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Vaginalkarzinom

Synonyme: Scheidenkarzinom

Zum SeitenanfangAllgemeines

Das Vaginalkarzinom ist ein bösartiger Tumor der Scheide. Scheidenkrebs ist eine seltene Krankheit. Häufiger sind bösartige Tumore, die von einem anderen Organ ausgehen und von da in die Scheide einwachsen oder in der Scheide Metastasen bilden. Diese Tumoren werden daher als sekundäre Vaginalkarzinome bezeichnet, im Gegensatz zu den direkt in der Scheide entstandenen primären Vaginalkarzinomen, dem Scheidenkrebs.

Die sekundären Vaginalkarzinome können praktisch von allen in der Nähe gelegenen Organen ausgehen, also beispielsweise von der Gebärmutter, dem Gebärmutterhals oder der Harnblase. Seltener kann es sich bei einem sekundären Vaginalkarzinom auch einmal um einen Ableger von einem weiter entfernten Tumor handeln. So können sich etwa auch Krebszellen, die von einem bösartigen Brusttumor stammen, in der Scheide ansiedeln und einen neuen Knoten, eine so genannte Metastase bilden.

Der genaue Entstehungsmechanismus dieser Tumoren ist bis heute nicht bekannt. Die primären Vaginalkarzinome treten jedoch fast immer im Zusammenhang mit einer Ansteckung mit dem humanen Papillomavirus (HPV) auf. Es existieren verschiedene Stämme von HPV, die im Bezug auf die Entstehung von Scheidenkrebs unterschiedlich gefährlich sind. Viele Stämme sind recht harmlos und verursachen nur gutartige Warzen, so genannte Papillome. Andere aber haben das Potential die normalen Zellen der Scheidenschleimhaut so zu verändern, dass sie sich zu Krebszellen entwickeln.

Das HPV befällt jedoch nicht nur Zellen der Scheidenschleimhaut, sondern auch die im Gebärmutterhals. Daher ist HPV nicht nur einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Scheidenkrebs, sondern auch vom Krebs des Gebärmutterhalses (Cervixkarzinom).

Weitere bekannte Risikofaktoren sind auch das Rauchen sowie eine schwere Störung des Immunsystems, wie dies beispielsweise bei der Krankheit AIDS der Fall ist.

Zum SeitenanfangSymptome

Die häufigsten Symptome sind abnormale Blutungen aus der Scheide, die zum Beispiel nach dem Geschlechtsverkehr auftreten können. Auch das Auftreten von so genannten Zwischenblutungen, die also zwischen den normalen Regelblutungen (Menstruation) auftreten, sowie auch Blutungen nach den Wechseljahren (Menopause) werden häufig beobachtet.

Ein Vaginalkrebs verursacht deshalb häufig Blutungen, weil der Tumor, der sehr stark durchblutet ist, verletzlich ist und darüber hinaus auch blutende Geschwüre bilden kann. Diese offenen Geschwüre sind zudem ein optimaler Ort für Bakterien um sich anzusiedeln und zu vermehren. Dies erklärt die auffallend hohe Anzahl von Scheideninfektionen bei Frauen, die an einem Vaginalkarzinom leiden, welche sich durch übel riechenden, bräunlichen Ausfluss bemerkbar machen.

Wenn sich der Tumor weiter ausbreitet und in andere Organe eindringt, können noch weitere Symptome hinzukommen. Ist beispielsweise die Harnblase vom Krebs befallen, kann dies zu Problemen beim Wasserlösen, wie beispielsweise häufiger Harndrang oder Schmerzen beim Wasser lassen führen.

Der Tumor kann in weit fortgeschrittenen Fällen auch durch die Harnblasenwand wachsen, so dass eine Verbindung zwischen Blase und Scheide, eine so genannte Harnfistel, entsteht. Der Urin kann dann unkontrolliert durch diese neue Verbindung über die Scheide abfliessen.

Zum SeitenanfangDiagnose

Das Vaginalkarzinom fällt bei der gynäkologischen Untersuchung durch Veränderungen der normalerweise gleichmässig rosa Schleimhaut der Scheide auf. Dabei kann der Scheidenkrebs als weissliche Stelle, kleiner Knoten oder Geschwür auffallen. Der Arzt beurteilt aber nicht nur das Aussehen der Scheidenschleimhaut, er kann verdächtige Bezirke auch abtasten. Ein bösartiger Tumor ist meist härter als die umliegenden Regionen der Scheide.

Während der gynäkologischen Untersuchung wird der Arzt in einem weiteren Schritt der Diagnosefindung eine Gewebeprobe, auch Biopsie genannt, aus dem verdächtigen Gebiet entnehmen. Dabei wird mit einer Hohlnadel ein kleiner Gewebezylinder aus dieser Region entfernt, der nach entsprechender Aufbereitung unter einem Mikroskop untersucht wird.

Wenn ein bösartiges Vaginalkarzinom entdeckt wird, muss durch zusätzliche Untersuchungen bestimmt werden, wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat. Diese Bestimmung des genauen Krankheitsstadiums ist von grosser Bedeutung, weil sich das optimale Therapieschema je nach Krankheitsstadium sehr stark unterscheiden kann.

Die genaue Grösse des Tumors wird mit einer Ultraschalluntersuchung der Scheide bestimmt. Dafür werden spezielle Ultraschallgeräte verwendet, die einen Schallkopf haben, der in die Scheide eingeführt werden kann und so eine bessere Bildqualität ermöglicht. Wenn der Verdacht besteht, dass sich der Krebs in die Nachbarorgane Blase oder Darm ausgebreitet hat, werden diese gespiegelt- es wird also eine Zysto- oder Rektoskopie durchgeführt. Je nach Situation müssen zudem noch weitere Untersuchungen folgen.

Zum SeitenanfangTherapie

Wie bereits weiter oben beschrieben hängt die Therapie des Vaginalkarzinoms vom Ausbreitungsgrad des Krebses sowie auch vom allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Frau ab.

Generell gilt, dass der Tumor in einem möglichst frühen Krankheitsstadium durch eine Operation entfernt werden sollte. Dabei wird je nach dem, wo sich dieser befindet, eine speziell angepasste Operation durchgeführt. Da der Scheidenkrebs ein sehr Strahlensensibler Tumor ist, wird im Anschluss an die Operation in der Regel eine Strahlentherapie durchgeführt. Durch diesen Therapiezusatz können im Körper verbliebene Tumorzellen sehr effektiv bekämpft und zerstört werden.

Wenn der Tumor bereits sehr gross, oder in andere Organe eingewachsen ist, wird in der Regel keine Operation durchgeführt. Das Ausmass der Operation und damit auch das Operationsrisiko wären in diesem Fall so gross, dass mit einer alleinigen Strahlentherapie ein besseres Therapieresultat erreicht werden kann.

Bei der Durchführung einer Strahlentherapie wird darauf geachtet, dass der Tumor selber von möglichst vielen Strahlen erreicht wird, das umliegende Gewebe jedoch so gut es geht geschont wird. Bei der Strahlentherapie des Scheidenkrebses wird das radioaktive Material deshalb in einen so genannten Applikator gefüllt, denn dann zur Therapie direkt in die Scheide eingeführt wird.

Da der Scheidenkrebs durch die Strahlentherapie deutlich verkleinert wird, wird sie auch dazu benutzt, ihn auf eine operierbare Grösse schrumpfen zu lassen. In diesem Fall wird der verkleinerte Tumor im Anschluss an die Bestrahlung durch eine Operation entfernt.

Nach dieser eben beschriebenen, meist chirurgischen Therapie des Vaginalkrebses, wird vom Chirurgen versucht, beispielsweise aus Haut eine Ersatzscheide aufzubauen. Auch wenn dadurch der Geschlechtsverkehr für die betroffenen Frauen wieder möglich wird, ist dieser oft mit erheblichen Komplikationen und Beschwerden verbunden.

Die Heilungschancen vom Scheidenkrebs hängen stark vom Krankheitsstadium und der genauen Art des Vaginalkarzinoms ab. Nur kleine, begrenzte Tumore in einem frühen Krankheitsstadium haben eine relativ gute Prognose. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass diese am effizientesten behandelt werden können. Zudem sind Tumore in diesem frühen Entwicklungsstadium meist noch nicht in benachbarte Organe und Gewebe eingewachsen und haben auch noch keine Ableger, so genannte Metastasen, in entfernten Organen gebildet. Je weiter der Tumor jedoch fortgeschritten ist, desto mehr verschlechtern sich die Heilungschancen.

Dank wirksamer und gut verträglicher Impfstoffe besteht heute die Möglichkeit eines Impfschutzes gegen die Viren HPV 16 und 18, die auch Gebärmutterhalskrebs- Erkrankungen verursachen, sowie gegen die Viren HPV 6 und 11, die für über 90% aller Genitalwarzen verantwortlich sind. Die Impfung wir bei Mädchen im Alter zwischen 11 und 14 Jahren durchgeführt.

Autor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Vaginalkarzinom, Scheidenkarzinom, Scheidenkrebs, Krebs der Vagina, Krebs der Scheide, Karzinom, Carcinom, bösartiger Tumor der Scheide, Metastasen der Scheide, Papilloma Virus, Papillomavirus, HPV Viren, HPV, seltene Krankheit, Gebärmutter, Gebärmutterhals, Harnblase
ICD-10:C52
Zuletzt geändert:05.11.2016Zum Seitenanfang
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