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Kieferzysten

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Kieferzysten

Als Zyste bezeichnet man im Allgemeinen einen durch eine Kapsel abgeschlossenen sackartigen Hohlraum mit dünn- oder dickflüssigem Inhalt. Zysten kommen in Knochen und Weichteilen vor. Der Kieferknochen ist relativ häufig betroffen. Sie sind dort nicht ursprünglich vorhanden, sondern bilden sich aus verschiedenen Ursachen erst aus. Dies können Entwicklungsstörungen oder Entzündungen sein. Das Wachstum der Zyste wird bestimmt durch die Flüssigkeitszunahme im Innern. Zysten sind in der Regel gutartige Gebilde, vergrössern sich nur langsam, verdrängen jedoch dabei das sie umgrenzende Gewebe.

Kieferzysten treten gehäuft zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen.

Kieferzysten gehen sehr häufig von den Zähnen aus (odontogene Zysten). Sie entstehen im Bereich der Zahnwurzeln (radikuläre Zysten) und Zahnkronen. Es werden verschiedene Arten von Zysten im Kieferbereich unterschieden. Ihre Bezeichnung richtet sich nach den speziellen Zellen, aus welchen sie sich entwickeln. Von den verschiedenen Zystenarten kommen radikuläre Zysten mit einem Anteil von 80% am häufigsten vor, gefolgt von den follikulären Zysten. Eine radikuläre Zyste hat ihren Ursprung im Restgewebe der Zahnwurzel eines bereits toten Zahnes. Sie kann sich dort aus einer Wurzelspitzenentzündung entwickeln und eine beträchtliche Grösse erreichen. Eine follikuläre Zyste geht von einem noch nicht durchgebrochenen Zahn aus und umschliesst seine Krone. Sie bildet sich in der Wachstumsphase der Zähne aus. Sie entsteht bevorzugt an Zähnen, die verlagert sein können, wie die Weisheitszähne, die Eckzähne oder die kleinen Backenzähne. Die anderen Zystenarten sind eher selten und nicht unbedingt erwähnenswert.

Zum SeitenanfangSymptome

Meist verursachen Kieferzysten erst Beschwerden, wenn sie schon relativ gross geworden sind. Durch Druck auf das benachbarte Gewebe wird dieses geschädigt und die Patienten verspüren Schmerzen. Das ist aber erst sehr spät der Fall. In der Regel werden sie zufällig entdeckt bei einer Röntgenaufnahme oder im Rahmen einer Zahnoperation.

Wenn sie eine bestimmte Grösse erreicht haben, werden sie als markante Vorwölbung im Knochen tastbar. Drückt man mit dem Finger auf die Vorwölbung, kann man ein Knistern hören. Wird die Zyste nicht entdeckt und wächst immer weiter vor sich hin, können Nerven geschädigt werden. Ausserdem ist es möglich, dass die Zyste selbst sich entzündet und dass der Kieferknochen sich verformt oder sogar bricht.

Zum SeitenanfangDiagnose

Meist wird die Diagnose einer Zyste über die Röntgenaufnahme gestellt. Um welche Zystenart es sich genau handelt, kann eigentlich nur festgestellt werden, wenn die Zyste entfernt und unter einem Mikroskop untersucht wird.

Eine Ultraschalluntersuchung und eine Computertomographie liefern ebenfalls sehr aufschlussreiche Bilder und noch mehr Informationen über die Art der Zyste.

Zum SeitenanfangTherapie

Die Therapie besteht in der Entfernung der Zyste in einer Operation durch den Kieferchirurgen. Die Operationstechnik richtet sich hierbei nach der Lage und der Grösse der Zyste. Nach einer lokalen Betäubung (selten in Vollnarkose) schneidet der Chirurg das Zahnfleisch ein und klappt es zur Seite. Der Knochen wird eröffnet und die Zyste komplett entfernt. Ist die Zyste sehr gross geraten und der Knochen bereits beschädigt, wird die beschädigte Stelle mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Sind die Patienten einer solchen Operation aufgrund anderer schwerer Erkrankungen nicht gewachsen oder ist die Zyste besonders gross, wird diese nur eingeschnitten und nicht entfernt. Man lässt sie danach ausheilen.
Es besteht die Möglichkeit, dass die Zyste sich erneut ausbildet, wenn kleinste Zystenanteile im Knochen zurückbleiben. Dies wird in der Fachsprache Zystenrezidiv genannt.

Nach der Ausheilung bleiben in der Regel keine Beschwerden für den Patienten zurück. Eventuell muss nach der Operation ein vorhandener Zahnersatz an die neue Situation am Gebiss angepasst werden.

Autor/in:Jutta Manke, Ärztin
Editor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Kieferzysten, Zahnwurzelentzündung, radikuläre Zysten, follikulären Zysten
ICD-10:K09.2
Zuletzt geändert:04.11.2016Zum Seitenanfang
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