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Stimmbandgranulom

Synonyme: Ansammlung von Zellen des Immunabwehrsystems auf den Stimmbändern

Wissenswertes über die Stimmbänder

Kopf und Hals mit Kehlkopf, Stimmänder
Schwingung der Stimmbänder, Schallwellen entstehen

Die Stimmbänder sind Bestandteile der so genannten Stimmlippen, die auch als Stimmfalten bezeichnet werden. Die Stimmlippen enthalten neben den Stimmbändern noch die dazugehörigen Stimmuskeln, die für die Beweglichkeit der Stimmbänder verantwortlich sind. Die Stimmlippen sitzen am oberen Ende der Luftröhre im Kehlkopf und dienen der Stimmbildung, in der Fachsprache auch Phonation genannt. Beim Ausatmen bringt die Luft die Stimmbänder zum Schwingen. Die Luft, die sich im Brustkorb, im Mund, in der Nase und im Kehlkopf befindet, wird dadurch ebenfalls zum Schwingen gebracht und bildet die so genannten Schallwellen. Diese Schallwellen können wir dann als Töne hören.

Abhängig von der Stellung und Spannung der Stimmbänder werden unterschiedliche Töne, also hohe oder tiefe Töne, erzeugt. Sind die Stimmbänder locker und entspannt, entsteht ein tiefer Ton. Wenn sie aber fest und angespannt sind, entsteht ein hoher Ton. Direkt neben den Stimmbändern befinden sich die Stimm-Muskeln.

Die Stimme eines Erwachsenen klingt tiefer als eine Kinderstimme. Das liegt daran, dass die Stimmbänder eines Erwachsenen länger und insgesamt grösser sind als die der Kinder. Stimmbänder alleine können nur Töne erzeugen. Für die Bildung der Sprache, das heisst für die Bildung von Wörtern und Sätzen, sind zusätzlich die Zunge und die Lippen unbedingt notwendig.

Zum SeitenanfangAllgemeines

Stimmbandgranulom

Granulome sind knötchenförmige Ansammlungen von Zellen des körpereigenen Abwehrsystems, die man im Detail unter dem Mikroskop sehen kann. Diese Abwehrzellen werden zusammengehalten vom so genannten Bindegewebe, auch Stützgewebe genannt, dessen Fasern sich um die Zellen herum wie ein Gitternetz verspannen. Mit der Bildung solcher Granulome reagiert der Körper auf chronische entzündliche Prozesse im Gewebe. Granulome können unterschiedlich aussehen und unterschiedliche Zelltypen enthalten. Sie zeigen aber für bestimmte Erkrankungen einen charakteristischen Aufbau, so dass man anhand des mikroskopischen Bildes auf die Erkrankung schliessen kann.

Zum SeitenanfangSymptome

Stimmbandgranulome verursachen in der Regel nur sehr wenige Symptome. Sie führen im Gegensatz zu den meisten anderen Stimmbanderkrankungen häufig nicht zu einer Heiserkeit beim Betroffenen und werden deshalb oft nur zufällig im Rahmen einer Hals-Nasen-Ohren-Untersuchung entdeckt.

Zum SeitenanfangDiagnose

Kehlkopfspiegelung, Laryngoskopie bei einem Stimmbandgranulom

Um ein Stimmbandgranulom nachzuweisen, wird eine Spiegelung des Kehlkopfes, eine so genannte Laryngoskopie durchgeführt. Dabei sitzt der Arzt mit einem Stirnreflektor vor der betroffenen Person. Durch diesen Stirnreflektor wird das Licht der Untersuchungslampe verstärkt und auf einen löffelförmigen Spiegel gelenkt. Diesen führt der untersuchende Arzt durch den Mund in den Rachen ein und kann so den Kehlkopf mit den Stimmbändern einsehen.

Nasenendoskopie bei einem Stimmbandgranulom

Eine weitere, sehr hilfreiche Untersuchungsmethode ist die Nasenendoskopie. Das Nasenendoskop ist ein dünner und gut biegsamer Schlauch, der über die Nasenöffnung hinunter bis in den Rachen eingeführt werden kann. An seiner Spitze befinden sich eine Minikamera und eine Lichtquelle. Der Arzt ist in der Lage, über kleine Hebel diese Spitze zu bewegen und sonst schwer erreichbare Areale einzusehen.

Über das Endoskop können ebenso kleine Zangen eingeführt werden, zum Beispiel um eine Gewebeprobe zu entnehmen.

Oftmals spielt auch das Zurückfliessen von Magensäure in die Speiseröhre und in die Kehlkopfregion eine Rolle in der Entstehung von Stimmbandgranulomen. Diese Erkrankung wird auch Reflux-Krankheit genannt und entsteht aufgrund eines ungenügenden Verschlusses des Magens gegenüber der Speiseröhre. Da die Magensäure sehr aggressiv ist, führt sie dort zu einer chronischen Reizung bis zur chronischen Entzündung. Als Reaktion darauf kommt es zur Ausbildung von Granulomen.

Zum SeitenanfangTherapie

Liegt der Entstehung der Stimmbandgranulome die oben beschriebene Reflux-Erkrankung zugrunde, muss in erster Linie diese behandelt werden. Nähere Informationen hierzu finden sie im Kapitel zur Reflux-Oesophagitis.

Es ist jedoch sinnvoll, ein solches Granulom zumindest einmal mit Hilfe einer kleinen Operation zu entfernen und genauer zu untersuchen. Diese Operation erfolgt mit Hilfe eines Endoskops, das - ähnlich wie bei der oben beschriebenen Nasenendoskopie - durch den Mund zum Kehlkopf vorgeschoben wird. An der Spitze des Endoskops befinden sich die notwendigen Operationsinstrumente. Der Polyp wird dabei entweder mit einer kleinen Zange von der Schleimhaut abgetrennt oder es kommt dafür ein Laser zum Einsatz.

Zur Sicherheit sollte das bei der Operation entfernte Material immer von einem Spezialisten unter dem Mikroskop untersucht werden, damit die Diagnose eines Stimmbandgranuloms sicher gestellt werden kann.

Granulome haben allerdings eine starke Neigung, nach einer chirurgischen Entfernung erneut aufzutreten. Mehrmalige Entfernungen sind bei der sicheren Diagnose eines Stimmbandgranuloms nicht sinnvoll, zumal sie wenige bis gar keine Symptome verursachen.

Autor/in:Jutta Manke, Ärztin
Editor/in:Dr. med. Urspeter Knecht, Arzt
Keywords:Stimmbandgranulom, Ansammlung von Zellen des Immunabwehrsystems, Stimmlippen, Stimmfalten, Stimmmuskeln
ICD-10:J38.3
Zuletzt geändert:04.11.2016Zum Seitenanfang
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