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Morbus Sudeck

Synonyme: Algodystrophie

Zum SeitenanfangAllgemeines

Die Algodystrophie ist eine Erkrankung des Bewegungsapparates, von der nicht genau bekannt ist, wie sie entsteht. Meist werden die Hände, die Füsse oder die Knie befallen. Obwohl verschiedene Faktoren bekannt sind, die dieses Syndrom auslösen können, werden oft keine Ursachen gefunden. Die häufigsten der bekannten Auslöser sind Operationen oder Verletzungen am Bewegungsapparat wie zum Beispiel Knochenbrüche oder Bänderrisse. Weniger häufig können Nervenverletzungen oder Infektionen eine Algodystrophie auslösen. Bezeichnend für diese Erkrankung ist, dass die Schwere des auslösenden Ereignisses keinen Zusammenhang mit der Ausprägung der Symptome der Algodystrophie hat.

Zum SeitenanfangUrsachen

  • Neurologische Erkrankunen
  • Verletzung der Extremitäten nach Unfall (z.B. Knochenbruch, Prellung, Quetschung, Verstauchung , Verbrennungen ), Operationswunde, lokaler Infekt (Abszess )
  • Verstärkte Physiotherapie nach Ruhigstellung wegen einer Verletzung
  • Spontanes Auftreten des Morbus Sudeck, ohne erkennbare Ursache (selten)

Es kommt nicht auf die Schwere der Verletzung an, ob ein ''Sudeck'' auftritt oder nicht; schon kleine Bagatellverletzungen können einen Morbus Sudeck zur Folge haben. Deshalb nimmt man an, dass die Ursache ein überschiessender Reflexmechanismus des Nervensystems ist.

Studien weisen darauf hin, dass psychische Faktoren wie Stress, Belastung, Depression oder Lebenskrisen durch Tod oder Scheidung etc. die Entstehung eines Morbus Sudeck begünstigen können. Warum es bei der gleichen Verletzung bei einer Person zur Entwicklung eins Morbus Sudeck kommt und bei einer anderen nicht, ist immer noch unbekannt.

Zum SeitenanfangSymptome und Diagnose

Der Morbus Sudeck ist eine chronische und äusserst langwierig verlaufende Erkrankung, die in drei Krankheitsphasen verläuft:

Während des Entzündungsstadiums ist die betroffene Körperstelle teigig geschwollen und die Haut darüber blau-rot verfärbt. Dadurch entstehen erhebliche Schmerzen und die Beweglichkeit der Gelenke wird beeinträchtigt.

Im Stadium der Dystrophie geht die Schwellung zurück und es entwickelt sich ein ausgeprägter Muskelschwund des betroffenen Körperteils. Auch die Bewegungseinschränkung in den befallenen Gelenken ist ausgeprägter als im Entzündungsstadium. Wird ein Röntgenbild erstellt, wird ersichtlich, dass auch ein diffuser Knochenabbau, vor allem in der Nähe der Gelenke, eingesetzt hat. Die Haut ist nun blass und von einer Durchblutungsstörung gekennzeichnet.

Im Stadium der Atrophie kann die Bewegungseinschränkung zur Versteifung des Gelenkes führen und der Abbau aller Gewebe noch weiter fortschreiten. Diese resultierenden Schäden können als Endstadium bestehen bleiben, oder es kann sich im Stadium der Atrophie plötzlich eine Wende des Krankheitsverlaufs einstellen, die zu einer Ausheilung mit Wiederherstellung der Gewebe und Funktionen führt.

Zum SeitenanfangTherapie

Im Entzündungsstadium ist vor allem eine entzündungshemmende und schmerzstillende Therapie wichtig. Einerseits erfolgt eine lokale Kälteanwendung mit Hilfe von Kältepackungen, die in ein Handtuch eingewickelt werden. Mit hochdosierten steroidalen Entzündungshemmern wie zum Beispiel Prednison lässt sich im Stadium der Entzündung eine Linderung der Beschwerden erreichen. Die Durchblutung kann mit der Einnahme von Kalzitonin gefördert werden.

Im zweiten und dritten Krankheitsstadium ist vor allem die Krankengymnastik wichtig, welche der Bewegungseinschränkung der betroffenen Gelenke entgegenwirken und einer Gelenksversteifung vorbeugen soll.

Autor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Editor/in:Prof. Dr. med. Michael Seitz, Facharzt für Rheumatologie
Keywords:Algodystrophie, Morbus Sudeck, Sudeck-Krankheit, Sudeck, Sudek, Operation, Knochenbruch, Fraktur, Bänderriss, Gelenkschmerzen, Gelenk, Gelenke, Schmerzen, Muskelschmerzen, Entzündung, Komplikation
ICD-10:M89.0
Zuletzt geändert:25.03.2016Zum Seitenanfang
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