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Vitamin E

Synonyme: Tocopherol, Tocotrienol, Alpha-Tocopherol, Beta-Tocopherol, Gamma-Tocopherol, Delta-Tocopherol

Zum SeitenanfangZusammenfassung

Vitamin E, auch Tocopherol oder Tocotrienol genannt, ist ein Vitamin, das als Antioxidans im Körper die Zellen vor einer Zerstörung schützt. Daneben dient es der Zellerneuerung, der Muskelfunktion, der Energiebereitstellung und der Stärkung des Abwehrsystems des Körpers. Der Mensch kann seinen täglichen Vitamin E-Bedarf mit einer ausgewogenen Ernährung decken.

Wird der Vitamin E-Bedarf des Körpers nicht gedeckt, entsteht ein Vitamin E-Mangel. Verschiedene Ursachen können zu einem Vitamin E-Mangel führen. Betroffene eines Vitamin E-Mangels leiden an verschiedenen Beschwerden. Die Diagnose eines Vitamin E-Mangels wird mit Gespräch und körperlicher Untersuchung gestellt. Die Behandlung des Vitamin E-Mangels hängt von seiner Ursache ab, wobei dem Körper wieder ausreichend Vitamin E zugeführt werden muss.

Ein Vitamin E-Überschuss, bei dem der Körper zu viel Vitamin E erhält und Beschwerden auftreten, ist beim Menschen bisher nicht bekannt.

Zum SeitenanfangAllgemeines

Vitamine sind Substanzen, die der menschliche Körper für lebenswichtige Aufgaben benötigt. Deshalb erhielten die Vitamine auch ihren Namen. Denn Vita kommt aus der lateinischen Sprache und bedeutet Leben. Vitamine kann der menschliche Körper aber nicht selbst herstellen, sondern muss sie regelmässig mit der Nahrung aufnehmen. Von den bisher bekannten Vitaminen sind 13 für den Menschen notwendig. Eines dieser 13 Vitamine ist das Vitamin E.

Vitamin E wird auch Tocopherol genannt und ist eigentlich eine Gruppe aus acht unterschiedlichen, in pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln natürlicherweise vorkommenden Stoffen mit einer ähnlichen Struktur. Diese acht Stoffe sind das Alpha-, das Beta-, das Gamma- und das Delta-Tocopherol sowie das Alpha-, das Beta-, das Gamma- und das Delta-Tocotrienol. Alpha-Tocopherol ist dabei das aktivste und für den Menschen bedeutendste Vitamin E.

Zum SeitenanfangFunktion

Vitamin E schützt in seiner wichtigsten Aufgabe zusammen mit dem Vitamin C die Zellen des Körpers vor einer Zerstörung. Wegen dieser Funktion wird das Vitamin E auch Antioxidans genannt. Daneben spielt Vitamin E im Körper eine wichtige Rolle bei der Zellerneuerung, der Muskelfunktion sowie der Energiebereitstellung in den Zellen des Körpers und kräftigt das Abwehrsystem des Körpers, das sogenannte Immunsystem. Zudem bietet das Vitamin E einen gewissen Schutz vor der Entstehung von bösartigen Tumoren, die in der Umgangssprache Krebs genannt werden. Ferner soll es die Menge an schädigendem Cholesterin im Blut senken.

Zum SeitenanfangBedarf & Vorkommen

Damit der Körper genügend Vitamin E zur Verfügung hat, muss täglich Vitamin E mit der Nahrung aufgenommen werden. Der tägliche Vitamin E-Bedarf des Körpers eines erwachsenen Menschen beträgt etwa 12 bis 14 Milligramm bei der Frau und 14 bis 16 Milligramm beim Mann. Dies ist zwar eine sehr geringe Menge, aber in der Nahrung ist auch nur sehr wenig Vitamin E enthalten. Der tägliche Bedarf ist bei schwangeren und stillenden Frauen erhöht.

In der Nahrung ist Vitamin E vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, wie beispielsweise in Pflanzenölen, insbesondere Weizenkeim-, Raps und Sonnenblumenöl, Nüssen und grünem Gemüse. Daneben können auch tierische Lebensmittel wie Eier, Leber, Milch, Butter und Margarine als Vitamin E-Lieferanten dienen.

Zum SeitenanfangVitamin E-Mangel

Allgemeines

Kann der Körper nicht genügend Vitamin E mit der Nahrung aufnehmen, um seinen Vitamin E-Bedarf zu decken, entsteht ein Vitamin E-Mangel.

Ursachen

Ursache für einen Vitamin E-Mangel ist hauptsächlich eine durch Krankheiten veränderte und mangelhafte Verdauung oder Aufnahme von verdauten Nährstoffen in den Körper.

Bei einer mangelhaften Verdauung oder einer mangelhaften Aufnahme der Nährstoffe aus der Nahrung in den Körper erhält der Körper eigentlich genügend Nährstoffe wie Vitamin E mit der Nahrung, um seinen Bedarf zu decken. Wegen krankhaften Veränderungen im Körper, wie beispielsweise Entzündungen des Darms, kann er die Nährstoffe aber entweder gar nicht erst richtig verdauen oder nach der Verdauung im Darm nicht in den Körper aufnehmen. Es entsteht daher ein Vitamin E-Mangel, der von einem Mangel weiterer Nährstoffe begleitet sein kann.

Selten ist eine Mangelernährung für den Vitamin E-Mangel verantwortlich. Eine Mangelernährung kann entweder eine Unterernährung oder eine Fehlernährung sein. Bei einer Unterernährung besteht ein Mangel an allen Nährstoffen, sodass der Bedarf des Körpers mit der Nahrung nicht gedeckt werden kann. Bei einer Fehlernährung ist das Nahrungsangebot eigentlich ausreichend, aber durch eine falsche Zusammensetzung der Nahrung mit einem zu geringen Anteil an Vitaminen wird dem Körper trotzdem zu wenig Vitamin E mit der Nahrung zugeführt und ein Vitamin E-Mangel entsteht.

Aber auch durch einen mangelnden Fettgehalt der Nahrung kann ein Vitamin E-Mangel entstehen. Denn Vitamin E zählt zu den fettlöslichen, den sogenannten lipophilen, Vitaminen. Fettlöslich bedeutet, dass diese Vitamine nur zusammen mit Fett im Verdauungstrakt aus der Nahrung aufgenommen werden können, sodass bei einer Nahrungszusammenstellung ohne Fett ein Mangel an fettlöslichen Vitaminen entsteht. Ausserdem ist Vitamin E hauptsächlich in pflanzlichen Ölen und Fetten enthalten. Mangelernährung ist insbesondere in Entwicklungsländern weit verbreitet. Aber auch in Industrieländern kann eine Fehlernährung oder eine Unterernährung vor allem in Alters- und Pflegeheimen, in Spitälern, bei Obdachlosen und bei Menschen unter grossem Termin- und Zeitdruck vorkommen. Dabei ist in Alters- und Pflegeheimen sowie in Spitälern in der Regel nicht allein eine falsche Nahrungszusammenstellung für die mangelhafte Zufuhr von Nahrungsbestandteilen verantwortlich, sondern die Personen in Alters- und Pflegeheimen sowie Spitälern können oder wollen wegen Veränderungen des Alters, unterschiedlichen Erkrankungen, der Einnahme von Medikamenten oder während und nach verschiedenen Behandlungen wie Operationen, Chemotherapien und Bestrahlungen nicht ausreichend von einzelnen, mehreren oder allen Nahrungsbestandteilen zu sich nehmen. Ausserdem hat der Körper dieser Personen wegen des Alters, Erkrankungen, der Einnahme von Medikamenten oder verschiedenen Behandlungen oft auch andere Bedürfnisse.

Symptome

Ein anhaltender Mangel an Vitamin E führt zu Beschwerden. Diese Beschwerden werden Mangelerscheinungen genannt, da sie aufgrund eines Mangels zustande kommen. Durch den Vitamin E-Mangel werden unterschiedliche Abläufe im Körper gestört. So können bei einem Vitamin E-Mangel zahlreiche Mangelerscheinungen auftreten. Ein schnelleres Altern der Zellen des Körpers wird beschrieben, was sich vor allem mit einer trockenen und faltigen Haut zeigt, die bei Verletzungen schlecht heilt.

Störungen im Bereiche des Nervensystems und des Gehirns führen zu Konzentrationsstörungen, Leistungsschwäche, Müdigkeit, Reizbarkeit, psychischen Veränderungen, Bewegungsstörungen und Fühlstörungen. Es bilden sich vermehrt Gefässverkalkungen, unter anderem weil das fehlende Vitamin E nicht mehr länger die Menge an Cholesterin im Blut senken kann. Diese Gefässverkalkungen werden Arteriosklerose genannt und führen zu Durchblutungsstörungen hauptsächlich im Bereich des Herzens, des Gehirns und der Arme und Beine. Daneben können Störungen der Muskulatur, wie Muskelentzündungen mit Schmerzen und Muskelschwäche, sowie Störungen der roten Blutkörperchen und der Leber auftreten.

Tritt der Vitamin E-Mangel gemeinsam mit einem Mangel eines oder mehrerer anderer Nährstoffe auf, können weitere Beschwerden zu denjenigen des Vitamin E-Mangels hinzutreten. Diese Beschwerden werden in den entsprechenden Texten aufgeführt.

Häufiger als der Vitamin E-Mangel ist eine nicht ganz optimale Vitamin E-Versorgung, die sich bei Betroffenen mit Leistungseinbussen, geschwächter Infektabwehr und vermehrter Infektanfälligkeit, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen und Müdigkeit äussern kann.

Diagnose

Treten bei einer Person die Beschwerden eines Vitamin E-Mangels auf, sollte sie einen Arzt zur weiteren Abklärung und bei Bedarf zur Behandlung aufsuchen. Der Arzt wird den Betroffenen in einem ausführlichen Gespräch nach Beschwerden und Veränderungen fragen, die ihm einen Hinweis auf einen Vitamin E-Mangel geben. Weiter wird er sich nach Nahrungsgewohnheiten und Krankheiten erkundigen, die einen Vitamin E-Mangel verursachen können. Anschliessend wird der Arzt den Betroffenen von Kopf bis Fuss untersuchen. Anhand des Gesprächs und der Untersuchung kann der Arzt die Diagnose eines Vitamin E-Mangels stellen.

Mit weiteren Untersuchungen muss die Ursache für den Vitamin E-Mangel gesucht werden, wenn sie nicht bereits bekannt ist. Der Arzt wird zudem überprüfen, ob die betroffene Person neben dem Mangel an Vitamin E noch an einem Mangel eines anderen Nährstoffs leidet.

Therapie

Die Behandlung des Vitamin E-Mangels hängt von seiner Ursache ab. Es sollte immer die Ursache bekämpft werden, wenn dies möglich ist. Ist eine zu geringe Zufuhr von Vitamin E wegen einer Unter- oder einer Fehlernährung für den Vitamin E-Mangel verantwortlich, muss versucht werden, die Nahrung so umzustellen oder mit Vitaminpräparaten zu ergänzen, dass der Körper wieder ausreichend Vitamin E erhält. Entsprechende Tipps zur sinnvollen Zusammenstellung der Malzeiten finden Sie hier.

Wird ein Vitamin E-Mangel durch Krankheiten verursacht, die zu einer schlechteren Verdauung oder einer verminderten Aufnahme der Nährstoffe aus der Nahrung führen, dann müssen diese Krankheiten, wenn möglich, mit beispielsweise Medikamenten behandelt werden. Zudem sollten die Betroffenen bis zur Heilung der Krankheit oder, wenn die Krankheit nicht geheilt werden kann, auf Dauer täglich ausreichend Vitamin E mit der Nahrung oder in Form von Vitaminpräparaten zu sich nehmen.

Leidet die betroffene Person neben dem Vitamin E-Mangel noch an einem Mangel weiterer Nährstoffe, soll auch dieser behandelt werden.

Zum SeitenanfangVitamin E-Überschuss

Beim Menschen ist ein Vitamin E-Überschuss mit Beschwerden wegen einer übermässigen Zufuhr von Vitamin E bisher nicht bekannt.

Autor/in:Dr. med. Sidonie Achermann, Ärztin, Dr. Julia Feucht, Ärztin
Editor/in:Diana Gulli, dipl. Ernährungsberaterin HF
Keywords:Vitamin E, Tocopherol, Tocotrienol, Alpha-Tocopherol, Beta-Tocopherol, Gamma-Tocopherol, Delta-Tocopherol, Antioxidans, Vitamine, Vitamin E-Mangel, Mangel an Vitamin E, Vitamin E-Überschuss, Überschuss an Vitamin E, Hypervitaminose E, Vitamin E-Intoxikation, Hypovitaminose E
ICD-10:E56.0
Zuletzt geändert:06.11.2016Zum Seitenanfang
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