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Operative Therapiemöglichkeiten bei Hämorrhoidalleiden

Synonyme: Chirurgischer Eingriff zur Entfernung von Hämorrhoiden

Eine operative Entfernung von Hämorrhoiden wird durchgeführt, wenn alternative Therapieformen, wie zum Beispiel eine diätetische Stuhlregulierung oder eine medikamentöse Behandlung, nicht zum gewünschten Erfolg führen.

Es gibt verschiedene operative Eingriffe, die je nach Stadium der Hämorrhoiden angewendet werden können.

In den ersten beiden Stadien kommen entweder eine Sklerosierung, eine Ligatur der zuführenden Arterien oder eine Gummibandligatur der Hämorrhoiden in Frage.

Abbildung 1: Verätzung, Sklerosierung von Hämorrhoiden
Verätzung, Sklerosierung von Hämorrhoiden, chirurgische Therapie von Hämorrhoidalleiden, chirurgischer Eingriff bei Hämorrhoiden

Bei der Sklerosierung wird eine Flüssigkeit, ein so genanntes Phenolöl, unter die Schleimhaut im Hämorrhoidenbereich gespritzt. Dieses bewirkt nach mehrmaligem Anwenden eine Entzündung, welche narbig ausheilt. Zurück bleiben danach nur die verödeten Hämorrhoiden.

Eine Ligatur der zuführenden Arterien bewirkt eine Unterbrechung der Blutzufuhr in den Hämorrhoidalplexus und bedeutet nichts anderes als ein Abschnüren der zuführenden Blutgefässe. Dadurch kann sich das Gefässgeflecht nicht mehr mit Blut füllen und schrumpft in sich zusammen. Diese Methode führt jedoch häufig nicht zum erwarteten Erfolg, da die Schrumpfung des Hämorrhoidalplexus in gewissen Fällen auch ausbleibet.

Abbildung 2: Ligatur von Hämorrhoiden
Ligatur von Hämorrhoiden, chirurgisches Therapieverfahren bei Hämorrhoidalleiden, Anlage von Gummibändern bei Hämorrhoidalleiden

Bei der Gummibandligatur werden Gummiringe um die Hämorrhoidenhaftstellen gestülpt, welche durch das Zusammenziehen eine Abklemmung, eine so genannte Ligatur, der zuführenden und abführenden Blutgefässe bewirken. Deshalb kommt es auch in diesem Fall zu einem Veröden der Hämorrhoiden. Jedoch wird durch den Gummiring zum Teil auch die Blutzufuhr zur direkt anliegenden Darmschleimhaut unterbrochen und führt so zu einem Absterben dieses gesunden Gewebes. Als alternative Methoden zu den oben genannten können auch eine Infrarottherapie oder eine Vereisung durchgeführt werden. Voraussetzung ist in diesen Fällen, dass es sich nur um kleine Hämorrhoiden handelt.

Mit der Hilfe von Infrarotstrahlen kann eine Temperatur von etwa 100°C erreicht und dadurch das Blut in den zuführenden Gefässen geronnen werden. Dadurch wird der Hämorrhoidenplexus nur noch schwach durchblutet. Diese Methode wird vor allem bei Personen angewendet, die auf den Stoff, der während einer Sklerotherapie in den Hämorrhoidenbereich gespritzt wird, allergisch sind.

Bei der Vereisung hingegen wird eine Kälte von minus 90°C erzeugt, durch welche der zu therapierende Bezirk vereist wird und abstirbt. Diese Technik gilt als gewebeschonend und kann vielfach auch ambulant durchgeführt werden.

Befinden sich die Hämorrhoiden bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, nämlich im Stadium drei oder vier, können sie entweder mit Hilfe des klassischen operativen Verfahrens, der so genannten Hämorrhoidektomie, oder durch eine Stapleroperation entfernt werden. Beide Methoden haben jedoch nicht die vollständige Entfernung des Hämorrhoidalplexus, sondern die Reduktion dessen Grösse auf ein natürliches Mass zum Ziel.

Wird die klassische Methode angewendet, werden die zuführenden Blutgefässe abgebunden und die Hämorrhoiden chirurgisch weggeschnitten. Mit einem sich selbst auflösenden Faden werden die Schnittstellen in der Schleimhaut wieder vernäht.

Abbildung 3: Entfernung von Hämorrhoiden mittels Stapler
Entfernung von Hämorrhoiden mittels Stapler, chirurgische Therapie von Hämorrhoiden, schonender Eingriff bei Hämorrhoiden, Beseitigung von Hämorrhoiden

Eine etwas schonendere und schmerzärmere Methode für den Patienten bietet die Stapleroperation. Hierbei wird ein Klammernaht-Schneidegerät in den Enddarm eingeführt und oberhalb des Hämorrhoidenplexus ein Schleimhautstück ausgeschnitten.

Danach werden die Hämorrhoiden nach oben über das schleimhautlose Darmstück gezogen und dort mittels einer so genannten Tabaksbeutelnaht mit Klammern festgemacht.

Somit kommt es zu einer Straffung des ausgeweiteten Hämorrhoidalbezirks und gleichzeitig wird dadurch auch die Blutzufuhr in diesen Schwellkörper verringert. Diese Methode ist schonender, da dabei nur ein kleiner Teil der Schleimhaut entfernt wird.

Nach all diesen Eingriffen empfiehlt sich die Einnahme von Stoffen, welche den Stuhl weich machen. Dadurch ist der Druck, der durch die Bauchpresse während dem Stuhlabgang entsteht, weniger hoch und die Gefässe des Hämorrhoidalplexus füllen sich weniger stark mit Blut. Zudem werden oft auch pflegende Kamille-Sitzbäder empfohlen.

Die operativen Therapiemethoden bergen jedoch wie jede Operation gewisse Risiken in sich. So kann zum Beispiel durch die Operation auch das umliegende, gesunde Gewebe beeinträchtigt werden und absterben. Zudem besteht bei jeder Wunde ein gewisses Risiko einer Wundinfektion, die entsprechend behandelt werden muss. Schliesslich ist es ebenfalls möglich, dass sich nach erfolgreicher Therapie erneut Hämorrhoiden ausbilden, welche eine erneute Behandlung erfordern.

Autor/in:Dr. med. Franziska Grunder, Ärztin
Editor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Hämorrhoiden, Hämorrhoidalleiden, Operation, Hämorrhoiden-Operation, Entfernung, Sklerosierung, Ligatur, Stapleroperation
Zuletzt geändert:06.11.2016Zum Seitenanfang
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