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Pneumocystis carinii Pneumonie

Synonyme: Pneumozystis

Zum SeitenanfangAllgemeines

Pneumocystis carinii ist ein Krankheitserreger, welcher nicht zu den bekannten Gruppen der Bakterien, Viren oder Pilzen gehört. Man kann ihn in den Lungen der meisten Menschen von Kindheit an finden, er richtet jedoch bei gesunden Menschen keinen Schaden an, weshalb seine Anwesenheit meist unbemerkt bleibt. Im Falle einer Immunschwäche, das heisst wenn die Abwehrkräfte des Körpers geschwächt sind, kann der Erreger Pneumocystis carinii jedoch eine Entzündung in den Lungenbläschen und im Lungengewebe hervorrufen. Zu einer Schwächung des Immunsystems kommt es häufig im Zusammenhang mit Krebserkrankungen oder bei AIDS.

85% aller AIDS-Patienten bekommen eine Pneumocystis carinii Pneumonie und bei rund der Hälfte ist diese Form der Pneumonie das erste Zeichen für die AIDS-Erkrankung.

Wie schützt sich die Lunge vor eindringenden Erregern?

Allein das Einatmen eines Erregers reicht nicht aus um eine Pneumonie hervorzurufen. In der Lunge gibt es verschiedene Schutzsysteme, welche die Entstehung einer Entzündung abwehren und verhindern können. Diese müssen erst überwunden werden, damit eine Entzündung entstehen kann.
Der Hustenreflex ist ein Mechanismus, der Fremdkörper aus den Atemwegen und der Lunge wieder hinaus befördert. Krankheitserreger können so wieder ausgehustet werden und können sich nicht in der Lunge verbreiten.

Die mukoziliäre Clearance ist ein permanent aktives Reinigungssystem der Atemwege und der Lunge. Es besteht aus einer Zellschicht, an dessen Oberfläche sich ein Bürstensaum befindet. Dieser Bürstensaum vollführt nach oben gerichtete Bewegungen und befördert damit Schleim und kleinste Fremdteilchen in Richtung Rachen. Die Atemwege sind weiterhin mit einer Schutzschicht aus Schleim ausgekleidet, die ein Anheften und Eindringen von Erregern in die Lunge erschweren.

Auch spezielle Zellen, die zum Immunsystem des Körpers gehören, können eingedrungene Erreger angreifen und unschädlich machen. Viele Faktoren können diese fein aufeinander abgestimmten Mechanismen stören und somit das Eindringen von Erregern erleichtern.

Zum SeitenanfangSymptome

Die Entwicklung einer Pneumocystis carinii Pneumonie erfolgt langsam und erstreckt sich über Wochen oder gar Monate. Zu Beginn der Erkrankung bestehen erst geringe Beschwerden, die einer Grippe ähneln können. Diese nehmen langsam zu bis die Betroffenen schwer krank sind. Im Vordergrund steht die Atemnot, die anfänglich nur bei schweren Anstrengungen auftritt. Im Verlauf der Erkrankung nimmt sie jedoch zu und ist schliesslich bereits bei leichten Anstrengungen vorhanden. Auf Grund der Luftnot atmen die Betroffenen oft sehr schnell und angestrengt. Häufig gesellen sich zu der Atemnot ein trockener Husten und Fieber. Ist die Entwicklung der Krankheit fortgeschritten, fühlen sich die an einer Pneumocystis carinii-Pneumonie erkrankten abgeschlagen und müde, verlieren an Gewicht und fühlen sich weniger leistungsfähig als vorher.

Durch die starke Atemnot entsteht ein Sauerstoffmangel im Körper, der die Schleimhäute und die Haut bläulich wirken lässt. Am deutlichsten ist diese Farbänderung an den Lippen und an den Fingerkuppen zu beobachten.

Zum SeitenanfangDiagnose

Wie bei jedem Arztbesuch sollte nach einem Eingangsgespräch eine eingehende körperliche Untersuchung erfolgen. Die Lungen werden mit dem Stethoskop abgehört, wobei oft keine Auffälligkeit zu hören ist.

Es wird ein Röntgenbild der Lunge angefertigt, welches bei dieser Pneumonieform völlig normal aussehen oder aber die typischen Veränderungen einer Lungenentzündung aufweisen kann. Der Sauerstoffgehalt im Blut, welcher mit Hilfe einer Blutabnahme bestimmt wird, ist oft stark erniedrigt und sinkt bei einer körperlichen Anstrengung je nach Schweregrad der Erkrankung noch stärker ab.

Die eindeutige Diagnose wird jedoch gestellt, indem der Erreger aus dem Lungensekret mikroskopisch nachgewiesen wird.

Zum SeitenanfangTherapie

Die Behandlung einer Pneumocystis carinii Pneumonie erfolgt mit einem Antibiotikum in Tablettenform. AIDS-Patienten sollten, um das Risiko einer Pneumocystis carinii-Pneumonie gering zu halten, dieses Antibiotikum als vorbeugende Massnahme in niedriger Dosierung einnehmen.

Autor/in:Dr. med. Patricia Christoph, Ärztin
Editor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Pneumocystis carinii Pneumonie, Pneumozystis, Pneumonie, Lungenentzündung, AIDS, HIV, Immunschwäche, Abwehrkräfte des Körpers
ICD-10:B59
Zuletzt geändert:05.11.2016Zum Seitenanfang
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