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Hyperventilation

Synonyme: Schnelles Atmen

Zum SeitenanfangAllgemeines

Als Hyperventilation wird eine Situation bezeichnet, in der durch zu starkes und zu schnelles Atmen die Lunge überbelüftet wird (hyper= übermässig; Ventilation= Belüftung). Sie wird nicht als Krankheit angesehen, sondern als eine Reaktion auf einen krankhaften oder abnormen Zustand des Körpers.

Es gibt sehr viele verschiedene auslösende Faktoren, die zu einer Hyperventilation führen können. Die wichtigsten Ursachen sind in der Textbox weiter unten aufgelistet. Weitaus am häufigsten wird dieser Zustand durch Angst oder andere Stresssituationen, wie zum Beispiel Aufregung oder Panik ausgelöst. Aber auch Erkrankungen des Körpers, in denen es zu einer Sauerstoffknappheit im Blut kommt, wie zum Beispiel bei einer chronischen Bronchitis, können eine Hyperventilation auslösen.

Da die Situationen, die eine Hyperventilation verursachen können, sehr häufig vorkommen, ist auch deren Auftreten nicht selten. Sie ist häufiger bei Frauen als bei Männern anzutreffen, wobei vorzugsweise junge Leute im Alter zwischen zehn und dreissig Jahren davon betroffen sind.

Zum SeitenanfangUrsachen

Psychische Stresssituationen:
Angst, Aufregung, Stress, Panik
Aggression
Depression

Erkrankungen der Lunge
Chronische Bronchitis
Pneumothorax
Haematothorax
Akutes Atemnotsyndrom
Lungenfibrose

Fieber

Überfunktion der Schilddrüse

Erkrankung des zentralen Atemzentrums
Hirninfarkt
Schädelhirntrauma
Hirnblutung
Hirnentzündung
Vergiftung

Magnesium- und Kalziummangel

Störungen im Basen-Säuren-Haushalt

Hormone wie Progesteron und Adrenalin

Aufenthalt in grosser, sauerstoffarmer Höhe

Zum SeitenanfangSymptome

Symptome entstehen, wenn die beiden wichtigsten Blutgase Sauerstoff und Kohlendioxid in ein Ungleichgewicht fallen. Durch die verstärkte und schnellere Atmung wird vor allem Kohlendioxid vermehrt ausgeatmet und vermindert sich im Blut. Im Gegensatz dazu verändert sich der Sauerstoffgehalt im Blut nur unwesentlich, da der Körper trotz erhöhter Atmung nicht mehr Sauerstoff aufnehmen kann. Deshalb ist vor allem das zu tiefe Kohlendioxid für eine Erhöhung des Blut-pH-Wertes verantwortlich. Dies bedeutet, dass der Säuregehalt im Blut tiefer ist als normal. Unser Körper versucht diese Situation mittels Verschiebungen von Blutsalzen, wie zum Beispiel Kalzium, wieder auszugleichen.

Vor allem durch den veränderten Kalziumgehalt im Blut werden über komplexe Mechanismen im Nervensystem die typischen Symptome einer Hyperventilation ausgelöst. Dazu gehören ein Kribbelgefühl in den Fingern und Taubheitsgefühle um den Mund herum. Teilweise kann es sogar zu Krampferscheinungen im Arm und dadurch zur sogenannten "Pfötchenstellung" der Hand kommen. In der Fachsprache redet man dann von einer Tetanie. Diese Symptome und eine vermeintliche Luftnot sind sehr unangenehm und lassen die Betroffenen in Panik geraten. Auf diese verstärkte Stresssituation reagieren sie deshalb oft mit Herzrasen.

Falls eine Hyperventilation über längere Zeit besteht, können neben den oben genannten Symptomen auch Müdigkeit und Konzentrationsstörungen bis hin zu Kopfschmerzen und Schwindel auftreten.

Zum SeitenanfangDiagnose

Aufgrund der typischen Beschreibung der Symptome kann die Diagnose einer Hyperventilation meist bereits gestellt werden. Falls dadurch jedoch noch keine genaue Aussage möglich ist, gibt es einen so genannten Provokationstest. Der Betroffene soll über 3 Minuten lang eine Hyperventilation durch kurzes, schnelles und verstärktes Atmen nachahmen. Dadurch werden klassische Beschwerden, wie oben bereits genannt, provoziert. Durch den Vergleich dieser Hyperventilationsimitation zum letzten echten Anfall wird anschliessend klar, ob es sich tatsächlich um eine Hyperventilation gehandelt hat.

In einem weiteren Untersuchungsschritt wird eine Blutprobe aus einer Arterie entnommen, die vor allem auf Blutgase untersucht wird. Bei einer Hyperventilation erwartet man in erster Linie, wie weiter oben erwähnt, erniedrigte Kohlendioxidwerte im Blut.

Zum SeitenanfangTherapie

Es ist wichtig zu wissen, dass es sich bei einer Hyperventilation nicht um eine lebensbedrohliche Situation handelt. Die Betroffenen geraten wegen dem Gefühl einer Atemnot oft in Panik. Aber eigentlich ist genau das Gegenteil, nämlich eine zu starke und schnelle Atmung das zugrunde liegende Problem. In solchen Situationen ist es das Beste, möglichst langsam und tief durchzuatmen.

Hyperventilieren, Hyperventilation, Therapie bei Hyperventilation

Falls es zu den oben genannten Missempfindungen oder sogar zu Krampferscheinungen kommt, soll über kurze Zeit in eine normale Plastiktüte geatmet werden. Diese muss gut vor Mund und Nase gehalten und möglichst gegen Aussen abgedichtet werden. Dadurch kommt kein neuer Sauerstoff in die Lungen und das in der ausgeatmeten Luft enthaltene Kohlendioxid wird nochmals eingeatmet. Die Blutgase werden so wieder ausgeglichen.

Bei Menschen, die häufiger von einem solchen Anfall betroffen sind oder chronisch darunter leiden, können Entspannungsübungen oder eine gezielte Atemschulung zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden führen.

Falls eine Hyperventilation durch psychische Stresssituationen ausgelöst wird, könnten Betroffene eventuell auch von einer professionellen Psychotherapie profitieren.

Autor/in:Dr. med. Franziska Grunder, Ärztin
Editor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Hyperventilation, Hyperventilieren, schnelles Atmen, chronische Bronchitis, Panik, Stress, Atemnot
ICD-10:R06.4
Zuletzt geändert:05.11.2016Zum Seitenanfang
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