Anzeige

Startseite  ⇒  Bewegungsapparat ⇒  Karpaltunnelsyndrom

Anzeige

Online-Beratung - Fragen Sie unsere Ärzte!

Karpaltunnelsyndrom

Synonyme: Medianuskompressionssyndrom, genuine Daumenballenatrophie, Brachialgia paraesthetica nocturna

Zum SeitenanfangAllgemeines

Das Karpaltunnelsyndrom ist eine vor allem bei Frauen häufige Erkrankung. Hierbei wird der Nerv, der die Daumenseite der Hand versorgt (Nervus medianus) an der Durchtrittstelle zur Hand, dem Karpaltunnel, zusammengedrückt. Diese ohnehin schon knapp bemessene Stelle, wird durch das Überstrecken des Handgelenkes noch zusätzlich eingeengt, weshalb beim langen Verharren in solchen Positionen ein Karpaltunnelsyndrom entstehen kann.

Häufige Drehbewegungen des Handgelenks, wie dies zum Beispiel beim Gebrauch eines Schraubenziehers der Fall ist, oder eine Fehlstellung der Hand beim Schreiben am Computer sind die häufigsten Auslöser dieser Erkrankung.

Es sind auch mehrere Krankheiten und Umstände bekannt, die das Risiko erhöhen, ein Karpaltunnelsyndrom zu entwickeln. Dazu gehören eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), die Rheumatoide Arthritis und der Diabetes mellitus. Auch während einer Schwangerschaft ist das Risiko deutlich erhöht.

Zum SeitenanfangSymptome

Die typischen Beschwerden des Karpaltunnelsyndroms sind merkwürdige Empfindungen, Kribbeln und Schmerzen in den ersten drei Fingern (Daumen bis Mittelfinger). Die Symptome treten aufgrund einer oft unvorteilhaften und über längere Zeit gleich bleibenden Handstellung vor allem während der Nacht auf und können in den Arm, gelegentlich sogar bis in die Schulter ausstrahlen. Eine lang anhaltende Symptomatik kann eine Gefühlsverminderung und eine Verkümmerung der Handmuskeln auf der Seite des Daumens zur Folge haben. Dies wird durch eine Kraftverminderung der Handmuskulatur und die Beeinträchtigung des Feingriffs zwischen Daumen und Zeigefinger sichtbar.

Zum SeitenanfangDiagnose

Wird das Handgelenk auf der Seite der Handinnenfläche beklopft oder das Handgelenk überstreckt, können die Symptome provoziert werden.

Um die Diagnose sicher zu stellen, wird mit Hilfe einer Spezialuntersuchung (ENG) die Nervenleitgeschwindigkeit bestimmt. Ist der Nerv durch die engen Verhältnisse am Handgelenk zusammengedrückt, ist die Leitgeschwindigkeit deutlich verlangsamt.

Durch eine Ultraschalluntersuchung des Handgelenks können Schwellungen und andere Gründe für eine Einengung des Karpaltunnels sichtbar gemacht werden.

Zum SeitenanfangTherapie

Karpaltunnelsyndrom, Überstreckung des Handgelenks, korrekte Stellung des Handgelenks, Fehlstellung mit Überstrecken im Handgelenk

Die wichtigste Therapie ist das Vermeiden von Fehlhaltungen. Dies ist vor allem bei der Arbeit an einer Computertastatur zu beachten. Das Handgelenk sollte dabei gerade gehalten und nicht überstreckt werden, wie auf dem Bild nebenan ersichtlich.

Dazu wird am besten ein Schaumstoffpolster vor die Tastatur gelegt, auf der das Handgelenk etwas erhöht gelagert wird.

Zur Stabilisierung des Handgelenkes in einer neutralen Position, sind Handgelenkschienen erhältlich, die vor allem während der Nacht getragen werden sollten.

Um innerhalb kurzer Zeit eine Besserung der Symptome zu erreichen, können schnell wirksame steroidale Entzündungshemmer in den Karpaltunnel gespritzt werden. Sie bewirken die Abschwellung von gereizten Strukturen und schaffen so mehr Platz. Bei einigen Patienten können so die Beschwerden sogar langfristig behoben werden.

Sind die Symptome so schwer, dass sie nicht mit den oben beschriebenen Methoden behandelt werden können, oder ist bereits eine Rückbildung der Handmuskeln erkennbar, kann durch einen kleinen operativen Eingriff Platz geschaffen werden. Dabei werden die Bandstrukturen durchtrennt, die den Karpaltunnel zur Handinnenfläche hin abschliessen und so die dort verlaufenden Nerven, Gefässe und Sehnen zusammenhalten.

Autor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Editor/in:Prof. Dr. med. Michael Seitz, Facharzt für Rheumatologie
Keywords:Karpaltunnelsyndrom, KTS, Karpaltunnel, Carpaltunnelsyndrom, CTS, Medianuskompressionssyndrom, Nervenkompressionssyndrom, Nerven, Nerv, Sehnen, Handgelenk, Schmerzen, Hypothyreose, rheumatoide Arthritis, Diabetes Mellitus, Schwangerschaft
ICD-10:G56.0
Zuletzt geändert:06.11.2016Zum Seitenanfang
Anzeige

© 2005 – 2017 eesom AG – Alle Rechte vorbehalten www.eesom.com

Anzeige