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Eisen

Synonyme: Fe

Zum SeitenanfangZusammenfassung

Eisen ist ein Spurenelement, das im menschlichen Körper für den Sauerstofftransport, für die Produktion verschiedener Eiweisse und für das Abwehrsystem notwendig ist. Der Mensch kann seinen täglichen Eisenbedarf mit einer ausgewogenen Ernährung decken.

Wird der Eisenbedarf des Körpers nicht gedeckt, entsteht ein Eisenmangel. Verschiedene Ursachen können zu einem Eisenmangel führen. Betroffene eines Eisenmangels leiden unter anderem an einer Blutarmut. Die Diagnose eines Eisenmangels wird mit Gespräch, körperlicher Untersuchung und Blutuntersuchungen gestellt. Die Behandlung des Eisenmangels hängt von seiner Ursache ab, wobei dem Körper wieder ausreichend Eisen zugeführt werden muss.

Erhält der Körper zu viel Eisen entsteht ein Eisenüberschuss. Solch ein Eisenüberschuss wird aber kaum mit einer ausgeglichenen Ernährung erreicht. Jedoch kann ein Eisenüberschuss im Rahmen der zwei angeborenen Erkrankungen Hämochromatose und Thalassaemia major auftreten.

Zum SeitenanfangAllgemeines

Spurenelemente sind Substanzen, die der menschliche Körper für lebenswichtige Aufgaben benötigt. Da sie trotz ihrer Wichtigkeit aber nur in sehr geringer Menge, sozusagen nur in Spuren, im menschlichen Körper vorkommen, erhielten die Spurenelemente ihren Namen. Spurenelemente kann der menschliche Körper aber nicht selbst herstellen, sondern muss sie regelmässig mit der Nahrung, mit dem Trinkwasser und über die Atemluft aufnehmen.

Eines der Spurenelemente, die der Körper benötigt, ist das Eisen. Eisen wird mit den Buchstaben Fe abgekürzt. Eisen ist das häufigste Spurenelement im menschlichen Körper. Im Körper eines erwachsenen Menschen sind etwa zwei bis vier Gramm Eisen gespeichert. Mehr als die Hälfte davon wird in den roten Blutkörperchen gelagert. Der Rest befindet sich in Eisendepots insbesondere in Leber und Milz, im Muskel und in Eisen-haltigen Eiweissen.

Zum SeitenanfangFunktion

Eisen hilft bei der Bildung von Hämoglobin. Hämoglobin ist ein bestimmtes Eiweiss, das Bestandteil der roten Blutkörperchen ist. Nachdem der Sauerstoff in der Lunge aus der Atemluft ins Blut aufgenommen wurde, speichert das Hämoglobin diesen Sauerstoff, verteilt ihn über den Körper und liefert ihn somit an alle Zellen des Körpers. Denn die Zellen des Körpers benötigen den Sauerstoff, um Energie für das Erledigen ihrer Aufgaben im Körper zu gewinnen. Dabei entsteht in den Zellen aus dem Sauerstoff Kohlendioxid, kurz CO2. Das Hämoglobin nimmt dieses Kohlendioxid von den Zellen im Austausch gegen Sauerstoff auf und transportiert das Kohlendioxid zur Lunge. Dort wird das Kohlendioxid mit der Atemluft ausgeschieden.

Das Eisen wird vom Körper aber nicht nur zur Herstellung des Hämoglobins benötigt, sondern auch zur Bildung anderer Eiweisse, die für das normale Ablaufen zahlreicher Prozesse im Körper wichtig sind.

Daneben spielt das Eisen eine wichtige Rolle im Abwehrsystem des Körpers, dem sogenannten Immunsystem. Eisen wird nämlich zur Bekämpfung von Erregern benötigt, die dem Körper Schaden zufügen könnten.

Zum SeitenanfangBedarf & Vorkommen

Damit der Körper genügend Eisen zur Verfügung hat, muss täglich Eisen mit der Nahrung aufgenommen werden. Der tägliche Eisenbedarf des Körpers ist vom Alter, vom Geschlecht und vom körperlichen Zustand abhängig. Mit einer ausgewogenen Ernährung kann dieser Tagesbedarf im Normalfall gedeckt werden. Männer müssen täglich etwa 10 Milligramm Eisen mit der Nahrung aufnehmen, Frauen etwa 10 bis 15 Milligramm. Schwangere und stillende Frauen haben einen grösseren täglichen Eisenbedarf, da sie nicht nur für sich allein essen. Schwangere Frauen sollten deshalb täglich 30 Milligramm Eisen mit der Nahrung zu sich nehmen, stillende Frauen 20 Milligramm. Z

udem wird der Bedarf an Eisen bei einem Blutverlust erhöht. Denn mit dem Blut verliert der Körper rote Blutkörperchen, die Eisen enthalten. Um die verlorenen Blutkörperchen ersetzen zu können, muss dem Körper zusätzlich zu dem täglichen Eisenbedarf das verlorene Eisen entweder mit der Nahrung oder mit Medikamenten zurückgegeben werden. Dies erklärt auch den Mehrbedarf an Eisen von Frauen im Vergleich zu Männern. Denn Frauen verlieren jeden Monat Blut im Rahmen der normalen Regelblutung, das sie wieder ersetzen müssen.

In der Nahrung ist Eisen in tierischer und in pflanzlicher Nahrung enthalten. Dabei hat das Eisen in tierischer Nahrung eine andere Form als in pflanzlicher. Deshalb kann der Körper Eisen aus tierischer Nahrung besser aufnehmen als das Eisen aus pflanzlicher Nahrung, sodass Menschen, die sich ausschliesslich von pflanzlicher Nahrung ernähren, deutlich grössere Mengen an Eisen mit der Nahrung aufnehmen müssen. Gute Eisenquellen sind Fleisch, Leber, Hülsenfrüchte, Vollkornbrot, Früchte und Gemüse.

Die Aufnahme der Eisens aus der Nahrung in den Körper kann durch unterschiedliche Substanzen beeinflusst werden. So wird sie beispielsweise mit Vitamin C, einigen Aminosäuren und Fruchtzucker, sogenannter Fruktose, verbessert. Hingegen verschlechtern Substanzen, die beispielsweise in Kaffee, Tee oder Milch enthalten sind, die Aufnahme von Eisen in den Körper.

Zum SeitenanfangEisenmangel

Allgemeines

Kann der Körper nicht genügend Eisen mit der Nahrung aufnehmen, um seinen Bedarf an Eisen zu decken, entsteht ein Eisenmangel. Der Eisenmangel ist in Industrieländern neben dem Jodmangel der häufigste Spurenelementmangel. Insbesondere bei jungen Frauen ist ein leichter bis mittlerer Eisenmangel häufig. Hingegen wird ein schwerer Eisenmangel in Europa selten beobachtet.

Ursachen

Ursachen für einen Eisenmangel sind eine Mangelernährung, eine mangelhafte Aufnahme des Eisens aus der Nahrung in den Körper, eine Störung der Eisenverteilung im Körper, stärkere Blutungen und ein erhöhter Eisenbedarf des Körpers.

Eine Mangelernährung kann entweder eine Unterernährung oder eine Fehlernährung sein. Bei einer Unterernährung besteht ein Mangel an allen Nährstoffen, sodass der Bedarf des Körpers mit der Nahrung nicht gedeckt werden kann. Bei einer Fehlernährung ist das Nahrungsangebot eigentlich ausreichend, aber durch eine falsche Zusammensetzung der Nahrung mit einem zu geringen Anteil an Spurenelementen, wie beispielsweise bei einer unausgewogenen vegetarischen Ernährung, wird dem Körper trotzdem zu wenig Eisen mit der Nahrung zugeführt und ein Eisenmangel entsteht. Mangelernährung ist insbesondere in Entwicklungsländern weit verbreitet.

Aber auch in Industrieländern kann eine Fehlernährung oder eine Unterernährung vor allem in Alters- und Pflegeheimen, in Spitälern, bei Essstörungen, bei Alkoholsucht, bei krankhaftem Übergewicht, bei Obdachlosen und bei Menschen unter grossem Termin- und Zeitdruck vorkommen. Dabei ist in Alters- und Pflegeheimen sowie in Spitälern in der Regel nicht allein eine falsche Nahrungszusammenstellung für die mangelhafte Zufuhr von Nahrungsbestandteilen verantwortlich, sondern die Personen in Alters- und Pflegeheimen sowie Spitälern können oder wollen wegen Veränderungen des Alters, unterschiedlichen Erkrankungen, der Einnahme von Medikamenten oder während und nach verschiedenen Behandlungen wie Operationen, Chemotherapien und Bestrahlungen nicht ausreichend von einzelnen, mehreren oder allen Nahrungsbestandteilen zu sich nehmen. Ausserdem hat der Körper dieser Personen wegen des Alters, Erkrankungen, der Einnahme von Medikamenten oder verschiedenen Behandlungen oft auch andere Bedürfnisse.

Bei einer mangelhaften Aufnahme des Eisens aus der Nahrung erhält der Körper eigentlich genügend Eisen mit der Nahrung, um seinen Bedarf zu decken. Wegen unterschiedlichen Krankheiten im Magen-Darm-Trakt kann der Körper aber nicht mehr genügend von diesem Eisen aus der Nahrung aufnehmen, um seinen Bedarf zu decken. Es entsteht somit ein Eisenmangel, der von einem Mangel weiterer Nährstoffe begleitet sein kann.

Im Rahmen verschiedener Veränderungen und Krankheiten des Körpers kann die Verteilung des Eisens im Körper gestört sein. Dabei erhält der Körper genügend Eisen mit der Nahrung und kann dieses auch gut aus der Nahrung in den Körper aufnehmen. Danach kann der Körper das Eisen aber nicht zu jenen Orten befördern, wo er es brauchen würde. So leidet er trotz ausreichenden Eisens an einem Eisenmangel. Mögliche Krankheiten, die zu einer Störung der Eisenverteilung führen, sind chronische, das heisst anhaltende, Entzündungen und bösartige Tumoren.

Stärkere Blutungen bewirken einen Eisenmangel, da bei einer Blutung wie oben beschrieben rote Blutkörperchen verloren gehen. Diese roten Blutkörperchen enthalten Eisen. Um die verlorenen roten Blutkörperchen zu ersetzen, braucht der Körper so viel Eisen, wie er zusammen mit den roten Blutkörperchen verloren hat. Wird ihm dieses Eisen nicht zusätzlich zum täglichen Eisenbedarf mit der Nahrung oder in Form von Medikamenten gegeben, entsteht ein Eisenmangel. Solche Blutungen können beispielsweise im Rahmen der monatlichen Regelblutung der Frau, bei Verletzungen oder durch häufiges Blutspenden entstehen.

Verschiedene Umstände können zudem den Eisenbedarf des Körpers erhöhen. Dazu gehören Schwangerschaft, Stillen, das Wachstum bei Kindern und Jugendlichen, Sport, gewisse Krankheiten, wie beispielsweise Infektionen, Blut- oder Tumorerkrankungen, und Medikamente beispielsweise zur Schmerz- und Entzündungshemmung. Nimmt eine Person unter diesen Umständen nicht mehr Eisen mit der Nahrung auf als normalerweise, entsteht ein Eisenmangel.

Symptome

Abbildung 1: Mundwinkelrhagaden
Mundwinkelrhagaden, Beschweren bei Eisenmangel, Symptome bei Mangel an Eisen

Weltweit am häufigsten zeigt sich ein Eisenmangel mit einer sogenannten Eisenmangelanämie. Eine Eisenmangelanämie ist eine Blutarmut, die wie es der Name sagt, aufgrund eines Eisenmangels entsteht. Die Eisenmangelanämie ist die häufigste Anämie überhaupt. Eine Eisenmangelanämie und ein Eisenmangel können sich mit unzähligen Beschwerden äussern.

Es werden Müdigkeit, Schwäche mit Abnahme der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Nervosität, Verwirrtheitszustände, Depressionen, Schwindel, Kopfschmerzen, Reizbarkeit und eine vermehrte Anfälligkeit für Infekte beschrieben. Betroffene sind blass. Ihre Haare und ihre Nägel sind brüchig. Ihre Haut ist spröde. Im Verdauungstrakt äussert sich ein Eisenmangel zudem mit spaltförmigen Einrissen an den Mundwinkeln, sogenannten Mundwinkelrhagaden (siehe Abbildung 1), einer entzündeten, roten Zunge (siehe Abbildung 2) mit Zungenbrennen, Schluckbeschwerden, Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden oder Verstopfungen. Ausserdem sind bei betroffenen Kindern Wachstumsverzögerungen möglich.

Abbildung 2: Entzündete, gerötete Zunge
Entzündete, gerötete Zunge, Symptome bei Eisenmangel, Beschwerden bei Eisenmangel, Folge von Eisenmangel, Glossitis

Eine besondere Form eines des Eisenmangels ist das Plummer-Vinson-Syndrom, auch Paterson-Kelly-Syndrom genannt. Es tritt bei Personen auf, die an einem sehr starken Eisenmangel leiden. Bei diesen Personen können aufgrund des fehlenden Eisens gewisse Eiweisse nicht mehr ausreichend hergestellt werden.

In der Folge treten bei den Betroffenen gemeinsam mit der Eisenmangelanämie Schluckbeschwerden wegen eines Abbaus der Schleimhaut in Mund, Rachen und Speiseröhre auf. Zusätzlich können bei dieser Form des Eisenmangels entzündlich geschwollene, trockene und aufgesprungene Lippen, eine gerötete, brennende Zunge (siehe Abbildung 2) und Verformungen der Nägel mit Rillenbildung (siehe Abbildung 3) auftreten.

Tritt der Eisenmangel gemeinsam mit einem Mangel eines oder mehrerer anderer Nährstoffe auf, können weitere Beschwerden zu denjenigen des Eisenmangels hinzutreten. Diese Beschwerden werden in den entsprechenden Texten aufgeführt.

Diagnose

Treten bei einer Person Beschwerden eines Eisenmangels auf, sollte sie einen Arzt zur weiteren Abklärung und bei Bedarf zur Behandlung aufsuchen. Der Arzt wird den Betroffenen in einem ausführlichen Gespräch nach Beschwerden und Veränderungen fragen, die ihm einen Hinweis auf einen Eisenmangel geben. Weiter wird er sich nach Nahrungsgewohnheiten, Verletzungen mit Blutverlust, Krankheiten und Behandlungen erkundigen, die einen Eisenmangel verursachen können. Bei Frauen wird zudem die Frage nach Dauer und Stärke der Regelblutung gestellt werden. Anschliessend wird der Arzt den Betroffenen von Kopf bis Fuss untersuchen.

Hat der Arzt aufgrund des Gesprächs und der körperlichen Untersuchung den Verdacht auf einen Eisenmangel, kann er diesen Verdacht mithilfe einer Blutentnahme bestätigen. Im Blut zeigen sich bei einem Eisenmangel typische Veränderungen, die den Verdacht auf einen Mangel an Eisen bestätigen. Zudem könnte die Menge an Eisen im Knochenmark gemessen werden. Das Knochenmark ist der Ort, wo das Blut hergestellt wird. Es befindet sich im Inneren der Knochen. Um das Knochenmark untersuchen zu können, muss aber eine Knochenmarkspunktion, meist im Bereich der Beckenschaufel, vorgenommen werden. Die zu untersuchende Person liegt dazu auf dem Bauch auf einer Liege. Im Bereich der Beckenschaufel, wo die Untersuchung gemacht werden soll, wird mit einer Spritze die Haut, das darunterliegende Gewebe und die Knochenhaut örtlich betäubt. Danach wird das Knochenmark mit einem speziellen „Werkzeug“ entnommen. Zur Diagnose eines Eisenmangels ist eine solche Knochenmarkspunktion meist nicht notwendig, gerade auch weil die Diagnose anhand der typischen Veränderungen im Blut gestellt werden kann.

Mit weiteren Untersuchungen muss die Ursache für den Eisenmangel gesucht werden, wenn sie nicht bereits bekannt ist. Daneben wird der Arzt überprüfen, ob die betroffene Person neben dem Mangel an Eisen noch an einem Mangel eines anderen Nährstoffs leidet.

Therapie

Die Behandlung des Eisenmangels hängt von seiner Ursache ab. Es sollte immer die Ursache bekämpft werden, wenn dies möglich ist. Ist eine zu geringe Zufuhr von Eisen wegen einer Unter- oder einer Fehlernährung oder ein gesteigerter Eisenbedarf des Körpers für den Eisenmangel verantwortlich, muss versucht werden, die Nahrung so umzustellen oder mit Spurenelementen zu ergänzen, dass der Körper wieder ausreichend Eisen erhält, wobei eine Umstellung der Nahrung allein sehr oft nicht ausreicht.

Wird ein Eisenmangel durch Magen-Darm-Krankheiten verursacht, die zu einer verminderten Aufnahme der Nährstoffe aus der Nahrung führen, dann müssen diese Krankheiten, wenn dies möglich ist, mit beispielsweise Medikamenten behandelt werden. Zudem sollten die Betroffenen bis zur Heilung der Krankheit oder, wenn die Krankheit nicht geheilt werden kann, auf Dauer täglich ausreichend Eisen mit der Nahrung oder in Form von Tabletten zu sich nehmen.

Verursachen stärkere Blutungen einen Eisenmangel, muss als erstes versucht werden, diese Blutungen zu stoppen, falls dies möglich ist. Zudem muss dem Körper das mit dem Blut verlorene Eisen zurückgegeben werden, damit der Körper die verloren gegangenen roten Blutkörperchen ersetzen kann. Je nach Zustand des Betroffenen und der Grösse des Blutverlustes kann das Eisen dabei in Form von Tabletten oder in Form von Infusionen direkt ins Blut der betroffenen Person gegeben werden. Bei sehr grossen Blutverlusten muss dem Körper teilweise direkt Blut gegeben werden, da der Körper das Blut unbedingt benötigt, um seine Gewebe und Organe mit Sauerstoff zu versorgen und er selbst nicht rasch genug all das verlorene Blut ersetzen kann.

Die Einnahme von Eisen in Tablettenform kann Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall mit sich bringen. Zudem ist eine Schwarzfärbung des Stuhls wegen des im Überschuss gegebenen Eisens häufig. Es wird empfohlen Eisentabletten etwa eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten mit einem Glas Orangensaft einzunehmen, da das Vitamin C im Organgensaft dem Körper bei der Aufnahme von Eisen hilft.

Leidet die betroffene Person neben dem Eisenmangel noch an einem Mangel weiterer Nährstoffe, soll auch dieser behandelt werden.

Zum SeitenanfangEisenüberschuss

Ein Eisenüberschuss, bei dem der Körper zu viel Eisen erhält, ist für den Menschen giftig. Solch ein Eisenüberschuss wird aber kaum mit einer ausgeglichenen Ernährung erreicht.

Hingegen kann ein Eisenüberschuss durch die Einnahme einer zu grossen Eisenmenge in Tablettenform oder in Infusionen auftreten. Es wird von einer akuten Eisenvergiftung gesprochen, wenn innert kurzer Zeit viel zu viel Eisen in Tablettenform eingenommen wird. Eine solche Eisenvergiftung kann schwerwiegende Folgen wie heftigen, teils blutigen Brechdurchfall und Magenschmerzen haben. Dabei verlieren Betroffene sehr viel Flüssigkeit. Ohne rechtzeitige Behandlung mit bestimmten Medikamenten führt eine akute Eisenvergiftung durch Versagen des Herz-Kreislauf-Systems zum Tod des Betroffenen. Wurde zu viel Eisen eingenommen, sollte deshalb viel Milch getrunken werden, welche die Aufnahme von Eisen in den Körper verschlechtert, und unverzüglich ein Arzt oder ein Spital zur Behandlung aufgesucht werden.

Ein Eisenüberschuss kann zudem durch eine Hämochromatose oder durch eine Thalassaemia major erzeugt werden, die im Folgenden kurz besprochen werden.

Zum SeitenanfangHämochromatose

Abbildung 4: Bronzebraune Haut im Rahmen einer Hämochromatose
Bronzebraune Haut im Rahmen einer Hämochromatose, Symptome einer Hämochromatose, Beschwerden einer Hämochromatose

Die Hämochromatose ist eine Krankheit, bei der die Erbinformation verändert ist und die so von einer Generation an die nächste weitervererbt werden kann. Die Veränderung in der Erbinformation führt dazu, dass der Körper zu viel Eisen aus der Nahrung aufnimmt.

Dieses zu viel an Eisen lagert sich im Körper dann vor allem in Leber, Bauchspeicheldrüse und Herz ab. Die Leber, die Bauchspeicheldrüse und das Herz werden dadurch in der Ausführung ihrer Aufgaben gestört. Die Störung der Leber äussert sich durch eine Vergrösserung, die Störung der Bauchspeicheldrüse durch das Auftreten einer Blutzuckerkrankheit, eines sogenannten Diabetes mellitus, die bei der Hämochromatose auch Bronzediabetes genannt wird.

Die Störung des Herzens äussert sich durch eine Schwächung des Herzmuskels mit Abnahme der Leistungsfähigkeit. Daneben ist die Haut Betroffener bronzebraun gefärbt (siehe Abbildung 4), Gelenkschmerzen sind möglich und die Hoden können wegen einer Störung im Gehirn schrumpfen. Ohne Behandlung führt eine Hämochromatose durch den Funktionsverlust insbesondere von Leber und Herz über Jahre zum Tod der Betroffenen.

Die Ursache der Hämochromatose, die ja in einer Veränderung der Erbinformation besteht, kann zumindest bisher nicht behandelt werden. Eine Behandlung durch eine Umstellung der Ernährung auf eine Eisen-arme Ernährung hilft nicht. Hingegen wird bei der Behandlung der Hämochromatose mithilfe von Aderlässen, bei denen den Betroffenen in regelmässigen Abständen 500 bis 800 Milliliter Blut entnommen werden, und bestimmten Medikamenten ein Eisenüberschuss im Körper zu verhindern oder zumindest zu verkleinern versucht.

Bei frühzeitigem Beginn der Behandlung werden die Lebensqualität und die Lebenserwartung Betroffener kaum eingeschränkt.

Zum SeitenanfangThalassaemia major

Die Thalassaemia major ist eine Erkrankung, bei der die Erbinformation verändert ist und die von einer Generation an die nächste weitervererbt werden kann. Die Veränderung der Erbinformation führt bei der Thalassaemia major zu einer gestörten Blutbildung, sodass den Betroffenen zur Behandlung regelmässig Blut in Form von Bluttransfusionen gegeben werden muss. Durch diese ständigen Bluttransfusionen erhalten die Betroffenen aber zu viel Eisen und ein Eisenüberschuss tritt auf.

Auch hier lagert sich das Eisen wie bei der Hämochromatose in Leber, Bauchspeicheldrüse und Herz ab und führt über Jahre zu deren Funktionsverlust und somit zum Versterben der Betroffenen. Um einem solchen Eisenüberschuss bei der Thalassaemia major entgegenzuwirken, werden wie bei der Hämochromatose bestimmte Medikamente eingesetzt. Zudem kann eine Thalassaemia mit einer sogenannten Stammzelltransplantation geheilt werden, was dann auch die Bluttransfusionen unnötig macht. Bis aber ein geeigneter Spender gefunden wird, können Jahre vergehen, in denen in regelmässigen Abständen Bluttransfusionen durchgeführt werden müssen. Und nicht in jedem Fall wird ein passender Spender gefunden.

Autor/in:Dr. med. Sidonie Achermann, Ärztin, Dr. Julia Feucht, Ärztin
Editor/in:Andrea Meppiel, dipl. Ernährungsberaterin HF
Keywords:Eisen, Fe, Eisen-Mangel, Mangel an Eisen, Eisenmangel, Eisen-Überschuss, Eisen-Intoxikation, Spurenelemente, Eisenüberschuss, Überschuss an Eisen, Plummer-Vinson-Syndrom, Paterson-Kelly-Syndrom, Hämochromatose, Haemochromatose, Thalassaemia major, Thalassämie, Bronzediabetes, Eisenvergiftung, Eisen-Vergiftung, akute Eisenvergiftung, akute Eisen-Vergiftung, akute Eisenintoxikation, akute Eisen-Intoxikation, Eisenintoxikation, Aderlässe
ICD-10:D50, D56, E61.1, E83.1, T45.4
Zuletzt geändert:06.11.2016Zum Seitenanfang
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