Anzeige

Startseite  ⇒  Ernährung & Stoffwechsel ⇒  Ernährung ⇒  Nahrungsbestandteile ⇒  Elektrolyte ⇒  Kalium

Online-Beratung - Fragen Sie unsere Ärzte!

Kalium

Synonyme: K, Potassium

Zum SeitenanfangZusammenfassung

Kalium (K) ist ein Elektrolyt, das im Körper für die Funktionsfähigkeit der Zellen, den Informationsaustausch zwischen den Zellen, den Wassergehalt der Zellen, den Aufbau von Eiweissen, die Aktivität verschiedener Enzyme und den Umbau von Kohlenhydraten zu Energie wichtig ist. Der Mensch kann seinen täglichen Kaliumbedarf mit einer ausgewogenen Nahrung decken.

Nimmt die Konzentration des Kaliums im Blut ab, entsteht ein Kaliummangel, eine sogenannte Hypokaliämie. Verschiedene Ursachen können zu einem Kaliummangel führen. Betroffene eines Kaliummangels leiden an verschiedenen, teils lebensbedrohlichen Beschwerden, die unter dem Begriff Kaliummangelsyndrom oder Hypokaliämiesyndrom zusammengefasst werden. Die Diagnose eines Kaliummangels wird mit Gespräch, körperlicher Untersuchung, Herzkurve, Blut- und/oder Urinuntersuchungen gestellt. Die Behandlung des Kaliummangels hängt von seiner Ursache ab, wobei die Kaliumkonzentration im Blut wieder normalisiert werden muss.

Nimmt die Konzentration des Kaliums im Blut zu, entsteht ein Kaliumüberschuss, eine sogenannte Hyperkaliämie. Verschiedene Ursachen können zu einem Kaliumüberschuss führen. Betroffene eines Kaliumüberschusses leiden an verschiedenen, teils lebensbedrohlichen Beschwerden, die unter dem Begriff Hyperkaliämiesyndrom zusammengefasst werden. Die Diagnose eines Kaliumüberschusses wird mit Gespräch, körperlicher Untersuchung, Herzkurve, Blut- und/oder Urinuntersuchungen gestellt. Die Behandlung des Kaliumüberschusses hängt von seiner Ursache ab, wobei die Kaliumkonzentration im Blut wieder normalisiert werden muss.

Zum SeitenanfangAllgemeines

Elektrolyte, auch Mineralien, Mineralstoffe, Salze oder Mengenelemente genannt, sind Substanzen, die der menschliche Körper für lebenswichtige Aufgaben benötigt. Nur mit einer ausreichenden Menge aller Elektrolyte können im Körper alle Funktionen reibungslos ablaufen. Dabei benötigt der Körper nur sehr geringe Mengen von den einzelnen Elektrolyten. Diese Elektrolyte kann er aber nicht selbst herstellen, sondern muss sie regelmässig mit der Nahrung und Getränken aufnehmen.

Eines der Elektrolyte, die der Körper benötigt, ist das Kalium. Kalium wird mit dem Buchstaben K abgekürzt. Im Körper werden etwa zwei Gramm Kalium pro Kilogramm Körpergewicht gespeichert. Dieses Kalium befindet sich zum grössten Teil innerhalb der Zellen. Nur ein kleiner Teil des Kaliums im Körper befindet sich ausserhalb der Zellen, im sogenannten Extrazellulärraum. So hat es in den Zellen etwa 30 Mal mehr Kalium als im Extrazellulärraum, wodurch ein Konzentrationsunterschied zwischen dem Inneren der Zellen und dem Raum ausserhalb der Zellen, dem sogenannten Extrazellulärraum entsteht. Dieser Konzentrationsunterschied wird vom Körper mithilfe von Transportsystemen aufrecht erhalten, da die Zellen des menschlichen Körpers ohne diesen Konzentrationsunterschied nicht leben und funktionieren können.

Zum SeitenanfangFunktion

Der Konzentrationsunterschied des Kaliums zwischen dem Inneren der Zellen und dem Raum ausserhalb der Zellen, dem sogenannten Extrazellulärraum, ist wichtig für den Wassergehalt der Zellen, die Funktionsfähigkeit der Zellen und den Informationsaustausch zwischen verschiedenen Zellen. Dabei spielt das Kalium auch eine wichtige Rolle für die Erregbarkeit und damit die Funktion der Nerven und Muskeln, insbesondere des Herzmuskels.

Zudem spielt das Kalium eine wichtige Rolle beim Aufbau von Eiweissen sowie bei der Aktivierung gewisser Enzyme und ist unverzichtbar beim Umbau von Kohlenhydraten zu Energie, auf die alle Zellen, Gewebe und Organe des Körpers, insbesondere das Gehirn, angewiesen sind, um richtig funktionieren zu können.

Zum SeitenanfangBedarf & Vorkommen

Damit der Körper genügend Kalium zur Verfügung hat, muss täglich Kalium mit der Nahrung aufgenommen werden. Der tägliche Kaliumbedarf des Körpers eines erwachsenen Menschen hängt davon ab, wieviel Kalium ausgeschieden wird. Der Körper scheidet Kalium hauptsächlich mit dem Urin aus. Sehr wenig Kalium verliert er mit Stuhl, Atmung und Schweiss. Im Durchschnitt beträgt der tägliche Kaliumbedarf des Körpers eines erwachsenen Menschen etwa zwei Gramm Kalium.

Kaliumreiche Lebensmittel sind Fleischextrakte wie Bouillons, Obst, wie Bananen, Aprikosen, Fruchtsäfte, Avocados und Dörrobst, Pilze, Gemüse, wie Dörrbohnen, Spinat, Randen oder Fenchel, Vollkornprodukte, Kartoffeln und Magermilchprodukte. Durch eine ausgewogene Ernährung kann der tägliche Kaliumbedarf normalerweise gedeckt werden.

Zum SeitenanfangKaliummangel

Allgemeines

Nimmt die Konzentration des Kaliums im Körper durch eine Abnahme der Menge an Kalium ab, entsteht ein Kaliummangel, in der Fachsprache Hypokaliämie genannt. Dabei spielt insbesondere die Abnahme der Kaliumkonzentration im Aussenraum der Zellen eine Rolle, dem sogenannten Extrazellulärraum, da eine Veränderung in den Zellen vom Körper besser ausgeglichen werden kann.

Ursachen

Ursachen für einen Kaliummangel sind eine ungenügende Kaliumzufuhr mit der Nahrung, eine Störung der Kaliumaufnahme aus der Nahrung, ein vermehrter Kaliumverlust, eine Störung der Kaliumverteilung im Körper und eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme.

Selten führt eine ungenügende Kaliumzufuhr mit der Nahrung zu einem Kaliummangel. Eine ungenügende Kaliumzufuhr mit der Nahrung kommt durch eine Mangelernährung oder durch eine Störung der Kaliumaufnahme aus der Nahrung in den Körper zustande. Eine Mangelernährung kann entweder eine Unterernährung oder eine Fehlernährung sein. Bei einer Unterernährung besteht ein Mangel an allen Nährstoffen, sodass der Bedarf des Körpers mit der Nahrung nicht gedeckt werden kann. Bei einer Fehlernährung ist das Nahrungsangebot eigentlich ausreichend, aber durch eine falsche Zusammensetzung der Nahrung mit einem zu geringen Anteil an Elektrolyten wird dem Körper trotzdem zu wenig Kalium mit der Nahrung zugeführt und ein Kaliummangel entsteht.

Mangelernährung ist insbesondere in Entwicklungsländern weit verbreitet. Aber auch in Industrieländern kann eine Fehlernährung oder eine Unterernährung vor allem in Alters- und Pflegeheimen, in Spitälern, bei Essstörungen, bei krankhaftem Übergewicht, bei Alkoholsucht, bei Obdachlosen und bei Menschen unter grossem Termin- und Zeitdruck vorkommen. Dabei ist in Alters- und Pflegeheimen sowie in Spitälern in der Regel nicht allein eine falsche Nahrungszusammenstellung für die mangelhafte Zufuhr von Nahrungsbestandteilen verantwortlich, sondern die Personen in Alters- und Pflegeheimen sowie Spitälern können oder wollen wegen Veränderungen des Alters, unterschiedlichen Erkrankungen, der Einnahme von Medikamenten oder während und nach verschiedenen Behandlungen wie Operationen, Chemotherapien und Bestrahlungen nicht ausreichend von einzelnen, mehreren oder allen Nahrungsbestandteilen zu sich nehmen. Ausserdem hat der Körper dieser Personen wegen des Alters, Erkrankungen, der Einnahme von Medikamenten oder verschiedenen Behandlungen oft auch andere Bedürfnisse.

Bei einer Störung der Kaliumaufnahme aus der Nahrung in den Körper erhält der Körper eigentlich genügend Kalium mit der Nahrung, um seinen Bedarf zu decken. Da der Magen-Darm-Trakt aber durch unterschiedliche Veränderungen im Körper, wie Darmerkrankungen, in Mitleidenschaft gezogen wird, kann er nicht mehr genügend Kalium aus der Nahrung in den Körper aufnehmen. Es entsteht somit ein Kaliummangel.

Verliert der Körper vermehrt Kalium, ohne gleichzeitig vermehrt Kalium aufzunehmen, kann ebenfalls ein Kaliummangel auftreten. Der Körper verliert vermehrt Kalium bei starkem Schwitzen, körperlicher Anstrengung, Verzehr von zu viel Salz, verschiedenen Durchfallerkrankungen, Erbrechen, unterschiedlichen Krankheiten und bei Einnahme gewisser Medikamente.

Ein Verzehr von zu viel Salz führt zu einem vermehrten Kaliumverlust, weil das Natrium, von dem in Form des Salzes zu viel in den Körper aufgenommen wurde, vermehrt wieder mit dem Urin ausgeschieden werden muss. Wenn die Niere aber mehr Natrium mit dem Urin ausscheidet, scheidet sie immer auch mehr Kalium aus, sodass der Körper eben vermehrt Kalium verliert.

Mögliche Erkrankungen, die zu einem Kaliummangel führen, sind Krankheiten der Niere mit Einschränkung der Nierenfunktion, eine Überfunktion der Nebennierenrinde mit einem Überschuss an Aldosteron oder an Glukokortikoiden und verschiedene Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Aldosteron und Glukokortikoide sind Botenstoffe, die, wenn sie in vermehrter Menge im Körper vorhanden sind, der Niere befehlen, viel Kalium mit dem Urin auszuscheiden. Zu den Medikamenten, die einen vermehrten Kaliumverlust bewirken, gehören unter anderem Urin-fördernde Medikamente, Abführmittel und Insulin zur Behandlung der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus.

Unter gewissen Umständen kann die Menge an Kalium im Körper absolut normal sein und trotzdem kommt es zu einem Kaliummangel. Dann nämlich, wenn die Verteilung des Kaliums zwischen dem Inneren der Zellen und dem Raum ausserhalb der Zellen gestört wird, beispielsweise im Rahmen sehr tiefer Blutzuckerwerte oder einer Insulinbehandlung der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus.

Vor allem bei älteren Menschen kann ein Kaliummangel durch Austrocknung wegen Aufnahme von zu wenig Flüssigkeit entstehen, da ältere Menschen oft ein mangelhaftes Durstgefühl haben und deshalb zu wenig trinken. Denn erhält der Körper zu wenig Flüssigkeit, befiehlt er den Nieren so wenig Wasser wie möglich mit dem Urin auszuscheiden. In der Folge scheidet der Körper aber mehr Kalium mit dem Urin aus. Das gleiche ist bei Säuglingen und Kleinkindern möglich, wenn sie zu wenig Flüssigkeit erhalten.

Symptome

Eine anhaltende Abnahme der Kaliumkonzentration im Körper, ein sogenannter Kaliummangel, führt zu unterschiedlichen Beschwerden. Diese Beschwerden werden auch unter dem Begriff Kaliummangelsyndrom oder Hypokaliämiesyndrom zusammengefasst. Bei welchem Ausmass der Kaliumabnahme welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, wie schnell der Kaliummangel entstanden ist. Entsteht ein Kaliummangel in sehr kurzer Zeit, treten bei Betroffenen bereits bei einem leichteren Kaliummangel Beschwerden auf, als bei einem Kaliummangel, der über Wochen entsteht.

Im Bereich der Nerven und Muskeln führt ein Kaliummangel zu Nervosität, Schlafstörungen, Müdigkeit, Teilnahmslosigkeit, Kopfschmerzen, Schwäche, Kraftlosigkeit, Muskelschwäche, Muskelkrämpfen, Lähmungen und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma.

Im Bereich des Verdauungstraktes löst ein Kaliummangel Appetitlosigkeit, Verstopfung und Darmkrämpfe aus.

Im Herz-Kreislauf-System bewirkt ein Kaliummangel eine Beschleunigung des Herzschlages, Herzrhythmusstörungen und Wasseransammlungen in Geweben, Ödeme genannt.

Zudem kann das Nierengewebe durch einen anhaltenden Kaliummangel dermassen geschädigt werden, dass die Nieren den Urin nicht mehr eindicken können und der Körper deshalb sehr grosse Wassermengen in Form von Urin verliert.

Und an der Haut kann eine Kaliummangel zu Trockenheit, vermehrter Akne und verzögerter Wundheilung führen.

Tritt der Kaliummangel gemeinsam mit einem Mangel eines oder mehrerer anderer Nährstoffe auf, können weitere Beschwerden zu denjenigen des Kaliummangels hinzutreten. Diese Beschwerden werden in den entsprechenden Texten aufgeführt.

Diagnose

Treten bei einer Person Beschwerden eines Kaliummangels auf, sollte sie einen Arzt zur weiteren Abklärung und bei Bedarf zur Behandlung aufsuchen. Der Arzt wird den Betroffenen in einem ausführlichen Gespräch nach Beschwerden und Veränderungen fragen, die ihm einen Hinweis auf einen Kaliummangel geben. Weiter wird er sich nach Nahrungsgewohnheiten, Krankheiten und Behandlungen erkundigen, die einen Kaliummangel verursachen können. Anschliessend wird der Arzt den Betroffenen von Kopf bis Fuss untersuchen.

Hat der Arzt aufgrund des Gesprächs und der körperlichen Untersuchung den Verdacht auf einen Kaliummangel, kann er diesen Verdacht mithilfe einer Blutentnahme mit Messung der Menge an Kalium im Blut bestätigen. Eine verminderte Menge an Kalium im Blut bestätigt den Verdacht auf einen Mangel an Kalium. In gleicher Weise kann die Menge an Kalium im Urin gemessen werden. Zudem zeigen sich in einer Herzkurve, einem sogenannten EKG oder Elektrokardiogramm, für den Kaliummangel typische Veränderungen, die das Vorliegen eines Kaliummangels ebenfalls bestätigen.

Mit weiteren Untersuchungen muss die Ursache für den Kaliummangel gesucht werden, wenn sie nicht bereits bekannt ist. Zudem wird der Arzt überprüfen, ob die betroffene Person neben dem Mangel an Kalium noch an einem Mangel eines anderen Nährstoffs leidet.

Therapie

Die Behandlung eines Kaliummangels hängt von seiner Ursache ab. Es sollte immer die Ursache bekämpft werden, wenn dies möglich ist. Zudem muss bis zur erfolgreichen Behandlung der Ursache oder, wenn die Ursache nicht behoben werden kann, auf Dauer dafür gesorgt werden, dass die Kaliumkonzentration im Körper normalisiert wird. Eine Normalisierung der Kaliumkonzentration kann durch Gabe von Kalium in Form Kalium-reicher Nahrung oder bei ausgeprägtem Kaliummangel mit lebensbedrohlichen Beschwerden in Form von Tabletten oder Infusionen erreicht werden.

Leidet die betroffene Person neben dem Kaliummangel noch an einem Mangel weiterer Nährstoffe, sollte auch dieser behandelt werden.

Zum SeitenanfangKaliumüberschuss

Allgemeines

Nimmt die Konzentration an Kalium im Körper zu, entsteht ein Kaliumüberschuss, in der Fachsprache Hyperkaliämie genannt. Dabei spielt insbesondere die Zunahme der Kaliumkonzentration im Aussenraum der Zellen eine Rolle, dem sogenannten Extrazellulärraum, wozu auch das Blutplasma gehört, da eine Veränderung in den Zellen besser vom Körper ausgeglichen werden kann.

Ursachen

Ursachen für einen Kaliumüberschuss sind verminderte Kaliumausscheidung, vermehrte Kaliumfreisetzung aus den Körperzellen oder übermässige Kaliumzufuhr.

Verschiedene Umstände können dazu führen, dass der Körper weniger Kalium mit dem Urin ausscheidet und sich dieses Kalium im Körper ansammelt. Mögliche Umstände sind Erkrankungen des Nierengewebes mit verminderter Funktionsfähigkeit der Niere, Störungen der Nebennierenrinde mit verminderter Produktionen von Aldosteron oder Glukokortikoiden oder gewisse Medikamente, die der Niere befehlen, weniger Kalium mit dem Urin auszuscheiden. Aldosteron und Glukokortikoide sind Botenstoffe, die der Niere befehlen, mehr Kalium auszuscheiden. Fehlt es an Aldosteron und Glukokortikoiden im Körper, scheidet die Niere weniger Kalium aus und das Kalium sammelt sich im Körper an. Zu den Medikamenten, die die Nieren zu einer verminderten Kaliumausscheidung auffordern, gehören gewisse Urin-fördernde Medikamente, Medikamente zur Krebsbehandlung, Blutdrucksenker oder Medikamente zur Schmerz- und Entzündungshemmung.

Werden die Zellen des Körpers beispielsweise durch Verbrennungen, Infektionen, schwere Verletzungen, Zerstörung der roten Blutkörperchen, was Hämolyse genannt wird, Übersäuerung im Blut oder Medikamente zur Krebsbehandlung beschädigt, gelangt mehr Kalium aus den Zellen in den Raum ausserhalb der Zellen, den sogenannten Extrazellulärraum. Somit steigt im Extrazellulärraum die Kaliumkonzentration an, was sich als Kaliumüberschuss äussert.

Zu viel Kalium kann mit der Nahrung oder häufiger in Form Kalium-reicher Infusionen oder wiederholter Bluttransfusionen in den Körper aufgenommen werden und zu einem Kaliumüberschuss führen.

Symptome

Eine anhaltende Zunahme der Kaliumkonzentration, ein sogenannter Kaliumüberschuss, führt zu unterschiedlichen Beschwerden. Diese Beschwerden werden auch unter dem Begriff Hyperkaliämiesyndrom zusammengefasst.

Bei welchem Ausmass der Kaliumzunahme welche Beschwerden auftreten, hängt auch davon ab, wie schnell der Kaliumüberschuss entstanden ist. Entsteht ein Kaliumüberschuss in sehr kurzer Zeit, treten bei Betroffenen bereits bei einem leichteren Kaliumüberschuss Beschwerden auf, als bei einem Kaliumüberschuss, der über Wochen entsteht.

Allgemeine Beschwerden, die bei einem Kaliumüberschuss auftreten können, sind Unlust, Schwäche, Verwirrtheit und Durchfall. Zusätzlich sind Beschwerden im Nervensystem und im Herz-Kreislauf-System möglich. Im Nervensystem kann ein Kaliumüberschuss zu Fühlstörungen, metallischem Geschmack, Muskellähmungen, Sprech- und Schluckstörungen führen. Im Herz-Kreislauf-System bewirkt ein anhaltender Kaliumüberschuss Herzrhythmusstörungen und eine Verlangsamung des Herzschlages bis zum Herz-Kreislauf-Stillstand.

Diagnose

Ein grosser Kaliumüberschuss ist ein Notfall. Deshalb sollte eine Person, bei der Beschwerden eines Kaliumüberschusses auftreten, unverzüglich einen Arzt zur weiteren Abklärung und bei Bedarf zur Behandlung aufsuchen. Der Arzt wird den Betroffenen in einem ausführlichen Gespräch nach Beschwerden und Veränderungen fragen, die ihm einen Hinweis auf einen Kaliumüberschuss geben. Weiter wird er sich nach Nahrungsgewohnheiten und Krankheiten erkundigen, die einen Kaliumüberschuss verursachen können. Anschliessend wird der Arzt den Betroffenen von Kopf bis Fuss untersuchen.

Hat der Arzt aufgrund des Gesprächs und der körperlichen Untersuchung den Verdacht auf einen Kaliumüberschuss, kann er diesen Verdacht mithilfe einer Blutentnahme mit Messung der Menge an Kalium im Blut bestätigen. Eine Zunahme der Menge an Kalium im Blut bestätigt den Verdacht auf einen Überschuss an Kalium. In gleicher Weise kann die Menge an Kalium im Urin gemessen werden. Zudem zeigen sich in einer Herzkurve, einem sogenannten EKG oder Elektrokardiogramm, für den Kaliumüberschuss typische Veränderungen, die das Vorliegen eines Kaliumüberschusses ebenfalls bestätigen.

Mit weiteren Untersuchungen muss die Ursache für den Kaliumüberschuss gesucht werden, wenn sie nicht bereits bekannt ist. Zudem wird der Arzt überprüfen, ob die betroffene Person neben dem Überschuss an Kalium noch an einem Überschuss eines anderen Nährstoffs leidet.

Therapie

Die Behandlung eines Kaliumüberschusses hängt von seiner Ursache ab. Es sollte immer die Ursache bekämpft werden, wenn dies möglich ist. Zudem muss bis zur erfolgreichen Behandlung der Ursache oder, wenn die Ursache nicht behoben werden kann, auf Dauer dafür gesorgt werden, dass die Kaliumkonzentration im Körper normalisiert wird.

Eine Normalisierung der Kaliumkonzentration kann dadurch erreicht werden, dass das überschüssige Kalium im Körper mit bestimmten Medikamenten abgefangen und aus dem Körper ausgeschieden wird oder dass es mithilfe bestimmter Infusionen aus dem Extrazellulärraum zurück in die Zellen transportiert wird. Hat ein Kaliumüberschuss lebensbedrohliche Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System muss eine Blutwäsche, Dialyse genannt, durchgeführt werden, um das überschüssige Kalium aus dem Körper zu entfernen.

Autor/in:Dr. med. Sidonie Achermann, Ärztin, Dr. Julia Feucht, Ärztin
Editor/in:Andrea Meppiel, dipl. Ernährungsberaterin HF
Keywords:Kalium, Elektrolyte, K, Potassium, Elektrolyte, Mineralien, Mineralstoffe, Salze, Mengenelemente, Kaliummangel, Hypokaliämie, Kaliumüberschuss, Hyperkaliämie, Kaliummangelsyndrom, Hypokaliämiesyndrom, Hyperkaliämiesyndrom, Kaliumüberschusssyndrom
ICD-10:E87.5, E87.6
Zuletzt geändert:06.11.2016Zum Seitenanfang
Anzeige

© 2005 – 2017 eesom AG – Alle Rechte vorbehalten www.eesom.com

Anzeige