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Vulvakarzinom

Synonyme: Vulvakrebs, Tumor an der Vulva

Zum SeitenanfangAllgemeines

Die äusseren weiblichen Geschlechtsteile werden in der medizinischen Fachsprache Vulva genannt. Das Vulvakarzinom ist ein bösartiger Tumor, welcher vor allem die grossen, aber auch die kleinen Schamlippen, die Klitoris und die Harnröhre betrifft. Die meisten Frauen, die an einem Vulvakarzinom erkranken sind älter als 50 Jahre. In den letzten Jahren sind jedoch auch immer mehr jüngere Frauen von einem Vulvakarzinom betroffen. Wie auch bei anderen bösartigen Tumoren, wie zum Beispiel dem Gebärmutterhalskrebs oder dem Scheidenkrebs, spielen in mehr als der Hälfte der Fälle der Vulvakarzinome Viren, die so genannten Papilloma Viren (HPV), eine entscheidende Rolle in deren Entstehung. Diese Viren können beim Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Zum SeitenanfangSymptome

Das Vulvakarzinom verursacht im Anfangsstadium kaum Beschwerden. Es kann sein, dass die Patientinnen über dauernden, lang anhaltenden Juckreiz klagen. Zudem kann sich die Farbe oder das Aussehen der Vulva ändern oder es können Blutungen und Ausfluss auftreten. Es gibt jedoch keine typischen Krankheitszeichen. So präsentiert sich ein Vulvakarzinom zum Beispiel als flache, gerötete Wunden, welche nicht abheilen wollen oder in Form von ungewöhnlichen Falten oder schuppenden Hautarealen. Bei einer älteren Frau ist jegliche Veränderung der Vulva verdächtig auf ein Vulvakarzinom.

Nicht selten suchen die Frauen erst einen Arzt auf, wenn sich das Vulvakarzinom schon auf umliegende Strukturen, wie die Scheide, die Harnröhre und die Analregion ausgebreitet hat und der Tumor zu zerfallen beginnt. Der Tumor hat in diesem Stadium einen sehr unangenehmen Geruch, er kann bluten und Schmerzen bereiten. Der Tumor entwickelt sich zu einem grossen, unregelmässigen Geschwür. Da die Vulva sehr viele Lymphbahnen enthält, entstehen bei diesem Tumor sehr früh Ableger, Metastasen genannt, in den benachbarten Lymphknoten.

Zum SeitenanfangDiagnose

Wenn eine Frau über oben beschriebene Symptome klagt, so ist dies für den behandelnden Arzt ein wichtiger Hinweis auf ein Vulvakarzinom und sollte ihn zu einer genauen Untersuchung der Vulva veranlassen. Diese Untersuchung beginnt mit der Betrachtung des Genitales und der Suche nach auffälligen Veränderungen der Haut. Zur Erstuntersuchung gehört ebenfalls eine Tastuntersuchung der Vulva und der benachbarten Lymphknoten, wobei der Arzt vor allem nach auffälligen Bereichen tastet. Werden auffällige Strukturen gefunden, sollte von diesen Stellen unter lokaler Betäubung Gewebeproben entnommen und zur Untersuchung eingesandt werden. Nur so kann das Vorhandensein eines Vulvakarzinoms abschliessend bewiesen oder ausgeschlossen werden.

Zum SeitenanfangTherapie

n den letzten Jahren hat sich die Therapie des Vulvakarzinoms stark verändert. Anstelle einer Vulvektomie, das bedeutet, dass man die kleinen und die grossen Schamlippen operativ entfernt, wird je nach Grösse des Befundes heute meist nur der betroffene Teil der Vulva entfernt.

Da das Vulvakarzinom früh Metastasen in den Lymphknoten bildet, ist es meistens notwendig, die Lymphknoten im Bereich der Leiste bei derselben Operation zu entfernen. Je nachdem wo das Vulvakarzinom liegt werden die Lymphknoten nur der einen oder beider Leisten entfernt. Die Entfernung der Lymphknoten im Bereich der Leiste ist jedoch häufig mit einem Anschwellen des Beines vergesellschaftet, da durch die Entfernung der Lymphknoten die Lymphdrainage nicht mehr richtig funktioniert. Deshalb wurden auch beim Vulvakarzinom in den letzten Jahren immer häufiger nur die Wächterlymphknoten entfernt und untersucht. Dieses Therapieverfahren ist im Kapitel Brustkrebs ausführlich beschrieben.

Auch die Tatschache, dass nur wenig Vulva entfernt wird hat grosse Vorteile, da die komplette Entfernung der Vulva häufig mit Komplikationen verbunden ist, wobei vor allem eine schlechte Wundheilung zu erwähnen ist. Wichtig ist auch zu wissen, dass die Therapie vom Krankheitsstadium abhängt. Hat sich der Krebs beispielsweise schon auf benachbarte Strukturen, wie die Scheide, die Gebärmutter, den Darm oder die Blase ausgebreitet, müssen diese ebenfalls entfernt werden. Manchmal ist es notwendig dass man Haut von anderen Körperregionen transplantiert, um eine künstliche Vulva oder Scheide herzustellen. Sind die Lymphknoten von Metastasen befallen, wird im Anschluss an die Operation eine Bestrahlung durchgeführt.

Autor/in:Dr. med. Stephanie von Roten, Ärztin, Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Editor/in:Prof. Dr. med. Michel Müller, Facharzt für Gynäkologie
Keywords:Vulvakarzinom, Vulvakrebs, Vulva, kleine Schamlippe, Klitoris, Harnröhre, Papilloma Viren, HPV, Vulvakarzinome Viren
ICD-10:C51
Zuletzt geändert:05.11.2016Zum Seitenanfang
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