung kann, vor allem wenn sie wiederholt auftritt, zu einer Vernarbung der Eileiter führen und erhöht deshalb das Risiko einer Eileiterschwangerschaft oder der Zeugungsunfähigkeit.

Ganz allgemein betrachtet ist die Spirale eine sichere und nebenwirkungsarme Verhütungsmethode, weshalb sie auch relativ oft angewendet wird.

Autor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Spiralen, Spirale, Intrauterinpessar, Schwangerschaftsverhütung , Hormonspirale, Kupferspirale
ICD-10:Z30.1
Zuletzt geändert:05.11.2016Zum Seitenanfang
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