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Morbus Hodgkin

Synonyme: Hodgkin-Lymphom, Lymphogranulomatose

Zum SeitenanfangAllgemeines

Der Morbus Hodgkin, auch Hodgkin-Lymphom oder Lymphogranulomatose genannt, gehört zu den Lymphomen. Dies sind bösartige, so genannt "maligne" Krebs-Erkrankungen eines bestimmten Typs der weissen Blutkörperchen, der Lymphozyten. Das heisst, dass sich diese Lymphozyten so verändern, dass sie beginnen, sich unkontrolliert zu vermehren, Tumoren zu bilden und sich im Körper zu verbreiten.

Lymphozyten sind Zellen des Immunsystems, dienen also, wie die anderen weissen Blutkörperchen, der Bekämpfung von Krankheitserregern, Tumorzellen oder körperfremden Substanzen. Lymphozyten werden wie alle Blutzellen im Knochenmark gebildet.

Später befinden sie sich zum Teil im Blut als weisse Blutkörperchen. Sie werden aber vor allem in grossen Mengen in lymphatischen Organen gespeichert. Zu den lymphatischen Organen zählen die Lymphknoten, aber zum Beispiel auch die Milz und das Knochenmark.

Beim Morbus Hodgkin beginnt der Prozess der bösartigen Veränderung der Lymphozyten und die Tumorbildung meist in einem Lymphknoten. Von dort aus wandern die maligne veränderten Zellen in andere lymphatische Organe und bilden dort Ableger, so genannte Metastasen. Schliesslich, in einem späten Stadium der Krankheit, kann es dazu kommen, dass sich auch in nicht-lymphatischen Organen wie der Leber, der Lunge oder den Knochen maligne Lymphozyten verbreiten.

Obwohl diese Erkrankung unbehandelt immer zum Tode führt, kann durch eine optimal kombinierte Chemo- und Strahlentherapie in über 70% der Fälle eine Heilung erzielt werden. Der Morbus Hodgkin betrifft häufig junge Personen im Alter zwischen 15-35 Jahren sowie ältere Leute ab 50 Jahren.

Lymphe, Lymphknoten und Lymphozyten:

Das Lymphsystem in der Übersicht, Lymphgefässe, Lymphknoten, Hohlvene
Aufbau Lymphknoten, Detail Lymphknoten

Die Lymphe ist eine Flüssigkeit, welche überschüssige Flüssigkeit aus den Geweben sammelt und aus Wasser sowie verschiedensten Zellen und Nährstoffen wie zum Beispiel Eiweissen und Fetten besteht.

Die Lymphe wird in vielen kleinen Lymphgefässen gesammelt, die in immer dicker werdende Lymphgefässe zusammenlaufen und am Ende in ein grosses Gefäss münden, dass vor dem Herz die Lymphe in ein Blutgefäss ableitet.

Die Lymphe fliesst auf diesem Weg immer wieder durch Lymphknoten, etwa 1 cm grosse Organe, in denen sich vor allem Lymphozyten befinden.

Lymphozyten sind Zellen, die fremde, gefährliche Substanzen erkennen und dazu beitragen diese zu beseitigen. Dazu gehören Krankheitserreger wie Bakterien und Viren sowie auch Tumorzellen. Lymphknoten haben also die Funktion, die Lymphe zu filtern und von gefährlichen Krankheitserregern zu reinigen.

Zum SeitenanfangSymptome

Als auffälligstes Symptom treten bei einem Morbus Hodgkin vor allem am Hals sowie seltener in den Achselhöhlen oder in der Leistengegend vergrösserte Lymphknoten auf.Sie sind gut tastbar, fühlen sich eher hart an und sind typischerweise schmerzlos. Geschwollene Lymphknoten treten aufgrund ihrer Funktion in der Infektabwehr ebenfalls häufig bei Infektionskrankheiten auf, sind dann jedoch weich und schmerzhaft.

Etwa ein Viertel der Patienten leidet unter Fieber über 38 °C, ungewolltem und raschem Gewichtsverlust sowie Nachtschweiss. Etwas seltener klagen Patienten über Juckreiz, Schwäche oder Appetitverlust.

Hat sich die Krankheit im Knochenmark ausgebreitet, kann sie dort die Bildung der roten Blutkörperchen stören und deshalb Symptome einer Blutarmut, wie Müdigkeit und Schwäche, verursachen. Aus dem gleichen Grund kann die Bildung der Blutplättchen gestört sein, so dass es zu häufigen Blutungen zum Beispiel in der Nase oder in die Haut kommt. Wird die Bildung der weissen Blutkörperchen beeinträchtigt, sind die Betroffenen deutlich anfälliger für Infektionskrankheiten.

Zum SeitenanfangDiagnose

Besteht der Verdacht auf einen Morbus Hodgkin, wird die Diagnose durch eine Gewebeuntersuchung des verdächtigen Gewebes genau abgeklärt. In diesem Fall wird also ein vergrösserter Lymphknoten entfernt, speziell geschnitten und gefärbt, damit er von einem Facharzt unter einem Mikroskop untersucht werden kann.

Beim Vorliegen eines Morbus Hodgkin können mit dieser Untersuchung, die in der Fachsprache auch Biopsie genannt wird, charakteristisch veränderte Lymphozyten gefunden werden, welche als Reed-Sternberg-Zellen bezeichnet werden. Durch sie unterscheidet man den Morbus Hodgkin von anderen Lymphomen.

Nach der Diagnosestellung muss das Krankheitsstadium festgestellt werden, was in der Fachsprache auch Staging genannt wird. Die möglichst genaue Bestimmung des Krankheitsstadiums ist deshalb wichtig, weil die Prognose, sowie vor allem auch die Wahl der Therapie sehr stark davon abhängig sind.
Das Stadium wird bestimmt durch das Ausmass und die Art des Organbefalls. Es wird also untersucht, in wie vielen und in welchen Organen die bösartigen Zellen zu finden sind. Ein zusätzliches Kriterium ist das Vorhandensein von anhaltendem Fieber, Nachtschweiss und raschem, ungewolltem Gewichtsverlust.

Die für das Staging erforderlichen Methoden umfassen zunächst die Befragung des Patienten nach den oben besprochenen Symptomen und eine allgemeine körperliche Untersuchung, bei welcher der Arzt unter anderem die oberflächlichen Lymphknoten abtastet.

In weiteren Schritten folgen bildgebende Verfahren wie zum Beispiel ein Röntgenbild des Brustkastens, sowie eine Computertomographie und eine Ultraschalluntersuchung des Bauches. Um einen Befall des Knochenmarks abzuklären, ist die Untersuchung eines Gewebestücks (Biopsie) aus dem Knochenmark erforderlich.

Der Befall des Skelettes wird mit Hilfe einer Skelettszintigraphie untersucht, mit welcher die befallenen Knochen sichtbar gemacht werden können.

Zum SeitenanfangTherapie

Die Therapie eines Morbus Hodgkin ist sehr stark vom Stadium der Erkrankung abhängig. Die zwei grossen Standbeine der Therapie sind einerseits die Strahlentherapie und anderseits die Chemotherapie, wobei diese meist in Kombination angewendet werden.

Mit Hilfe der Strahlentherapie können vor allem lokal begrenzte, vom Tumor befallene Gebiete und grosse Tumorknoten behandelt werden. Mit der Chemotherapie hingegen können alle noch so kleinen Tumorzellnester im ganzen Körper, ungeachtet ihrer Ausbreitung angegangen werden.

Nachdem eine solche Therapie durchgeführt wurde ist es wichtig, regelmässige Nachsorgeuntersuchungen durchzuführen, um ein Widerauftreten des Morbus Hodgkin früh zu entdecken. Diese Nachsorge ist ebenfalls wichtig, da die Patienten nach einer Strahlen- oder Chemotherapie etwas anfälliger auf Krebserkrankungen sind. Das Auftreten einer solchen zusätzlichen Krebserkrankung kann dann ebenfalls im Rahmen dieser Untersuchung entdeckt werden und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.

Autor/in:Dr. med. Claudia Meier, Ärztin
Editor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Morbus Hodgkin, Hodgkin-Lymphom, Lymphogranulomatose, Lymphknoten, Lymphozyten, Lymphe, Lymphgefäss, Lymphknotenschwellung, Lymphknotenvergrösserung, Blutarmut, Lymphome, Lymphkrebs, Gerinnungsstörung, Abwehrschwäche, Lymphknotenbiopsie, Knochenmarksbiopsie, Strahlentherapie, Chemotherapie, Bestrahlung
ICD-10:C81
Zuletzt geändert:05.11.2016Zum Seitenanfang
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