Anzeige

Startseite  ⇒  Frauenheilkunde ⇒  Geschlechtsorgane ⇒  Bösartige Tumoren ⇒  Ovarialkarzinom

Online-Beratung - Fragen Sie unsere Ärzte!

Ovarialkarzinom

Synonyme: Eierstockkrebs, Eierstock-Krebs

Zum SeitenanfangAllgemeines

Das Ovarialkarzinom ist ein bösartiger Krebs der Eierstöcke, von welchem vor allem Frauen im 50. bis 70. Lebensjahr betroffen sind. Etwa eine bis zwei von hundert Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an einem Ovarialkarzinom. Damit ist es eine der häufigsten Krebserkrankungen der Frau.

Das Erkrankungsrisiko ist vor allem in den hoch entwickelten Ländern Westeuropas und Nordamerikas sehr hoch. Ein Grund dafür ist wahrscheinlich die hier weit verbreitete sehr fettreiche Ernährung. Auch die Anzahl Eisprünge, welche eine Frau im Verlaufe ihres Lebens hat scheint eine wesentliche Rolle zu spielen. So haben diejenigen Frauen, welche aufgrund einer langjährigen Pilleneinnahme oder aufgrund mehrerer Schwangerschaften deutlich weniger Eisprünge hatten, ein erheblich geringeres Risiko an einem Ovarialkarzinom zu erkranken. Umgekehrt ist das Risiko für Frauen, welche keine Kinder haben, oder für diejenigen, welche schon sehr früh die erste Menstruationsblutung haben und erst sehr spät in die Wechseljahre kommen deutlich höher. Auch bei Frauen, welche bereits ein anderes Krebsleiden wie zum Beispiel Brustkrebs oder ein Dickdarmkrebs haben, kommt das Ovarialkarzinom häufiger vor. Die betroffenen Frauen berichten auch häufig, dass bereits ein anderes Familienmitglied an ein einem Ovarialkarzinom erkrankt ist.

Ein Ovarialkarzinom macht typischerweise sehr früh Ableger, das heisst Metastasen im Körper. Dies geschieht entweder dadurch, dass der Krebs direkt in benachbarte Organe einwächst, oder dass die Tumorzellen über die Lymphgefässe in die umliegenden Lymphknoten verstreut werden. Werden die Tumorzellen über den Blutweg im Körper verstreut, können die Metastasen in den verschiedensten Organen, vor allem aber in der Lunge und in der Leber auftreten.

Zum SeitenanfangSymptome

Unglücklicherweise werden viele Ovarialkarzinome erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium festgestellt, da das Wachstum des Tumors keine Beschwerden verursacht und wie oben beschrieben schon sehr früh Metastasen bildet. Auch kann ein Ovarialkarzinom bei der jährlichen Routinekontrolle nicht festgestellt werden. Deshalb erkranken Frauen oft aus voller Gesundheit. Wenn man nachfragt, geben viele Patientinnen unklare Oberbauchbeschwerden, eine Zunahme des Leibesumfanges und ein Völlegefühl an. Diese Symptome erklären sich durch das Tumorwachstum sowie durch die Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum, welche durch den Tumor produziert wird. Auch über Blähung und tiefe Rückenschmerzen, sowie über Störungen des Menstruationszyklus oder zunehmenden Menstruationsbeschwerden wird nicht selten geklagt. Bei Frauen, welche sich bereits in den Wechseljahren befinden, kann der Tumor erneut Blutungen verursachen.

Zum SeitenanfangDiagnose

Es ist sehr schwierig ein Ovarialkarzinom in einem frühen Stadium zu diagnostizieren, da es wie bereits oben beschrieben dann noch keine Symptome macht. Was die Diagnose zusätzlich erschwert ist, dass die oben beschriebenen Symptome auch bei sehr harmlosen Erkrankungen auftreten, weshalb nicht sofort an ein Ovarialkarzinom gedacht wird. Eine Frau, die an unklaren Bauchschmerzen leidet, sollte deshalb von einem Arzt sorgfältig untersucht werden. Dazu gehören die Tastuntersuchungen durch den Enddarm und durch die Scheide.

Ein Ovarialkarzinom verursacht eine Vergrösserung des betroffenen Eierstocks, was am besten mit einer Ultraschalluntersuchung durch die Scheide nachgewiesen wird. Auch bei  einer Computertomographie (CT) oder mit einer Magnetresonanztomographie (MRI) können Eierstockkrebse gesehen werden, die diagnostische Treffsicherheit ist jedoch bei diesen Verfahren geringer. Bei jüngeren Patientinnen ist bei einer Vergrösserung eines Eierstocks nicht in erster Linie an eine bösartige Erkrankung zu denken. Bei älteren Patientinnen ist dies jedoch häufig ein Zeichen eines Ovarialkarzinoms.

Weitere Möglichkeiten zur Diagnosestellung erlauben die Tumormarker. Tumormarker sind Stoffe, deren Auftreten oder erhöhte Konzentration in Körperflüssigkeiten einen Zusammenhang mit dem Vorhandensein und oder Verlauf von bösartigen Tumoren haben können. Im Falle des Ovarialkarzinoms heisst dieser Tumormarker CA 125. Überschreitet dieser Marker eine gewisse Grenze, gilt er als Hinweis auf ein Ovarialkarzinom. Dieser Tumormarker kann aber auch bei anderen Erkrankungen wie zum Beispiel bei einer Lebererkrankungen (Leberzirrhose), Entzündungen der Eierstöcke, bei Endometriose oder auch in der Frühschwangerschaft erhöht sein. Deshalb verwendet man diesen Tumormarker vorwiegend als Überwachung während und nach der Behandlung des Ovarialkarzinoms.

Beim Widerauftreten des Tumors, das heisst bei einem Rückfall, wird also die Konzentration der Tumormarker im Blut wieder ansteigen.

Zum SeitenanfangTherapie

Die Operation stellt der wichtigste Schritt in der Therapie des Eierstockkrebses dar. Es ist immer eine möglichst radikale Operation, durch einen für Eierstockkrebs spezialisierten Frauenarzt, anzustreben. Bei diesem Eingriff wird  so viel Tumor wie möglich entfernt. Die Ausdehnung der Operation richtet sich immer nach den Bedürfnissen und dem Alter der Patientin. Meistens werden beide Eierstöcke mit Eileiter (Adnexektomie), die Gebärmutter (Hysterektomie), der Blinddarm, das grosse Netz, die Beckenlymphknoten und die Lymphknoten entlang der Hauptschlagader entfernt sowie Probeentnahmen des Bauchfells entnommen. Wenn der Tumor bereits in Nachbarorgane eingewachsen ist, sollte er auch dort wenn möglich entfernt werden.

Wenn bei einer jungen Frau mit Kinderwunsch ein Ovarialkarzinom in einem sehr frühen Stadium entdeckt wird, wird nur der betroffene Eierstock und Eileiter entfernt. Nach einer erfolgreichen Therapie spricht grundsätzlich nichts gegen eine Schwangerschaft.

Da es in den meisten Fällen nicht möglich ist den Tumor vollständig zu entfernen, spielt die nachfolgende Chemotherapie eine wichtige Rolle in der Therapie des Ovarialkarzinoms. Ovarialkarzinome sprechen in der Regel gut auf eine Chemotherapie an. Eine eindrucksvolle Lebensverlängerung mit deutlicher Besserung des Allgemeinbefindens ist die Folge. Die Langzeitprognose hängt von der Art des Eierstockkrebses, dem initialen Stadium und dem Erfolg der Operation ab.

Autor/in:Dr. med. Stephanie von Roten, Ärztin, Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Editor/in:Prof. Dr. med. Michel Müller, Facharzt für Gynäkologie
Keywords:Ovarialkarzinom, Eierstockkrebs, Ovarial-Karzinom, Eierstock, Eierstöcke, Ovar, Ovarien, Ovarialcarcinom, Ovarial-Carcinom, Ovarkarzinom, Ovar-Karzinom, Ovarcarcinom, Ovar-Carcinom, Eierstock-Krebs, Tumor an den Eierstöcken
ICD-10:C56
Zuletzt geändert:05.11.2016Zum Seitenanfang
Anzeige

© 2005 – 2017 eesom AG – Alle Rechte vorbehalten www.eesom.com

Anzeige