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Osteomalazie

Zum SeitenanfangAllgemeines

Die Osteomalazie ist eine Knochenerkrankung, bei welcher sich die Knochendichte aufgrund eines Vitamin D- Mangels verringert. Der Knochen wird zu etwa einem Drittel von Materialien aufgebaut, die von speziellen Zellen, den Osteoblasten, hergestellt werden.

Zwei Drittel der Knochenmasse bestehen aus Mineralstoffen, vor allem Kalzium, die in diese Grundsubstanz eingelagert werden und dadurch dem Knochen erst die notwendige Härte verleihen. Bei der Osteomalazie kann aufgrund des Vitamin D-Mangels im Darm zuwenig Kalzium in den Körper aufgenommen werden. Der Knochen wird durch den resultierenden Abbau von hartem, mineralisiertem Knochen, der anschliessend durch nicht mineralisierte Grundsubstanz ersetzt wird, deutlich weicher. Das führt dazu, dass sich der Knochen in den am meisten belasteten Regionen verbiegt.

Grundsätzlich ist die Ursache auf allen Stufen des Kalziumstoffwechsels zu suchen. Vitamin D, das für die Aufnahme des durch die Nahrung aufgenommenen Kalziums im Darm verantwortlich ist, kann aufgrund einer Mangel- oder Fehlernährung erniedrigt sein. Vitamin D kann auch von unserem Körper aus dessen Vorstufen, die wir mit der Nahrung aufnehmen, gebildet werden. Dazu müssen die Vorstufen dreimal in unserem Körper umgewandelt werden: einmal mit Hilfe von Sonnenlicht in der Haut, ein zweites Mal in der Leber und ein drittes Mal in der Niere. Bei Mangel an Sonnenlicht, wie dies zum Beispiel bei Heimbewohnern vorkommen kann, oder bei Nierenerkrankungen kann es deshalb zu einem Vitamin D-Mangel kommen.

Einige Medikamente, wie zum Beispiel Magensäureblocker oder einige Epilepsie- Medikamente können auf unterschiedliche Art und Weise zu einem Vitamin D-Mangel und damit zu einer verminderten Kalziumaufnahme im Darm führen.

Zum SeitenanfangSymptome

Die Osteomalazie wird erst im höheren Lebensalter symptomatisch und entwickelt sich schleichend. Das Ausmass der Symptome ist abhängig von der Knochenmasse zu Beginn der Erkrankung und von der Ursache der Störung, die zum Vitamin D-Mangel führt. Die ersten Symptome sind Muskelschwäche, diffuse Gelenkbeschwerden und Schmerzen am ganzen Skelettsystem. Diese Beschwerden sind unspezifisch und gleichen normalen Altersbeschwerden. Aus diesem Grund wird die Krankheit oft erst spät erkannt, nämlich dann, wenn sie Osteoporose-ähnliche Symptome aufweist. Durch die verminderte Knochendichte entstehen leichter Wirbelbrüche. Nach mehreren Wirbelbrüchen kann sich in der oberen Hälfte des Rückens ein Buckel ausbilden, der auch Witwenbuckel genannt wird. Die auffällige Abnahme der Körpergrösse wird ebenfalls durch die Wirbelbrüche verursacht.

Zum SeitenanfangDiagnose

Die körperliche Untersuchung trägt bei dieser Erkrankung nicht viel zur Diagnosestellung bei. Auffällig sind die sich über den ganzen Körper erstreckenden Schmerzen im Skelettsystem. Besonders schmerzhaft sind die stärker beanspruchten Regionen des Bewegungsapparats.

Durch den Knochenumbau entstehen Substanzen, die im Blut nachgewiesen werden können, vor allem die alkalische Phosphatase. Entscheidend für die Diagnose der Osteomalazie ist deshalb die Blutuntersuchung, da bei der sich sehr ähnlich äussernden Osteoporose dieses Abbauprodukt nicht in ungewöhnlich hohen Mengen nachgewiesen werden kann.

Osteomalazie, Keilwirbelbildung durch einen Wirbelkörper, ähnlich wie bei Osteoporose, Wirbelkörper fischförmig verformt

Mit einem Röntgenbild kann der Verlust der Knochensubstanz aufgezeigt werden. Verdächtig für eine Osteomalazie sind so genannte Looser-Umbauzonen, welche durch den Ersatz von hartem, mineralisiertem Knochen durch weiche Knochensubstanz entstehen. Diese Looser-Umbauzonen sind vor allem an stark beanspruchten Knochenstellen zu finden und führen häufig zu Ermüdungsbrüchen. Beim Röntgenbild der Wirbelsäule sind dieselben Veränderungen wie bei einer Osteoporose sichtbar. Durch Wirbelbrüche sind die Wirbelkörper keil- oder fischförmig verformt (vgl. Abbildung), oder es sind eingebrochene Deck- oder Bodenplatten zu sehen.

Bei unklaren Verhältnissen muss eine Knochenprobe entnommen werden, welche nach entsprechender Vorbereitung unter einem Mikroskop untersucht werden kann. Dadurch können ähnliche Knochenkrankheiten von einer Osteomalazie abgegrenzt werden.

Zum SeitenanfangTherapie

Die Therapie der Osteomalazie besteht entsprechend der zugrunde liegenden Störung in einer Zuführung von Vitamin D.

Liegt ein Vitamin D-Mangel aufgrund einer Mangel- oder Fehlernährung vor, wie dies zum Beispiel bei strikten Vegetariern oder einer fettfreien Diät vorkommen kann, wird Vitamin D in Form von Tropfen oder Kapseln eingenommen. Wenn das zugeführte Vitamin D zwar in genügenden Mengen zugeführt wird, jedoch nicht aufgenommen werden kann, muss die Substanz direkt in die Blutbahn gespritzt werden. Wie oben beschrieben, können verschiedene Medikamente das Vitamin D deaktivieren und so zu einem Vitaminmangel führen. In diesem Fall sind oft sehr hohe Dosen des Vitamins notwendig, um den Mangelzustand auszugleichen.

Wenn die Ursache der Osteomalazie behoben wurde, können ausgeprägte und besonders behindernde Verformungen des Bewegungsapparates unter Umständen durch einen chirurgischen Eingriff beseitigt werden.

Autor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Editor/in:Prof. Dr. med. Michael Seitz, Facharzt für Rheumatologie
Keywords:Osteomalazie, Osteomalacie, Knochenschwund, weiche Knochen, Kalzium, Vitamin D Mangel, Vitamin-D-Mangel, Vitaminmangel, verringerte Knochendichte, Osteoblasten, Kalziumstoffwechsel, Mangel an Sonnenlicht, Gelenkschmerzen
ICD-10:M83
Zuletzt geändert:25.03.2016Zum Seitenanfang
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