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Unregelmässiger Menstruationszyklus Amenorrhoe, Oligomenorrhoe, Polymenorrhoe

Zum SeitenanfangAllgemeines

Ein unregelmässiger Menstruationszyklus ist gekennzeichnet durch eine Rhythmusstörung im Zyklus. Normalerweise ist der Menstruationszyklus ein periodisch ablaufender Prozess mit einer Dauer von durchschnittlich 28 Tagen (25-35 Tage). Dieser Prozess läuft immer nach dem gleichen Muster ab und wird von verschiedenen Geschlechtshormonen gesteuert, die vor allem aus dem Gehirn und den Eierstöcken stammen. Bei einer Unregelmässigkeit in diesem Zyklus sind die Dauer der eigentlichen Regelblutung und ihre Stärke normal, der Abstand zwischen den Regelblutungen ist aber verkürzt oder länger. Ist der Abstand kürzer, bekommt die Frau häufiger ihre Menstruation. Man spricht in diesem Fall von einer Polymenorrhoe. Frauen, bei denen der Abstand länger ist, sie also weniger häufig ihre Regelblutung bekommen, haben eine so genannte Oligomenorrhoe. Die Blutung kann auch ganz ausbleiben, in diesem Fall handelt es sich um eine Amenorrhoe. Sie ist eine der am häufigsten auftretenden Störungen der Menstruation und wird unterteilt in eine primäre Amenorrhoe und eine sekundäre Amenorrhoe. Es handelt sich um die primäre Form, wenn nach Vollendung des 16.Lebensjahres noch keine Regelblutung stattgefunden hat. Man spricht von einer sekundären Amenorrhoe, wenn die betroffenen Frauen schon Regelblutungen hatten, dann aber blutungsfreie Intervalle auftreten von mehr als drei Monaten.

Zum SeitenanfangSymptome

Bei der Amenorrhoe bleibt die Regelblutung aus, ansonsten leiden die betroffenen Frauen eigentlich unter keinen weiteren Beschwerden.

Bei der Oligomenorrhoe tritt eine Monatsblutung ein von normaler Dauer und Stärke, der Abstand zwischen den Blutungen beträgt aber mehr als 35 bis 45 Tage.

Frauen mit einer Polymenorrhoe haben eine ganz normale Regelblutung, der Abstand zur nächsten Blutung ist aber kürzer als 25 Tage. Durch diese häufigeren Blutungen kann es zu einer Blutarmut kommen, die in der Fachsprache als Anämie bezeichnet wird. Die betroffenen Frauen können in diesem Fall unter einer verstärkten Müdigkeit und Leistungsminderung leiden bis hin zur Bettlägerigkeit.

Zum SeitenanfangUrsachen

Die Ursachen für eine primäre Amenorrhoe beruhen meistens auf angeborene Fehlbildungen der Geschlechtsorgane oder genetischen Störungen. Auch angeborene Fehlfunktionen im Hormonkreislauf können dazu zählen. Eine sekundäre Amenorrhoe wird in den meisten Fällen durch Fehlsteuerungen der am Menstruationszyklus beteiligten Hormone im Gehirn verursacht. Zu solchen Fehlsteuerungen kann es kommen, wenn die Frauen zum Beispiel unter extremen Stresssituationen im Beruf oder Familie stehen. Auch Auslandsaufenthalte mit Klimawechsel gehören dazu. Was unter solchen Belastungen im hormonellen Geschehen des Menstruationszyklus passiert, ist nicht genau geklärt. Man geht aber davon aus, dass die nervliche Anspannung sich in irgendeiner Form auf die Hormonfunktion auswirkt.

Weitere Gründe für das Ausbleiben der Regelblutung sind starke Gewichtszunahmen oder Gewichtsabnahmen bis hin zur Magersucht, was häufig gerade auf jüngere Frauen zutrifft. Bei Frauen, die extrem viel Sport treiben und zur Leistungssteigerung vielleicht sogar Hormonpräparate einnehmen, die das männliche Geschlechtshormon Testosteron enthalten, bleibt die Regel aus.

Nimmt die Frau zur Empfängnisverhütung die "Pille" ein und setzt sie nach einiger Zeit wieder ab, kommt es häufig zu einer vorübergehenden Amenorrhoe bis sich der Menstruationszyklus an die "natürlichen" Abläufe wieder gewöhnt hat. So verhält es sich auch nach einer Schwangerschaft und Stillzeit.

Erkrankungen von Organen, die auch Hormone bilden wie zum Beispiel Schilddrüse oder Nebenniere, können auch eine Amenorrhoe verursachen. Selten sind Tumore im Eierstock der Grund dafür. Manchmal bleibt die Regel aus bei der Einnahme bestimmter Medikamente. Solche Medikamente können Psychopharmaka oder Blutdruck senkende Präparate sein.

Die Ursache für eine Oligomenorrhoe und auch für eine Polymenorrhoe liegt darin, dass der hormonelle Funktionskreis an irgendeiner Stelle gestört ist. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Eierstöcke nur eingeschränkt funktionieren.

Zum SeitenanfangDiagnose

Hier ist ein ausführliches Gespräch zwischen dem Frauenarzt und der betroffenen Frau besonders wichtig. Hierbei sind besonders die Entwicklung in der Pubertät und der Verlauf der Menstruationszyklen im Hinblick auf Blutungshäufigkeit, Blutungsstärke, Schmerzen und Zwischenblutungen interessant. Aber auch eventuelle Erbleiden oder bereits bestehende Erkrankungen spielen eine grosse Rolle in der Diagnosefindung.

Ausserdem erhält der Arzt Informationen über die Einnahme von Medikamenten und er erfährt, ob schon Bauchoperationen durchgeführt wurden. Mit einer Untersuchung des körperlichen Allgemeinzustandes inklusive der Geschlechtsorgane erkennt der Arzt Veränderungen - zum Beispiel Über- und Untergewicht - die auf eine Diagnose hinweisen können. Hilfreich ist in diesem Fall eine Ultraschalluntersuchung, die krankhafte Veränderungen der Gebärmutter und Eierstöcke in vielen Fällen erkennen lässt. Ein wichtiger Aspekt bei der Ursachenforschung ist auch der psychische Zustand und die Lebensumstände der Frau. Hat der untersuchende Arzt den Verdacht auf eine hormonelle Störung, werden Blut und Urin der Frau auf den Gehalt bestimmter Hormone untersucht.

In manchen Fällen muss eine Bauchspiegelung durchgeführt werden, um die inneren Geschlechtorgane genauer untersuchen zu können. Hierbei wird ein Stab mit einer Kamera und einer Lichtquelle am Ende - ein so genanntes Laparoskop - in den Bauchraum eingeführt. Damit kann der Arzt den Bauchraum von innen betrachten.

Besteht der Verdacht auf einen Tumor im Gehirn, schliesst sich noch eine Computertomographie des Kopfes an.

Zum SeitenanfangTherapie

Die Behandlung der Zyklusstörungen richtet sich natürlich nach deren Ursache und muss individuell ausgerichtet sein. Liegen den Zyklusstörungen Fehler im Hormonkreislauf zu Grunde, kann die Einnahme von entsprechenden Hormonpräparaten wieder eine Regelmässigkeit in den Menstruationszyklus bringen. Das gilt für alle frei Formen von Rhythmusstörungen. Da aber auch Erkrankungen anderer Organsysteme für eine Amenorrhoe verantwortlich sein können, steht die Behandlung dieser ursächlichen Erkrankung zunächst im Vordergrund. Ist diese erfolgreich, normalisiert sich meistens auch der Menstruationszyklus. Bei starken psychischen Belastungen hilft manchmal nur die Behandlung durch einen Psychiater. Im Falle einer Oligomenorrhoe bedarf es eigentlich keiner Therapie, vor allem, wenn kein Kinderwunsch besteht.

Autor/in:Jutta Manke, Ärztin
Editor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Unregelmässiger Menstruationszyklus, Mens-Unregelmässigkeiten, Amenorrhoe, Amenorrhö, Amenorrö, Oligomenorrhoe, Oligomenorrhö, Oligomenorrö, Polymenorrhoe, Polymenorrhö, Polymenorrö
Zuletzt geändert:05.11.2016Zum Seitenanfang
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