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Panarteriitis nodosa

Synonyme: Entzündung der kleinen Arterien

Zum SeitenanfangAllgemeines

Die Panarteriitis nodosa ist eine seltene entzündliche Erkrankung der kleinen Arterien. Meist ist die Ursache der Erkrankung nicht bekannt. In eher seltenen Fällen kann eine Infektion mit dem Hepatitis B-Virus oder eine bakterielle Infektion die Gefässentzündung auslösen.

Vaskulitis

Unter einer Vaskulitis werden Entzündungsprozesse und Schädigungen der Blutgefässe verstanden. Der Blutfluss wird dadurch eingeschränkt und es resultieren Schädigungen der durch die betroffenen Blutgefässe versorgten Gewebe und Organe. Die Palette der dadurch verursachten Beschwerden kann, je nach dem welche Organe von der Erkrankung betroffen sind, breit sein.

Meistens kommt als Ursache der Vaskulitis eine gestörte Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems, des so genannten Immunsystems, in Frage. Das Wissen über die auslösenden Faktoren und über die Krankheitsentwicklung ist in diesem Fall jedoch noch sehr beschränkt.

Als bekannte Auslöser kommen Infektionskrankheiten sowie auch Tumoren oder Medikamente in Frage.

Zum SeitenanfangSymptome

Die Panarteriitis nodosa kann alle Organe mit Ausnahme der Lungen befallen. Die Beschwerden sind je nach Organbefall sehr unterschiedlich. Auch der Verlauf der Erkrankung ist nicht einheitlich. Sie kann sich langsam und kontinuierlich verschlimmern und sich so zu einer einschränkenden und behindernden Krankheit entwickeln. Es sind aber auch Krankheitsverläufe bekannt, wo die Krankheit rasch voranschreitet und tödlich endet. Zurzeit verläuft etwa jede fünfte Erkrankung tödlich, wobei beim Befall des Magen-Darm-Traktes eine besonders schlechte Prognose zu erwarten ist.

Bekannte Frühsymptome sind Fieber, Taubheit und ein Kribbeln in den Händen und Füssen. Ist der Magen-Darm-Trakt befallen, können durch die Entzündung Durchblutungsstörungen entstehen, die Bauchschmerzen verursachen. Eine genaue Beschreibung der Probleme, die durch die Minderdurchblutung des Darms entstehen können, sind im Kapitel Angina abdominalis und Mesenterialinfarkt beschrieben.

Bei den meisten Personen, die an einer Panarteriitis nodosa leiden, verursacht die Krankheit einen mehr oder weniger ausgeprägten Nierenschaden. Dieser führt zu einem erhöhten Blutdruck, zu einer verminderten Urinproduktion und damit zum Anschwellen vor allem der Unterschenkel und Fussgelenke.
Ist die Haut von der Erkrankung betroffen, verfärbt sich diese bläulich und es können ebenfalls aufgrund der Minderdurchblutung schlecht heilende Wunden entstehen.

Weil Gefässentzündungen meist auch die Gelenke in Mitleidenschaft ziehen, treten bei der Panarteriitis nodosa oft Gelenkschmerzen auf.

Zum SeitenanfangDiagnose

Die Diagnose muss anhand der Kombination der oben beschriebenen Symptome gestellt werden. Die Diagnose wird also vermutet, wenn eine spezielle Kombination von Symptomen nicht anders erklärt werden kann, wie zum Beispiel eine Gefühlsverminderung und Kribbeln in den Füssen kombiniert mit Fieber.

Aneurysma, Panarteriitis nodosa, Ausstülpungen der Gefässwände, Schwäche der Gefäswand

Zur Bestätigung der Diagnose wird von einem betroffenen Organ eine Gewebeprobe entnommen. Untersucht man diese eingehend unter dem Mikroskop, kann eine Entzündung festgestellt werden, die alle Wandschichten der Arterie betrifft.

Da aufgrund der Entzündung eine Schwächung der Gefässwände entsteht, können sich Ausstülpungen, so genannte Aneurysmen, ausbilden (siehe Abbildung). Diese werden mit Hilfe einer Kontrastmitteluntersuchung der Arterien nachgewiesen. Dabei wird ein Kontrastmittel in die Gefässe gespritzt, was die Gefässe auf dem nachfolgenden Röntgenbild klar sichtbar macht

Zum SeitenanfangTherapie

Diese Krankheit muss unbedingt rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Eine unbehandelte Panarteriitis nodosa führt im Verlauf von 5 Jahren in fast 90% der Fälle zum Tod.

Die Panarteriitis nodosa muss mit hohen Dosen der hochwirksamen steroidalen Entzündungshemmer in Tablettenform behandelt werden. In besonders hartnäckigen Fällen müssen die Medikamente über eine Infusion direkt in die Blutbahn verabreicht werden. Um eine noch höhere Wirksamkeit der Therapie zu erreichen, können Medikamente dazu kombiniert werden, welche die in diesem Fall übertriebene Reaktionen des körpereigenen Abwehrsystems dämpfen oder unterdrücken.

Autor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Editor/in:Prof. Dr. med. Michael Seitz, Facharzt für Rheumatologie
Keywords:Panarteriitis nodosa, Panarteritis nodosa, Arteriitis, Arteritis, Arterienentzündung, Angina Abdominalis, Mesenterialinfarkt
ICD-10:M30.0
Zuletzt geändert:25.03.2016Zum Seitenanfang
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