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Pneumothorax

Synonyme: Luftansammlung zwischen den Blättern des Brustfells

Zum SeitenanfangAllgemeines

Pneumothorax,  Luftansammlung zwischen den Blättern des Brustfells

Bei einem Pneumothorax (pneuma, griechisch = Hauch, Atem; thorax, griechisch = Brustkorb) befindet sich Luft zwischen den beiden Blättern des Brustfells, der so genannten Pleura. Das äussere Pleurablatt ist mit dem Brustkorb verwachsen, das innere Blatt umgibt die Lunge und ist mit dieser verwachsen. Normalerweise sind die beiden Pleurablätter ganz dicht zusammen und lediglich durch eine dünne Gleitschicht aus Flüssigkeit wenige Millimeter getrennt. Diese Gleitschicht ermöglicht eine freie Verschieblichkeit der Lunge gegen die Brustwand.

Der Zusammenhalt beider Blätter erfolgt durch einen Unterdruck, einer Art Vakuum. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass die elastische Lunge immer bis an die Wand des Brustkorbes ausgedehnt bleibt. Gelangt Luft in den Pleuraspalt, zieht sich die Lunge sofort zusammen.

Es gibt verschiedene Wege, wie Luft zwischen die Pleurablätter gelangen kann. Gemeinsam ist ihnen das Vorliegen einer Verletzung entweder des äusseren oder des inneren Pleurablattes. Der Pneumothorax ist eine häufige Erkrankung. Im Wesentlichen lassen sich drei Arten von Pneumothorax unterscheiden: der idiopathische Spontanpneumothorax, der sekundäre Spontanpneumothorax und der traumatische Pneumothorax.

Ein Pneumothorax, dessen Ursachen unbekannt ist, wird als idiopathischer Spontanpneumothorax bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen plötzlich auftretenden Riss in der Lunge, durch den Luft in den Pleuraspalt gelangt. Dadurch wird das für die Entfaltung der Lunge notwendige Vakuum aufgehoben, worauf sich diese zusammenzieht.

Der idiopathischer Spontanpneumothorax betrifft in erster Linie junge Männer zwischen 15 und 35 Jahren. Nach dem 40. Lebensjahr kommt ein idiopathischer Spontanpneumothorax nur noch sehr selten vor. Nach dem erstmaligen Auftreten eines Pneumothorax besteht jedoch ein gewisses Wiederholungsrisiko.

Vom so genannten sekundären Spontanpneumothorax sind Leute betroffen, deren Lunge bereits durch eine Erkrankung, beispielsweise durch ein Lungenemphysem, geschädigt ist. An einem Lungenemphysem leiden häufig langjährige Raucher.

Der traumatische Pneumothorax entsteht durch eine Verletzung von aussen, beispielsweise bei einem Unfall.

Ein Pneumothorax kann sich im schlimmsten Fall als Spannungspneumothorax präsentieren. Dabei entsteht an der Verletzungsstelle ein Ventilmechanismus, bei dem durch die Atmung Luft zwischen die Pleurablätter gelangt, aber nicht wieder austreten kann. Der Brustkorb wird immer mehr aufgeblasen, während die Lunge zusammengedrückt und verdrängt wird. Im Extremfall können auch weitere Organe, die in der Nähe liegen, wie die Luftröhre, das Herz und die grossen Gefässe, verdrängt werden.

Zum SeitenanfangSymptome

Je nachdem, wie viel Luft in das Brustfell gelangt ist, schrumpft die Lunge mehr oder weniger zusammen. Ein Pneumothorax verursacht möglicherweise überhaupt keine Beschwerden, er kann aber auch zu lebensbedrohlichen Zuständen mit Schocksymptomatik und Herzstillstand führen, besonders wenn es sich um einen Spannungspneumothorax handelt. Entscheidend ist auch, wie gut die Lungenfunktion vor dem Ereignis war.

Die Zeichen eines Pneumothorax sind ein plötzlich auftretender, einseitiger stechender Schmerz im Brustkorbbereich, verbunden mit Luftnot und trockenem Husten. Der Schmerz nimmt bei tiefer Atmung zu.

Zum SeitenanfangDiagnose

Zur Diagnosestellung wird die Lunge abgeklopft und mit dem Stethoskop abgehört. Zusätzlich wird ein Röntgenbild der Lunge angefertigt, auf welchem ein Pneumothorax durch eine zusammengeschrumpfte Lunge erkennbar ist. Der schwarze Bereich, welcher auf dem linken Röntgenbild gekennzeichnet ist, entspricht der Luft, welche die Lunge verdrängt hat.

Zum SeitenanfangTherapie

Die Behandlung richtet sich nach der Grösse des Pneumothorax, der Ursache beziehungsweise der Art des Pneumothorax und nach dem Befinden des Patienten.

Ein kleiner Spontanpneumothorax ohne grosse Beschwerden erfordert oft kein ärztliches Eingreifen, denn eine kleine Luftansammlung wird vom Körper innerhalb einiger Tage abgebaut.

Bild: Thoraxdrainage bei Pneumothorax

(Auf das Bild klicken, um die Einzelbilder zu Vergrössern)

Thoraxdrainage Thoraxdrainage

Bei grösseren Luftansammlungen wird eine Thoraxdrainage gelegt. Eine Thoraxdrainage besteht aus einem dünnen Schlauch, der über einen kleinen Schnitt seitlich oben in den Brustkorb geführt wird. Das andere Schlauchende wird mit einem Filter und wenn nötig mit einer Pumpe verbunden, damit die Luft entweichen kann.

Autor/in:Dr. med. Patricia Christoph
Editor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Pneumothorax, Pneu, Emphysem, Rippenbruch, Brustverletzung, Spannungspneumothorax, idiopathischer Spontanpneumothorax, sekundärer Spontanpneumothorax, traumatischer Pneumothorax
ICD-10:J93
Zuletzt geändert:05.11.2016Zum Seitenanfang
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