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Aspirationspneumonie

Synonym: Eingeatmete Lungenentzündung

Zum SeitenanfangAllgemeines

Beim Essen oder beim Erbrechen werden die Atemwege von Reflexmechanismen davor geschützt, dass Essensteilchen oder Magensaft in die Atemwege und weiter in die Lunge gelangen. Passiert es trotzdem einmal, dann hat man sich verschluckt und ein Hustenreflex transportiert das Fremdmaterial wieder hervor, ehe es in der Tiefe der Lunge verschwinden kann. Es gibt jedoch Situationen, in denen unser Reflexsystem nicht gut oder gar nicht funktioniert. Besonders bei älteren Menschen und Menschen, die an schweren Krankheiten leiden, die bewusstlos sind, eine Alkohol- oder Medikamentenvergiftung haben, kommt ein Versagen der Schutzreflexe vor. Der Betroffene erbricht oder verschluckt sich, ohne dass die Schutzmechanismen aktiviert werden und es gelangen Essensteilchen mit oder ohne Magensaft in die Lunge.

Der Magensaft ist sauer und kann das Lungengewebe durch Verätzen reizen. Auf diesem Wege gelangen auch Erreger aus dem Magen mit in die Lunge, die dort eine Entzündung auslösen, die als Aspirationspneumonie bezeichnet wird. Eine Aspirationspneumonie kann deshalb als "eingeatmete" Lungenentzündung beschrieben werden.

Wie schützt sich die Lunge vor eindringenden Erregern?

Allein das Einatmen eines Erregers reicht nicht aus um eine Pneumonie hervorzurufen. In der Lunge gibt es verschiedene Schutzsysteme, welche die Entstehung einer Entzündung abwehren und verhindern können. Diese müssen erst überwunden werden, damit eine Entzündung entstehen kann.
Der Hustenreflex ist ein Mechanismus, der Fremdkörper aus den Atemwegen und der Lunge wieder hinaus befördert. Krankheitserreger können so wieder ausgehustet werden und können sich nicht in der Lunge verbreiten.

Die mukoziliäre Clearance ist ein permanent aktives Reinigungssystem der Atemwege und der Lunge. Es besteht aus einer Zellschicht, an dessen Oberfläche sich ein Bürstensaum befindet. Dieser Bürstensaum vollführt nach oben gerichtete Bewegungen und befördert damit Schleim und kleinste Fremdteilchen in Richtung Rachen. Die Atemwege sind weiterhin mit einer Schutzschicht aus Schleim ausgekleidet, die ein Anheften und Eindringen von Erregern in die Lunge erschweren.

Auch spezielle Zellen, die zum Immunsystem des Körpers gehören, können eingedrungene Erreger angreifen und unschädlich machen. Viele Faktoren können diese fein aufeinander abgestimmten Mechanismen stören und somit das Eindringen von Erregern erleichtern.

Zum SeitenanfangSymptome

Die Zeichen einer Aspirationspneumonie setzten typischerweise mit etwas Verzögerung nach einigen Stunden bis Tagen ein. Die Betroffenen leiden an teilweise ausgeprägter Atemnot, sowie an Husten mit Auswurf. Ebenfalls häufig ist eine erhöhte Körpertemperatur messbar.

Zum SeitenanfangDiagnose

Bronchoskopie der Lunge, Bronchoskopie im Rahmen eine Aspirationspneumonie

Aus dem Gespräch mit dem Betroffenen sollten sich Hinweise auf ein kürzliches Ereignis wie sich Verschlucken oder Erbrechen ergeben.

Bei der körperlichen Untersuchung durch einen Arzt werden als erstes die Lungen mit dem Stethoskop abgehört. Hierbei hörbare Veränderungen erhärten die Diagnose. Ein Röntgenbild der Lunge kann typische Veränderungen zeigen und so auch das Ausmass der Entzündung aufzeigen. Aus einer Blutprobe kann der Sauerstoffgehalt bestimmt werden. Mit dieser Untersuchung ist es möglich festzustellen, wie ausgeprägt die Sauerstoffaufnahme durch die Lunge beeinträchtigt ist.

Eine Lungenspiegelung, (vgl. Bild)  eine sogenannte Bronchoskopie, ermöglicht einen direkten Einblick in das Entzündungsgeschehen.

Zum SeitenanfangTherapie

Als erstes kann der Versuch gemacht werden, das Fremdmaterial aus der Lunge abzusaugen. Um das Abhusten des Fremdmaterials zu erleichtern, können atemwegserweiternde Medikamente gegeben werden. Die die Lungenentzündung verursachenden Bakterien werden mit Hilfe einer Antibiotikatherapie behandelt.

Zur Verbesserung der Atemnot kann der Atemluft durch eine Nasenmaske Sauerstoff beigemengt werden. In sehr schweren Fällen der Atemnot kann die künstliche Beatmung der Betroffenen notwendig werden.

Autor/in:Dr. med. Patricia Christoph, Ärztin
Editor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Aspirationspneumonie, Pneumonie, Lungenentzündung, Verätzung des Lungengewebes, Reizung des Lungengewebes
ICD-10:J69.0
Zuletzt geändert:05.11.2016Zum Seitenanfang
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